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Welche Themen werden derzeit in der Medizin- und Energietechnik, der Automation oder Informationstechnik diskutiert? Welche Innovationen bietet die Nano- und Mikroelektronik der Zukunft?
Beim VDE-Kongress 2008 stellen internationale Experten die aktuellsten Technologie-Trends vor. ScienceBlogs berichtet vom 3.-5.11.2008 live vom Kongress in München.
Letzte Einträge
- "Bildung ist das Öl der Zukunft": Abschlussvortrag von Wolfgang A. Herrmann1 Kommentar· 06.11.08
- Wo wir sparen können: Energieversorgung, Beleuchtung und Elektromobilität0 Kommentare· 05.11.08
- Pionierleistungen und Ehrenringe0 Kommentare· 05.11.08
- Telemonitoring: Kommunikation ist alles!0 Kommentare· 04.11.08
- Lieber MacGyver als Feuchtgebiete: Die YoungNet-Sprecherin Janette Kothe0 Kommentare· 04.11.08
Kommentare
- Horst Henn · 14.11.08 · 11:31 Uhr "Bildung ist das Öl der Zukunft": Abschlussvortrag von Wolfgang A. Herrmann
- Fabian · 03.11.08 · 18:43 Uhr eStudent-Day des VDE: Ein Besuch beim Nachwuchs
- Martin · 03.11.08 · 10:06 Uhr Die Zukunft der Mobilkommunikation: Neue Standards, mehr Leistung
Archiv
06. November 2008
"Bildung ist das Öl der Zukunft": Abschlussvortrag von Wolfgang A. Herrmann
Kategorie: Politik · Kommentare: 1
Bescheidenheit ist seine Sache nicht. Der Präsident der TU München, Prof. Wolfgang A. Herrmann, plädierte in seinem Abschlussvortrag für unternehmerisch denkende Hochschulen, sowie für mehr Wettbewerb und Investitionen im Bildungs- und Hochschulbereich.
Wer den TU-Präsidenten kennt, der durfte von dessen Vortrag kaum überrascht gewesen sein: Herrmann skizzierte seine Vision einer Hochschullandschaft, die von Leuchttürmen und Exzellenzclustern geprägt ist und den Leistungswilligen herausragende Studien- und Forschungsbedingungen bietet. Dass seine Universität, deren Entwicklung der gelernte Chemiker seit 1995 prägt, zu den wenigen exzellenten Vorzeigeuniversitäten hierzulande gehört, daran ließ er keinen Zweifel.
Herrmann begann, das ist in diesen Tagen wohl unvermeidlich, mit einem Seitenhieb auf die Krise des Finanzsektors, die - so seine Hoffnung - klargemacht habe, dass nicht die Finanzwirtschaft, sondern die Realwirtschaft die Werte für unseren Wohlstand schaffe. Und im Bezug auf den Standort Deutschland vermerkte er:
"Das einzige, was unserer Gesellschaft bleibt, ist eine gute Bildung."
Man mag solche Statements begähnen, weil sie möglicherweise nicht mehr als ein wohlfeiler Allgemeinplatz sind. Andererseits: wer würde anderes behaupten wollen?
Drahtseilakt: Stolz, Kritik und Häme
In seiner rund 40 Minuten dauernden Präsentation sparte Herrmann nicht mit manchmal subtiler, manchmal provokanter Kritik an der - so jedenfalls ganz offensichtlich seine Wahrnehmung - zu behäbigen und starren deutschen Wissenschaftslandschaft. Dabei fielen bisweilen nette Bonmots ab, wie die Bemerkung: "Der internationale Wissenschaftswettbewerb läuft schneller, als man in deutschen Amtsstuben denken kann."
"Der internationale Wissenschaftswettbewerb läuft schneller, als man in deutschen Amtsstuben denken kann."
Herrmann kann sich solche Statements erlauben, denn der Erfolg der TU München gibt ihm Recht. Seine Uni wurde nicht nur in der ersten Runde mit dem Exzellenzetikett versehen, sondern ist tatsächlich in den internationalen Rankings eine der wenigen deutschen Hochschulen, die überhaupt international konkurrieren können.
