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Ali Arbia schreibt eine Dissertation in Internationalen Beziehungen am Graduate Institute of International and Development Studies in Genf. Er ist überzeugter Europäer, ein echtes Zoon Politikon und interessiert sich für fast alles ausser Sport (und selbst das manchmal).

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10.10.08 · 10:21 Uhr

Erklärungen zur Finanzkrise: Häufig gestellte Fragen

Kategorie: Politik·Wirtschaftswissenschaften  ·  Kommentare: 32

Mir ist aufgefallen, dass in den letzten Tagen viele Suchanfragen zur Finanzkrise bei zoon politikon landeten, weil ich vor einer Weile einen humoresken Beitrag dazu unter dem Titel 'Die Finanzkrise Erklärt' gepostet habe. Ich habe zwar schon einige Thesen wider den Klischees gepostet, aber sonst das Thema nie ernst behandelt. Hier nun ein Versuch Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Finanzkrise zu geben.

Eine kurze Google Recherche zum Thema brachte einen offensichtlichen Mangel an Information zu Tage. Die Liste der Fragen soll erweitert (und falls notwendig korrigiert) werden, sollten in den Kommentaren noch Fragen auftauchen. Mein Ziel war es, kurze und simple Antworten auf die grundlegenden Fragen zu geben und keine tiefschürfende Analyse.

Es bleibt noch anzufügen, dass ich kein Wirtschaftswissenschaftler bin und hauptsächlich interessenbedingt akademisch ein wenig mit dem Thema zu tun hatte. Ich weiss nicht, welche Informationen gesucht werden und hoffe, dass ich Antworten auf wirkliche Fragen, die sonst nicht zu finden sind geben kann.

Folgende Fragen habe ich versucht zu beantworten:


  • Was ist eigentlich das Problem?

  • Was hat die Krise ausgelöst? Korrigiert am 10/10/2008

  • Was passiert wenn sich auf einem Markt eine Blase bildet?

  • Warum ist das Überleben der Banken überhaupt so wichtig? Warum sollen private Firmen von der öffentlichen Hand gestützt werden?

  • Was können Regierungen unternehmen?

  • Was können Zentralbanken unternehmen?

  • Werden die Massnahmen der Regierungen und der Zentralbanken funktionieren?

  • Was genau sieht der 700 Milliarden Rettungsplan in den USA vor?

  • Warum ist die Börse auf Talfahrt wenn es doch eine 'Finanzkrise' ist? Update 12/10/2008

  • Betrifft mich die Krise überhaupt?

  • Was bedeutet 'Moral Hazard'?

  • Was sind 'Vergiftete Guthaben' ('Toxic Assets')?

  • Was sind 'Subprime Mortgages'?

Was ist eigentlich das Problem?

Geld für Kredite ist extrem knapp und es wird immer schwieriger bis unmöglich Kredite aufzunehmen. Dies gilt für das Geschäft zwischen Banken aber auch für Unternhemen und Privatpersonen.

Was hat die Krise ausgelöst?

Es ist natürlich schwierig einen einzigen Auslöser oder Schuldigen ausfindig zu machen. Ein wichtiges Element kann man sicher in den Entwicklungen im Hypothekenmarkt in den USA sehen. Dort hat sich eine Imobilienblase gebildet. Das heisst, die Preise für Häuser stiegen über deren realen Wert (siehe auch nächste Frage zur Blasenbildung). Mit solchen überbewerteten Häuser wurden über Jahre Kredite in Form von Hypotheken gedeckt (und dieses Geld wurde häufig für Konsumgüter verwendet). Tiefe Zinsen haben diese Blase zusätzlich wachsen lassen. Als die Hauspreise zu sinken begannen und sich das Wirtschaftswachstum verlangsamte, gab es plötzlich viele Schuldner, die ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen konnten und zahlungsunfähig wurden.

Diese Kredite wurden zuvor jedoch als Pakete zusammengeschnürt und zwischen verschiedenen Finanzinstitutionen gehandelt. Auch schlossen Banken 'Versicherungen' auf die Rückzahlung ab und diese wurden wiederum gehandelt. So wurde das ganze Finanzsystem infiziert. Häufig wurde das Risiko falsch eingeschätzt. Heute weiss niemand wie viele solcher 'Kreditleichen' (oder 'vergiftete Guthaben') in den Bankenkellern liegen.

Im Jahr 2007 stieg die Zahl der Personen, die ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen konnten sprunghaft an. Am 9. August 2007 meldete die Bank PNB Paribas, dass Investoren aus zwei ihrer Fonds kein Geld mehr entnehmen könnten, wegen einer 'extremen Knappheit an flüssigen Mitteln'. Das Ausmass der Krise kam langsam zum Vorschein. Die Imobilienpreise begannen zu purzeln.

Was passiert wenn sich auf einem Markt eine Blase bildet?

Aus irgendeinem Grund beginnen die Preise für ein Gut/Wertpapier über den eigentlichen Wert zu steigen. So lange die Preise steigen macht es Sinn zu investieren, auch wenn man weiss, dass es keinen realwirtschaftlichen Grund für den hohen Preis gibt. Solange der Trend aufwärts geht gewinnt man. Die Sache hat nur einen Haken: Man muss aussteigen bevor alle anderen es tun. Kriegt nun einer der Marktteilnehmer kalte Füsse und andere folgen ihm, 'platzt' die Blase. Alle versuchen so schnell wie möglich auszusteigen und der Preis wird in kurzer Zeit in den Keller fallen.

