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Florian Freistetter promovierte am Institut für Astronomie der Universität Wien und hat danach an der Sternwarte der Universität Jena und dem Astronomischen Rechen-Institut in Heidelberg als Astronom gearbeitet. Zur Zeit lebt er in Jena, bloggt über Wissenschaft und schreibt manchmal Bücher:

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11.10.09 · 22:15 Uhr

Nicht jeder Planet X ist gefährlich

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 29

Der Start des Kinofilms zum angeblichen Weltuntergang 2012 rückt immer näher - und damit wächst leider auch die allgemeine Hysterie derjeniger, die ernsthaft an eine Katastrophe am 21.12.2012 glauben. Es wird also Zeit für eine neue Runde an vernünftiger Astronomie, die mit den falschen Behauptungen und Mißverständnissen aufräumt.

Eine der populärsten Behauptungen zum Jahr 2012, ist die des mysteriösen, bisher unbekannten Planeten, der mit der Erde kollidieren wird. Er wird von den Weltuntergangspropheten "Nibiru" oder "Planet X" genannt.

Genau das ist die Quelle vieler Mißverständnissen. Denn "Planet X" ist auch eine Bezeichnung, die in der Wissenschaft verwendet wird. Aber in völlig anderem Zusammenhang...

Neptun und Uranus

Die Geschichte um den "Planet X" geht zurück bis in das 18. Jahrhundert. 1781 entdeckte William Herschel den ersten Planeten der Neuzeit: Uranus.

Dieser Planet verhielt sich aber nicht so, wie man es erwartet hatte. Seine beobachte Position stimmte nicht mit der berechneten Position überein. Man vermutete, dass dieser Unterschied durch den Einfluß eines weiteren unbekannten Planeten verursacht wurde. Durch langwierige Berechnungen schaffte es Urbain LeVerrier dann schließlich, so den verantwortlichen Planeten tatsächlich zu finden: 1846 wurde der Neptun entdeckt.

Aber auch hier schien es Abweichungen zu geben - ein weiterer Planet, außerhalb des Neptun wurde vermutet. Ermutigt durch den Erfolg bei der Suche nach Neptun machten sich die Astronomen daran, diesen Planeten zu finden. Ende des 19. Jahrhunderts war es vor allem der amerikanische Astronom Percival Lowell, der diesen Planeten finden wollte. Und er war es auch, der ihm den Namen "Planet X" gab. "X" stand hier einfach für "Unbekannt".

Lowell hat einige solcher Planetenkandidaten "gefunden" - die sich aber später alle als nicht-existent heraustellten.

Pluto

Ebenfalls auf der Suche nach Planet X war später Clyde Tombaugh. An Lowells Sternwarte in Arizona war er 1930 endlich erfolgreich - ein neuer Planet war entdeckt: Pluto.

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Entdeckung von Pluto (Bild: Wikimedia)

Aber man fand schnell heraus, dass Pluto viel zu klein war, um die bei Neptun gesehenen Abweichungen zu erklären. Pluto war also nicht der gesuchte "Planet X".

Man suchte in den folgenden Jahren weiter - ohne Erfolg zu haben. Schließlich zeigten Analysen der Daten der Raumsonden Voyager 2, dass die Masse von Neptun etwas geringer war als bisher angenommen - und die weiteren Raumsonden, die in die äußeren Bereiche des Sonnensystems flogen (Voyager 1, Pioneer 10 & 11) zeigten ebenfalls, dass kein Bedarf für einen weiteren Planeten war.

Planet X hat es also nie gegeben. Aber mittlerweile hat der Name "Planet X" eine weitere Bedeutung bekommen. Mit Pluto war der neunte Planet des Sonnensystems entdeckt und das "X" wurde nun als römische "10" interpretiert - "Planet X" stand ganz allgemein für eventuelle weitere Planeten außerhalb der Plutobahn.

Die Asteroiden

Ich erinnere mich noch gut, als 1992 der erste Asteroid im äußeren Sonnensystem gefunden wurde: man hatte endlich den schon länger postulierten Kuipergürtel entdeckt - ein Asteroidengürtel so wie der zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter.

Aber natürlich konnte die Presse nicht widerstehen und der Asteroid - der den Namen 1992 QB1 bekam - wurde als "der zehnte Planet" bezeichnet.

Im Laufe der Jahre fand man immer mehr Asteroiden des Kuipergürtels und darunter auch einige große Brocken. Diese Entdeckungen wurden regelmäßig als "zehnte Planeten" in den Medien präsentiert.

Ganz besonders traf das auf den Asteroiden "Eris" zu. Denn Eris war tatsächlich größer als Pluto! Sogar die NASA schrieb in einem Artikel: "10th Planet Discovered".

Eris_and_dysnomia.jpg

Eris und ihr Mond Dysnomia, fotografiert vom Hubble Teleskop (Bild: Hubblesite)

Den Status des potetiellen 10. Planeten bzw. "Planet X" hatte Eris allerdings nur kurz. Die Lage im äußeren Sonnensystem wurde immer unübersichtlicher und die Astronomen bemühten sich um eine neue Klassifikation der Himmelsobjekte. Das Ende der Geschichte ist bekannt: seit 2006 ist Pluto kein Planet mehr und auch Eris bleibt weiterhin ein Asteroid.

Nach "Planet X" wird allerdings immer noch gesucht. Nicht mehr so intesiv wie in den vergangenen Jahrhunderten - aber auch heute überlegen Wissenschaftler, ob es in den äußersten Bereichen des Sonnensystems noch weiter Planeten gibt. Das ist durchaus möglich - aber wenn, dann müssen diese Objekt sehr weit weg sein (und können uns auch nicht gefährlich werden).