Autor: Marc Scheloske· 06.11.08 · 08:15 Uhr· 1 Kommentar
05. November 2008
Wo wir sparen können: Energieversorgung, Beleuchtung und Elektromobilität
ScienceBlogs: Eine aktuelle Studie kommt zum Ergebnis, dass bis zum Jahr 2025 der Stromverbrauch in Deutschland um 40% gesenkt werden könnte, falls alle vorhandenen Technologiepotenziale genutzt werden. In welchen Bereichen bestehen aktuell die größten Einsparmöglichkeiten?
Ich kenne nicht die konkreten Ergebnisse der Studie die Sie zitieren, so dass ich das sehr hohe Ziel nicht direkt kommentieren, sondern die Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung eher als sehr gering einschätze.
Besonders in der Beleuchtungstechnik bestehen deutliche Einsparpotenziale.Besonders im industriellen Sektor (speziell der Antriebe) sowie in der Beleuchtungstechnik und der „weißen Ware" bestehen deutliche Einsparpotenziale im Stromverbrauch. Diese Potenziale sind systematisch zu nutzen, um den Verbrauch in diesen Bereichen deutlich zu senken. Es zeigt sich auch, dass durch verbrauchsnahe Stromerzeugung weiterhin die Netzverluste gesenkt werden können; diese Einsparpotenziale sind jedoch sehr gering.
Generell ist es falsch, den Fokus besonders auf die Reduktion des Stromverbrauchs zu richten. Wir erwarten eher (besonders aus ökologischen Gründen) einen Anstieg des Stromverbrauchs - dafür aber einhergehend mit einer überproportionalen Reduktion des GESAMTENERGIEVERBRAUCHS (siehe Ihre Frage 2). Es wird sich zeigen, dass der Einsatz von Wärmepumpen, dezentraler Kraft-Wärme-Kopplung und der Elektromobilität den Stromverbrauch ansteigen lässt, da Strom andere Energieträger (Gas, Öl) verdrängt. Aufgrund der z.T. deutlich höheren Effizienz des Energieträgers Strom, z.B. bei Elektrofahrzeugen, ist dieses Szenario ökologisch sinnvoller.
Autor: Marc Scheloske· 05.11.08 · 10:45 Uhr· 0 Kommentare
Pionierleistungen und Ehrenringe
Kategorie: Politik
Im Unterschied zu vielen anderen Wissenschaftlern, denen wenig anderes übrig bleibt, als ihren Ehrgeiz auf die Entwicklung und Verfeinerung von Theorien oder das Schreiben des nächsten Buches zu konzentrieren, genießen Ingenieurwissenschaftler den Vorteil, dass ihre Arbeit (zumindest im Idealfall) in konkrete, vielleicht sogar handgreifliche Produkte mündet. Drei Ingenieure, die auf eine hocherfolgreiche akademisch-technische Karriere zurückblicken können, wurden am gestrigen Abend mit dem VDE-Ehrenring des Jahres 2008 ausgezeichnet.
Der Kaisersaal der Münchner Residenz war Schauplatz der "innovation@night" und als Prof. Dr. Gerhard M. Sessler auf die Bühne gerufen wurde, konnte das Stimmengemurmel der rund 800 Gäste nur durch eine Erfindung übertönt werden, die just dieser Gerhard Sessler vor über 40 Jahren gemacht hatte. Der Namen Sesslers, international anerkannter Experte auf dem Gebiet der technischen Akustik und der Erforschung elektroaktiver Materialien, ist nämlich mit der Entwicklung des Elektretmikrofons verbunden, das heute in jedem handelsüblichen Handy und auch im Saalmikrofon zu finden ist.
Bereits 1999 wurde Sessler als einziger lebender Deutsche in die National Inventors Hall of Fame der USA aufgenommen. Gestern erhielt er nun den VDE-Ehrenring aus den Händen von VDE-Präsident Nossek.

Autor: Marc Scheloske· 05.11.08 · 09:40 Uhr· 0 Kommentare
04. November 2008
Telemonitoring: Kommunikation ist alles!
