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11.04.10 · 16:30 Uhr
Langversion des Irak-Hubschrauber-Videos: Die modernen Computer-Kriege sind fürchterlich
Kategorie: Politik · Kommentare: 38
Gestern erzählte mir ein Freund, dass es von dem vor einigen Tagen auf Wikileaks veröffentlichten Irak-Hubschrauber-Video, welches ich ausschnittsweise im Fernsehen sah, noch eine fürchterliche Langversion gebe.
Diese zeige auch durch die hörbaren und im Untertitel zu lesenden Dialoge auf besonders abstoßende Weise, wie die vermutlich jungen amerikanischen Soldaten im Rahmen des wie ein Computerspiel anmutenden Flugpatrouillen-Einsatzes verrohten und unkontrolliert töteten.
Gerade habe ich mir die Langversion angeschaut und muss ihm - selbst ziemlich erschüttert - komplett zustimmen. Da ich das Video auf scienceblogs.de nicht gefunden habe, stelle ich dies ein. Für mich stellt sich dabei die Frage, welchen Sinn die Kriege im Irak und Afghanistan und verschiedene Friedensmissionen und -absichten überhaupt haben, wenn solche Videos die vermeintliche Spitze des Eisberges sind.
Autor: Christian Jung· 38 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (38)
Welchen Sinn die Kriege haben? Um das arme´, unterdrückte Öl zu befreien. Oder um von innenpoltischen Problemen abzulenken. Vielleicht sind die kriege ja auch wirklich dazu gedacht, der Zivilbevölkerung zu helfen, in dem man ihnen westliche Rollen aufzwingt, aber das scheitert an den Soldaten. Junge, teilweise schlecht ausgebildete Menschen in einen Krieg in eine sehr unkomfortasble Gegend zu schicken und zu erwarten, das sie mit der ständigen Lebensbedrohung klarkommen, ist menschenverachtend. Diese Video zurückzuhalten, um diese daraus resultierend Probleme zu vertuschen, auch.
Als der Clip bei Wikileaks auftauchte, habe ich mir überlegt ob ich ihn posten soll und etwas dazu schreiben. Ich habe dann darauf verzichtet weil ich denke, dass das Video nicht nur Abscheu auslöst sondern auch mit einer Faszination für das 'Echte' einhergeht. Es sind aber trotz allem Mitmenschen die da vor laufender Kamera sterben und diese Art von Reality-Show stand für mich persönlich in keinem Verhältnis zum Informationswert. Ich respektiere deinen Entscheid, den Clip zu posten, hoffe aber, dass du dich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen hast.
@Egztr
Ersterem Ansatz stehe ich sehr skeptisch gegenüber. Es ist eine scheinbar so einfach Antwort auf eine sehr viel komplexere Frage. Zu zweitem gibt es eine ziemlich ausführliche Literatur. Ein solcher Zusammenhang konnte darin nie hergestellt werden. Ich würde sagen, dass ist kaum ein Grund.
Wb·
11.04.10 · 17:34 Uhr
Hier gilt: Kommst Du nicht zu ihnen, kommen sie zu dir. Drohnen wären möglicherweise zu präferieren.@ali: Ja, habe ich. Der Informationswert ist auf den ersten Blick gering. Wenn man aber das Video besonders durch die nichtgeschnittenen Längen in der Langfassung anschaut, wird einem bewusst, weshalb moderne Kriege komplett zu hinterfragen sind.
Alexander Stirn·
11.04.10 · 18:57 Uhr
Wobei das wohl leider nicht jedem klar wird. Nicht umsonst werden solche Clips von Medienwissenschaftlern (aber auch Militär-Fans) als "War Porn" bezeichnet, und es gibt regelrechte Sammlungen im Web, an denen sich Leute, die auf so etwas stehen, aufgeilen können.Es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass dieses Video die Spitze des Eisbergs ist.
