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Ulrich Berger, Mathematiker und Wirtschaftswissenschaft- ler, ist Professor für VWL an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er ist Vorsitzender der GkD sowie Mitglied im Wissenschaftsrat und im Vorstand der GWUP. Auf Kritisch gedacht bloggt er über Pseudowissenschaft und verwandte Themen.


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05.11.11 · 10:55 Uhr

Die GAMED spielt Wissenschaft

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 49

Energiemedizin heute: Das Ionen Induktions Gerät PAPIMI® nach Prof. DDr.P.Pappas, Diagnostikum und Therapeutikum der Zukunft? - so der Titel eines Ende November stattfindenden Seminars (Teilnahmegebühren € 30,- pro Person) der GAMED, der Wiener Internationalen Akademie für Ganzheitsmedizin. Das Ziel der PAPIMI-Magnetfeld-Behandlung, so die Ankündigung, sei "die Re-Induktion von Selbstheilungsvorgängen, sowohl in der Sport- und Rehabilitationsmedizin als auch zur Behandlung chronischer Infektionen, neurologischer Erkrankungen, von Autoimmunkrankheiten und Krebs." Eine Wundertherapie also, die alles kann.

Wer jetzt den Verdacht hegt, dabei handle es sich um pseudomedizinisches Quacksalber-Voodoo und Techno-Esoterik, der liegt goldrichtig. Tatsächlich hat die PAPIMI-Therapie, eine Erfindung eines griechischen Freie-Energie-Anhängers, es in den über 20 Jahren ihres Bestehens nicht geschafft, eine einzige klinische Studie hervorzubringen, die auch nur Spuren eines Wirknachweises enthielte. Ganz im Gegenteil: 2002 quälte man Ratten, um festzustellen, dass die Heilung von Knochenbrüchen durch PAPIMI bestenfalls verzögert(!) wird. 2004 quälte man abermals Ratten, um zum Ergebnis zu gelangen, dass PAPIMI zur Heilung von Schnittwunden genau gar nichts beiträgt. Dann ließ man das mit den Studien sein und setzte fortan auf Marketing via Heilsanekdoten, verbreitet auf "Seminaren" wie eben jenem der GAMED.

Die GAMED steckt tief drin im Sumpf des alternativmedizinischen Eso-Marketings. Aufmerksame Leser dieses Blogs wissen das freilich schon lange, denn seit die Wiener Zeitung anno 2009 erklärte, wie Mediziner mit Esoterik zertifiziert punkten können, und seit ich im selben Jahr darauf aufmerksam machte, dass die GAMED sogar Scientologen und Justizflüchtlingen ein Podium zur Vermarktung ihres Esoramsch bietet, hat sich offenbar wenig geändert.

Halt - eines hat sich doch geändert: Die GAMED ist seit damals sehr empfindlich, was ihr Intimverhältnis zur Esoterik betrifft. Mit Esoterik in Verbindung gebracht zu werden, das behagt ihr gar nicht. Deshalb belehrt uns der Untertitel ihrer vorgestrigen Pressemeldung auch gleich mit

"Komplementärmedizin" hat nichts mit "Esoterik" zu tun. Die GAMED, die Wiener Internationale Akademie für Ganzheitsmedizin, verweist auf ihre wissenschaftliche Kompetenz.
Die Dreistigkeit dieser beiden Schutzbehauptungen wird nur noch durch den pompösen Titel der Aussendung übertroffen, der öffentlich fabuliert:

Die Wirksamkeit der Komplementärmedizin ist wissenschaftlich belegt

GAMED-Vorstandsmitglied Friedrich Dellmour, dem in Österreich offenbar die Aufgabe zukommt, die Mär von der "nachgewiesenen Wirksamkeit der Homöopathie" zu verbreiten, schließt gleich mit einem echten Schenkelklopfer an:

"Wir sprechen auch in der Homöopathie von "evidenzbasierter Medizin" (EBM).
Weiter geht es mit einigen Absätzen schamlosen Selbstlobs, um schließlich den eigentlichen Anlass der Pressemeldung anzukündigen, den Kongress "Kinderheilkunde und Komplementärmedizin", der heute schon wieder zu Ende geht.

