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20.09.08 · 11:19 Uhr
Die Finanzkrise erklärt
Kategorie: Humor·Politik·Wirtschaftswissenschaften · Kommentare: 10
Ich habe schon mal auf einen Bird and Fortune Sketch verlinkt. Aus aktuellem Anlass zum Wochenende hier ein weiterer.
Die Realitätsnähe ist erschreckend aber vielleicht hilft Humor.
Viel Vergnügen.
Update (10. Oktober 2008): Für ernstere Erklärungen gibt es jetzt einen Post bei zoon politikon mit 'Häufig gestellten Fragen zur Finanzkrise'.
Autor: ali· 10 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (10)
Bittersweet. Ich habe als Nullahnunger heute zum ersten Mal eine Erklaereung zu dem Ganzen in der Liberation gelesen. Im Grunde sagen die genau das Gleiche.
Georg
Was heißt hier "Realitätsnähe"? Das ist eine vollkommen akkurate Beschreibung. Und die Verluste durch den absehbaren Crash werden nachher vom Steuerzahler beglichen, damit der Zyklus von vorne losgehen kann. Das gesamte moderne Investmentbanking ist im Wesentlichen ein con game.
Wenn die Regierungen und Zentralbanken ihre Subventionen endlich einstellen würden, statt den Zockern das Geld vorne und hinten reinzuschieben, könnte der Markt sich einfach selbst regulieren, und "greed and stupidity", wie es hier so schön heißt, würden bestraft. So aber rentieren sie sich sogar.
Das Ausmaß der damaligen Finanzkrisen in Amerika (1929) und Japan (1989) wird von der heutigen weit übertroffen. Alle drei haben ihre Ursache in einer unverantwortlichen Ausweitung von Krediten. Billiges Geld signalisierte kein Risiko.
Der niederländischen Tulpenzwiebel-Hausse oder besser -Manie entspricht heute der von Krediten abgeleitete Derivate-Manie, welche - finanzmathematisch - Subprime- Kredite zu AAA-Papieren aufhübschen sollte. Dieses Unterfangen ist an der Tatsache gescheitert, dass der Preis des ursprünglichen Underlying, nämlich Immobilien, nicht ewig gestiegen ist.
Die Gefährlichkeit der jetzigen Situation besteht darin, dass selbst die Akteure nicht wissen, wie der Giftmüll (toxic waste) bewertet werden kann, der in den Büchern ist. Aus diesem Grung trauen sich die Banken nicht mehr gegenseitig über den Weg, was zu einer Liquiditätsklemme geführt hat, die ihre Fortsetzung in einer - für die reale Wirtschaft - substantiellen Kreditklemme finden wird.
Im Übrigen werden bis an den Hals verschuldete Verbraucher oder Unternehmen von vom Staat, ergo Steuerzahler, entschuldeten Banken sowieso keine Kredite bekommen, was den wirtschaftlichen Sinn eines Bailouts einer maßlosen Finanzelite zusätzlich infrage stellt.
Wer, wie die Verantwortlichen, Schulden macht, der soll sparen. Auf Chemnitzer Hartz-VI-Niveau.
Solche Leute sollten von dem leben, was sie ihren Opfern zumuten.
Der Kapitalismus in seiner Gier, der verreckt jetzt hier.
Genug mit dem neoliberalen Terror!
Witzig finde ich vor allem, dass das ganze vom Februar stammt. Wozu braucht man bei solcher Comedy noch Realität.
@otti
Wegen der Unsicherheit an den Märkten kann es durchaus sein, dass das gleiche Verhalten welches zur Blasenbildung führte nun auch in die andere Richtung wirkt. So gesehen könnten die Staatsinterventionen durchaus sinnvoll sein (kurz und mittelfristig, zumindest. Vom so geschaffen moral hazard soll hier mal nicht die Rede sein). Bricht das Bankensystem zusammen, sind es (wie interessanterweise im Clip am Ende auch diskutiert) nicht nur die 'Banker und Börsianer' die das zu spüren kriegen sondern alle. Das kann im Interesse von niemandem sein (staatsinterventionistischer Sündenfall hin oder her). Hier muss man wohl einfach pragmatisch sein und das kleinere Übel vorziehen.
Ein Effekt der Krise wird vermutlich auch sein, dass die Banken mehr kontrolliert werden von Staates wegen und das scheint ja durchaus in deinem Sinne zu sein. Mit sozialistischen Kampfsprüchen zumindest wird wohl weniger zu erreichen sein.
Bis jetzt scheint die Finanzkrise sich ja nicht zu sehr auf die Realwirtschaft ausgewirkt zu haben. Touch wood (and watch Bird and Fortune).
@Ali
> Wozu braucht man bei solcher Comedy noch Realität.
Muss wohl heißen: Wozu braucht man bei solcher Realität noch Comedy. Entschuldige die Besserwisserei meinerseits, aber ich bin mir sogar sicher, dass jede der "Interview"-Antworten entweder wörtlich oder doch zumindest in einer inhaltskorrekten Zusammenfassung von echten Finanzmarkt-"Experten" entlehnt wurde. Nur wenn diese Experten so etwas sagen, glaubt jeder, das hätte tatsächlich einen Sinn. Ein klassischer Fall von neuen kaiserlichen Kleidern – nur dass hier nicht Kinder, sondern "Narren" die Wahrheit sagen mussten.
Warum benutzen eigentlich die Scheiss-Ökonomen immer den Begriff "die Steuerzahler", wenn es korrekt heissen sollte: "wir"?
Und: warum benutzen die Scheiss-Ökonomen immer den Begriff "wir", wenn er nicht angebracht ist?
Wie schon Konfuzius sagte: wer die Begriffe richtig gestellt hat, hat automatisch alle wirtschaftlichen Probleme und sozialen Probleme gelöst...
Absolut korrekt, dass der Kongress das 700 Mrd. $ Paket abgelehnt hat. Das wäre ein Freibrief für die Wallstreet gewesen und wieder verzockt worden. Es heißt jetzt zu überlegen und weise zu handeln.
Nach Steinzeit, Eisenzeit, Gründerzeit hat das Milliardenzeitalter begonnen - ausgelöst durch 3 B - Börsianer + Banker = Banditen.
Mit Gigagrüssen,
Wolf Wehran
Nach der Steinzeit, der Eisenzeit, der Gründerzeit sind wir im Milliardenzeitalter angekommen. Ausgelöst durch 3 B - Börsianer + Banker = Banditen.
Mit Gigagrüssen!