Kategorie: Medizin
"Es geht hier nicht um Profitoptimierung oder Wertschöpfungsketten." Komischer Satz für einen Kongress bei dem es, das darf man unterstellen, eigentlich haargenau darum gehen dürfte. Nicht aber hier: In Saal 3 tagen die Medizintechniker. "Hier geht es um Patienten," beendet der Redner Prof. Dr. Harald Korb seinen Satz.
Mit Vorsatz, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern, baute Harald Korb ein telemedizinisches Netzwerk auf. Am Beispiel von Herzinsuffizienzerkrankten sieht das so aus: Medizinisch relevante Werte werden täglich gemessen und automatisch an ein telemedizinisches Zentrum weitergeleitet. EKG-Werte etwa könnten bereits mit einer visitenkartengroßen Chipkarte gemessen werden, die der Patient um den Hals trägt. Die Daten werden statistisch ausgewertet und bei gefährlichen Abweichungen werden Arzt und Patient informiert und stimmen sich über weiteres Vorgehen ab.
Autor: Jessica Riccò· 04.11.08 · 16:15 Uhr· 0 Kommentare
Lieber MacGyver als Feuchtgebiete: Die YoungNet-Sprecherin Janette Kothe
Kategorie: Technik
"Ingenieure sind zu oft die stillen Helden, die müssten sich viel besser verkaufen," findet Janette Kothe. Sie selbst hat die Sache mit der Imagepflege schon perfektioniert. Mit ihrem aufmerksamen Blick und ihrer klaren wie schlagfertigen Sprache könnte sie ebenso gut eine aufstrebende Regisseurin oder Deutschlands jüngste Galeristin sein - ist sie aber nicht. Janette studiert Mechatronik im siebten Semester.
Sie weiß, wie sie sich verkauft und auch ziemlich genau, was sie will. "Ich glaube, ich kann mir den Luxus erlauben und durchaus auch ein paar Ansprüche an meinen Arbeitgeber stellen," antwortete die 23-jährige Studentin gestern bei der Eröffnungsfeier des VDE-Kongresses auf die Frage, wie sie ihre Berufseinstiegschancen einschätzt, als sie das YoungNet vorstellte. Im YoungNet, der Studentengruppe des VDE, engagiert sich Janette seit dem ersten Semester, ebenso wie momentan etwa 8.000 weitere Studenten in Deutschland. Mittlerweile ist sie Vorsitzende und erste Sprecherin des Netzwerks.
Autor: Jessica Riccò· 04.11.08 · 14:00 Uhr· 0 Kommentare
Kaufanreize, Wirtschaftlichkeit und das Verhalten der Endverbraucher: Energieeffizienz und Einsparpotentiale
Kategorie: Umwelt
War es wirklich Al Gore mit seinem Film "Eine unbequeme Wahrheit", der das Thema der Energieeffizienz und CO2-Einsparung erfolgreich auf der politischen Agenda verankert hat? Oder ist die Klimaerwärmung, deren anthropogenen Anteil kein ernsthafter Wissenschaftler bestreitet, so selbstevident, dass uns gar nichts anderes übrig bleibt, als über Einsparpotentiale und Emmissionsschutz zu reden?
Egal: eines der Hauptthemen des VDE-Kongresses 2008 bilden Fragen nach der Energieerzeugung der Zukunft, den Möglichkeiten den Wirkungsgrad von Kraftwerken zu erhöhen und den Chancen durch Innovationen elektrische Energie einzusparen.

Am heutigen vormittag steht eine Podiumsdiskussion auf dem Programm, die quasi den Startschuß für die Fachtagung der ETG (Energietechnische Gesellschaft) gibt.
Mehr Energie und dennoch Strom sparen
Einführend wird nochmal auf die jüngsten Studien verwiesen, die klar zeigen, dass binnen 20 Jahren eine Einsparung von rund 20% möglich und notwendig sei - dies wohlgemerkt absolut. Denn das Energievolumen, das durch elektrische Energie bereitgestellt wird, wird weiter zunehmen.
