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Ali Arbia hat in Internationalen Beziehungen am Graduate Institute of International and Development Studies in Genf promoviert. Er ist überzeugter Europäer, ein echtes Zoon Politikon und interessiert sich für fast alles ausser Sport (und selbst das manchmal).
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06.10.08 · 12:04 Uhr
US Wahlen: Der letzte Monat
Kategorie: Politik · Kommentare: 2
Die letzten 30 Tage des US Präsidentenwahlkampfes haben begonnen. Ein paar Gedanken zum Stand des Rennens.
Umfragen sagen nur beschränkt etwas aus. Sie reflektieren eine Momentaufnahme, die eine gewissen Fehlerquote aufweist (1) und sie basieren auf einer Stichprobe, die nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch tatsächlich repräsentativ ist. Liest man die Zahlen aber nicht als 'Die WahrheitTM', wie in deren medialen Aufbereitung leider häufig der Fall, kann man durchaus mit solchen Zahlen spekulieren.
Wie steht es also im Rennen ums Weisse Haus? Auf Pollster.com die einen Mittelwert der grössten Umfragen erstellt, sieht man, dass Obama in den letzten Wochen seinen Vorsprung beständig ausbauen konnte. Er führt jetzt in dieser Zusammenfassung mit über 50% und mit über 8% Vorsprung zu McCain.
Wie erging es anderen Kandidaten die zu diesem Zeitpunkt soweit in Führung lagen? Brian Schaffner von Pollster.com hat dazu die historischen Daten von vergangenen Wahlen zusammengetragen (auf der Basis der Gallup Umfragen). Fazit: In der Vergangenheit gab es nur zweimal, dass ein Kandidat die 50% 'Schallmauer' zu diesem Zeitpunkt durchbrach aber die Wahl nicht gewann. Es gab nur einmal eine Führung von 8% einen Monat vor der Wahl die nicht zum Sieg führte. Beides Mal war die Wahl von Bush gegenüber Gore im Jahr 2000 eine Ausnahme (2). Die Chancen stehen also nicht so gut für die Republikaner, ein schwacher Trost ist aber, dass sie im Jahre 2000 genau diesen Coup schafften.
Nun geht es aber im amerikanischen Wahlsystem nicht um absolute Stimmenzahlen, sondern darum, wer mehr Elektorenstimmen auf sich vereinigen kann (Gore hatte damals ein Stimmenmehr, aber kein Mehr in Elektorenstimmen). Wie sieht das auf der Karte aus:
![]()
Auch da sieht es nicht allzu rot aus ('Rote' Staaten sind die, die traditionsgemäss die Republikanische Partei wählen und 'Blaue' die Demokratische Partei). Gelb (oder hell) sind die so genannten 'Swing States' die gerne mal die Farbe Wechseln und nach wie vor keine klare Tendenz aufweisen. Für diese können die Elektorenstimmen noch nicht zugeordnet werden ('Toss Up'). Hellblau sind Staaten mit einer Obama Tendenz aber knappen Rennen und hellrot das gleiche für McCain (im Moment nur West Virgina). Obama scheint den 270 benötigten Elektorenstimmen nah zu sein.
Gemäss dem Future-Markt Intrade, schätzen die Markteilnehmer einen Sieg von McCain im Moment gering ein. Obamas Chancen werden auf über 67% veranschlagt und McCain dümpelt bei 32% rum (Stand 5 Oktober 2008).
All dies ist wohl auch der McCain Kampagne nicht entgangen. Sie hat sich am Tag der Vizepräsidentschaftsdebatte aus Michigan zurückgezogen und diesen Staat aufgegeben. Am Samstag berichtete die Washington Post, dass McCain nun auf direkten Angriff gegen Obama übergehen werde um die Aufmekrsamkeit von der Wirtschaft auf die Person Obamas umzuleiten. Palin hat gestern wohl schon eine Kostprobe von dieser Taktik gegeben als sie Obama der 'Nähe zu Terroristen' bezichtigte.
(1) Häufig ca. +/-3% was also einen Abstand von 6% als wenig aussagekräftig dastehen lässt.
(2) Die Zweite war ein Kandidat Namens Thomas E. Dewey im Jahre 1948 der in den Umfragen auf über 50% kam und dies nicht in einen Sieg einen Monat später ummünzen konnte.
Autor: ali· 2 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Endspurt aufs Weisse Haus: US-Wahlkampf geht in die entscheidende Phase · ScienceBlogs · 13.10.08 · 06:30 Uhr
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Kommentare (2)
Wie die Wirtschaftskrise McCain schadet und er sich darin selbst geschadet hat, ist als Ergänzung zu diesem gelungenen Beitrag hier zu erfahren.
Tip für die US Wahlinteressierten: Gute Übersichten zu den US Wahl-Umfragen gibts auf RealClearPolitics.
Der Vorwurf von Palin ist ein Zeugnis der Verzweiflung der Republikaner!
Er ist so absurd, dass ich es schon fast lächerlich fände, wenn es nicht doch zu traurig wäre, dass die Republikaner solche Kampagnen nötig haben (immerhin sind sie ne Partei, die sicherlich auch Inhalte (gute oder schlechte, darüber kann man streiten) vermitteln könnte.