Es geht noch weiter: http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/afghanistan/article7087637.ece
Ein weiterer lesenswerter Artikel: http://www.911-schwindel.com/terrorexperte-vs-zdf-ist-bin-laden-tot/
Die US-Armee verschleiert und manipuliert wo sie kann. Nicht zu vergessen: Mitarbeiter von Wikileaks wurden massiv verfolgt, verhört und wohl auch bedroht, bevor dieses Video veröffentlicht wurde.
Es gibt leider allen Grund, anzunehmen, dass die Realität noch viel schlimmer und grausamer ist.
Ich habe vielleicht etwas nicht ganz verstanden. was genau ist das Abstossende dieses Videos gegenueber klassischer, sagen wir Vietnam-Kriegsberichterstattung?
Und warum sind jetzt "moderne Kriege" pfui und "klassische Kriege" hui? Muesstet ich im Krieg ins Gras beissen, wuerde ich wahrscheinlich lieber wie in dem Video sterben als von einer normannischen Streitaxt zerlegt zu werden.
Das einzige "Schockierende" an dem Video ist vielleicht die ja allseits bekannte "Distanzierung" der Toetenden von ihren Opfern. Auch ein alter Hut in der Soziologie, vermute ich mal. Der gezeigt Zynismus scheint mir auf keinen Fall ueberraschend. Business as usual.
Wer kann mir also helfen?
@Georg
Ich glaube nicht, dass es abstossender ist als was es in anderen Kriegen zu sehen gab (gibt).
Der Ton der Soldaten ist schockierend, der keinerlei Empathie für ihre Ziele erkennen lässt. Aber auch das ist kaum etwas Neues, noch zwangsläufig überraschend. Irgendwie will ich auch glauben, dass es diese Dehumanisierung braucht um jemanden zu morden.
Neu ist bestenfalls wie einfach und ohne jegliche redaktionelle Entscheidung und ohne Kontext solche Video veröffentlicht werden können. Ich hätte mir aber die gleichen Überlegungen zu einem Clip aus dem Vietnamkrieg gemacht.
Wb·
11.04.10 · 22:23 Uhr
Das fragt sich auch der Wb, zudem: wie kann man nur auf Grund solcher unangemessener milit. Aktionen Einzelner das Gesamtvorhaben in Frage stellen? Nichts dagegen dieses in Frage zu stellen, aber es muss doch schon irgendwie folgerichtig vorgetragen werden (und nicht auf der Emo-Schiene, "Spitze des Eisbergs" etc.), oder?BTW, Soldaten-Speak ist nun mal nicht jedermanns Sache, schwer zu sagen warum die angegriffen haben, irgendwo war zu lesen, dass schlechte Sicht (es ist ja nicht ganz klar, dass gesehen wurde, was das Video zeigt) zusammen mit Kameraobjektiven die Soldaten eine aufständische Aktion (fehlerhafterweise) hat erkennen lassen.
Machen Sie es sich nicht zu billig.
MFG
Wb
Danke Ali fuer die ANtwort. So sehe ich das auch. Ich hatte deinen Kommentar erst anders verstanden. Die Kritik an Christian hier, dass solche Video einen gewissen Kontext brauchen und nicht einfach so hier herein gestellt werden sollten, teile ich.
"Die Antiquitiertheit des Menschen" ist zu diesem Thema (Dehumanisierung) immer wieder lesenswert.
@wb
Vielen der diversen Argumente, die die USA zur Rechtfertigung der Invasion anführten, lag eine gewisser moralischer Anspruch zugrunde. Alles was man im Clip sieht, deutet auf Kriegsverbrechen hin (und es gab viele Vorwürfe in diese Richtung, die den Verdacht nahelegen, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt). Wer mit hohen Ansprüchen ins Feld zieht, riskiert an solchen gemessen zu werden. Kriegsverbrechen passen da äusserst schlecht ins Bild.
Aber was diskutiere ich wieder mit dem Internetpetz. Das führt eh nirgends hin.