Den Start der Podiumsdiskussion macht Matthias Neubronner von E.on, der davor warnt den Kraftwerkspark veralten zu lassen. Neue Kraftwerke hätten Wirkungsgrade, die weit über diejenigen alter Kraftwerke hinausgingen, egal ob es um Kohle- oder andere Anlagen gehe, stellt er klar. Insofern sei des Signal aus Hessen von gestern erfreulich, möglicherweise würde es nun zumindest doch ein weiteres modernes Kohlekraftwerk geben, dessen Planung unter einer Ypsilanti-Regierung eingestellt würde.
Joachim Schneider von ABB weist darauf hin, dass die Verbraucherseite nicht vergessen werden dürfe, denn die Einsparpotentiale lägen genau dort. Und Peter Blenkers von der Verbraucherzentrale NRW fügt hinzu: "Einsparpotenzial liegt natürlich beim Endverbraucher und allein rund 1/3 des Verbrauchs liegt bei den Aufwendungen für Raumwärme und Warmwasser."
Bernd Ponick: "Der Schlüssel für wirkliche Energieeffizienz liegt immmer im Gesamtsystem."
Wenig Einwände auf diese Feststellung, wobei Prof. Bernd Ponick von der Uni Hannover darauf verweist: "Der Schlüssel für wirkliche Energieeffizienz liegt immmer im Gesamtsystem." Am Ende gehe es freilich darum die Wirtschaftlichkeit von energieeffizienten Lösungen zu erhöhen. Eine Stellschraube seien natürlich die Energiepreise, wobei das nur kurzfristig funktionieren könne und die internationale Wettbewerbsfähigkeit hemme.
Autor: Marc Scheloske· 04.11.08 · 12:30 Uhr· 0 Kommentare
Schöne neue Welt des Web 3.0: Das Internet der Dienste und Dinge
Kategorie: Technik
Wir orientieren uns dank Navigationssystem und GPS in fremden Städten, wir rufen unterwegs per iPhone den aktuellen Stand der Auszählungen der US-Präsidentschaftswahlen ab - das alles ist längst Alltag geworden. Doch wie wird sich das Internet in 10 oder 15 Jahren darstellen? Wie sieht die Integration intelligenter Softwaresysteme in den Wirtschafts- und Dienstleistungssektor aus? Was ist das Web 3.0?

Mit einem überaus inspirierenden Vortrag startet Prof. Dr. Wolfgang Wahlster den zweiten Kongresstag im Münchner Messezentrum. Der technisch-wissenschaftliche Leiter des Deutschen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz präsentierte die atemberaubenden Möglichkeiten, die eine umfassende Vernetzung von Waren, Dienstleistungen und (horrible dictu) Menschen bieten wird.
Wir leben längst in einer Post-PC-Ära.
Wahlster stellte zunächst fest: wir leben längst in einer Post-PC-Ära. Die Zeiten, in denen wir klobige mausgraue Kästen auf dem Schreibtisch stehen hatten sind längst vorbei, jeder von uns ist von vielen Computern (=Mikrochips) umgeben.
Das Internet der Zukunft verbindet Waren, Dienstleistungen und Menschen
Doch die Zukunft wird - daran ließ Wahlster keinen Zweifel - weit darüber hinausgehen: vernetzte Systeme werden uns tatsächlich auf Schritt und Tritt begleiten. Das beginnt mit Funksensoren, die in Alltagsprodukte integriert sind (von der Verpackung, dem Brief bis zu Lebensmitteln und Obst, in dem Sensoren eingebaut sind.)
Vernetzte Systeme werden uns tatsächlich auf Schritt und Tritt begleiten.
Das klingt zunächst eher etwas befremdlich, aber durch biokompatible Chips, die implantiert und auch verspeist werden können, wird im Supermarktregal der Zukunft Gemüse und Obst liegen, das sich selbsttätig meldet, wenn es reif ist.