Keine Angst vor Planet X!

Es ist also nicht außergewöhnlich, wenn man in der wissenschaftlichen Literatur auf den Begriff "Planet X" trifft. Mit dem mysteriösen "Nibiru" der Esoteriker, der 2012 die Erde zerstören soll, hat das allerdings nichts zu tun. Leider reicht aber vielen Weltuntergangspropheten schon das Wort "Planet X" alleine aus, um anscheinend jegliche weitere Denkvorgänge zu unterbrechen. Wissenschaftliche Arbeiten zum Thema und ganz besonders die Meldungen über den Asteroiden Eris werden von der 2012-Community immer wieder als "Beweis" für die Existenz ihres Katastrophen-Planeten gebracht.

Deshalb: wenn irgendwo in den (wissenschaftlichen) Medien von "Planet X" oder dem "zehnten Planeten" die Rede ist - immer genau hinschauen! Im Allgemeinen handelt es sich dabei um Objekte, die - wenn sie denn überhaupt existieren - weit draußen im Sonnensystem ihre Kreise ziehen und der Erde auf keinen Fall gefährlich werden können!

(Und wer die wissenschaftliche Geschichte des Planet X spannend und im Detail nachlesen will, dem empfehle ich dieses Buch)

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Autor: Florian Freistetter· 29 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Trackbacks (3)

Was sagen eigentlich die Maya zum Weltuntergang 2012? · Astrodicticum Simplex · 12.10.09 · 16:22 Uhr

Weltuntergang 2012: Fragen und Antworten · Astrodicticum Simplex · 26.10.09 · 16:36 Uhr

Pluto ist kein Planet - und das ist gut so! · Astrodicticum Simplex · 20.06.10 · 10:14 Uhr


Kommentare (29)

Kommentar-Direktlink Oliver· 12.10.09 · 04:57 Uhr

@Florian
Also erhlich danke für diese ganzen Infos.
Ich behaupte mal das deine Artikel vielen Menschen die Angst nimmt vor 2012.
DANKE

Aber ich hab eine frage wenn ich darf?

Nun Planet X steht ja für Unbekannt ok nehmen wir mal an ich würde einen Unbekannten Planeten,Stern oder sonst was finden(der nicht geferhlich ist) darf ich denn dann auch denn Namen aussuchen???

Oder wer tauft die Planeten?
LG

Kommentar-Direktlink s.holstens· 12.10.09 · 10:39 Uhr

@Oliver
Ja ich stimme dir zu ..ein sehr gelungener Artikel. Auch wenn ich nichtmal Angst vor 2012 hatte.^^

Kommentar-Direktlink Sephira· 12.10.09 · 10:57 Uhr

* Der Entdecker hat innerhalb von zehn Jahren nach der Nummerierung das Vorschlagsrecht für die Vergabe eines Namens. Dieser muss aber durch eine Kommission der IAU bestätigt werden, da es Richtlinien für die Namen astronomischer Objekte gibt. *
http://de.wikipedia.org/wiki/Benennung_von_Asteroiden_und_Kometen

Ein Interessantes Beispiel ist dazu auch die Namensgebung vom Zwergplaneten Eris:
http://de.wikipedia.org/wiki/Eris_%28Zwergplanet%29#Namensgebung

Author Profile Page Florian Freistetter· 12.10.09 · 13:56 Uhr

@Oliver: "Oder wer tauft die Planeten?"

Hmm - für die Benennung von Planeten gibts nicht wirklich fixe Regeln. In der Neuzeit wurden ja nur ne Handvoll entdeckt. Und es ist sowieso unwahrscheinlich, dass in unserem Sonnensystem in nächster Zeit noch welche gefunden werden. Aber wenn, dann hat der Entdecker natürlich das Recht und die internationale astronomische Union wird drauf achten, dass der Name halbwegs "würdevoll" ist ;)

Kommentar-Direktlink Josch· 29.10.09 · 23:10 Uhr

Nicht dass ich mich nun zu den Planet-X-Gläubigen zähle - dennoch bleiben Fragen offen. Es wird der Eindruck erweckt, als hätten private Astronomen sozusagen "alles unter Kontrolle", weil ja Tausende von ihnen Nacht für Nacht den Himmel durchstöbern.

War es indes aber nicht so, dass man den größten bekannten Kometen des Sonnensystems, Hale-Bopp, nicht einmal 2 Jahre vor seinem Periheldurchgang überhaupt erst entdeckte? Und das obwohl er als relativ helles Objekt gilt. Nun - es gibt ja vermutete oder vielleicht auch völlig fiktive Bahndaten vom Planet-X.

Diesen zufolge sind sich die Bahnen beider Objekte ziemlich ähnlich - und beide stark gegen die Ekliptik geneigt. Dies bedeutet, dass solche Himmelskörper sich vorwiegend in einem weitaus weniger beobachteten Bereich aufhalten und zudem aufgrund ihrer enormen Umlaufzeiten sowieso schwer beobachtbar sind.

Zum Zeitpunkt seiner Entdeckung war Hale-Bopp uns bereits bedeutend näher als es Planet-X - wenn es ihn denn gibt - im Moment sein dürfte. Außerdem soll dieser ja außergewöhnlich dunkel sein. Hier zunächst eine Interpretation der zugänglichen Daten:

Etwa August 2011 würde Planet X in nur ca. 1 AE am Jupiter vorbeiziehen und ca 6 Monate später die Ekliptik-Ebene erreichen. Davon abgesehen sind die gehandelten Bahndaten frei von jeglicher Kollision mir irgendeinem größeren Objekt des inneren Sonnensystems. Im Dez. 2012 würde Planet X seinen Perihel durchlaufen sind dann bis April 2013 der Erde bis auf ca. 1,5 AE nähern.