@ali
Erläutern Sie bitte, warum "alles auf Kriegsverbrechen hindeutet"!
Und schrieben Sie als Wissenschaftler?
@Wb
Das habe ich hier schon probiert zu zeigen:
http://www.flightforum.ch/forum/showpost.php?p=687295&postcount=15
@Wb
Nein, ich habe keine Lust in den Bärengraben zu steigen um mit dem Braunpelz über Dinge zu diskutieren von denen er wieder einmal viel weniger Ahnung hat dafür aber um so mehr Meinung. Ich habe den Begriff 'Kriegsverbrechen' nicht als beliebiges Totschlagargument verwendet sondern als juristischer Begriff (darum auch die vorsichtige Formulierung). Ihre Durchlaucht kann ja mit Wikipedia beginnen.
@ali
Sie stellen schwerwiegende Behauptungen auf über Kriegsverbrechen - da wäre ein Beleg hilfreich, wenn nicht erforderlich, gewesen.
Gerade da Sie wissenschaftlich zu argumentieren scheinen (und nicht einfach nur ein von der freien Meinungsäusserung gedecktes "Kriegsverbrecher!" raushauen), bestünde nun die Möglichkeit vorzutragen, warum I.E. "alles auf ein Kriegsverbrechen" (im Rahmen des oder eines Völkerrechts) hindeutet.
@wb
Wenn der Wb ein Grundverständnis hätte was alles als Kriegsverbrechen gilt, wäre die Nachfrage nach Belegen unter dem oben geposteten Video kaum nötig. Ich habe sogar den entsprechenden Wikipedia Artikel verlinkt. You can lead a horse to water but you cannot make it drink. Darum wollte ich nicht mit Ihnen diskutieren und ich sehe mich bestätigt. Der Ruf nach 'Belegen' kommt bei Ihnen als Deckmantel für Ahnungslosigkeit und nicht aus einem Interesse eines echten Austausches. Ein Mindestmass an Verarbeitungsfähigketi und intellektueller Ehrlichkeit sollte vorausgesetzt werden können. Schon der Hinweise auf 'mehrere' Völkerechte im Zusammenhang mit dem humanitären Völkerrecht zeigt, dass der Wb von diesem ähnlich viel Ahnung hat wie von gewissen theologischen Konzepten (und wohl ebenso unfähig ist, dies zuzugeben). Ich werde ihm nicht das offensichtliche erklären. Dafür ist mir meine Zeit zu schade. Bitte erwarten Sie keine Antworten auf so dumme Fragen ohne eine Anstrengung Ihrerseits.
@ali
Mal das ständige Ad Personam weglassen, wir sind hier nicht im Kindergarten, der Webbaer hat den Sachverhalt vorab (vor einigen Tagen bereits) eingehend geprüft und würde - gerade nach der von Ihnen getätigten Behauptung, dass Kriegsverbrechen offenbar scheinen - gerne Bezugspunkte zwischen dem Vorgang und einzelnen Artikeln des Völkerrechts (oder eben einer entsprechenden Ordnung) zur Kenntnis nehmen.
Sie sind weiterhin gebeten den Vorgang zu interpretieren und juristisch zu werten. Wäre das vielleicht etwas für einen Artikel? Trauen Sie sich!
MFG
Wb
@Wb
In der Regel versuche ich tatsächlich auf Argumente zu antworten und nicht Personen. Einige haben jedoch eine Geschichte, die gezeigt hat, dass dies verschwendete Zeit ist. Ihrer Wenigkeit habe ich schon einmal ausdrücklich gesagt, dass ich bei einem solchem Diskussionverhalten in Zukunft nicht mehr in der Lage sein werde, Sie als Diskussionpartner ernst zu nehmen. Trotzdem habe ich hier wieder geantwortet und Sie legen wider das genau gleiche Verhaltensmuster an den Tag. Wahre Ignoranten zeichnen sich dadurch aus, dass sie Unfähig sind, ihr eigenes Nichtwissen zu erkennen. Sie haben sich hervorragend für diesen Titel qualifiziert. Sie müssen wohl ohne meine Antwort leben. Viel Spass noch in Ihrer Blase.