Warum ist das Überleben der Banken überhaupt so wichtig? Warum sollen private Firmen von der öffentlichen Hand gestützt werden?

Das Problem ist, dass Finanzinstitutionen nicht nur gewinnorientierte private Unternehmen sind, sondern eine wichtige Funktion im Wirtschaftssystem einnehmen. Geld ist sozusagen das Schmiermittel in dieser Maschinerie. Geld wird benötigt um Löhne zu zahlen, Investitionen zu tätigen und Rohstoffe zu kaufen. Wenn das Bankensystem nicht funktioniert 'trocknet' der Markt aus.

Was wir im Moment beobachten ist eine Vertrauenskrise. Banken leihen kein Geld mehr an andere Banken weil sie befürchten, dass diese wegen der 'Kreditleichen' in ihren Kellern Schulden nicht werden zurückzahlen können. Dies ergibt natürlich in letzter Konsequenz einen Dominoeffekt.

Den Banken mit staatlichen Mitteln unter die Arme zu greifen hat natürlich einen bitteren Nachgeschmack (siehe auch 'Was bedeutet Moral Hazard?'). Gleichzeitig muss dies gegen das andere Übel des Austrocknens des Kreditmarktes abgewogen werden.

Was können Regierungen unternehmen?

Regierungen versuchen sich nun überall gegen diese Lawine zu stemmen. Was können sie tun? Grundsätzlich geht es darum, den Kreditmarkt vor dem Austrocknen zu retten. Dazu muss das Vertrauen wieder hergestellt werden. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten: Faule Kredite können aufgekauft werden (siehe auch 'Was genau sieht der 700 Milliarden Rettungsplan der USA vor?'), man kann Sparguthaben (Geld, welches Banken für die Kreditvergabe benötigen) staatlich garantieren (wie in Irland geschehen), ganze Finanzinstitute können verstaatlicht werden und die Zentralbanken können aktiv werden (siehe auch nächste Frage). Alle diese Massnahmen basieren auf der Annahme, dass ein Staat kaum Bankrott gehen kann und darum ein vertrauenswürdiger Schuldner ist (auch dies gilt nur beschränkt).

Was können Zentralbanken unternehmen?

Die Zentralbanken, deren Unabhängigkeit von den Regierung je nach Land variiert und die das Geld, welches im Umlauf ist managen, haben einige Instrumente zur Verfügung. Häufig haben sie Aufsichtsfunktionen gegenüber Finanzinstitiutionen. Sie leihen Geld an eben diese Institutionen zu einem bestimmten Zinssatz. Dieser wurde jetzt von mehreren Zentralbanken koordiniert gesenkt. Man will die Wirtschaft vor dem Abgleiten in eine Rezession abhalten, man muss aber auch versuchen die Inflation in Schach zu halten.


Werden die Massnahmen der Regierungen und der Zentralbanken funktionieren?

Wie viel gerettet werden kann hängt stark davon ab ob es gelingt durch die Massnahmen, das Vertrauen wieder herzustellen. Das schlimmste wäre, wenn nun alle versuchen würden ihre Spareinlagen von der Bank zu holen und unter das Kopfkissen zu legen.

Verschiedene Ansätze werden ausprobiert und es gibt verschieden Rezepte. Niemand weiss wirklich was funktionieren wird und was nicht. Die Börse scheint bisher skeptisch zu sein. Internationale Absprachen und koordiniertes Vorgehen sind wohl ein Gebot der Stunde (1).

Was die Aktionen der Zentralbanken betrifft, bleibt zu befürchten, dass die Zinssenkungen nur einen beschränkten Effekt haben werden. Zentralbanken leihen Geld vor allem kurzfristig. Dazu kommt, dass der Zinssatz den Banken untereinander verwenden von diesem 'Leitzins' der Zentralbanken abweicht. Diese Lücke (der sogenannte 'TED spread') hat sich während der Krise in den USA stark vergrössert (siehe Grafik). Wie auch immer, das System braucht Liquidität und die Zentralbanken scheinen willig zu sein, diese zu liefern.

Was genau sieht der 700 Milliarden Rettungsplan in den USA vor?

Die US Regierung hat vor auf dem internationalen Geldmarkt Geld aufzunehmen. Dies ist möglich, da die US Regierung kaum den Bankrott erklären wird und daher ein geringes Risiko im Markt darstellt. Mit diesem Geld kauft sie dann die Pakete mit den schlechten Krediten auf (siehe auch 'Was hat die Krise ausgelöst?'). Die US Regierung würde so diese 'vergifteten Guthaben' aus dem Markt nehmen und somit wieder Vertrauen schaffen für die Kreditvergabe von Bank zu Bank. Im Gegenzug erhält die US Regierung Anteile in den so 'freigekauften' Finanzinstitutionen. Würden diese also wieder Profit machen, wären die Steuerzahler so an diesem beteiligt. Eine Schwierigkeit besteht natürlich darin, einen richtigen Preis festzusetzen (er müsste auf jeden Fall höher sein als der Marktpreis, aber nicht zu hoch).

Warum ist die Börse auf Talfahrt wenn es doch eine 'Finanzkrise' ist?

Weil die Erhältlichkeit von Krediten so zentral ist für ein reibungsloses Funktionieren der Wirtschaft, hat das Austrockenen des Kreditmarktes direkte Folgen auf die reale Wirtschaft (siehe auch 'Betrifft mich die Krise überhaupt?'). Ein Abgleiten in eine Rezession wirkt sich entsprechend auf die Gewinnerwartungen der an der Börse gehandelten Unternehmen aus. Eine Aktie ist zudem auch nur zur Verfügung gestelltes Kapital und es gibt Investitionsalternativen wie Obligationen, Edelmetalle und so weiter.

