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Ali Arbia hat in Internationalen Beziehungen am Graduate Institute of International and Development Studies in Genf promoviert. Er ist überzeugter Europäer, ein echtes Zoon Politikon und interessiert sich für fast alles ausser Sport (und selbst das manchmal).
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18.11.09 · 18:48 Uhr
Obamas Afghanistan Entscheidung - Sechs Gründe für eine Spekulation
Kategorie: Internationale Politik·Politik · Kommentare: 5
Es ist an der Zeit, wieder einmal etwas über Internationale Politik zu bloggen. Ich versuche mich in einer vorsichtigen Prognose zu Obamas Entscheidung zu Afghanistan, die er nun schon eine Weile vor sich hin schiebt. Die Entscheidung wurde auf nach der Asienreise verschoben. Obwohl sie schon häufig angekündigt war, könnte es noch bis im Dezember dauern, bis wirklich Nägel mit Köpfen gemacht werden.
Das Dilemma mit welchem Obama konfrontiert ist, ist folgendes: An der Heimfront ist er mit einem Publikum konfrontiert, dass zunehmend durch die Wirtschaftskrise eingenommen ist und kaum mehr Verständnis für Auslandeinsätze hat. Die Lage in Afghanistan scheint sich zu verschlechtern und die Zweifel um Hamid Karzais Wahl helfen ebenfalls nicht das Vertrauen zu vergrössern. Es bestehen gute Chancen, dass Obamas Präsidentschaft unter anderem einmal unter anderem über den Krieg in Afghanistan definiert werden wird und das Vietnam Trauma schwebt nach wie vor über jedem Entscheid zu Krieg und Frieden (besonders wenn es sich beim Gegner um nicht reguläre Truppen handelt).
Obama soll vier Optionen auf dem Tisch liegen haben. Die beiden Extreme werden durch die offen ausgetragene Debatte zwischen zwei Generälen in Afghanistan verbildlicht: General Stanley McChrystal (Kommandeur der ISAF in Afghanistan) und seinem Vorgänger und jetziger US Botschafter Karl Eikenberry. Ersterer verlangt eine Aufstockung der Truppen um bis zu 40'000 Mann (vermutlich die Maximums-Variante) während Eikenberry diese Öffentlich bekämpft. Das Minimum wäre wohl ein kleine Truppenaufstockung (10'000 Soldaten) einhergehend mit Ausbildung lokaler Sicherheitskräfte.
Natürlich kann ich auch nur Kaffeesatzlesen wie sich Obama entscheiden wird. Ich vermute sein Entscheid wird eher in Richtung Chrystal als Eikenberry (also der Maximalforderung) gehen und zwar aus folgenden Gründen:
Ersten wird vermutet, dass die Aussenministerin Hillary Clinton und der Verteidigungsminister Robert Gates beide ebenfalls eine grössere Truppenaufstockung befürworten.
Zweitens war es Obama selbst, der McChrystal in Afghanistan eingesetzt hat eben genau mit der Absicht, dass er das Steuer herumreissen soll. Er wird vermutlich eine Tendenz haben auf dessen Rat zu hören.
Drittens hat Obama im Wahlkampf immer betont, dass er Irak für eine Ablenkung hält und in Afghanistan die Hauptfront im nicht mehr sogenannten "Krieg gegen den Terror" sieht. Ich vermute, das ist eine tatsächliche Überzeugung und nicht nur Wahlkampfgetöse.
Viertens ist die Überzeugung, dass was als "The Surge" im Irak bezeichnet wird, die Lage dort stabilisiert hat, weit verbreitet. Wieviel Einfluss die Erhöhung der Truppenzahl tatsächlich hatte ist zwar schwer nachzuweisen, was zählt ist, dass der Strategie der Erfolg meist zugeschrieben wird. Ich gehe davon aus, dass diese Irakerfahrung als Vorlage dienen soll.
Fünftens fürchtet sich Obama vermutlich noch mehr vor einer zögerlichen Reaktion die (analog zu Vietnam) den Krieg bis zu einem unehrenhaften Abzug verlängern wird als vor einer 'grossen' Entscheidung. Sein Bewusstsein für Geschichtsträchtigkeit ist ganz bestimmt nicht unterentwickelt. Der Friedensnobelpreis wird ihn ironischerweise deswegen ebenfalls bestärken, die Truppen massiv aufzustocken.
Sechstens könnte der Besuch von Clinton in Afghanistan ein weiterer Hinweis sein, dass man etwas gegen die Hauptbedenken unternehmen möchte: Das Misstrauen gegenüber dem Partner in Afghanistan. Die New York Times bezeichnete den Besuch auch als "a stern pep talk by a nervous partner". Gleichzeitig signalisiert der Besuch am Vorabend der Amtseinführung von Karzai natürlich gleichzeitig die Unterstützung für die Regierung, trotz dem demokratisch zweifelhaft zustande gekommenen Resultat.
Die Entscheidung vor der Obama steht, betrifft natürlich auch alle anderen Staaten die Truppen in Afghanistan haben unter anderem Deutschland (hier ein .pdf mit den Zahlen auf Seite 2). Schaut man sich die absoluten und relativen Zahlen an, wird das schnell deutlich: Der grösste Teil der Truppen in Afghanistan, nämlich rund 49%, werden von den USA gestellt. Das Total der ISAF Truppen beläuft sich auf etwa 71'000 Soldaten. Dies zeigt was eine Truppenaufstockung mit 40'000 Soldaten bedeuten würde. Ein tatsächlich wichtiger Entscheid für Obama. Bald wissen wir mehr.
Autor: ali· 5 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Barack Obama will weitere Truppen nach Afghanistan schicken · WolKim.de - Social News Community · 02.12.09 · 16:18 Uhr
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Kommentare (5)
Ich hab mal was interessantes über das Vietnam-Trauma der USA gelesen (http://usaerklaert.wordpress.com/2007/02/07/das-wirkliche-nationale-trauma-der-usa/). Das heißt jetzt aber nicht, das Vietnam nicht über jeder Kriegsentscheidung steht.
Der Vietnamkrieg ist bestimmt nicht die einzige historische Referenz. Ich denke aber bei einem Krieg in dem im Ausland gegen eine Guerilla-Truppe gekämpft wird, eine Generation bei der Vietnam noch selbsterlebte Geschichte (oder zumindest die der Eltern) ist, der Vietnmakrieg in der Entscheidungsfindung (zu recht oder zu unrecht) mitspielen wird.
Gibt es von Obama eigentlich schon eine Aussage, welche Strategie zukünftig erfolgen soll? (Counterinsurgency oder Counterterrorism?)
Für den Friedensnobelpreisträger Obama ist es scheinbar einfacher, in seiner Bevölkerung 30000 WEITERE Grenadiere für
Afghanistan zu finden, als 2000 perfekt ausgebildete Lehrer, die Afghanisch, Pasthunisch, Englisch und Arabisch sowie
Mathe, Biologie (etc.) könnten und damit den Talibans entgegentreten könnten.
Grenadiere gibt es scheinbar genug auf dieser Welt... (aber keine Leute mit einem IQ über 200).
Hier gehts nur um den Drogenmarkt.Schliesslich ist es ein CIA -Krieg und dass die den Drogenhandel bestimmen ist bekannt.