Blog durchsuchen
Profil
Zeittaucher ist ein Blog von Christian Jung mit aktuellen Themen zur Zeitgeschichte, historischen Gegenwart und Kriminologie.
Letzte Einträge
- Programm des 49. Deutschen Historikertags 20120 Kommentare· 17.05.12
- Tagung zum Wissenschaftsblogging am 9. März 20120 Kommentare· 22.02.12
- Geschichte aus der Steinzeit: Wie das ZDF 1996 über das Internet berichtete9 Kommentare· 08.02.12
- Die richtigen Worte finden - Kommunikationstraining für Wissenschaftler0 Kommentare· 31.01.12
- Zeitzeugen zur DDR-Geschichte: Neues Internetportal5 Kommentare· 17.12.11
Kommentare
- Michael Friedrich · 14.05.12 · 16:28 Uhr DDR-Opferrente immer noch zu niedrig
- Stephanie Gern · 13.05.12 · 11:49 Uhr Geschichtswissenschaften und Web 2.0 (Basel 11/10)
- Renate · 12.05.12 · 16:36 Uhr Der unauffällige Massenmörder aus der Nachbarschaft
- Sabrina · 30.04.12 · 21:56 Uhr Mondgesteuerter Schwärmflug der Maikäfer und Hirschkäfer
- awmrkl · 20.04.12 · 02:37 Uhr Geschichte aus der Steinzeit: Wie das ZDF 1996 über das Internet berichtete
Blogroll
Kategorien
Archiv
« vorheriger Beitrag · nächster Beitrag »
17.03.11 · 19:00 Uhr
Tschernobyl-Foto-Ausstellung in Mannheim: Leben nach der Strahlung
Kategorie: Kultur · Kommentare: 6
Das Thema könnte nicht aktueller sein. In den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen wird ab Sonntag eine Fotoausstellung des russischen Fotografen Andrej Krementschouk gezeigt. In dieser dokumentiert der Fotograf in über 110 Bildern das Leben in der seit 1986 atomar verstrahlten Umgebung des ukrainischen Unglücksreaktors von Tschernobyl, die in den vergangenen drei Jahren entstanden. Gestern hatte ich Gelegenheit, mir die Ausstellung des 37-jährigen in Leipzig lebenden Künstlers vorab anzusehen.
Ausgestellt sind bis zum 31. Juli 2011 vor allem Porträts, Landschafts- und Architekturaufnahmen rund um die 30-Kilometer Sperrzone mit einem Schwerpunkt auf der heute geplünderten und verlassenen Stadt Prypjat, die einst 50000 Einwohner hatte. Trotz des Verbots haben sich in der 30-Kilometer-Sperrzone wieder mehrere hunderte vor allem alte Menschen niedergelassen. Die Zone liegt neben der Ukraine auch in Weißrussland, ist dort aber nicht eingezäunt. Die Menschen nehmen die erhöhte Strahlung ihrer Umgebung in Kauf, da sie ihre Heimat nicht verlassen wollen. Außerhalb der Zone leben die teilweise sehr armen Menschen, darunter auch viele Kinder, in ärmlichen Verhältnissen. Auch hier ist ihre Umwelt massiv vergiftet.
Die geisterhaft anmutenden Bilder lassen den Betrachter auch wegen der vielen Details wie den zurückgelassenen, auf dem Boden liegenden Bänden einer Bücherei oder einem Turnpferd in einer Fitnesshalle erschauern. Nach dem Reaktorunfall 1986 waren 116000 Menschen evakuiert und 240000 umgesiedelt worden. Neben dem Atomreaktor, den mittlerweile auch Katastrophentouristen besuchen (Tagestouren ab Kiew für etwa 100 Euro / Buchung über das Internet) ist der Fotograf vor einigen Wochen dem Ehepaar Sauko und Olena begegnet. Nach dem AKW-Unfall haben die Mitte-Siebzigjährigen ihre bescheidene Hütte nur für zwei Tage verlassen. Den Besuch der Ausstellung kann ich nur empfehlen, zumal man hier auf fast schon gespenstische Weise erfahren kann, was den Japanern vielleicht noch bevorsteht. (Fotos: © Andrej Krementschouk; Porträt Andrej Krementschouk © CJ)
ZEPHYR - Raum für Fotografie
der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim
C4, 8 - 68159 Mannheim
Autor: Christian Jung· 6 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
Kommentar schreiben
Top5
- Liebe Piraten, lasst uns endlich vernünftig miteinander reden!Astrodicticum Simplex· 14.05.2012
- Risikowahrnehmung: Wenn man vor den falschen Dingen Angst hatAstrodicticum Simplex· 20.05.2012
- Dr. h.c. im Sonderangebot für 39 Euro[sic]· 14.05.2012
- Pi auf dem Einrad!Astrodicticum Simplex· 20.05.2012
- Die Erde dreht sich nicht um die Sonne...Astrodicticum Simplex· 12.05.2012