Da die GAMED offenbar um jeden Preis mit Wissenschaft statt mit Esoterik assoziiert werden will, trifft es sich gut, dass die Veranstalter des Kongresses, Wolfgang Marktl, Andreas Lischka und Michael Frass, allesamt den ranghöchsten akademischen Titel eines "Univ.Prof." tragen.

gamed1.jpgDas tun sie zumindest auf dem geduldigen Papier der GAMED. Leider ist auch das mehr Schein als Sein. Denn wie aus Marktls CV und auf der Personalseite der MedUni Wien ersichtlich, führen Marktl, Frass und Lischka den Amtstitel "ao. Univ.Prof." bzw. "tit. Ao.-Prof.", in welchem sie das "ao." für "außerordentlicher" als habilitierte und damit auf Lebenszeit verbeamtete Angehörige des sogenannten akademischen Mittelbaus (wiss. Mitarbeiter, Assistenten, etc.) ausweist, statt als berufene oder ernannte Universitätsprofessoren, wie es der Titel "Univ.Prof." - ohne "ao." - tut.

Diese wundersame Titelaufwertung kann natürlich ein bedauerlicher Irrtum der Sekretärin sein, ein versehentlicher dreifacher Druckfehler, oder aber eine bewusste Titelanmaßung zwecks Vorspiegelung einer besonders "wissenschaftlichen " Reputation. Was davon zutrifft, darüber darf herzlich spekuliert werden!

 

Autor: Ulrich Berger· 49 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (49)

Author Profile Page ali· 05.11.11 · 12:33 Uhr

Vielleicht bist du etwas unfair mit der GAMED. Denn:

Die GAMED, die Wiener Internationale Akademie für Ganzheitsmedizin, verweist auf ihre wissenschaftliche Kompetenz.

und

Die Wirksamkeit der Komplementärmedizin ist wissenschaftlich belegt

finde ich in sich völlig schlüssig und der zweite Satz kann logisch aus dem ersten abgeleitet werden.

Ausserdem:

Wir sprechen auch in der Homöopathie von "evidenzbasierter Medizin

Ist tatsächlich nicht gelogen. Er sagt ja nicht, dass sie davon etwas verstanden hätten.

P.S.: Warum heisst das Ding eigentlich PAPIMI? Klingt irgendwie nach einer Typenbezeichnung für Babyartikel.

Kommentar-Direktlink cydonia· 05.11.11 · 12:46 Uhr

:-) Genau! Ich dachte ganz konkret an Windeln(was wahrscheinlich auch am gerade erfolgten Wickeln unserer beiden Kleinen liegt).
Insofern wäre dann wenigstens der Name ehrlich. PAPIMI: Enthält genau das, was Sie sich vorstellen!

Kommentar-Direktlink Sven Türpe· 05.11.11 · 13:03 Uhr

Der Text hat einen Fehler. Sein atemloser Empörungsstil, der munter Nachricht und Kommentar nicht nur überhaupt, sondern in fast jeder Formulierung mischt, konterkariert die behauptete Zielrichtung und Absicht dieses Blogs. Mit maximalem Wohlwollen könnte man in diesem Beitrag eine Übungsaufgabe für den Leser sehen, der daran seine Fähigkeit zum kritischen Denken trainieren soll. Das fände ich nicht einmal verkehrt. Falls das verfolgte Ziel jedoch profaner ist und es tatsächlich vor allem um das vordergründige Thema des Textes geht, so empfehle ich zur stilistischen Schärfung der Feder als Waffe mehr Sauberkeit in der Abgrenzung der beiden grundverschiedenen Elemente. Fakten von wertenden und folgernden Aussagen zu trennen ist ein Akt der intellektuellen Hygiene den zu praktizieren ein großes Glück und den zu lehren ein Geschenk an die Menschheit ist.

Als Vorlage bieten sich beispielsweise die Untersuchungsberichte der BFU oder des NTSB an, wo man großen Wert auf sauberes Arbeiten legt. Mag sein, dass sauberes Schreiben leichter umzusetzen ist, wenn Propaganda nicht einmal zu den sekundären Zielen der Arbeit gehört, aber Mühe ist kein gültiges Gegenargument. Wer kritisches Denken fördern möchte, muss es auch vormachen.

(Und ja, ich demonstriere den Fehler in diesem Kommentar. Tut's weh?)

Kommentar-Direktlink cydonia· 05.11.11 · 13:14 Uhr

Ah, der Herr T. Geriert sich mal wieder als Don Quixote, dem vor allem zwei grundlegende menschliche Eigenschaften fehlen: Empathie und Humor.
Damit beende ich aber auch die Kommunikation, da mit nicht satisfaktionsfähigen Kommentatoren kein Dialog möglich ist.

Kommentar-Direktlink rolak· 05.11.11 · 13:27 Uhr

/warum PAPIMI?/ Pappas Ion Magnetic Induction. Was wegen der Sinnleere wie der verzweifelte Versuch einer Akronym-Späterklärung (wie bei 'Aus Erfahrung Gut') klingt, ist unerwarteterweise ernst gemeint.