Die schlechten Progonosen für die Wirtschaft erklären vermutlich nicht alleine das Ausmass des Börsensturzes. Eine weitere Erklärung ist sogenanntes 'erzwungenes Verkaufen' ('forced selling'). Dies bedeutet, dass die Markteilnehmer aus verschiedenen Gründen verkaufen 'müssen': Um flüssige Mittel zu beschaffen zum Beispiel, oder um für den Jahresabschluss das schlechteste Jahr seit Ewigkeiten nicht noch schlechter werden zu lassen.

Betrifft mich die Krise überhaupt?

Direkt und indirekt sind wir wohl alle von der Krise betroffen. Sie wird in den Industriestaaten vermutlich noch mehr gespürt werden als in ärmeren Ländern (aber alles ist relativ). Wie schon in mehreren Antworten erwähnt, hat die Finanzkrise massive Auswirkungen auf die reale Wirtschaft. Unternehmen brauchen Kredite um Investitionen und den Betrieb zu finanzieren, Löhne müssen gezahlt werden und Häuser gekauft. Diese Kredite erhalten sie von Banken, die dieses teils über eigene Kredite, teils über bei ihnen getätigte Spareinlagen finanzieren.

Verschiedene Gruppen in verschiedenen Ländern sind unterschiedlich betroffen (Aktionäre, Angestellte, Rentenfonds, Sparer, Hausbesitzer, etc.) und allgemeine Aussagen sind schwierig. Die verschiedenen nationalen Lösungsansätze setzen zudem unterschiedliche Prioritäten. Alle sind im Endeffekt wohl irgendwie betroffen.

Was bedeutet 'Moral Hazard'?

Wörtlich übersetzt bedeutet es 'Moralische Gefährdung' und auf deutsch wird es häufig als 'Subjektives Risiko' bezeichnet. Gemeint ist, dass Anreize geschaffen werden, die Akteure dazu bringt ein grösseres Risiko einzugehen als sie eigentlich sollten. Im konkreten Fall wären dies zum Beispiel Banken, die, wenn sie für ihre Fehler in der Risikoeinschätzung nicht bezahlen, sich beim nächsten Mal wieder gleich verhalten werden da sie 'wissen', dass der Staat sie vor dem Bankrott retten wird.

Was sind 'Vergiftete Guthaben' ('Toxic Assets')?

Es sind Kredite, die vergeben wurden und für die eine Rückzahlung zweifelhaft ist. Diese wurden zu Paketen gebündelt und zwischen Banken und Finanzinstitutionen gehandelt. Niemand weiss was sie genau wert sind und wie viele solche 'Kreditleichen' in den eigenen oder fremden Kellern liegen.

Was sind 'Subprime Mortgages'?

Hypothekarkredite (also durch Imobilien gedeckte Kredite) mit hohem Risiko (d.h. ein hohes Risiko, dass der Schuldner nicht zurückzahlen kann). Das Risiko für diese Kredite wurde nicht korrekt eingeschätzt und viele waren durch überhöhte Hauspreise, die inzwischen zusammengebrochen sind gedeckt.

(1) Heute treffen sich die G7 Staaten, über das Wochenende der Internationale Währungsfonds und die Weltbank. Die grössten Zentralbanken haben schon mit Zinssenkungen und Liquiditätsinjektionen gehandelt.

 

Autor: ali· 32 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Trackbacks (2)

Die Finanzkrise und die Astrologie · Astrodicticum Simplex · 10.10.08 · 16:29 Uhr


Kommentare (32)

Kommentar-Direktlink florian· 10.10.08 · 11:25 Uhr

Danke für die Erklärung! Irgendwie bin ich ja immer noch der Meinung das Geld und vor allem die Börse nichts wirklich gutes sind und wir ohne besser dran wären ;) Tief in mir drinnen bin ich wohl doch ein Anarchist ;)

Kommentar-Direktlink Ludmila· 10.10.08 · 12:55 Uhr

Ich finde diese Erklärung auch super. Letztens erst sah ich Werbung im Kino für die Doku "Making Money". Angesichts der Finanzkrise dacht ich nur: Zu spät. Dennoch werde ich mir den Film ansehen.

Kommentar-Direktlink Shin· 10.10.08 · 16:44 Uhr

@florian, dem kann ich nicht zustimmen. Geld ist als universelles Tauschmittel notwendig, wenn man nicht zu einer Tausch- und Subsistenzwirtschaft zurückkehren will, und Börsen sind ebenso zur effizienten Allokation von Ressourcen notwendig. Ansonsten müssten sich die Marktteilnehmer tatsächlich bei jedem Tauschgeschäft persönlich treffen und die Waren direkt verfügbar dabei haben. Das wäre allerdings eine Rückkehr zu vormittelalterlichen Verhältnissen. Solange die Knappheit der Güter nicht überwunden wird, was gemäß dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik ja auch überhaupt nicht möglich ist, sind Markt und Geld für Fortschritt und steigenden Wohlstand notwendig.