Top5
- Liebe Piraten, lasst uns endlich vernünftig miteinander reden!Astrodicticum Simplex· 14.05.2012
- Klimaschmock des Monats Mai 2012Primaklima· 20.05.2012
- Die kalte Sonne von Vahrenholt/Lüning: Le Trend, c'est moi!Primaklima· 16.05.2012
- Risikowahrnehmung: Wenn man vor den falschen Dingen Angst hatAstrodicticum Simplex· 20.05.2012
- Der NRW Wahlkampf - eine Analyse mit Noten.Primaklima· 14.05.2012
ScienceBlogs.com
- Doubt and other products: The National Toxicology Program's Report on Carcinogens, bad for whose business?by Elizabeth Grossman As it pursues its anti-regulatory agenda the ...The Pump Handle· 22.05.2012 · 16:39 Uhr
- Weekend Recap: My Annular Eclipse Expedition!A little more persistence a little more effort and what ...Starts With A Bang· 22.05.2012 · 00:11 Uhr
- Water, waterThis image has been going around the intertubes recently I ...A Few Things Ill Considered· 21.05.2012 · 22:59 Uhr
- To be or not to be? The Prevention and Public Health Fundby Kim Krisberg We will pay for this by taking ...The Pump Handle· 21.05.2012 · 15:19 Uhr
- An important revelation regarding Heartland Gate (global warming denialism)Peter Gleick has been cleared of faking a key memo ...Greg Laden's Blog· 21.05.2012 · 12:52 Uhr


Kommentare (6)
Die Fotos sind durchgehend eine einzig Anklage. Tschernobyl war, ist und bleibt ein Verbrechen.
Wir sollten uns schämen.
Dies ist Teil 2:
PMID: 8044094 [PubMed - indexed for MEDLINE]PMCID: PMC2540705Free PMC Article
Significant increase in trisomy 21 in Berlin nine months after the Chernobyl reactor accident: temporal correlation or causal relation?
Sperling K, Pelz J, Wegner RD, Dörries A, Grüters A, Mikkelsen M.
Institut für Humangenetik, Freie Universität Berlin, Germany
Abstract
OBJECTIVE: To assess whether the increased prevalence of trisomy 21 in West Berlin in January 1987 might have been causally related to exposure to ionising radiation as a result of the Chernobyl reactor accident or was merely a chance event.
DESIGN: Analysis of monthly prevalence of trisomy 21 in West Berlin from January 1980 to December 1989.
SETTING: Confines of West Berlin.
RESULTS: Owing to the former "island" situation of West Berlin and its well organised health services, ascertainment of trisomy 21 was thought to be almost complete. A cluster of 12 cases occurred in January 1987 as compared with two or three expected. After exclusion of factors that might have explained the increase, including maternal age distribution, only exposure to radiation as a result of the Chernobyl reactor accident remained. In six of seven cases that could be studied cytogenetically the extra chromosome was of maternal origin, confirming that nondisjunction had occurred at about the time of conception.
CONCLUSION: On the basis of two assumptions--(a) that maternal meiosis is an error prone process susceptible to exogenous factors at the time of conception; (b) that owing to the high prevalence of iodine deficiency in Berlin a large amount of iodine-131 would have been accumulated over a short period--it is concluded that the increased prevalence of trisomy 21 in West Berlin in January 1987 was causally related to a short period of exposure to ionising radiation as a result of the Chernobyl reactor accident.
PMID: 8044094 [PubMed - indexed for MEDLINE]PMCID: PMC2540705Free PMC Article
Das Fazit lautet für mich: wir wissen nicht, ob es einen Zusammenhang gibt, aber er ist nicht auszuschließen.
Das würde für mich bedeuten, daß wir die Möglichkeit in unsere Überlegungen über die Nutzen und Risiken miteinbeziehen sollten, da wir unseren Kindern gegenüber zu der größten möglichen Sorgfalt verpflichtet sind.
Dies ist Teil 1:
Danke für die Bildberichte und die darin enthaltenen Fakten.
Ist alles Ok, wenn alle überlebt haben? Stellen wir die richtigen Fragen? Suchen wir eifrig nach den WICHTIGSTEN Fakten?