Windeln? Nein, da kommen bei mir eher Assoziationen zu Milupa hoch, ist auch immi so'n Papp.

Kommentar-Direktlink Michael· 05.11.11 · 14:08 Uhr

DIe wollen sich mit Frass schmücken, dem Homöopathie-Proponenten? Passt ins Bild.

Kommentar-Direktlink WolfgangK· 05.11.11 · 14:29 Uhr

Ein interessanter Zusammenhang fällt immer wieder auf: esoterische Gebiete sind häufig von Menschen besetzt, die auch noch über diverse Falschtitel mehr darstellen wollen als sie tatsächlich zu bieten haben. Es scheint mit der allgemeinen Wahrnehmung der Esoteriker zu tun zu haben, die ihre Mitmenschen für dumm genug halten, weder hinter die Scharlatanerie der Esoterik noch hinter solche Titel-Unstimmigkeiten kommen zu können. Aber vielleicht geht beides einfach miteinander einher; wenn Glaubwürdigkeit nicht über das Produkt vermittelt werden kann, dann muss zumindest eine Scheinkompetenz dafür herhalten, um esoterischen Blödsinn wie PAPINI pseudoseriösen Nachdruck zu verleihen. Und deshalb könnte keiner dieser Titelschmarotzer glaubhaft bezeugen, dass sie selbst an das glauben, was sie vertreten.

Kommentar-Direktlink fatmike182· 05.11.11 · 14:51 Uhr

Damit überholt die GAMED die FPÖ/Kickl puncto Trollfaktor bei ots!
Einen weiteren Lacher kann man sich auf der Website von Pappas holen http://www.papimi.gr/ ;-)

Kommentar-Direktlink BreitSide· 05.11.11 · 15:28 Uhr

@rolak: Aus Erfahrung Gut?
Nein: Auspacken, Einpacken, Gutschrift!

Och jooo, dat TürpelTölpelTröllchen, das - nach eigener Aussage - von nichts auch nur etwas weiß, dieses Nichtwissen uns aber laufend vor die Nase halten muss. Auch so kann Maso gehen...

Kommentar-Direktlink JK· 05.11.11 · 15:43 Uhr

Vermutlich ist das kein Seminar, sondern eine Aufführung des weltberühmten Pappas Imitationstheaters (PAPIMI). Schauspieler, die vorgeben, Universitätsprofessoren zu sein, führen ein Stück namens "Evidenzbasierte Medizin" auf. Deswegen auch nur 30 Euro, ein echtes Medizinerseminar würde doch mindestens 300 kosten.

Author Profile Page Ulrich Berger· 05.11.11 · 18:22 Uhr

@ fatmike: http://www.papimi.gr - Schlimmer als ich dachte, der Mann ist offenbar inzwischen wirklich geisteskrank.

@ JK: :-)

Kommentar-Direktlink aetiology· 05.11.11 · 18:47 Uhr

Ich befürchte, bei der traditionell Atomenergie-kritischen österreichischen Bevölkerung wird Pappas These, dass lebende Zellen in Wirklichkeit kleine Atomreaktoren sind, die irgendwie Natrium und Sauerstoff zu Kalium verbrennen, gar nicht gut ankommen.
http://www.papimi.gr/Salzburg%20conf.htm

Kommentar-Direktlink Kuchlbacher Rudolf· 05.11.11 · 19:38 Uhr

Was haben diese intelektuell minderwertigen Spinner bloß immer für nen Hass auf Einstein !? Das mit den 1.000.000 Dollar find ich ja schon fast wieder herzig...
Schlimm das ganze...

Kommentar-Direktlink Martin· 05.11.11 · 22:23 Uhr

Die ärztliche Direktorin des Wilhelminenspitals ist ja auch die neue Frau des Wiener Bürgermeisters, der offensichtlich dort gepflegt werden möchte (und gerade zurücktritt).

Weiters war das Wilhelminenspital Ort übelster sexueller Diskriminierung an angestellten Putzfrauen. Auch Ärzte waren verwickelt.

Es gibt sicherlich auch gute Ärzte im Wilhelminenspital, aber die erkennt man nicht sofort.

Kommentar-Direktlink Guido· 06.11.11 · 16:25 Uhr

Frei nach Qualtinger:
Der Stierkampf, eine matte Sache. Granderwasser gegen Teilchensprudler (Cern), das nenne ich Brutalität.