Kommentar-Direktlink florian· 10.10.08 · 16:55 Uhr

@Shin: Das war auch eher eine emotionale Meinung und kein komplett durchdachtes Konzept ;) Ich stell mir in meinen Träumen von einer besseren Welt ja auch keine Tauschwirtschaft mit oder ohne Geld o.ä. vor - sondern einfach gar kein Geld; gar kein Getausche. Wenn der Schuster Brötchen haben will, geht er zum Bäcker und holt sich welche - einfach so. Wenn dafür jemand Schuhe braucht, holt er sich welche vom Schuster. Mit Dienstleistungen ist das natürlich nicht mehr ganz so simpel - aber mit ein bisschen Nachdenken und gutem Willen müsste man das auch irgendwie hinkriegen ;)
Voraussetzung dafür sind natürlich Menschen, die nicht vorrangig egoistisch denken. Und leider tun wir das nicht - also wird es nicht funktionieren (aber spekulieren darf man ja mal).

Was die Börsen angeht: naja - früher hatten die Börsen sicher mal ihre Berichtigung. Aber mittlerweile hat sich das alles ja vom ursprünglichen Zweck ziemlich entfernt. Die Entwicklung der Börsenkurese ist mehr oder weniger völlig von der Realität abgekoppelt (so wirkt es zumindest für mich) - die seltsamsten Dinge können die Kurse beeinflussen. Und das halte ich eben für nicht wirklich positiv.

Kommentar-Direktlink Fischer· 10.10.08 · 17:16 Uhr

Widerspruch: Die Auslöser der Krise lassen sich sehr genau festnageln.
Zum einen ist das die Geldpolitik der US-Regierung seit 2002. Die Fed unter Bernanke hat die Realzinssätze in diesem Zeitraum unter Null gesenkt, um deflationäre Tendenzen im Keim zu ersticken. Außerdem wurde die Pflichtreserve der Banken drastisch reduziert.

Gleichzeitig, und das ist die zweite Ursache, sind die ganzen Kreditderivate in Mode gekommen und haben das Geschäftsmodell der Banken drastisch geändert: Seither werden die Kredite sofort gebündelt und an Fonds weitergereicht, die Banken leben nicht mehr von den Kreditzinsen, sondern von den Gebühren. Deswegen konnte es denen dann auch Sch...egal sein, ob der Kreditnehmer zahlen kann oder will, Stichwort Subprime, Ninja-loans, Liar's loans etc.

Das Resultat war natürlich, dass erstens wahnsinnig viele Kredite vergeben wurden und zweitens durch die resultierende massive Erhöhung der Geldmenge die Häuserpreise kontinuierlich gestiegen sind, was wiederum die Kreditschwemme angeheizt hat, Stichwort refinancing.

So, dadurch ist eine Riesenmenge Kreditrisiko in der Welt verstreut. Wie minimiert man das Risiko? Durch Credit Default Swaps. Das heißt schlicht, dass eine andere Institution für eventuelle Kreditausfälle geradesteht. Das haben alle Banken gegenseitig gemacht, so dass praktisch jede Bank jetzt mit einem Mehrfachen ihres Eigenkapitals für irgendwelche Kreditrisiken haftet.

Tja, jetzt fallen die Häuserpreise und die Leute können ihre Kredite nicht mehr bedienen. Keiner weiß, bei wem diese faulen Kredite liegen, und weil der Derivatemarkt ungefähr das zehnfache Volumen der gesamten Weltwirtschaft hat, ist derjenige, bei dem die Risiken am Ende hängen bleiben, automatisch tot. Siehe Lehman, siehe AIG, siehe FHLMC & FNMA.

Und deswegen verleiht jetzt keiner mehr Geld. Weil sie ganz genau wissen, dass sie alle kollektiv auf einem Loch von 480 Billionen Dollar sitzen, in das alles Geld sofort reinfällt, das man aus der Hand gibt.

Kommentar-Direktlink Jürgen Schönstein· 10.10.08 · 18:10 Uhr

Fischer hat Recht: Es waren nicht die "gestiegenen Hypothekenzinsen", die diese Blase zum Platzen brachten, sondern die Tatsache, dass die Banken - um ihr Hypothekenvolumen zu pushen, dass sie dann wieder durch Wertpapiere (Mortgage Backed Securities) lukrativ weiter verkaufen konnten – selbst Kunden mit unzureichender oder nicht existierender Bonität Hypotheken gewährt haben. Geölt wurde der Motor durch unabhängige Kreditmakler, die pro abgeschlossenem Vertrag bezahlt wurden. Da über Jahre hinweg die Immobilienpreise beständig (und in Städten wie New York sogar drastisch) gestiegen waren, schien sich die Frage des mangelnden Eigenkapitals von selbst zu erledigen: Wenn das Haus jährlich fünf Prozent mehr Wert ist, dann kann sich selbst nach drei Jahren (das ist der in den USA übliche Zeitraum, an dem vertraglich vereinbarten Zinsen dem tatsächlichen Zins angepasst werden) ein schönes Polster ansammeln. In der Vergangenheit schien dieses System gut zu funktionieren, da viele Erstkäufer nach drei bis fünf Jahren sowieso nach etwas größerem suchen und daher mit dem Verkauf ihres "Starter Home" auch die Hypothek ablösen konnten. Der Haken war nur, als durch eine Verlangsamung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes die Nachfrage nach neuen Häusern zu sinken begann (die gleichzeitig schweinzyklisch überproduziert wurden), was zu fallenden bzw. nicht mehr ausreichend steigenden Immobilienpreisen führte, die dann wiederum diese "subprime"-Hypotheken in die Schieflage brachte. Dies begann, sich im Sommer des vergangenen Jahres auf die Hypotheken-Märkte auszuwirken, doch weil durch die Mortgage Backend Securities und Credit Default Swaps – dazu ein Artikel von mir auf FOCUS Online: http://www.focus.de/finanzen/boerse/finanzkrise/weltwirtschaft-die-naechste-krise-wird-toedlich-sein_aid_339326.html - die komplette internationale Finanzwirtschaft in diese Risiken eingebunden war, wurde der Schneeball zur Lawine, die nun scheinbar keiner mehr aufhalten kann.