Digitales Produktgedächtnis
Es geht um ein "Digitales Produktgedächtnis", das mehr leistet als die heutigen RFID-Chips. Es sind - so Wahlster - Lebensmittel denkbar, die mit Temperatur-, Luftdruck- oder Feuchtigkeitssenoren ausgestattet sind. Auf dieser Grundlage wird es möglich sein, die Produktdaten auszulesen und festzustellen, ob die Kühlkette unterbrochen wurde, wie die Lagerbedingungen waren und ähnliches.
Autor: Marc Scheloske· 04.11.08 · 10:45 Uhr· 0 Kommentare
Innovationsanreize und Stärkung des Mittelstands - Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil skizziert seine Agenda
Kategorie: Politik
Es war eine seiner ersten Amtshandlungen überhaupt und er meisterte sie besser, als manche Beobachter im Vorfeld gedacht hatten. Der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil skizzierte bei seinem Grußwort an die Teilnehmer des VDE-Kongresses 2008 die Eckdaten seiner politischen Agenda.
Wer freilich vom ersten FDP-Minister, der im Freistaat Bayern dieses Amt bekleidet, quasi-revolutionäre Statements erwartet hatte, der wurde enttäuscht. Es waren altbekannte wirtschafts-liberale Positionen, die Martin Zeil verkündete - wobei er, das muss vermerkt werden, betonte, dass die marktwirtschaftliche Komponente durch eine sozialstaatliche Komponente ausbalanciert werden müsse. Und er berief sich auf einen großen Vorgänger im Amt des bayerischen Wirtschaftsminister: Ludwig Erhard.
In den Fußstapfen von Ludwig Erhard
Das sind große Fußstapfen, in die Martin Zeil da tritt - aber zumindest an diesem Abend konnte er sich recht gut aus der Affäre ziehen. Die Nachwuchsförderung im Gebiet der Technik- und Zukunftswissenschaften sei ihm ein Anliegen und ihm gehe es darum, die "Unternehmerischen Freiheiten zu fördern und vor allem die mittelständischen Unternehmen zu stärken."

Daneben lege er großen Wert darauf, dass gerade im Flächenstaat Bayern "gleichwertige Lebensbedingungen in allen Landesteilen, gerade auch im ländlichen Raum" hergestellt seien. Wozu zweifelsfrei auch die Möglichkeiten zur schulischen Bildung zählen.
Das Land kann es sich schlicht nicht leisten, Talente zu verschwenden!
Von übergeordneter Wichtigkeit seien Investitionen in die ganze Bildungskette: vorschulischer Bildung, Schulbildung, duale Ausbildungssystem bis zur universitären Ausbildung - dies alles soll, so Zeils Wunsch, auf höchstem Niveau fortgeführt werden.
"Das Land kann es sich schlicht nicht leisten, Talente zu verschwenden!" - Mit diesem Statement riskierte Zeil keinen Widerspruch.
Was gab es noch? Zwei Aussagen: zunächst kündigte Zeil an, insbesonders für den Mittelstand besondere Inovationsanreize zu schaffen, dies eventuell über Innovationsgutscheine. Und eine weitere Aussage dürfte bei vielen Zuhörern für zwiespältige Gefühle gesorgt haben: wenn es nach Zeil geht, führt an der Nutzung der Kernenergie als Energieträger kein Weg vorbei.
Autor: Marc Scheloske· 04.11.08 · 08:30 Uhr· 0 Kommentare
Annette Schavan: "Wir sind interessiert an Talenten!"
Kategorie: Politik
Sie war am Nachmittag aus Stuttgart angereist und gestand zu Beginn ihrer Rede unumwunden ein, dass man für den VDE-Technologiegipfel wohl keinen besseren Ort als München habe finden können. Sie weiß eben, wie man sich Sympathien erobert. Kein Wunder bei einer Politikerin, die schon so lange im Geschäft ist, wie Annette Schavan.
Wobei die Bundesforschungs- und Bildungsministerin zugleich einschränkend hinzufügte, dass beide Zentren - München und der mittlere Neckarraum um Stuttgart - eine Motorenrolle wahrnehmen, was Innovationen und Wirtschaftskraft angeht.