Kommentar-Direktlink Ronny· 08.11.11 · 07:23 Uhr

@Ali
Dein Kommentar was sehr böse, ich habe schon wieder meinen Monitor mit Kaffee vollgespuckt. Ich mag feine Klingen :)

Kommentar-Direktlink Bullet· 08.11.11 · 10:09 Uhr

Sein atemloser Empörungsstil, der munter Nachricht und Kommentar nicht nur überhaupt, sondern in fast jeder Formulierung mischt, konterkariert die behauptete Zielrichtung und Absicht dieses Blogs.
Toller Satz. Grammatisch einwandfrei. Was war nochmal bitte die behauptete Absicht und Zielsetzung dieses Blogs?

Kommentar-Direktlink Wolfgang· 08.11.11 · 11:32 Uhr

Ulrich schreibt

Da die GAMED offenbar um jeden Preis mit Wissenschaft statt mit Esoterik assoziiert werden will, trifft es sich gut, dass die Veranstalter des Kongresses, Wolfgang Marktl, Andreas Lischka und Michael Frass, allesamt den ranghöchsten akademischen Titel eines "Univ.Prof." tragen.

Ulrich - das ist aber üblich, dass sich die ao. o. titl Profs etc alle nur Univ.Profs nennen.

Der Fairness halber solltest du daher hier dein Profil ändern und auch dann, wenn man auf deinen Namen klickt- dort steht auch nur Univ..Prof.

Was man natürlich dazu sagen kann, dass die Herren Univ.Profs der medizinischen Fakultät ja damals keine Doktorarbeit schreiben mußten - sie haben den Titel Dr.med.univ. automatisch nach Ablegen der letzten Prüfung bekommen. Also kein Nachweis der Befähigung, wissenschaftlich arbeiten zu können.

Heute schreiben Studenten eine Diplomarbeit und bekommen damit den Doktortitel- wenigstens etwas.

Author Profile Page Ulrich Berger· 09.11.11 · 00:45 Uhr

@ Wolfgang:

Ulrich - das ist aber üblich, dass sich die ao. o. titl Profs etc alle nur Univ.Profs nennen.

Also bei uns jedenfalls nicht. Die Bezeichnung als "Prof." ist in der Selbstdarstellung und in den Medien üblich, aber das ist ja eigentlich ein Amtstitel für pragmatisierte Lehrer, also für einen ao. Univ.Prof. fast schon eine Abwertung. Aber wenn ein ao. Univ.Prof. auf seine Visitenkarte nur "Univ.Prof." schreibt, ist das als Titelmissbrauch strafbar.

Der Fairness halber solltest du daher hier dein Profil ändern und auch dann, wenn man auf deinen Namen klickt- dort steht auch nur Univ..Prof.

Das liegt in meinem Fall aber daran, dass ich das auch bin... ;-)

Kommentar-Direktlink Wolfgang· 09.11.11 · 10:46 Uhr

Ulrich schreibt:

"Das liegt in meinem Fall aber daran, dass ich das auch bin... ;-)"

uups, sorry das hab ich nicht mitbekommen- na dann gratuliere ich herzlich. Hut ab.

Kommentar-Direktlink echt?· 09.11.11 · 18:00 Uhr

Prof. ist in Deutschland eine Dienstbezeichnung und kein akademischer Grad. Genau so wie Justizobersekretärin. Schreibt man offizielle Briefe, so unterschreibt man mit seiner Dienstbezeichnung. Univ.-Prof. wird in Deutschland gern verwendet. Eine solche Dienstbezeichnung gibt es jedoch nicht. Sie resultiert mehr aus der Angst mit popeligen FH-Profs. verwechselt zu werden.

Mein Ex-Chef hatte einen besseren Weg gefunden - er war Univ.-Prof.. Er hatte Briefpapier mit seinem Namen drauf. Da stand weder Prof. noch Dr.. Er war einfach der Meinung, dass die Angeschriebenen wissen, was er macht.

Grüßt echt

Author Profile Page Ulrich Berger· 10.11.11 · 00:52 Uhr

@ echt?:

Prof. ist in Ö auch kein akademischer Grad, sondern eine Amtstitel. Der Prof. ohne Univ. davor ist entweder ein Lehrer (wie Prof. Unrat) oder ein vom Bundespräsidenten ernannter Schlagersänger (wie Prof. Udo Jürgens). Deshalb sind die Univ.Prof. so bedacht auf das Univ.. Da es aber an Unis inzwischen vom Assistenzprofessor (in zwei Varianten) und Honorarprofessor über den ao. Univ.Prof., den o. Univ.Prof., den tit. ao. Univ.Prof. etc. rund ein Dutzend verschiedener Arten von Amts- und Berufstiteln sowie Funktionsbezeichnungen für diverse Arten von Professoren gibt, werden die in den Medien meist alle als "Prof." tituliert.