Kommentar-Direktlink Steffino· 11.10.08 · 08:46 Uhr

Kredit und Liquidität sind ausreichend vorhanden: http://is.gd/3Sbt

Kommentar-Direktlink ali· 11.10.08 · 10:14 Uhr

@Fischer @Jürgen

Danke für die Kommentare. Ich habe versucht zu eruieren wo der Widerspruch genau liegt bin mir aber bis auf die Zinsfrage nicht ganz sicher, ob ich verstehe wo ihr meint, ob und wo ich mich sonst noch geirrt habe.

Vielleicht zuerst ein Disclaimer: Ich versuchte die Grundmechanismen darzulegen und vermied daher auf Themen wie die CDS und andere Kreditderviate einzugehen. Vielleicht habe ich da jedoch zu sehr vereinfacht (ich könnte auf diese Instrumente in einer zusätzlichen Frage eingehen). Sollte weitere Aspekte der obigen Aussagen eindeutig falsch sein korrigiere ich sie selbstverständlich sofort.

Als ich schrieb

Es ist natürlich schwierig einen einzigen Auslöser oder Schuldigen ausfindig zu machen.

wollte ich vor allem darauf hinweisen, dass hier wie meistens, monokausale Erklärungen zu kurz greifen. Ausserdem birgt die Frage nach den 'Ursachen' immer das Risiko eines endlosen Regresses. So bin ich einverstanden mit euch, dass die extremen tiefen (und real negativen) Zinsen des Fed das Feld bereitet haben. Ich hätte aber (ansscheinend im Irrtum) argumentiert, dass das Ansteigen dieser die Änderung eingeläutet hat (natürlich könnte man sich in diesem Fall fragen was 'die Ursache' ist). Ich vermute es war die Angst vor einem 'zweiten Japan' welche das Fed zu dieser Politik bewegte. Wäre dies eingetroffen, hätte man bestimmt auch mit dem Finger auf die Geldpolitik gezeigt und dem Fed entsprechend Fehler vorgeworfen. Im Nachhinein ist man immer schlauer.



Jürgen du schreibst:
Es waren nicht die "gestiegenen Hypothekenzinsen", die diese Blase zum Platzen brachten, sondern die Tatsache, dass die Banken - um ihr Hypothekenvolumen zu pushen, dass sie dann wieder durch Wertpapiere (Mortgage Backed Securities) lukrativ weiter verkaufen konnten – selbst Kunden mit unzureichender oder nicht existierender Bonität Hypotheken gewährt haben.

Ich versucht zu unterscheiden zwischen der Blasenbildung und der Ursache für das Platzen. Hat dieser Mechanismus nicht zur Blasenbildung geführt statt die Blase platzen lassen? Du gehst danach zugegebenermassen auf diese Frage ein:
Der Haken war nur, als durch eine Verlangsamung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes die Nachfrage nach neuen Häusern zu sinken begann (die gleichzeitig schweinzyklisch überproduziert wurden), was zu fallenden bzw. nicht mehr ausreichend steigenden Immobilienpreisen führte, die dann wiederum diese "subprime"-Hypotheken in die Schieflage brachte.

Die Frage ist warum sich das Wachstum verlangsamte. Mir schien es logisch, dass die gestiegenen Zinsen eben genau ein Grund dafür gewesen sein könnten. Ich habe nun etwas zusätzlich recherchiert und diese Annahme war offensichtlich gelinde gesagt unorthodox (nur warum dem so ist, das konnte ich nicht rausfinden). Das vorgeschlagene monetäre Rezept ist normalerweise, dass das Fed die Zinsen drastischer hätte ansteigen lassen sollen (wenn es schon nicht früh genug gemacht wurde). Es fällt mir schwer vorzustellen, wie dies die Krise hätte verhindern können aber dies scheint die 'Lehrmeinung' zu sein. Ich spekuliere, dass sie darauf basiert, die Blase rechtzeitig platzen zu lassen. Woher weiss man aber, dass die Blase in einem solchen Fall noch 'rechtzeitig' geplatzt wäre und dass dies die wirtschaftlichen Konsequenzen höherer Zinsen und somit die Auswirkungen auf die Zahlungsfähigkeit der Kreditnehmer aufgweogen hätte?

Ich werde oben die zweite Antwort entsprechend ändern. Ich hoffe sie reflektiert dann besser die Zinsfrage. Solltet ihr noch andere Anmerkungen und Widersprüche haben, nur zu!

Kommentar-Direktlink florian· 11.10.08 · 21:50 Uhr

Eine sehr schöne Erklärung gibts hier: die Finanzkrise, erklärt mit Pokemons ;)

Kommentar-Direktlink Fischer· 12.10.08 · 13:40 Uhr

@ ali:
Mein Problem mit deiner Darstellung ist nicht, dass daran irgendwas falsch oder ungenau wäre, sondern dass sie den Eindruck erweckt, die Finanzkrise sei einfach höhere Gewalt oder ein undurchschaubares Zusammenspiel irgendwelcher obskuren Faktoren.

Das stimmt nicht. Es gibt keinen unendlichen Regress. Es gibt eindeutige Ursachen für die Krise. Der Punkt ist einfach, dass hinter den einzelnen Ursachen eine spezifische ökonomische (und politische) Theorie steht, die jetzt grandios gescheitert ist. Und diejenigen, die sich seit Mitte der 90er für diese Theorie stark gemacht haben, möchten natürlich gerne verhindern, dass darüber jetzt eine politische Debatte geführt wird.