Bis er dann Ende 2013 wieder die Ekliptik durchstößt kommen ihm etliche der größeren Asteroiden noch recht nahe und daran schlösse sich noch ein rund zwei Jahre dauerndes Rendevouz relativer Nähe zwischen Planet X und Jupiter...

2034 verließe Planet X das bekannte Sonnensystem ganz, wobei ihm der Planetoid Varuna noch einmal relativ nahe käme und dann bliebe er wieder für knapp 3600 Jahre verschollen.

Vor allem hinsichtlich der Größe und Masse des Planet X sind Zweifel angebracht - diese Daten kann niemand wissen und die gehandelten Größenordnungen dürften drastisch übertrieben sein - wohl auch um seine Existenz als dunkler Geschwister der Sonne (brauner Zwerg) zu rechtfertigen. Gleichwohl werden unserem Sonnensystem Indizien nachgesagt, die seine Entstehung als Doppelstern-System nahelegen. Zu unserem Wissen über braune Zwerge ist anzumerken, dass es sich lediglich um Theorien handelt - die naheliegenderweise darauf aufsetzen, was man bislang beobachten konnte. Und dies sind nun - bei zig Lichtjahren entfernten Systemen nicht unbedingt kleine Himmelskörper im Jupiter-Format oder gar darunter...

Alles in allem also scheint es mir zumindest noch etwas verfrüht für eine völlige Entwarnung. Weder wissen wir genug auf den genannten Feldern - noch verfügen unabhängige Astronomen über Instrumente zur Infrarot-Beobachtung des Himmels. Und hier soll ja nun - der Sage nach - mit rund 70 Kelvin die auffälligste Signatur von Planet X liegen.

Natürlich - die Schauer-Märchen a la Saint Brigitta muss sich deswegen niemand antun und die Tatsache, dass zum passenden Termin - vielleicht völlig zufällig - ein alter Kalender endet besagt auch nicht viel. Auch die von mir interpretieren Bahndaten können vollumfänglich daneben liegen... Immerhin aber wurden unlängst noch nie dagewesene Störungen auf dem Saturn beobachtet. Diese stünden zwar mit den ominösen Bahndaten in Übereinstimmung - allerdings nur, wenn die Bahn ungefähr 100° um den Pol der Ekliptik gedreht wären... Dann nämlich hätte der Planet X soeben den Saturn in einem Abstand von irgendwo um 3 - 5 AE passiert...

Nunja - man wird ja sehen...

Kommentar-Direktlink Bullet· 30.10.09 · 00:52 Uhr

Also:

Es wird der Eindruck erweckt, als hätten private Astronomen sozusagen "alles unter Kontrolle", weil ja Tausende von ihnen Nacht für Nacht den Himmel durchstöbern.

Davon kannst du mal ausgehen. Ich war schon abends auf Parkplätzen in der Nähe von Baruth, wo sich 15-20 Teleskopglubscher so derart breitgemacht hatten, daß man nur mit Mühe noch sein kleines 6-Zoll-Newton aufstellen konnte. Und das waren nur die Freaks aus Berlin, denen die Luft in der Umgebung der Stadt nicht rein und dunkel genug war, als daß sie sich dort zu den anderen Freaks gestellt hätten, die zu faul waren, nach Baruth zu fahren (etwa 100 km südlich von Berlin).

War es indes aber nicht so, dass man den größten bekannten Kometen des Sonnensystems, Hale-Bopp, nicht einmal 2 Jahre vor seinem Periheldurchgang überhaupt erst entdeckte? Und das obwohl er als relativ helles Objekt gilt.
Da Kometen nicht selbst leuchten, sind sie nicht hell. Im Gegentum wird ein Komet normalerweise erst dadurch so hell, daß er in (relativer) Sonnennähe durch seine Erwärmung per Sonne einen riesengroßen Kragen aus hochreflektierendem Material (ich glaube, das ist meistens Wassereis-Kristallzeuch) bekommt, der auch den erst dann ebenfalls gut sichtbaren Schweif befeuert. Daß man also einen Kometen erst relativ spät sichtet, wenn seine Bahn nicht schon vorher bekannt war, ist m.E durchaus üblich.
Außerdem soll dieser ja außergewöhnlich dunkel sein.
Wenn er periodisch wiederkehrt, nützt das nichts gegen total dunkelheitsresistene Gravitationswirkung, die sich an nahezu allen Himmelskörpern in seinem Einzugsbereich ablesen ließe.
Zu unserem Wissen über braune Zwerge ist anzumerken, dass es sich lediglich um Theorien handelt
Argh. Endlich kann ich es anbringen: Und deine theoretische Führerscheinprüfung war also auch nur eine Vermutung??? "Ich könnte schätzen, daß ich Vorfahrt habe ... aber is ja nur Theorie." Nee, is klar.
Gleichwohl werden unserem Sonnensystem Indizien nachgesagt, die seine Entstehung als Doppelstern-System nahelegen.
Und die wären?
[weder...] ...noch verfügen unabhängige Astronomen über Instrumente zur Infrarot-Beobachtung des Himmels
Aha. Warte mal ... da war doch vor etwa zwei Jahren auf eBay eine Canon D20A zu kaufen ... eine stinknormale DSLR mit entfernter IR-Sperre. Oh, man kann damit IR-Fotos machen. Na sowas. Oder Astronomen, die heute noch mit Film fotografieren. Ach... mit IR-Film?? Sowas gibts??? Und bei Fotozubehörausrüstern kann man auch keine IR-Filter(eigentlich: läßt Infrarot durch, sperrt sichtbares Licht) bestellen, ja? Soll ich hier den verdammten Link reinstellen? Woher zum Geier nimmst du solchen Blödsinn?
Immerhin aber wurden unlängst noch nie dagewesene Störungen auf dem Saturn beobachtet.
Link bitte. Wat is denn bitte eine "Störung", die nur AUF dem Saturn zu sehen ist, den GANZEN Saturn aber nicht juckt?