@ Bullet:

Lass gut sein - Sven Türpe meint halt, ich müsste Fakten und Meinung trennen, weil er diesen Blog mit einer Tageszeitung verwechselt.

Kommentar-Direktlink echt?· 10.11.11 · 07:31 Uhr

Hallo Herr Berger,

erstmal ein dickes Lob für ihren Einsatz, der ihnen bestimmt nicht nur Lob und Anerkennung in der Kollegenschaft bringt!

Tja, Österreich ist schon ein ungewöhnliches Land. Der schönste Prof. ist doch Hademar Bankhofer mit seinem Korallenwasser. Der durfte früher immer bei uns im Früstücksfersehen die Werbetrommel für sich rühren. Aber wir Deutschen können da immerhin mit Wallach, Meyl und anderen Korniferen kontern.

Grüße von echt?

Kommentar-Direktlink Ponder· 10.11.11 · 11:14 Uhr

@ echt?

>>Walach, Meyl und andere "Koniferen" ..."

Genau! Diese "Konifere" gehört auch dazu:

http://blog.gwup.net/2011/11/09/nimm-abschied-mein-hirn-wieder-eso-an-der-uni/

Kommentar-Direktlink Wolfgang Keller· 10.11.11 · 17:17 Uhr

In einem Punkt bist du ein wenig unfair:

"Die Wirksamkeit der Komplementärmedizin ist wissenschaftlich belegt"

Das halte ich durchaus für glaubwürdig. Es steht ja nicht da, dass die Wirksamkeit sich in Form von Heilung/Verbesserung Krankheitszustand etc. manifestiert.

Die Wirksamkeit kann auch darin bestehen, einfach den Kontostand des Kunden zu verkleinern - dies wissenschaftlich halbwegs sauber zu belegen, sollte kein Problem sein.

Kommentar-Direktlink Evelyne Huber· 27.11.11 · 12:48 Uhr

Ja, ja, ich diskutiere monatlich mit meinen Kollegen vom Zentrum für Journalismus und Kommunikationsmanagement in Krems in Sachen Qualitätsjournalismus - besonders was wissenschaftliche Studien betrifft. Seit dem es sogar Mathematiker und Wissenschaftler gibt, die glauben, sich diesen Job zusätzlich in Form eines Blogs angeeignet zu haben. Ich bin schon seit 20 Jahren im Gesundheitsjournalismus tätig, da erlebt man recht viel. Erlauben Sie mir bitte daher eine kurze Nachhilfestunde, da Sie sich ja für "Qualität" interessieren: Recherche, Recherche, Recherche, danach Gatekeeping. Und DANACH erst das Wording. So ist die mediale Aufbereitung dieses Metiers. Und nicht umgekehrt.
In diesem Sinne also: Wo waren Sie gestern? Habe Sie am Vortrag Energiemedizin nicht gesehen? Auch auf keiner anderen Veranstaltung davor der GAMED. Lade Sie herzlich ein einmal zu kommen. Kann auch inkognito sein. Dann kann ich rhetorisch auf Blogs wie diese besser kontern. Und das tue ich nämlich wirklich so unheimlich gerne. Kopfschach ist eines meiner Lieblingsspiele. Unter der Gürtellinie spielt bei mir auch keine Rolle. Habe auch Werbung studiert und eine negative Werbung ist noch immer besser als gar keine Werbung. Bin daher in keinster Weise persönlich beleidigt, dass Sie meine Aussendung „Die Wirksamkeit der Komplementärmedizin ist wissenschaftlich belegt“ (gründlich abgestimmt mit mehreren Ärzten der GAMED) hernehmen und zerlegen. Im Gegenteil. Ich war ja bei der Pressekonferenz von Frau Dr. Karmasin damals und habe mit ihr über die Forschungsergebnisse diskutiert. Sie waren sichtlich nicht dort, sonst hätten Sie etwas in Ihrem Blog darüber erwähnt.
Also freue ich mich nun sehr und werde ihr größter Blog-Fan. Hoffe doch, Sie werden mithalten?

Kommentar-Direktlink noch'n Flo· 27.11.11 · 12:53 Uhr

@ Evelyne Huber:

Welchen Sinn macht es, sich einen Vortrag anzuhören über etwas, dass schon längst widerlegt ist?