Bei ihren weiteren Ausführungen entfernte sich Annette Schavan dann aber sehr schnell von den Vorzeigeregionen im Süden Deutschlands und richtete den Blick über die landesgrenzen nach Europa und in die Welt. Denn, so Schavan:
"Egal wo wir über Zukunft nachdenken, wir müssen einsehen, dass wir Teil eines internationalen Zusammenhangs sind."
Und wenn wir über Zukunft nachdenken, daran beließ sie nicht den Hauch eines Zweifels, dann ist es die nächste Generation, die diese Zukunft gestalten wird. Heute gelte es die Weichen auszurichten oder wenigstens die Lok auf die (richtigen!) Schienen zu setzen.
Drei "I": Investionen, Innovationen, Internationalisierung
Annette Schavan: "Wie bringen wir alle Akteure, die im Innovationsprozeß beteiligt sind, zusammen? Wie wird Deutschland eine internationale Talentschmiede?"
Für Schavan stellen sich, das machte sie in ihrer knapp halbstündigen Rede unmißverständlich klar, folgende Fragen: "Wie gelingt es uns in den entscheidenden Bereichen zukünftig wettbewerbsfähig zu sein und zugleich unsere Stärken auszubauen?"
Für sie ist die Elektro- und Informationstechnik ein Feld von ganz entscheidender Bedeutung, wobei hier Antworten notwendig seien auf die Fragen nach: Investionen, Innovationen, Internationalisierung.
Autor: Marc Scheloske· 04.11.08 · 06:25 Uhr· 0 Kommentare
VDE-Kongresseröffnung: Mehr junge Frauen für die Ingenieurswissenschaften begeistern
Kategorie: Politik
Der VDE-Kongress 2008 ist nun auch offiziell eröffnet. Im sehr gut besetzten großen Saal des Münchner ICM ergriff zunächst VDE-Präsident Josef A. Nossek das Wort.
Er strich in seiner kurzen Ansprache heraus, dass sich die deutsche Elektro- und Informationstechnik auch international nicht verstecken müsse. Im Gegenteil: mit den rund 80.000 Beschäftigten in der Bereichen Forschung und Entwicklung und dem Investionsvolumen von aktuell 11 Milliarden Euro, sei man international absolut konkurrenzfähig.

Internationale Führungsposition
Wichtigste Innovationstreiber seien die Energietechnik sowie die Mikro- und Nanotechnik. Die größten Chancen stellten sich in den Bereichen Energieeffizienz, Ambient Assisted Living und Automotive dar, so Nossek weiter.
"Wir müssen mehr junge Frauen für die MINT-Berufe begeistern!"
Abschließend verwies Nossek, der sich besonders freute, dass der VDE-Kongress dieses in seiner Wahlheimat München stattfindet, nochmals auf den Fachkräftemängel, der die gesamte Ingenieursbranche betreffe - und er betonte in Anwesenheit der Bundesbildungsministerin Annette Schavan, dass die Anstrengungen, junge Frauen für die so genannten MINT-Berufe (Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften und Technik) zu begeistern, noch intensiviert werden müssten. Ein Appell, der beim Publikum zustimmenden Applaus fand. Bereits am vormittag wurden bei der Pressekonferenz die Nachwuchssorgen und die Bemühungen um exzellent ausgebildete Fachkräfte thematisiert.
Autor: Marc Scheloske· 04.11.08 · 06:20 Uhr· 0 Kommentare
03. November 2008
eStudent-Day des VDE: Ein Besuch beim Nachwuchs
Kategorie: Technik · Kommentare: 1
Es ist schon paradox: Im Vergleich zu Juristen oder BWL-Studenten haben Ingenieure den Ruf, gesellschaftlich wenig Anerkennung für ein anstrengendes Studium zu bekommen. Andererseits finden vier von fünf Absolventen einer Ingenieurswissenschaft durchschnittlich nach weniger als zehn Bewerbungen einen Job - und brauchen dafür nicht mehr als drei Bewerbungsgespräche. Eigentlich steht es bestens um die Karrierechancen der "Young Professionals". Dennoch entscheiden sich mit durchschnittlich 9.000 Studienbeginnern jährlich wenige junge Leute für Ingenieurswissenschaften - zu wenige, wenn es nach Prof. Dr. Josef Nossek, Präsident des VDE und Inhaber des Lehrstuhls für Netzwerktheorie und Signalverarbeitung an der TU München geht.