Kommentar-Direktlink Oliver· 30.10.09 · 05:26 Uhr

Hmm
Nun ich bin kein Astronom und auch keine grosse Ahnung von solchen Dingen.
Aber wenn es diesen Planet X gibt (mal angenommen) er sol sehr gross sein lese ich immer ein riesen Ding.
Man sehe Youtube Videos dann frage ich mich WARUM BIN ICH DER EINZIGE MENSCH DER DENN NICHT SEHEN KANN?????

Ja genau es gibt ihn nicht!!
Und ich glaube langsam selbst nach dem 21.12.2012 wird es noch Leute geben die sagen es gibt ihn doch.

Kommentar-Direktlink Josch· 30.10.09 · 08:41 Uhr

Hi Bullet,
also hinsichtlich Saturn kann geholfen werden:
http://www.astronews.com/news/artikel/2006/11/0611-010.shtml
http://www.astris.de/news/1184.html
http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-10499-2009-09-15.html

Ansonsten sagst Du es ja selbst - lang-periodische Objekte sind schwer zu beobachten, da ihre Bahndaten a priori unbekannt sind - das gilt für Hale-Bopp und eben auch für einen Planet-X - zumal beide Orbits stark gegen die Ekliptik geneigt wären und mit 3600 bzw 4300 - 2500 Jahren für Hale-Bopp eine ähnliche Periodizität aufwiesen.

Die Mindestmassen für braune Zwerge befinden sich tendenziell im freien Fall - vor einigen Jahren noch ging man von mehreren dutzend Jupitermassen aus - inzwischen ist man beim 8-fachen und weniger angelangt...

Wieso wir erwarten, dass ein größerer Himmelskörper sich unzweifelhaft durch seine Gravitation bemerkbar machen müsste, erschließt sich mir noch nicht so ganz... der Aphel von Planet X ist mit über 400 AE derart entfernt, dass seine Gravitationswirkung zu diesem Zeitpunkt im Rauschen unterginge... Er durchstreifte das Sonnensystem vergleichsweise schnell - grade mal um die 50 seiner 3600 Jahre Umlauf wäre er überhaupt in Sonnensystemnähe - und selbst bei Jupitergröße ist seine Gravitationswirkung im Vergleich zur Sonne bescheiden... das sieht bei Jupiter selbst mit 11 Jahren und Saturn mit rund 30 Jahren Umlaufzeit bei ähnlicher Relation schon anders aus - deren Gravitation ist permanent im System wirksam...

Dass auch Amateur-Astronomen zumindest Mittel zur Infrarot-Astronomie haben finde ich beruhigend - gleichwohl dürften der Detektions-Auflösung enge Grenzen gesteckt sein, da sie ihre Instrumente wohl kaum ausreichend kühlen können.

Nun - alles was ich mit meinem Beitrag sagen will, ist: Es ist schon ein wenig verwegen festzustellen, ein Objekt wie Planet-X KÖNNE es nicht geben. Hier setzt schon die mit nicht einmal 1000 Jahren doch sehr kurze Zeit, die wir das uns umgebende All überhaupt genauer beobachten können ziemlich enge Grenzen für absolute Aussagen.

Auch Varuna und Sedna kannte man bis vor kurzem nicht - und vor allem letztere wirft doch so einige Fragen (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Sedna ) dazu auf, wie endgültig unsere bisherigen Theorien sind. Im Prinzip gilt da wohl: eine Theorie ist genau so lange gültig, bis eindeutige Befunde ihre Abwandlung nahe legen... ;)...

Dennoch postuliere ich nicht den Weltuntergang am 21.12.2012 - es wäre allerdings auch völlig ohne Katastrophen sicher ein aufregendes Schauspiel (von dem mit bloßem Auge wohl nichts mitzubekommen wäre) wenn ein solchen Phänomen aufträte und es würde unserem Wissen sicher mächtig auf die Sprünge helfen...


Kommentar-Direktlink pat· 30.10.09 · 08:53 Uhr

@Bullet
hehehe;)

Author Profile Page Florian Freistetter· 30.10.09 · 09:27 Uhr

@Josh: "Die Mindestmassen für braune Zwerge befinden sich tendenziell im freien Fall - vor einigen Jahren noch ging man von mehreren dutzend Jupitermassen aus - inzwischen ist man beim 8-fachen und weniger angelangt..."

Das ist Unsinn. Die Mindestmasse für einen braunen Zwerg liegt dort, wo Kernfusion einsetzen kann. Das ist bei ~ 13 Jupitermassen.

"Es ist schon ein wenig verwegen festzustellen, ein Objekt wie Planet-X KÖNNE es nicht geben."

Das ist nicht verwegen - das ist Wissenschaft. Ich kann ja auch nichts dafür, dass die Naturgesetze so sind wie sie sind. In dem entsprechenden Artikel habe ich ja auch geschrieben, dass es nicht nur alleine aufs sichtbare Licht ankommt. Selbst wenn Planet X komplett unsichtbar wäre, hätte er sich durch seine gravitative Wirkung deutlich bemerkbar gemacht (und nein, die Sache auf Saturn hat damit nichts zu tun).

Ansonsten solltest du dich vielleicht nochmal genauer mit Astronomie beschäftigen. In deinem Kommentar wimmelt es vor Fehlern...