Wenn irgendjemand einen Vortrag hält mit dem Thema "Wie baue ich mir nach den Methoden des Dr. Frankenstein die perfekte willige Braut?" - gehen Sie dann tatsächlich noch hin, um zu entscheiden, dass das Ganze Schwachfug ist?

Kommentar-Direktlink E. Berndt· 27.11.11 · 15:52 Uhr

S.g. Frau Evelyne Huber!

Sie verwechseln grundlegende Dinge. Aus der Verbreitung und aus dem Wunsch des disponierten und verführten Publikums zu schließen, dass irgend einer Methode oder einem Mittel (speziell einem Mittel dem das Mäntelchen Arznei per Werbung umgehängt wurde) Wirksamkeit in eigentlichem Sinn, also kraft der stofflichen Eigenschaften etc. zu kommt ist falsch und funktioniert so nicht.
Wenn Sie auf ein Seminar gehen, in dem die Vorzüge des Aderlasses gepriesen werden, so wird der Aderlass deshalb zu keiner erstrebenswerten, wirksamen und sinnvollen Therapie werden. Es ist nunmehr (2 -3 sehr sehr seltene Indikationen ausgenommen) schlicht Hokuspokus.

Kommentar-Direktlink rolak· 27.11.11 · 16:42 Uhr

Leute, seids ned gar so streng - immerhin hat sie der bisher anonymen Presseerklärung ein (na ich sag mal) Gesicht gegeben. Gut, ich würde nicht von einem 90%-Anteil von der positiven Wirkung des Christkindes Überzeugter bei einer Umfrage unter Kindern darauf schließen, daß das Christkind existiert - auch wenn diese Aussage noch so gründlich abgestimmt ist mit den Vorstandsmitgliedern des Vereines pro Christkind.
Nur - ist ein derart ungetrübter Blick tatsächlich von einem Journalisten zu erwarten, der tatsächlich blog-Schreiben und Journalismus nicht auseinanderhalten kann? Diesem verqueren Denken entspricht ja auch der Widerspruch zwischen dem formulierten Ansatz, von den Daten zur Meldung zu gelangen und der Pressemeldung, die nur Daten postuliert bzw nur postulierte Daten vermeldet. Und auch dem Fehlschluß, aus der kommentierten Ankündigung einer Veranstaltung (gar mit dem Hinweis auf deren Sinnleere) würde unweigerlich auch der Besuch derselben folgen.
Aber bitte, gemach gemach, immerhin anerkennt sie die wissenschaftliche Unhaltbarkeit ihres Geschreibsels. Ist doch schon mal etwas...

Schaun's, gnä' Frau - der Kollege nebenan schreibt z.B. von einem schwarzen Loch bei Cygnus X-1 und -sie werden erschüttert sein- er zieht nicht einmal in Betracht, dorthin zu reisen.

Kommentar-Direktlink E. Berndt· 27.11.11 · 18:52 Uhr

S.g. Frau Evelyne Huber!

Was verstehen Sie unter rhetorisch kontern?
Sie sind herzlich eingeladen sachlich zu kontern.
Wenn Sie einen Bericht über so eine Tagung schreiben, wenden Sie sich an mich, geren helfe ich ihnen die entsprechenden sachlichen Argumente zu finden. Sie können mich auch vor dem Besuch so einer alternativ-medizinischen Veranstaltung kontaktieren. Ich denke ich kann sie entsprechend sensibilisieren. Wenn Sie nicht dogmatisch sind, dann lernen Sie sehr rasch die Muster, die Strategien kennen, mit denen das Publikum beeindruckt und überzeugt wird.

Kommentar-Direktlink Evelyne Huber· 27.11.11 · 20:30 Uhr

Sg. Herren,
ich bin doch schon so lange rhetorisch bei der Sache "Gesundheit" dabei. Was glauben Sie, was und wen ich schon alles live gesehen habe? Was ich schon alles erlebt habe? Manchesmal Unfassbares. Glauben Sie mir: Genug um eine fundierte Meinung zu haben. Um zu wissen, wann Hokuspokus anfängt und Vodoo aufhört. Und ich habe mich noch nie kaufen lassen. Noch nie einen Artikel geschrieben, hinter dem ich nicht 100% gestanden wäre. Noch nie mundtot machen lassen. Noch nie in die seichte Redaktions-Maschinerie ziehen lassen. Das ist wirklich nicht leicht in dieser Branche Rückrat zu zeigen. Kann ein langes Lied davon singen.
So und jetzt dürfen Sie mal raten, warum ich gerade für die GAMED schreibe?
Nein, nicht wegen der Kohle. Sondern weil da ziemlich gute Leute am Werk sind.
Ich habs noch nicht erwähnt: Weil ich eben so bin, wie ich bin, würde ich mich natürlich auch auf ein persönliches Kennenlernen freuen. Mittlerweile werden Sie mein Gesicht ja schon gegoogelt haben.....