Wir wissen es nicht. (Wollen wir es denn wissen?) Wir sollten sehr, sehr vorsichtig sein, denn es geht um das wertvollste Gut, daß es zu schützen gilt. Aber Keimschädigung als Folge von selbst sehr geringfügig erhöhter Strahlung wird seit sehr langer Zeit diskutiert, und die Erkenntnisse sind geeignet zu Vorsicht zu mahnen.
Dies paßte aber lange Zeit nicht in die politische Landschaft.
Ich habe mich in meiner Suche nur auf das Down-Syndrom bezogen.
Die folgenden Links sind auf Deutsch:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1994/0716/berlinrundschau/0383/index.html
http://www.focus.de/politik/ausland/tschernobyl/tschernobyl_aid_21136.html
http://www.ippnw.de/atomenergie/atom-gesundheit/tschernobylfolgen/artikel/b885ac0447/genetische-schaeden-und-fehlbildunge.html
http://www.oberpfalznetz.de/onetz/2598341-118-down_syndrom_ist_auffallend_haeufig,1,0.html
Hier dazu aus PubMed:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9052678
Down syndrome clusters in Germany after the Chernobyl accident.
Burkart W, Grosche B, Schoetzau A.
Institute for Radiation Hygiene, Federal Office for Radiation Protection, Oberschleissheim, Germany.
Abstract
In two independent studies using different approaches and covering West Berlin and Bavaria, respectively, highly significant temporal clusters of Down syndrome were found. Both sharp increases occurred in areas receiving relatively low Chernobyl fallout and concomitant radiation exposures. Only for the Berlin cluster was fallout present at the time of the affected meioses, whereas the Nuremberg cluster preceded the radioactive contamination by 1 month. Hypotheses on possible causal relationships are compared. Radiation from the Chernobyl accident is an unlikely factor, because the associated cumulative dose was so low in comparison with natural background. Microdosimetric considerations would indicate that fewer than 1 in 200 oocyte nuclei would have experienced an ionizing event from Chernobyl radioactivity. Given the lack of understanding of what causes Down syndrome, other than factors associated with increased maternal age, additional research into environmental and infectious risk factors is warranted.
PMID: 9052678 [PubMed - indexed for MEDLINE]
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9373065
Down syndrome and ionizing radiation.
Verger P.
Institut de Protection et de Sûreté Nucléaire, Département de Protection de la santé de l'Homme et de Dosimétrie, Fontenay-aux Roses, France.
Abstract
This review examines the epidemiologic and experimental studies into the possible role ionizing radiation might play in Down Syndrome (trisomy 21). It is prompted by a report of a temporal cluster of cases of this chromosomal disorder observed in West Berlin exactly 9 mo after the radioactive cloud from Chernobyl passed. In approximately 90% of cases, Down Syndrome is due to the nondisjunction of chromosome 21, most often in the oocyte, which may be exposed to ionizing radiation during two separate periods: before the completion of the first meiosis or around the time of ovulation. Most epidemiologic studies into trisomies and exposure to ionizing radiation examine only the first period; the Chernobyl cluster is related to the second. Analysis of these epidemiologic results indicates that the possibility that ionizing radiation might be a risk factor in Down Syndrome cannot be excluded. The experimental results, although sometimes contradictory, demonstrate that irradiation may induce nondisjunction in oogenesis and spermatogenesis; they cannot, however, be easily extrapolated to humans. The weaknesses of epidemiologic studies into the risk factors for Down Syndrome at birth (especially the failure to take into account the trisomy cases leading to spontaneous abortion) are discussed. We envisage the utility and feasibility of new studies, in particular among women exposed to prolonged or repeated artificially-produced ionizing radiation
@ares,
Nur Tschernobyl? Ich denke, Atomkraft überhaupt ist ein Verbrechen.
Wieso "Leben NACH der Strahlung"? Die ist dort noch in Jahrtausenden zu messen! Und ebenso wie in Japan werden Kilometer im Umkreis unbewohnbar bleiben, weitere Dutzende Kilometer im Umkreis werden wirtschaftlich wertlos werden, denn wer kauft schon belastetes Gelaende, wenn er woanders unbelastetes erstehen kann, "Grenzwerte" hin oder her?
Wer bedenkt heute schon, dass sich rezessiv vererbte Mutationen -in Taschernobyl wie in Japan- z.T. erst in zehn Generationen, in 200-400 Jahren grausam in Phaenotyp zeigen werden???
Es ist eben passiert und sollte nicht durch Disskussionen in Frage gestellt werden. Wichtig wäre lieber daraus zu lernen um in der Zukunft solche Fehler zu vermeiden.