Kommentar-Direktlink Bullet· 30.10.09 · 09:43 Uhr

@ josch:

Wieso wir erwarten, dass ein größerer Himmelskörper sich unzweifelhaft durch seine Gravitation bemerkbar machen müsste, erschließt sich mir noch nicht so ganz... der Aphel von Planet X ist mit über 400 AE derart entfernt, dass seine Gravitationswirkung zu diesem Zeitpunkt im Rauschen unterginge... Er durchstreifte das Sonnensystem vergleichsweise schnell - grade mal um die 50 seiner 3600 Jahre Umlauf wäre er überhaupt in Sonnensystemnähe - und selbst bei Jupitergröße ist seine Gravitationswirkung im Vergleich zur Sonne bescheiden... das sieht bei Jupiter selbst mit 11 Jahren und Saturn mit rund 30 Jahren Umlaufzeit bei ähnlicher Relation schon anders aus - deren Gravitation ist permanent im System wirksam...

Interessant. Ich glaube, du machst dir nicht ganz klar, was das bedeutet : "3600 Jahre Umlaufzeit". Es mag sich viel anhören ... naja ... 3600 Jahre Zinsen nachzahlen will ich auch nicht. Aber wir reden hier von unserem Sonnensystem. Seit die letzten Dinosaurier abgekratzt sind (man hört immer wieder die Zahl "65 Mio. Jahre"), hat dieser geheimnisvolle hypothetische Planet 20.000 mal seinen Weg durchs innere Sonnensystem und wieder heraus gefunden. Eben gerade weil die Gravitation so weit reicht und überall Spuren hinterläßt, müßte sich irgendeine Begegnung dieses Planeten mit dem Mist, der im inneren Sonnensysten herumfliegt, meßbar ausgewirkt haben. Denn selbst ein Planet von "nur" Erdmasse verändert den Raum in seiner Bahn deutlich (bzw. eigentlich dessen Inhalt ... also die Menge an Staub, Geröll usw.)

Zum Thema "Kühlung" bei IR-Astronomie: ich lehn mich jetzt mal weit aus dem Fenster, aber ich glaube, daß Kameras gekühlt werden, um das Rauschen zu verringern. Beim IR-Krempel ist das Problem nur zusätzlich, daß die Kamera selbst "leuchtet" (logisch, denn sie ist ja warm) und damit die Empfindlichkeit (vgl. Lichtstärke bei normalen Kameras) verringert. Mit dem Spektralbereich des Infrarot hat das nichts zu tun. Also es ist durchaus nicht so, daß ich nicht bei Zimmertemperatur die IR-Strahlung eines 70 K kühlen Körpers auffangen könnte. Das kann ich durchaus. Nur muß er dann auch relativ "hell" im Infrarot strahlen.

Kommentar-Direktlink Amir· 31.10.09 · 16:10 Uhr

mir sagte mal jemand es gebe ne uhr zeit z.B 21.21.12 sek dan trift er uns angeblich ich wollte nur wisen gibt es schpekulationen über ne uhr zeits akokalipse ??????

Kommentar-Direktlink Bundesratte· 31.10.09 · 16:30 Uhr

@Amir. Lies die oben unter "Ähnliche Artikel" verlinkten Artikel mal durch: die 21.12.- Apokalypse wird nicht stattfinden.

Ist die Uhrzeit dann nicht egal?

Kommentar-Direktlink Josch· 01.11.09 · 11:21 Uhr

@Florian
Nun - wenn Du den aktuellen Stand der Wissenschaft meinst, gebe ich Dir recht. Leider hat dieser ein Problem: Würde unsere Wissenschaft auf 50.000 statt auf wenige 100 Jahre Geschichte zurückblicken (mit den heutigen instrumentellen Möglichkeiten versteht sich...) wären tatsächlich verlässlichere Aussagen möglich.

Bekanntlich ist das nicht der Fall - mithin stünden wir bei einer hypothetischen Planet-X Passage mit der Periodizität von 3600 Jahren vor genau Einem: Neuland! Das ist keine Bosheit von mir - sondern schlicht der Charakteristik der wissenschaftlichen Methode (von der ich im Übrigen sehr viel halte...) geschuldet.

Das mit Braunen Zwergen ist eine Definitionsfrage - meine Aussage bezog sich auf so merkwürdige Objekte wie Cha 110913-773444 - dem wir eine neue Klasse von Himmelskörpern - die Planemos - verdanken. Ob man das nun so oder so deklariert bleibt letztlich wurscht - da Physik sich um Definitionen nicht schert. Wenn die vermutete Masse des hypothetischen Planet-X nicht die Definition für einen Braunen Zwerg erfüllt, dann beweist das lediglich genau diese Aussage - widerlegt jedoch keineswegs die Möglichkeit der Existenz eines solchen Objektes mit einer eben weit geringeren Masse.

Die Drehimplus-Verteilung in unserem Sonnensystem sowie die zur Ekliptik geneigte Rotationsachse der Sonne zählen zu den bislang ungelösten Rätseln unseres Systems und legen einen bislang unbekannten Einfluss in dessen Frühzeit nahe. Die Antwort hierauf ist sicher nicht der Planet-X - hierfür wäre er bei weitem zu mickrig, aber es könnte sich beispielsweise um den Rückstand einer frühzeitlichen Begegnung des sich bildenden Sonnensystems mit einem anderen kleinen Stern- oder Planemosystem handeln. Dies würde manches - darunter auch unseren "fehlenden" Planeten zwischen Mars und Jupiter (für den die Masse aller Asteroiden des Hauptgürtels zusammen genommen bei weitem nicht ausreicht...), wie auch eine so exotische Bahn wie die des hypothetischen Planet-X erklären...