Kommentar-Direktlink noch'n Flo· 27.11.11 · 21:06 Uhr

@ E. Huber:

Was glauben Sie, was und wen ich schon alles live gesehen habe? Was ich schon alles erlebt habe?

Wir sind schon sehr gespannt auf Details.

Um zu wissen, wann Hokuspokus anfängt und Vodoo aufhört.

Äääh... Sie wissen aber schon, dass beides unseriös ist?

Kommentar-Direktlink Barton Fink· 27.11.11 · 22:21 Uhr

Frau Huber,
weniger Schwurbel, mehr Fakten, das selbstbeweihräuchernde Geschreibsel interessiert nicht!

Author Profile Page Ulrich Berger· 27.11.11 · 23:51 Uhr

Liebe Frau Huber,

ganz konkret einmal: Sie sind doch letztens mit Dr. Winschewski zusammengesessen. Der bietet in seiner Praxis etwa ein Dutzend Quacksalbermethoden an. Nehmen wir mal als Beispiel die Kinesiologie: http://www.winschewski.de/leistungsspektrum/gesundheitsleistungen/kinesiologie.html

Und dann: Recherche, Recherche, Recherche!

Und nun: Was meinen Sie, ist das jetzt noch Hokuspokus, oder schon Voodoo? Was halten Sie davon, wenn ein Arzt eine nach Strich und Faden widerlegte Quacksalbermethode wie z.B. die Kinesiologie anbietet, deren Diagnostik nur Zufallsresultate liefert? Gehört der dann auch zu den "guten Leuten" der GAMED?

Kommentar-Direktlink Rincewind· 28.11.11 · 00:54 Uhr

Immerhin ist es schon mal begrüßenswert, jemanden zu haben, der zwischen Hokuspokus und Voodoo korrekt unterscheiden kann. Ich sag ja immer: Recherche, Recherche, Recherche.

Kommentar-Direktlink  E. Berndt· 28.11.11 · 16:06 Uhr

S.g. Frau Huber!
Ohne zweifel sind Sie rhetorisch voll dabei! Wie sollte es auch anders sein? Und es geht nur um die Rhetorik. Rhetorik ist für die von der Gamed vertretenen Methoden die Basis der Wirksamkeit.

Kommentar-Direktlink georg· 29.11.11 · 07:53 Uhr

Evelyne Huber· 27.11.11 · 12:48 Uhr

Recherche, Recherche, Recherche, danach Gatekeeping. Und DANACH erst das Wording. So ist die mediale Aufbereitung dieses Metiers.
Aus wikipedia:
Es werden grundsätzlich zwei Gruppen von Gatekeeper-Faktoren unterschieden:

1.Informationsfilterung und -reduktion. In Zeitungen werden beispielsweise nur etwa 10 Prozent aller eingehenden Agenturmeldungen wiedergegeben; hierzu existieren verschiedene Untersuchungen, u.a. von Kuhlmann (1957).
2.Bearbeitung und Modifikation. Sowohl sachliche Gründe (Platzmangel) als auch persönliche oder soziale Überlegungen, das Wertklima der Medienorganisation, das Redaktionsstatut etc. können als Filterfaktor auftreten.
Was soll uns der Begriff "gatekeeping" sagen? Etwa, dass Sie nach der Recherche die Informationen filtern und retuschieren, und das ganze dann so aufbereiten, dass dabei Ihre persönlich Meinung herauskommt, bzw. das "Wertklima" der Institution für die Sie das machen?

mfg georg

Kommentar-Direktlink Evelyne Huber· 29.11.11 · 09:49 Uhr

Entschuldigung für meine späte Antwort.
Ab dem 10. Dezember richte ich mich terminlich gerne nach Ihnen. Kein Date. Sondern ein Interview. Konzeptioniere gerade ein Magazin (dieses hat nichts mit der GAMED zu tun) Dafür gehört die Thematik natürlich ganzheitlich betrachtet, inkl. der Wissenschaft. Das würde - glaube ich - auf dieser Seite den Rahmen sprengen, obwohl es mir gefällt, dass so viele verschiedene Experten Inputs geben. Wir können uns auch in einem größeren Kreis treffen. Würde allerdings gerne das Tonband mitlaufen lassen. Sollte ich einzelne Statements veröffentlichen wollen, würde ich dies natürlich vorher mit Ihnen abklären und von Ihnen freigeben lassen.
Es geht nicht darum, wer Recht hat. Mir ist Ihre Meinung wichtig.

