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Jörg Friedrich wurde 1965 geboren. Er studierte Meteorologie und Physik an
der Humboldt-Universität Berlin und ist Diplom-Meteorologe. In seiner Diplomarbeit beschäftigte er sich mit der Simulation von Konvektionsstrukturen mit Zellulären Automaten.
Seit 1994 ist er Software-Unternehmer und berät Großunternehmen bei Sourcing-Projekten.
Seit dem Frühsommer 2009 ist er nach einem Philosophie-Studium an der FernUni Hagen Master of Arts in Philosophie. Er schrieb seine Masterarbeit über die Existenz theoretischer Entitäten in den Wissenschaften.
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09.08.10 · 12:06 Uhr
Sommerloch: Eine Blogger-Diskussion
Kategorie: Politik · Kommentare: 4
Was bei ScienceBlogs leider viel zu selten passiert, hatten wir vor einem knappen Jahr: Eine "über vier Runden" geführte - kritische aber konstruktive - Diskussion zwischen zwei Bloggern.
Angefangen hat es mit Ali Arbias Frage nach der Zukunft der Nationalstaaten, auf die ich eine lange Antwort schrieb, die Ali wiederum zu einem Artikel herausforderte. Auch diesen lies ich nicht unbeantwortet, schließlich ging es um Nation und Identität. Wenn man die ganzen Kommentare auf beiden Seiten noch mitliest, das war schon eine spannende Diskussion. Sollte man unbedingt mal wiederholen.
Autor: Jörg Friedrich· 4 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (4)
Hab mal nen Blick drauf geworfen, Sätze wie diese deuten nicht direkt auf eine besondere Werthaltigkeit der seinerzeitigen Debatte hin:
"Es scheint mir ein gutes Beispiel zu sein wo es sich lohnt, den politischen Diskurs von der akademischen Literatur zu unterscheiden und das Problem analytisch statt aus dem Bauch heraus anzugehen."
Es gibt heutzutage Nationalisten, die oft ausgegrenzt werden, deren Meinung nicht mehr debattenfähig scheint, und viele meinungsstarke Internationalisten, die auf internationale Institutionen vertrauen, die UN, die EU, die NATO, den IWF etc.
Angeraten scheint, wie meistens, eine verständige Mittelposition. Strukturen müssen konkurrieren, kompetitiv sein. Und natürlich auch ein wenig demokratisch legitimiert.
MFG
Wb
eine Interessante Debatte..
Für wahr..
Nur sehe ich das mal aus verschiedenen Blickwinkel/respektive Identitäten..
Einerseits bin ich Europäer..
Anderseits bin ich aber Brandenburger/respektive Fläminger..
Mein "Deutsch sein" existiert nur aus der Tatsache heraus, dass sich mein Bundesland dem Hoheitsgebiets des GG unterordente.
Sollte sich das mal ändern, könnte ich damit genauso Leben
Sprachlich bewege ich mich eh zwischen Deutsch und Niederländisch, und die 850 jährige Siedelungsgeschichte meiner Region, liegt mir ebenso näher, als die knapp 140 Jahre "Deutschland" (1871 entstand erst Deutschland).
Ich wohne in einem Haus, das älter als die Identität Deutschland ist..
Muss man da mehr sagen?
Was verbindet mich bitte mit einem Bayern?
Als Fläminger sind mir die Flamen und Niederländer näher..sehr viel näher..
Woran man sich hier oft ein wenig stört ist der Begriff des Nationalstaats, Nationen (Völker) gelten als ein wenig unzeitgemäß, jedenfalls wenn Einwanderung gegeben ist, die nationenverändernd scheint.
Man kann dieses Argument, das gerne als Gegenargument gegen Großstrukturen wie den Nationalstaat genutzt wird, wegwischen, wenn man, wie es auch geschieht, Staaten als multiethnisch abhandelt und sich auf deren Verfassung, Rechtswesen und andere Systeme konzentriert. Niemand wird etwas gegen gut laufende multiethnische Nationalstaaten ("Nationalstaaten") haben können. Es sei denn dieser Niemand ist Zentralist (und vermutlich auch Sozialist (dieser oder jener Güteklasse)).
Nationen (oder "Nationen") stehen bald für Wertesysteme und nur sehr nachrangig für Völkisches. - Was aber nicht heißen soll, dass eine selektive Steuerung der Zuwanderung verdammenswert wäre.
HTH
Wb
PS: Belgien ist in diesem Kontext schwer einzuordnen, im Norden will man wohl nicht Zahlemann sein, gell?
nun gut, Robert Skidelsky hatte das ganze mal in einem Kommentar als "Fiktionale Souveränitäten" bezeichnet..
http://www.project-syndicate.org/commentary/skidelsky20/German
und damit Kurz zusammen gefasst:
"Mikrostaaten können nie klein genug sein, um den exaltierten Ansprüchen auf kulturelle Integrität ihrer Befürworter zu genügen. Die Entwirrung multi-nationaler Staaten ist der falsche Weg. Der Weg nach vorne liegt in demokratischen Formen des Föderalismus, die genügend zentrale Macht aufrechterhalten, um den Zwecken der Staatlichkeit zu genügen und gleichzeitig lokale und regionale Kulturen respektieren. "
Da mag was dran sein, und kann der Argumentation schon Folgen..
Aber dennoch finde ich es als Fläminger, ähnlich wohl auch den Sorben/Wenden, schon suspekt, wenn bei Deutschland immer so getan wird, dass Deutschland ein monolithischer Block ist..
War er aber nie, und wird er auch nie..
Ist ja nicht mal bei den Bundesländern gegeben, und wie man dann darauf kommt, dass es dann bei der Föderalregierung so ist, erschließt sich noch weniger..
PS:
Flamen und Wallonen ist eine neverending Story..
Das geht schon seid der Staatsgründung 1830 so..
Sprachenstreit ist aber Teil der Dynamik dieses Landes..
Es auf die einfache Formel "Flamen wollen nicht für Wallonen zahlen" ist dafür zu Platt, um dieses Komplexe Konstrukt, dass sich belgien nennt, zu bringen..
Wobei mir manche Debatten bekannt vor kommen.
Ist bei Geber/Nehmerländern debatten in Deutschland auch stellenweise so, nur eben in Niederländisch/Französisch..