Zur Graviation: Es ist eine völlige Fehleinschätzung, die Graviation als "starke" Kraft zu betrachten, die man locker und leicht "sofort" detektieren könnte und würde. Die Graviationsbeschleunigung eines Planet-X mit Jupitermasse selbst messen zu wollen, würde derzeit bei rund 10AE Abstand mit ca. 7 E-09 g das Auflösungsvermögen selbst unserer empfindlichsten Instrumente strapazieren. Sie wäre damit immer noch etwa 1000-fach schwächer als die des Mondes - und bevor man etwas in diesem Bereich entdeckt, müsste man wohl erst einmal danach suchen...

Im Verlauf einer hypothetischen Passage - wenn es sie denn geben würde - würde sie allerdings auf etwa 1 Zehntel der Mond-Graviation anwachsen... Gezeitenkräfte indes sind bei Abständen über 1 AE vernachlässigbar. Und so lässt die insgesamt kurze Einwirkzeit - abgesehen vielleicht von der relativ nahen Jupiter-Passage - kaum Raum für Katastrophen-Prophetie.

Es blieben mithin lediglich Sekundär-Phänomene wie Störungen in Magnetfeldern, durch Begleiter des Objektes und eine durchaus erwartbare Wechselwirkung mit einigen Asteroiden wie Pallas, Kleopatra, Juno, Ida und Gaspra, die etwas Sorge bereiten könnten. Interessanterweise handelt es sich dabei sämtlich um exotisch geformete größere Asteroiden des Hauptgürtels...

Das Emmerich nun hergeht, und das Szenario zu einem Kassenmagnet im Kino verwurstet, find ich nicht sonderlich kritikwürdig. Im Gegenteil - vielleicht weckt dieses übertriebene Szenario mal das Bewusstsein dafür, wie auf den Kopf gestellt unsere heutige Welt ist. Da glauben doch manche tatsächlich, mit ein bischen Minimal-Forschung zum Vorzugspreis (und dazu oft alleinig im Interesse irgendwelcher Großkonzerne) könnten sie sich absolute Sicherheit gegen sämtliche existenziellen Unbillen "erkaufen".

Diese Sicherheit gibt es nicht. Jeden Moment - wirklich jeden Moment könnte derzeit irgendwo auf der Erde ein Brocken im Bereich von einigen dutzend bis hundert Metern einschlagen und eine verheerende Katastrophe hervorrufen. Jahr für Jahr werden nur einige von vermutlichen einer ganzen Reihe solcher "Near-Misses" erst im Nachhinein überhaupt bemerkt...

Ich würde sagen - einfach 3 Jahre warten und ich denke, dann wissen wir wieder ein Stück mehr. Spätestens ab etwa August 2011 müsste sich der sagenumwobene Planet X ja recht massiv bemerkbar machen, da er dann den Jupiter mit unter 1 AE sehr nahe passieren sollte... Letzeren schau ich mir derzeit übrigens häufiger noch gut an, der er im Moment so schön sichtbar ist ;)...

Author Profile Page Florian Freistetter· 01.11.09 · 13:00 Uhr

@Josh: Du weisst aber schon, WIE genau man z.B. die Bahnen von Raumsonden berechnen muss und welche winzigen Einflüße da alle berücksischtigt werden müssen. Planet X hätte sich da längst bemerkbar gemacht.

"Leider hat dieser ein Problem: Würde unsere Wissenschaft auf 50.000 statt auf wenige 100 Jahre Geschichte zurückblicken (mit den heutigen instrumentellen Möglichkeiten versteht sich...) wären tatsächlich verlässlichere Aussagen möglich."

Falsch. Ich muss nicht seit 50000 Jahren den Himmel beobachtet haben um Aussagen über die Vergangenheit machen zu können.

"Spätestens ab etwa August 2011 müsste sich der sagenumwobene Planet X ja recht massiv bemerkbar machen, da er dann den Jupiter mit unter 1 AE sehr nahe passieren sollte"

Ach, ich finde solche Aussagen eigentlich nur mehr lustig. Zuerst hieß es sowieso, Planet X käme 2003. Dann sollte er 2012 kommen und 2008 zu sehen sein. Dann, als das nicht der Fall war, sollte man in Anfang 2009 sehen. Jetzt sieht man nichts - und alles wurde auf 2011 verschoben ;) Ich bin schon gespannt auf die Ausreden für 2012.

Kommentar-Direktlink Bullet· 01.11.09 · 14:33 Uhr

> Bekanntlich ist das nicht der Fall - mithin stünden wir bei einer hypothetischen Planet-X Passage mit der Periodizität von 3600 Jahren vor genau Einem: Neuland!

und

>Zur Graviation: Es ist eine völlige Fehleinschätzung, die Graviation als "starke" Kraft zu betrachten, die man locker und leicht "sofort" detektieren könnte und würde. Die Graviationsbeschleunigung eines Planet-X mit Jupitermasse selbst messen zu wollen, würde derzeit bei rund 10AE Abstand mit ca. 7 E-09 g das Auflösungsvermögen selbst unserer empfindlichsten Instrumente strapazieren. Sie wäre damit immer noch etwa 1000-fach schwächer als die des Mondes - und bevor man etwas in diesem Bereich entdeckt, müsste man wohl erst einmal danach suchen...

Du weißt aber schon, daß man nicht ein Gravitationsfeld direkt messen muß, um die Wirkungen von Schwerkraft sehen zu können, oder? Der hypothetische Planet X wäre ja, wie ich in einem der anderen Beiträge zu diesem Thema geschrieben hatte, seit dem Verschwinden der Dinos schon etwa 20.000 mal im inneren Sonnensystem gewesen und hätte dort Wirkungen gezeigt. Und DIE wären sehr deutlich.

