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Ali Arbia hat in Internationalen Beziehungen am Graduate Institute of International and Development Studies in Genf promoviert. Er ist überzeugter Europäer, ein echtes Zoon Politikon und interessiert sich für fast alles ausser Sport (und selbst das manchmal).
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14.03.11 · 17:53 Uhr
Haiti und Japan: Zwei Erdbeben und ihre Folgen
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Umwelt · Kommentare: 17
Wie die meisten verfolge ich mit Schrecken und Mitgefühl die Situation in Japan nach dem Erdbeben und dem Tsunami und hoffe, dass die Betroffenen bald zu einem normalen Leben zurückkehren können. Im Zusammenhang mit dem Erdbeben möchte ich hier drei Grafiken posten, die etwas veranschaulichen, was mir durch die Naturkatastrophen in Japan wieder bewusst wurde: Das Ausmass der Folgen des Erdbebens in Haiti im letzten Jahr.
Bitte keine Missverständnisse: Dies ist kein Aufrechnen, oder ein dies-ist-schlimmer-als-das Vergleich. Die individuellen Tragödien bleiben unverändert. Die drei Balkendiagramme sollen nicht die Ereignisse in Japan verharmlosen. Ganz im Gegenteil, wenn man deren furchtbares Ausmass bedenkt, illustrieren sie das unfassbare Ausmass der Folgen des Erdbebens in Haiti. Sie zeigen auch wie Armut Schreckliches noch schlimmer machen kann und die Auswirkung von Katastrophen krass verstärkt.
Anmerkungen zu den verwendeten Zahlen:
Bevölkerung und BIP habe ich den Wikipediaseiten zu Haiti und Japan entnommen.
Die Opferzahl für Japan ist die letzte offizielle Angabe die ich auf BBC gefunden habe (Sonntag 13. März 2011 wird diese mit 1596 angegeben). Jene für Haiti ist eine Zahl die oft genannt wird und entspricht der abgerundeten ersten offiziellen Zahl der Regierung in Haiti nach dem Erdbeben 2010 (230,000). Genaue Zahlen existieren jedoch nicht und die Schätzunge gehen bis zu über 300,000). Die Zahl für Japan kann sehr wohl noch steigen und für Haiti wird man wohl kaum einen genaueren Konsens finden. Für diese groben Vergleich reicht es meines Erachtens aber.
Nachtrag: Der Post hätte gestern erscheinen sollen, wegen dem Scienceblogs.de Schluckauf war das aber nicht möglich. Inzwischen spricht man von wahrscheinlich bis zu 10,000 Todesopfern. Es ändert aber (erschreckenderweise) nur relativ wenig an der Gegenüberstellung.
Autor: ali· 17 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (17)
Auf Wunsch vom Autor gelöscht.
Habe den Nachtrag übersehen.
Bitte Kommentar löschen, habe den Nachtrag übersehen.
Bin wahrscheinlich zu doof für die erste Grafik, aber warum werden da immer 3 Nachkommastellen angegeben, obwohl die alle null sind?
Und ist der Balken für Haiti nicht ein bisschen sehr kurz geraten für die 9 Mil. Einwohner?
Ne, du bist nicht zu dumm. Ich habe es nur verpasst dies im Tabellenkalkulationsprogramm zu entfernen.
Ist er. Der stellt nur 900,000 dar, da mir eine Null abhanden gekommen ist. Danke für den Hinweis und das Aufpassen.
Ich habe die Grafik ersetzt. Nun sind es 9 Millionen und die überflüssigen Stellen nach dem Komma entfernt.
Erschreckend, jedoch aus den konkreten Situationen absolut logisch. Armut, dissfunktionale Regierungen und eine unterentwickelte Infrastruktur potenzieren das Leid. Bleibt zu hoffen, dass die Lage in Japan bald besser wird, auf Haiti natürlich auch :(
an dem tag des erdbebens in japan ist mir auch die geringe anzahl an opfern aufgefallen. ich hatte die flutwelle von 2004 im indischen ozean vor augen als vergleich. was jetzt nicht bedeuten soll, dass ich mir im japan mehr opfer gewünscht hätte. jede katastrophe ist eine tragödie. aber was sich dann in solchen vergleichen auf der politischen und soziologischen ebene widerspiegelt ist auch eine tragödie.
@buch
Nur damit eventuelle Missverständnisse ausgeräumt sind: Was in den Grafiken nach "drei Nachkommastellen" aussieht, ist lediglich die in den USA übliche Dezimalschreibweise - wo wir ein Komma setzen (also an der Dezimalstelle) verwendet die einen Punkt. Andererseits steht dann anstelle des Punktes, mit dem wir die Tausenderstellen etc. markieren, in den USA ein Komma. Also "1.0" wäre bei uns Einskommanull, aber 10,000.00 ist Zehntausendkommanullnull.
@Jürgen Schönstein
Das dachte ich zuerst auch, aber buch hat recht. Da war effektiv ein Punkt und dann drei Kommastellen, aber das habe ich inzwischen korrigiert.
...
Die oben dargestellte Wirtschaftsleistung Japans ist Schnee von gestern. Man müsste die JapanerINNEN außer Landes evakuieren, alle.
@Winfried Sobottka
Soll das witzig gewesen sein? Falls ja, dann habe ich es nicht begriffen...
O_o
@Winfried: vor allem die jungen, hübschen Japanerinnen?
Ja, ich hab was gegen dieses bescheuerte binnen-i und Varianten und deshalb absichtlich falsch gelesen :D
@Winfried Sobottka
Nicht lustig.
Und das, was sie da so in Ihrem Blog dahersalbadern finde ich auch nicht wesentlich geistreicher und genauswenig lustig.
Korrelation Kausalität ;)
Es ist wohl eher so, dass Japaner schon immer auf Erdbeben vorbereitet sind. So hatte z. B. Tokio 80 Sekunden Vorwarnzeit, genauso wie die Gebäude eben erdbebensicher gebaurt sind, die Züge gestoppt werden usw.
Das hat mit "Armut" aber nur sehr indirekt etwas zu tun.
Korrelation Kausalität ;)
Es ist wohl eher so, dass Japaner schon immer auf Erdbeben vorbereitet sind. So hatte z. B. Tokio 80 Sekunden Vorwarnzeit, genauso wie die Gebäude eben erdbebensicher gebaurt sind, die Züge gestoppt werden usw.
Das hat mit "Armut" aber nur sehr indirekt etwas zu tun.
Ich möchte zu bedenken geben, dass Erdbebensicherheit auch eine Frage der Bauvorschriften ist. Diese Vorschriften durchzusetzen erfordert ein (gut) funktionierendes Rechtsystem mit geringer allgemeiner Korruption. Das ist Korrelation: Geringe Korruption korreliert mit Wohlstand, möchte ich meinen ;)
Davon abgesehen ist erdbebensicheres Bauen auch teuer, so dass Wohlstand dann Erdbebensicherheit nach sich zieht. Davon mal abgesehen, Meldesysteme müssen ja auch instand gehalten werden.
Allerdings ist das von mir Spekulation, wissen tu ich es nicht, ob es auch arme Nationen mit hoher Erdbebensicherheit gibt.