"Der Wettlauf um die besten Experten wird immer härter," erklärt Prof. Nossek. "In den nächsten Jahren gehen 10.000 Ingenieure in Rente. Zugleich steigt der Bedarf an fähigen Ingenieuren, da wir mit immer komplexeren Prozessen arbeiten." Die naheliegende Lösung des Problems im Allgemeinen: Der Nachwuchs muss gefördert werden. Und im Besonderen: Die Mädchen. Mit durchschnittlichen vier Prozent sind Frauen in Ingenieursberufen nämlich stark unterrepräsentiert. "Wir müssen den jungen Leuten klar machen, dass diese Berufe nicht einfach nur einen sicheren Arbeitsplatz versprechen," meint Prof. Nossek, "sondern dass es auch faszinierend und spannend ist, in der technischen Forschung zu arbeiten!"
Autor: Jessica Riccò· 03.11.08 · 18:00 Uhr· 1 Kommentar
Bildungsoffensive gefragt: Mehr Nachwuchs für die Ingenieurwissenschaften
Kategorie: Politik
Als am heutigen Mittag die Pressekonferenz anlässlich des VDE-Technologiegipfels stattfand, stand ein Thema wiederholt im Mittelpunkt: der Fachkräftemangel. Die Nachwuchssorgen, die die gesamte Branche der Elektro-, Mikroelektronik-, Medizin- oder Automatisierungstechnik plagen, nehmen stetig zu.
Verbandspräsident Josef A. Nossek führte in seinem einführenden Statement aus, dass die Karrierechancen für Ingenieure glänzend seien. Besonders Elektroingenieure würden händeringend gesucht. Aber auch die Perspektive für andere Felder des Ingenieurwesens seien sehr gut, so Nossek. Auf Nachfrage erklärte der VDE-Präsident, dass derzeit jährlich rund 10.000 Fachkräfte aus Altersgründen ausscheiden - allein um diesen Bedarf mit Nachwuchskräften zu decken, stosse man schon an Grenzen.
Beste Berufsaussichten nicht nur für Elektroingenieure
In den kommenden Jahren seien - so die Aussage - jährlich mehr als 10.000 Nachwuchsingenieure gefragt. Irritiert zeigte sich Nossek darüber, dass bei Umfragen regelmäßig die Berufsperspektiven von Juristen oder BWLern als rosiger eingestuft würden - hier müsse man seitens des VDE weiter Aufklärungsarbeit leisten.
Autor: Marc Scheloske· 03.11.08 · 16:15 Uhr· 0 Kommentare
Die Zukunft der Mobilkommunikation: Neue Standards, mehr Leistung
Kategorie: Technik · Kommentare: 1
ScienceBlogs: Die Internetnutzung über WLAN oder UMTS ist bereits heute Alltag. Was kommt nach diesen Technologien und welche zusätzlichen Optionen für die mobile Kommunikation werden dadurch mittelfristig möglich?
Joachim Speidel: Die Tagung befasst sich sowohl mit der Mobilkommunikation als auch der Festnetzkommunikation. Beides besitzt große Bedeutung. Ein Ausbau bei den Mobilnetzen erfordert auch den Ausbau der Festnetze mit photonischen Technologien, da die mobilen Endgeräte nicht direkt miteinander kommunizieren, sondern über Basisstationen, die über Glasfasern verbunden sind.
WLAN ist ein Funkstandard, der sich laufend in Richtung höherer Bitraten weiterentwickelt. Anwendungsbereich ist im Gebäude, d.h. die Reichweiten liegen typisch bei ca. 100m.
Neue Standards wie etwa WIMAX werden die Beschränklungen von WLAN aufheben.