Kommentar-Direktlink Josch· 03.11.09 · 23:14 Uhr

@ Florian: Klar ist mir dies klar... aber keine NASA der Welt kann Bahnen genauer vorher berechnen als die Sensorik es hergibt. Nach meiner Kenntnis wird daher bei kritischen Manövern heute stets die Dopplervermessung mit entsprechender Nachführung verwendet, weil eine Navigation auf G-Sensorbasis wegen lokaler Schwankungen zu ungenau wäre... Es soll sogar einen Vorschlag für eine "ungeregelte" Sonde geben, damit man die Abweichungen zwischen Theorie und Realität überhaupt mal wieder konkret erfassen kann... Die heute in modernen Systemen verbreitete Regelung macht es nahezu unmöglich, Bahnstöreinflüsse noch übergreifend zu quantisieren...

@Bullet ... klar - wenn es diesen Planet X gibt, gibt es ihn wahrscheinlich schon sehr lange. Das bedeutet u.a. auch: er hat eine kollisionsfreie Bahn - sonst wäre das was Du meinst, schon längst eingetreten - da gebe ich Dir recht. Ich denke auch nicht, dass wir eine Kollision mit dem Teil (und auch sonst nichts...) "fürchten" müssen. Allerdings könnte er nicht wenige der unzähligen Asteroiden sozusagen "durcheinander" bringen..

Gleichwohl wird man so ein Teil irgendwann bemerken - wenn man es nicht schon hat. Unsere Ahnen könnten ja durchaus eine reale Grundlage für ihre Legenden über den "Zerstörer" gehabt haben... Interessanterweise ist 1600 v Chr da gar nicht mal so ein schlechtes Datum - denn da endenten viele seinerzeitige Hochkulturen - und in Mesopotamien tut sich ein knapp 200 Jahre dauernde Lücke in den Aufzeichnungen auf... Für die Passage "davor" - also ca 5200 v Chr liegen leider keine Überlieferungen vor...

Author Profile Page Florian Freistetter· 03.11.09 · 23:23 Uhr

@Josh: Ein Objekt mit den Eigenschaften wie Planet X kann mit ziemlicher Sicherheit keine "kollisionsfreie" Bahn haben. So funktioniert die Himmelsmechanik einfach nicht. Und auch wenn etwas in regelmäßigen Abständen die Asteroiden "durcheinander" bringen würde, dann würden wir das wissen.

Und selbstverständlich würde z.B. die Raumsonde Cassinie, die sich im Saturnsystem befindet die Anwesenheit eines weiteren Planeten bemerken, der sich ebenfalls gerade in dieser Gegend aufhalten muss, wenn er 2012 bei der Erde sein will (und da gehts NICHT um direkte Messungen der Gravitation).

Kommentar-Direktlink Josch· 06.11.09 · 07:59 Uhr

Eine AE ist nur in astronomischem Sinne "in der Gegend"... Casini wäre in der Tat ein guter Kandidat - allerdings ist das Teil vollauf mit der Beobachtung von Jupiter und seinen Monden "beschäftigt"...

Kommentar-Direktlink Josch· 06.11.09 · 23:32 Uhr

...*ähm*... sorry - Saturn...

Kommentar-Direktlink Josch· 06.11.09 · 23:34 Uhr

...*ähm*... sorry - Saturn... und da fällt der Abstand nie unter etliche AE...

Author Profile Page Florian Freistetter· 07.11.09 · 00:34 Uhr

@Josh: Was soll denn das jetzt heißen? Ja, Cassini beobachtet Saturn und seine Monde. Und fliegt dabei hochpräzise Manöver, die durch die Anwesenheit eines unbekannten Himmelskörpers definitiv gestört würden. Das werden sie aber nicht - weil es so einen unbekannten Himmelskörper nicht gibt.

Kommentar-Direktlink Claudihexe· 03.12.09 · 18:08 Uhr

es ist schlimm genug das der Mensch und die Natur für Gewisse Zwecke manipuliert wird, ein Glück geht das nicht mit dem Universum, es kommt wie es kommt und manche Denken sie wissen alles und wären Gott. Ich sage nur Volksverdummung und das Wort "NEIN" bei fragen dient zur Beruhigung um keine Panik auszulösen....Wissenschaft hin und her, wir sind alle nur Lehrlinge und müssen am Ende alle durch die selbe Tür...

Kommentar-Direktlink Tinkerbell· 04.01.10 · 14:11 Uhr

hallo florian, das habe ich heute gelesen--->

Russen wollen Killer-Asteroiden rammen
Moskau (dpa) - Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos regt an, den Asteroiden Apophis zu rammen, um dessen mögliche Kollision mit der Erde in etwa 20 Jahren auszuschließen.
Illustration des Asteroideneinschlags, der vor 65 Millionen Jahren die Dinosaurier ausgerottet haben soll: Um den Menschen eine ähnliche Katastrophe zu ersparen, wollen russische Astronomen jetzt schweres Geschütz auffahren

© dpa

Die internationale Gemeinschaft müsse schnell Wege finden, das Objekt mit einem Durchmesser von rund 300 Metern von einem möglicherweise gefährlichen Kurs abzubringen, sagte Roskosmos-Chef Anatoli Perminow am Mittwoch in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax.

Bisher gehen Experten davon aus, dass Apophis am Freitag, dem 13. April 2029 vergleichsweise nahe an der Erde vorbeifliegt. "Zur Verhinderung einer Katastrophe wird bald ein Treffen von Wissenschaftlern aus Russland, Europa, China und den USA stattfinden", sagte Perminow.

Der Roskosmos-Chef betonte, es gebe "keinen Grund zur Panik". Allerdings müsse die Flugbahn des 2004 entdeckten Asteroiden genau studiert werden. Apophis sei dreimal mächtiger als der Komet, der 1908 mit der Wucht von mehr als 1000 Hiroshima-Atombomben in Sibirien eingeschlagen sei, sagte Perminow.