@webbaer
"Ana, agua, bitte."
Besser so
@webbaer
Aber gerade im Kindergarten wird gerne und ausgiebig von sich selber in der dritten Person gesprochen. So sagt meine juengste beispielsweise:
"Ana, agua, bitte."
Die bisher mögliche Sicht, das die amer. Soldaten glaubten bewaffnete und auch schiessende Widerständler angetroffen zu haben, bleibt also undebattiert; in diesem Fall wären wohl keine Kriegsverbrechen gegeben...
Aber warum sollte man diese Sicht auch debattieren, wenn "Emo" reicht, oder? - Kommt vielleicht doch noch was zur Sache?
BTW, noch perverser ist der Drohneneinsatz, da sitzen dann irgendwo, bspw. in einer amer. Wüste, welche und üben Kriegshandlungen vor Ort aus.
Der Krieg ist keine schöne Sache, die Sprache der Soldaten ist oft herb und rauh, man kann nur hoffen, dass dieser (aus Sicht einiger: theosozialistisch motivierte) Konflikt nicht weiter eskaliert - wobei die Datenlage darauf aber eher nicht hindeutet.
MFG
Wb
Redfox·
12.04.10 · 13:44 Uhr
Diese Sichtweise aud PC-Spiele ist doch zirkulär. Diese Spiele wollen immer 'realistischer' werden (Insbesondere Taktic-Schooter)und mit den gestiegen technischen öglichkeiten schaffen sie es, zumindest optisch, auch. Vor 15 Jahren hätte man das noch anders gesehen.Das PC-Spiele gewaltätig machen ist eine sache, der Drill dem die Soldaten vor dem einsatz ausgesetzt waren halte ich da für prägender.
Mittlerweile versucht man ja sogar mit neuem Trainig dagegenzuhalten:
Allerdings nur für Unteroffiziere einer Spezialeinheint, nicht für die gesante Armee.
Mag sein, aber wie sollte so ein Kontext in dieser Situation aussehen? Wer in der Bisherigen Berichterstatung hat einen passenden Kontext gefunden? Wenn man keinen Kontext findet soll man über so ein Video hinweg gehen?
Na sicher, die Soldaten haben Sturmgewehrbeschuss halluziniert, was für eine plausibele Erklärung. Dann ist ja alles gut. Angesichts dessen das Sie der einzige sind der das Wort 'theosozialistisch' verwendet reden sie von sich wohl nicht nur dritten Person sondern auch in der Mehrzahl.Ich wunder mich wirklich was mit Euch los ist - klar keiner von Euch hat vermutlich ein Krieg hautnah erlebt - viele vermutlich nichtmal todesangst gehabt.
zum einen gibt es ein Statement zum Video http://i.imgur.com/twrSH.jpg
zum anderen schauen wir uns mal den Kollateralschaden an der bei einem Bombenteppich im 2.Weltkrieg passiert ist - da ist das hier schon nahezu chirugisch.
Desweiteren habt Ihr mal Chirugen reden gehört, die gehen genauso abgestumpft mit dem TOD um, warum weil es die einzige Möglichkeit ist wie unser Gehirn mit dem permanenten Schrecken umgehen kann. Und im langen Video wird ganz deutlich das die Piloten sehr wohl abwägen und sogar die Schussposition ändern weil sie zu nah an freundlichen Truppen sind - Soldaten die den Feind nicht töten? Und als Soldat ist einem auch klar das wenn nur einer ein RPG hat dann kann er damit den Apache vom Himmel holen - was würdest DU also tun, mal abgesehen davon das man eventuell noch eher ein Schatten als RPG sieht (nicht das Auge sondern das Hirn sieht wie ihr ja wisst), warten bis man getroffen wird oder aus 1,5km den FEIND ausschalten. Mit Dronen wird zwar die virtualisierung noch schlimmer allerdings kann man ohne sein Leben zu riskieren länger abwarten und entscheiden ob es notwendig ist zu schiessen. Der kommerzielle Druck ist natürlich noch stärker da.