Neue Verfahren wie WIMAX und deren Weiterentwicklung zielen auf noch höhere Bitraten und größere Reichweiten, so dass auch Anwendungen in einer größeren Fläche, auch außerhalb von Gebäuden, möglich werden. Damit lassen sich Gebiete erschließen, die nicht über DSL versorgt sind, da die Bitraten vergleichbar mit denen von DSL sind (digital divide, siehe unten).
Eine weitere Zielrichtung der Entwicklung ist, diese Systeme für mobile Teilnehmer geeignet zu machen. Sie treten dann in den direkten Wettbewerb mit den Mobilfunknetzen UMTS und deren Weiterentwicklungen.
Autor: Marc Scheloske· 03.11.08 · 08:30 Uhr· 1 Kommentar
01. November 2008
"Wir haben die Auswirkungen der Mikroelektronik auf Volkswirtschaften unterschätzt"
Kategorie: Technik
Mikroelektronik und Nanotechnologien sind heutzutage kaum noch aus unserem Alltag wegzudenken: In Computern, Handys, DVD-Playern und medizinischen Geräten sitzen die winzig kleinen Schaltungen. Gerd Teepe ist Direktor des Dresden Design Centers von AMD und wird am kommenden Mittwoch die Perspektiven und Ausblicke der Mikroelektronik in Deutschland beim Kongress des VDE diskutieren.
Autor: Jessica Riccò· 01.11.08 · 09:00 Uhr· 0 Kommentare
31. Oktober 2008
Innovationen - Märkte - Nachwuchs: Vielfältiges Programm beim VDE-Kongress 2008
Kategorie: Technik
Es ist wieder einmal ein Mammutprogramm, das die Teilnehmer des VDE-Kongresses 2008 erwartet: vom 3.-5. November sind über 150 Fachvorträge, Diskussionsrunden und Workshopsitzungen geplant. Rund 2.000 Experten aus der Elektro- und IT-Branche werden zur dreitägigen Veranstaltung in München erwartet, die sich natürlich wieder mit den neuesten technologischen Trends beschäftigen wird.
Bevor Bundesbildungs- und Forschungs- ministerin Annette Schavan und VDE-Präsident Josef A. Nossek am Montagabend den offiziellen Startschuß für den VDE-Technologiegipfel geben, kommt bereits der Nachwuchs zu seinem Recht: ab 9.30 Uhr findet im Internationalen Congress Center (ICM) bereits der e-studentday statt. Joachim Bublath wird frühmorgens das Schüler- und Nachwuchsforum eröffnen, das interessante Veranstaltungen zu Themen wie dem Energiemix der Zukunft, Neuerungen in Mechatronik und Robotik oder den Potentialen von Social Networks bereithält.
Spannendes Tagungs- und Workshop-Programm
Der Dienstag steht dann ganz im Zeichen der fünf Fachtagungen zur Informations-, Energie-, Medizin-, Automatisierungstechnik sowie Mikroelektronik und Mikrotechnik. Ein Themenschwerpunkt wird dabei auch die Frage nach den Chancen des Wirtschaftsstandorts Deutschland und Europa sein. Der frisch ins Amt beförderte Bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil, der am Montag ein Grußwort spricht, wird möglicherweise selbst gespannt zuhören, wenn es um die High-Tech-Strategie der Bundesregierung oder die Innovationsagenda der Europäischen Kommission geht.
Neben den (Fach-)Vorträgen von Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik finden auch zahlreiche Workshops und eine Karrieremesse statt. Außerdem bietet der Kongress ein Schülerforum, das aus über 1.500 Bewerbungen zu einem "Ausgewählten Ort" der Standortinitiative "Deutschland - Land der Ideen" gewählt wurde.
ScienceBlogs wird die drei Kongresstage begleiten und von den spannendsten Vorträgen, Panels und Workshops live berichten. Und selbstverständlich kommen auch Seitenblicke nicht zu kurz: die Innovation@Night, die im Kaisersaal der Münchner Residenz stattfindet, lassen wir uns natürlich nicht entgehen.
Autor: Marc Scheloske· 31.10.08 · 15:00 Uhr· 0 Kommentare
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