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"Berechnungen zeigen aber, dass man mit einem speziellen Raumschiff das Objekt von einem gefährlichen Kurs abbringen könnte." Es gehe nicht um die Zerstörung von Apophis mit einem Atomsprengkopf, sondern eher darum, den Asteroiden zu rammen.

was ist deine meinung den dazu ? würde mich sehr interessieren.

lg tinkerbell

Kommentar-Direktlink Tinkerbell· 04.01.10 · 14:38 Uhr

@pat ups....sorry ....aber danke

Kommentar-Direktlink Ludmila· 04.01.10 · 14:58 Uhr

@Josch:

Die heute in modernen Systemen verbreitete Regelung macht es nahezu unmöglich, Bahnstöreinflüsse noch übergreifend zu quantisieren...

Das ist Quatsch. Wir haben hier am 12. Januar an der Uni Köln eine Disputation von nem lieben Kollegen von mir, der genau das macht. Denn diese Bahnstörungen kann man entgegen, was Du hier behauptest, sehr wohl quantifizieren, und damit sogar Wissenschaft machen. Wir haben damit z.B. die Masse des Mondes Phobos gemessen. Wir werden damit hoffentlich demnächst mit Rosetta die Masse und wenn alles gut geht das Trägheitsmoment des Asteroiden Lutetia vermessen. Über die gravitative Anziehungskraft. Such mal in meinem Blog unter Phobos und Masse. Oder lies den Beitrag, wo ich erklärt habe, wie man in einem Gravitationsfeld liest. Schon mal was von GRACE gehört? Oder GOCE? Die machen genau das, was Du hier als unmöglich hinstellst, jeden gottverdammten Tag mit dem Gravitationsfelde der Erde. Bahnstörungen in Komponenten des Erdschwerfeldes zu übersetzen und daraus was über: Klima, Strömungen, Gletscherabnahme etc. pp auszusagen.

Merkst Du was? Wenn wir mit Sonden schon die Massen von so kleinen Körpern auf Prozente genau vermessen und auf der Erde sogar das Heben der Kontinente aufgrund der letzten Eiszeit sehen können, kannst Du nicht behaupten, dass den Kollegen von Cassini so ein dicker Oschi wie ein ganzer gottverdammter Planet entgehen kann.

Denn das, was Du da anführst, die Dopplervermessung (Du hast übrigens Ranging vergessen), ist hier in Köln unser Geschäft. www. radio-science.de

Ja, das ist kompliziert und knifflig. Und genau deswegen bedarf es mehr als gesundes Halbwissen, um da mitreden zu können.

Einen solchen Planeten X, der demnächst auf die Erde treffen könnte, gibt es nicht. Sonst hätten wir - und ich meine damit mich, meine Kollegen, die Kollegen in München, bei der ESA und der NASA - das schon längst gemerkt.

Kommentar-Direktlink Patrick· 22.12.10 · 19:16 Uhr

@ Florian: du kannst kaum soviel ausschliessen, wenn du uns auch nicht mehr Informationen liefern kannst. Wir leben in einer Welt voller lügen, wieso sollten wir der Wissenschaft glauben schenken. Natürlich basiert vieles auf Logik und bestehende Wahrheiten, abgeleitet von geschehenen Ereignissen. Dennoch erfreue ich mich immer wenn jemand so kritisch ist wie Josch..Schliesslich sind wir ein Teil der 98% armen auf dieser Erde und gehören nicht zu der kleinen Bruderschaft namens Elite die unsere Welt kaputt machen. Ich habe meine rosarote Brille abgelegt und komme zu der Erkenntniss, dass so oder so, in spätestens 4-5 Jahren ein Ende eintreffen muss.:) Ende gleich Neuanfang? So oder so sollte man sich doch auf keinen Fall durch Angst diktieren lassen, für was auch? Man sollte mal erkennen wie düster die Zeiten sind auf unserer Erde..dann kann man vielleicht auch einen Weg der Besserung anpeilen und nicht wie die meisten den grossen hinterher rennen die sowieso nur durch Machtbesessenheit getrieben werden.
So oder so beadanke ich mich für die tolle Diskussion, hab mir alles durchgelesen(bis auf wenige Ausnahmen alles verstanden;p).

Ich würde sagen: Egal was kommt..wir müssen umdenken! Wir sind zum grössten Teil nur noch wandelnde Maschinen. Maschinen wissen ihr Leben nicht zu schätzen.:) Seid kooperativ und nicht egoistisch.

Author Profile Page Florian Freistetter· 22.12.10 · 19:21 Uhr

@Patrick: "Wir leben in einer Welt voller lügen, wieso sollten wir der Wissenschaft glauben schenken."

Sollst du auch nicht. Wissenschaft hat den Vorteil, dass man nicht daran glauben muss sondern selbst nachprüfen kann. Also informier dich. Planet X kann es nicht geben: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/09/warum-es-planet-x-nicht-geben-kann.php Das hätten wir schon längst gemerkt

"Man sollte mal erkennen wie düster die Zeiten sind auf unserer Erde."

Echt - das ist was, was ich nie verstehen werde. Woher kommt dieser Pessimismus? Ein objektiver Blick auf die Welt und man sieht: wir sind in so gut wie allen Dingen besser dran als in der Vergangenheit....

"Wir sind zum grössten Teil nur noch wandelnde Maschinen. Maschinen wissen ihr Leben nicht zu schätzen.:)"

Ach ja - und nur du bist keine Maschine und freust dich deswegen auf den nahenden Zusammenbruch und Weltuntergang. Ist klar.

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