Kommentar-Direktlink noch'n Flo· 29.11.11 · 10:24 Uhr

@ E. Huber:

Es geht hier aber gar nicht um Meinungen, sondern um Fakten.

Kommentar-Direktlink Barton Fink· 29.11.11 · 10:57 Uhr

Sehr gut!
Freu mich schon auf das Interview, noch besser wäre natürlich eine Diskussion. Man könnte die Aufzeichnung ja dann als Podcast zur Verfügung stehen!

Author Profile Page Ulrich Berger· 29.11.11 · 13:42 Uhr

@ Evelyne Huber:

Ab dem 10. Dezember richte ich mich terminlich gerne nach Ihnen. Kein Date. Sondern ein Interview.

An wen ist dieser Kommentar gerichtet? Falls an mich, dann bitte um ein e-mail mit Details! Danke!

Kommentar-Direktlink Evelyne Huber· 30.11.11 · 12:25 Uhr

In IhreIm Impressum steht: Verantwortlicher Redakteur für ScienceBlogs.de: Jürgen Schönstein. Für die Inhalte der einzelnen Blogs sind die einzelnen externen
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Ich weiß nun nicht, an wen ich mich wenden kann/soll?
Wenn Sie Herr Berger mein richtiger Ansprechpartner sind, dann schlage ich den 12.12.11 um 17 Uhr vor.
Wien Innenstadt oder Umgebung? In einem ruhigeren Kaffeehaus Ihrer Wahl. Von wo aus ich gut eine U-Bahn-Station erreichen könnte.
Bis 18.30 Uhr hätte ich an dem Tag Zeit.

Geht aber auch an einem anderen Tag nach dem 12.12.
Danke, lg Evelyne Huber

Kommentar-Direktlink rolak· 30.11.11 · 12:42 Uhr

Ich weiß nun nicht
Ohne diese Worte in Länge und Breite zu kommentieren: Für solche Fälle existiert in jedem blog unter den SB gaaaanz oben ein button <Kontakt>, hinter dem sich -wer hätte das gedacht- die passende EMail-Adresse verbirgt.

Kommentar-Direktlink noch'n Flo· 30.11.11 · 12:47 Uhr

@ rolak:

Ach, nun sei doch nicht so. Wenn man immer so gründlich recherchiert, eine wohlfundierte Meinung und sein Rückgrat pflegen muss und so viele unglaubliche Dinge erlebt hat, kann man solch unwichtige Details schon einmal übersehen...

Kommentar-Direktlink noch'n Flo· 30.11.11 · 12:50 Uhr

@ Ulrich:

Wenn Du tatsächlich zum Interview gehst, bitte ich aber dringend um eine anschliessende Behandlung des Treffens hier auf Deinem Blog.

Kommentar-Direktlink naseweiss· 30.11.11 · 16:06 Uhr

Heute schon gelacht? ;)
http://www.der-postillon.com/2011/10/homoopathisches-wirtschaftsinstitut.html

Author Profile Page Ulrich Berger· 02.12.11 · 10:58 Uhr

@ Evelyne Huber:

Ich halte wenig davon, hier öffentlich Termine zu vereinbaren. Am 12.12. geht's jedenfalls gar nicht. Ob ich der richtige Ansprechpartner bin, weiß ich auch noch nicht, denn mir ist nicht klar, worum es überhaupt konkret gehen soll. Ich bin jedenfalls der Verfasser des obenstehenden Artikels und erreichbar unter der e-mail Adresse, die sich hinter dem link bei meinem Namen ganz oben links verbirgt.

Kommentar-Direktlink Wolfgang· 02.12.11 · 11:15 Uhr

Recherche, Recherche, Recherche ist ja schon recht und oft auch hilfreich.
Aber es genügt auch ein kritischer Blick um Hokuspokus oder Vodoo zu erkennen. Da braucht man nicht in Dutzende Schwurbelvorträge von Gschupften anzuhören.

Man kann es auch so ausdrücken: "Man muss nicht in der Bratpfanne gelegen haben, um über ein Schnitzel zu schreiben (M Gorki)" - rationales Argumentieren wie Ulrich es macht, ist doch völlig ausreichend.

Kommentar-Direktlink Evelyne Huber· 02.12.11 · 23:54 Uhr

Danke, OK. Ich schreib an die Mail-Adresse. lg eh

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