Die ganzen Einzelmechanismen, die da diskutiert werden, was da nun welche Einzeleffekte ausgelöst hat, sind im Grunde nur Nebelkerzen, um genau diese Diskussion zu verhindern.

Kommentar-Direktlink ali· 12.10.08 · 13:55 Uhr

@Fischer

Ich glaube ich verstehe schon worauf du hinaus willst. Sind das aber nicht zwei verschiedene Dinge und ist das eine nicht eine Vorbedingung für das andere? Einmal geht es darum die Mechanismen hinter der Krise zu verstehen und zum anderen gibt es eine politische Diskussion was diese Mechanismen in Gang gesetzt (oder in Gang hält) hat. Meine Intention war es einen Beitrag zu ersteren zu leisten. Ein Minimum an Verständnis ist eine Vorbedingung für eine politische Diskussion (ansonsten ist Tür und Tor geöffnet für populistische und emotionalisierende aber nicht zwangsläufig korrekte Interpretationen). Ich habe genau aus diesem Grund (und nicht aus politischen Gründen) versucht die politischen Wertungen rauszuhalten.

Falsch oder nicht, dank deinem Einspruch habe ich auf jeden Fall etwas gelernt.

Kommentar-Direktlink Sydney· 12.10.08 · 23:48 Uhr

Ach sooooo ;-) Danke, jetzt raff ich es endlich mal

Kommentar-Direktlink Geldmann· 13.10.08 · 09:24 Uhr

Schwachsinn... das ist alles von den Grossbanken inszeniert um Kreditbanken platt zu machen. Weiter nichts. Da wird ein abgekartetes SPuel gespielt... genau wie 1919/20

Jeder der Müll wie der Autor des Artikels schreibt, ist entweder zu dumm um die Wahrheit zu realisieren oder steckt mit der Bande unter einer Decke und macht dabei ein Geschäft.

Ich sage nur: FederalReserveAct ... das Ziel ist eine Weltbank... Punkt.

Kommentar-Direktlink ali· 13.10.08 · 09:53 Uhr

@Geldmann
Anhaltspunkte?

Was war 'genau wie 1919/20'? Wir scheinen da nicht die gleichen Referenzen zu haben.

Was genau ist Müll? Oder gilt das als Argument? Falls ja wäre ich versucht deinen Post auch einfach als 'Müll' abzutun.

entweder zu dumm um die Wahrheit zu realisieren oder steckt mit der Bande unter einer Decke und macht dabei ein Geschäft
Dies sind also die einzige zwei Möglichkeiten? Dann bin ich wohl dumm. Danke für die Aufklärung. Ich gestehe aber, dass ich lieber 'dumm' bin als ohne ein Argument zu haben davon so überzeugt zu sein, dass ich 'Die WahrheitTM' kenne. Im Gegensatz zu dir habe ich Zeit aufgewendet um zu schreiben wie ich die Sache verstehe und dies auch zu begründen. Vielleicht sollte ich auch auf fünfzeilige beleidigende Kommentare umschwenken. Ist weniger aufwendig und kompliziert.
Ich sage nur: FederalReserveAct ... das Ziel ist eine Weltbank... Punkt.

Was soll der Quark? Du wirfst mir vor Schwachsinn zu schreiben? Der Federal Reserve Act legte den Grundstein für die US Geldpolitik. Das Gesetze wurde unzählige Male geändert in den letzten 100 Jahren und ist immer noch die Basis für diese Politik. Du hättest genau so gut einwerfen können "Ich sage nur: Bank" oder "Ich sage nur: Kürbiskuchen".

Ich finde diese Kombination von Beleidigungen und Nonsense etwas nervig.

Kommentar-Direktlink Geldmann· 13.10.08 · 10:44 Uhr

sorry, aber es regt mich langsam auf ständig halbsaitene Erklärungen zu lesen.
1919/20 war ein grosser iniziirter Börsencrash bei dem ca. 5000 Kleinbanken über die Klinge gesprungen sind. Die ganze Aktion war von der Zentralbank geplant. Stichwort: marching loan....

FederalreserveAct ist der selbe Mist den die Amis mit ihrer Unabhängigkeitserklärung aus dem Wege gehen wollten: Geld zu Zinsen von einer Privaten Bank zu leien.... das System wurde durch den FED wieder eingeführt und die USA und der Rest der Welt waren/sind wieder Sklaven des Grosskapitals.

Und heute sterben wieder Banken und Kleinanleger baden den ganzen Dreck aus...wie damals und so oft danach.... traurig.

Kommentar-Direktlink Geldmann· 13.10.08 · 11:10 Uhr

Zeitgeist: http://www.siegfriedtrebuch.com/wahrheit-weltbild/zeitgeist-der-film/

"Im 3. Teil wird anhand der Geschichte der amerikanischen Notenbank geschildert, wie internationale Bankiers aus dem Hintergrund die Fäden der Weltpolitik ziehen. Kriege werden aus finanz- und machtpolitischen Motiven provoziert - Millionen von Menschen gehen dafür in den Tod – Gewinner ist immer eine kleine Elite. Diese Elite strebt eine „Neue Weltordnung“ an, in der die gesamte Macht in den Händen einiger Weniger konzentriert ist."

Kommentar-Direktlink Geldmann· 13.10.08 · 11:15 Uhr

Wenn man das Video über GoogleVideo anschaut, kann man auch zu 1:11:00 vorspulen:

http://video.google.de/videoplay?docid=1338572241371195960&ei=jBHzSKqvOZK22wLBlehr&q=zeitgeist

oder gleich Teil3 ansehen: http://video.google.de/videoplay?docid=-5352246495880531634&ei=jBHzSKqvOZK22wLBlehr&q=zeitgeist

nichts für ungut... .. .

Kommentar-Direktlink m4rtz· 13.10.08 · 12:05 Uhr

AUA!!!!
Hier bei scienceblogs mit Zeitgeist anzukommen... Hast du dich schon mal mit Peter Joseph beschäftigt? Schon mal analysiert was in den Filmen von ihm gesagt wird? Was zutrifft, was dazu gedichtet ist?

Will dich nicht beleidigen, aber DAS: ist lächerlich!

Kommentar-Direktlink Geldmann· 13.10.08 · 12:09 Uhr

ok, die 11.Sep-Sache ist Müll... aber was über den FED gesagt wird ist die Wahrheit

Kommentar-Direktlink X-Man· 13.10.08 · 12:11 Uhr

Was stimmt am dem Zeitgeist-Film nicht? Hast du ein paar links zu dem Thema auf Lager?

Kommentar-Direktlink Martin Breuer· 13.10.08 · 12:43 Uhr

Mit dem Thema hab ich mich letztes Jahr beschäftigt, deshalb kann ich dir momentan nicht unbedingt links besorgen.

Meine kleine google session gerade ebend ergab: http://zeitgeistchallenge.com/component/option,com_weblinks/catid,2/Itemid,27/
Eine linksammlung zum Thema. Wie gesagt, ich kann dir nicht versprechen, dass du dort fündig wirst.

Ich kann mich allerdings noch dran erinnern, dass viele Fakten (besonders im Religionsteil) einfach nur falsch waren. Falls es mich überzeugender macht, ich bin keiner Religion angehörig.

Für mich ist Zeitgeist nur eine weitere Verschwöhrungstheorie und bei so etwas lasse ich immer vorsicht walten.
Ich meine mich daran zu erinnern, dass da auch etwas von einem North American Act/ North American Alliance zu hören war... schon allein da, sollte man skeptisch werden.

Beschäftige dich einfach damit und du wirst sehen, dass Zeitgeist reine Propaganda ist.

Kommentar-Direktlink m4rtz· 13.10.08 · 12:45 Uhr

ohh... und: Martin Breuer aka m4rtz
;)

Kommentar-Direktlink Geldmann· 13.10.08 · 12:50 Uhr

Danke! :)
Wie ist deine Meinung zu Teil3... FED usw.?

Kommentar-Direktlink xxx-man· 13.10.08 · 12:56 Uhr

1.Teil_Religion=Müll 2.Teil_11Sep=Müll 3.Teil_FED... auch Müll?

Kommentar-Direktlink Fischer· 14.10.08 · 09:45 Uhr

@ali

Falsch oder nicht, dank deinem Einspruch habe ich auf jeden Fall etwas gelernt.

Das schmeichelt mit jetzt aber... :)

Ich bin ganz und gar nicht der Meinung, dass man jetzt noch groß analysieren muss, was genau schiefgelaufen ist. Die Theorie von der Allmacht des billigen Geldes ist ja nicht erst seit drei Tagen in der Kritik. Viele gute Ökonomen, am lautstärksten natürlich Krugman, der absolut nicht zufällig gerade jetzt den Nobelpreis bekommen hat, haben sich schon lange damit befasst und diese Krise (und ihre Vorläufer) in den Grundzügen vorhergesehen.

Jetzt ist es Zeit, die Konsequenzen zu ziehen.

Kommentar-Direktlink Beat· 17.10.08 · 17:30 Uhr

Zur Zeit sind wir im Endzustand des von Lord Keynes ursprünglich postulierten "Nachfrage zu erschaffen" als Lösung für alle Probleme. Keynes hat sich zwar später mal korrigiert, war aber trotzdem mit Dexter zusammen der Gründer des IWF, welcher bis zur Aufhebung der Goldbindung die USA trotz riesiger Produktion in Schieflage bringen konnte. Nixon löste die Goldbindung und machte damit einfach den nächsten Fehler der dazu führte, dass die Produktion in den USA immer mehr verringert wurde.

Wenn wir nun nicht endlich den ganzen Sumpf der Greenspanschen "Finanzinstrumente" begraben und die daraus entstandenen Derivate-Verbindlichkeiten für nichtig erklären, dann werden wir schlussendlich in einem Tauschhandel enden, wie es oben mal herbeigesehnt wurde.

Lösung vereinfacht dargestellt:
Die Amis können Weizen produzieren also:
1 Kilo Weizen = so und soviel Dollar

Die Russen können Gas produzieren also:
1 m3 Gas = so und soviel Rubel

Dazu ein Wechselkurs zwischen Rubel und Dollar, welcher dem Verhältnis der im entsprechenden Währungsraum produzierten Güter entspricht. Wenn die Amis pro Jahr 10 Tonnen Weizen und 10 m3 Gas produzieren, die Russen es aber nur auf je 8 Tonnen bringen, dann hat der Rubel halt nur 4/5 des Wertes vom Dollar.
So einfach ist es. Es muss jemand dem Menschen schon sehr viele Probleme machen wollen, wenn er das Problem schwieriger darstellt.

Kommentar-Direktlink ali· 17.10.08 · 21:54 Uhr

@Beat
Ich bin mir nicht so sicher ob ich verstehe worauf du hinaus willst. Keynes sah in nachfragorientierten Massnahmen eine Möglichkeit Schocks abzuschwächen und Härten zu überbrücken und keinen 'Endzustand' (das war wohl eher Marx der solche historisch Zwangsläufigkeiten propagierte) . Was der Zusammenhang mit der IWF-Gründung sein soll (eine Institution die Wechselkurse stabilisieren sollte und dafür Devisen zur Verfügung stellen sollte) kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Der IWF war ja nicht dazu da, Konjunkturankurbelungsprojekte zu finanzieren.

Ausserdem hat der IWF nicht die USA in Schieflage gebracht, sondern umgekehrt (da man die privilegierte Stellung des Dollars im System ausnutzte).

Dann verstehe diese Idealisierung der Goldbindung überhaupt nicht. Es gab zudem kaum je eine Goldbindung die funktionierte wie das die Theorie möchte, ausserdem schafft sie Rigiditäten die keinesfalls immer wünschenswert sind. Auch verstehe ich nicht ganz was für 'Finanzinstrumente' denn Greenspan zu verantworten hat (eine Geldpolitik hingegen schon) und warum diese in Anführungs- und Schlusszeichen zu setzen sind. Greenspan hat nicht Finanzderivate erfunden, sondern war Notenbankchef.

Schon gar nicht kann ich die Argumentation zur Tauschwirtschaft nachvollziehen und noch viel weniger zu einer zwei-Länder, zwei-Güter Wirtschaft. Klingt irgendwie nach dem Einführungskapitels eines Lehrbuch zur Handelstheorie (aber kaum zur Währungspolitik). Ich weiss gar nicht wo anfangen. Das Argument scheint mir als ob jemand das technische Versagen einer Boeing 747 mit mit dem Funktionieren einer Dampfmaschinen zu erklären versucht.

Ich glaube du musst deine Gedankengänge etwas genauer erläutern wenn du hier Denkanstösse geben möchtest. Im Moment scheint mir das ganze etwas wirr.

Kommentar-Direktlink ali· 17.10.08 · 22:25 Uhr

@Geldmann
Falls du hier immer noch mitliest, ich habe mir jetzt endlich ein wenig Zeit genommen um diese Zeitgeist-Geschichte mal genauer anzusehen. Ich kann dir nach ein paar Minuten googeln sagen, ich werde mir diesen Schrott UNTER KEINEN UMSTÄNDEN ansehen. Ausser du sagst mir, dass die (neutral gehaltene) inhaltliche Zusammenfassung auf Wikipedia (eine Quelle die ich sonst mit Vorsicht zitiere) völlig frei erfunden ist und dies nicht die Behauptungen sind, die im Film aufgestellt werden. Lusitania, Tonkin und Pearl Harbor nur inszeniert? Nicht nur eines dieser Ereignisse soll nicht das sein was hunderte von Historikern mühsam erforscht haben, sondern gleich alle drei? Die waren alle dumm oder was? Oder ist die Arbeit dieser Historiker zu diesen Ereignissen auch nur Teil dieser Verschwörung?

Die Gründung einer Nordamerikanischen Union ein Schritt im grossen Plan auf dem Weg zu einer Weltregierung nach der Zusammenführung mit der EU und anderen regionalen Zusammenschlüssen? Ist das dein Ernst? Glaubst du diesen Unsinn. Findest du das macht Sinn? Die völlig unterschiedlich verlaufenden Integrationsprozesse weltweit sind also geschichtliche Ursprünge hin und her und trotz ihres eher chaotischen und inkohärenten Verlaufs zentral gesteuert? Schmerzt dir denn nicht der Kopf wenn du das nur versuchst nachzuvollziehen?

Das klingt ja fast wie die Left Behind Serie als Drehbuch benutzt wurde. Und für eine solche monumentale Behauptung ist das einzige was du bietest äusserst selektive Indizien und anekdotische Evidenz aus EINEM FILM?

Sorry, aber mir schmerzt der Kopf ob soviel Unfug. Das ist wirklich völliger Schwachsinn und keine Diskussion wert.

Kommentar-Direktlink Gertrude Müller· 29.10.08 · 15:35 Uhr

echte geilheit dieser bericht!!

Kommentar-Direktlink BWLnichtabgeschlossen· 27.01.09 · 15:34 Uhr

ich muss mal naiv nachfragen - wo ist das geld hin? ich begreife es rein bilanztechnisch nicht. wie kann der schaden derart gross sein?
um welchen faktor waren häuser in amerika denn zu hoch bewertet? 5? 10? 500?
und wieviele davon gibt es? die stehen doch noch - sie gehören also zur konkursmasse?
wenn häuser zu hoch beliehen wurden - wird denn nicht nur ein teil des wertes kreditiert und fliesst nicht der geliehene betrag wieder in den wirtschaftskreislauf? irgendwo muss doch zumindest ein teil des gegenwertes sein?

Kommentar-Direktlink Marineblau· 11.08.09 · 12:17 Uhr

Ich verstehe auch nicht wie es sooo weit kommen konnte! Da geb ich meinem Voredner durchaus recht! Inwiefern ist denn die heutige Krise noch auf die Immobilienkrise zu schieben oder haben wir nicht mittlerweile unsere höchst eigene und eigensgeschaffene?

Kommentar-Direktlink Miriam· 15.08.10 · 16:26 Uhr

Nochmal mehr zu CDS: http://www.wertpapierdepot.net/boersenlexikon/credit-default-swaps.html

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