Krieg ist schlimm und das wird so einigen durch das Video bewusst.
Selbst wenn ich ein Game spiele versuch ich keine Zivilisten zu erschiessen.Hier wird nicht nur auf einen Bus geschossen der Verletzte abtransportiert.Nein auch am Schluss hätte dieser Gnadenlose Typ 2 Sekunden warten können als ein Passant vorbeiläuft um die Hellfire zu zünden.Feige ist dass.Anstatt selbst hinzugehen wird bei jedem Verdacht geballert.Und wenn der dann in ein Haus verschwindet ..Na knallen wir ein paar Missiles rein..volle Ladung..nice! schön gemacht ..haha.. und dann noch Aussagen beim kleinen Mädchen " Sie seien Schuld wenn sie ein Kind in einen Kampf mitnehmen" ..Welcher Kampf? ...ich bin nur sprachlos wie man so gefühlstod sein kann.
Ich muss @Jack beipflichten. Echte Todesangst war zwar bei mir nicht nicht dabei, aber die so eine oder andere kitzlige Situation. Die mit Abstand harmlosensden waren die Untersuchung der Inhalte von angebl. Antrax-Briefen. (Was noch wesentlich entspannter wurde, als schlüssig erläutert wurde, dass man ernsthafte B- und C-Waffen-Angriffe daran erkent, dass eine Menge Leichen herumliegen und nicht an irgendwelchen Pülverchen.) Nun ja, wenn die Möglichkeit besteht (ziemlich unabhängig von der Wahrscheinlichkeit), dass man in Kürze die A.backen zusammenkneift, sieht die Welt schon ganz anders aus. Mit einem Minimum an Fachwissen und Geschick lassen sich übrigens recht hässliche Dinge basteln, deren Reichweite vielleicht nur bei ein paar Dutzend oder einigen Hundert Personen liegt, aber für die Betroffenen reicht diese durchaus für eine finale Lösung.
Erscheint die Bedrohungslage sehr viel realer und gefährlicher, dürfte das 'erst schießen, dann fragen' zu einer verlockenden Option werden. Wie es einem 'hartgesottenen Kämpfer' dann so geht, wurde m.E. sehr gut im zweiten Teil von "Full Metal Jacket" dargestellt, inkl. der unterschiedlichen Reaktionen auf die Situation(en) und inklusive des wohl(?) zwangsläufigen Zynismuses nach kurzer Zeit.
Wie mutig man übrigens ist, weiß man erst, wenn man in einer gefährlichen (lebensbedrohlichen) Situtuation steckt; viele haben sich schon in beide Richtungen ganz fürchterlich geirrt.
@Redfox
Theo Socialism
Eventuell auch t:2:44+ anschauen ("RPG", "we had a guy shooting"), das ist Ausschnitt einer Einsatzsituation, zudem eine Bedrohungssituation
@wb: Dumm nur das es sich bei der RPG um eine Videokamera handelt.
Ich habe mir auch das ganze Video angesehen und bin auch der Meinung die Kameras sehen aus wie Waffen und wenn diese miese Bordkamera das einzige Aufklärungsmittel zur Identifikation war, dann hätte ich es auch mit Waffen verwechselt.
Der eigentliche Skandal ist nicht die Tatsache das fälschlicherweise Zivilisten beschossen (schlimm genug!) wurden, sondern das man gezielt die Sache vertuscht hat.
Wurde die Sache vertuscht oder von der Militärgerichtsbarkeit bearbeitet und als "collateral damage" abgebucht, dabei die Öffentlichkeit uninformiert gelassen?
Sollte, um einer "Vertuschung" vorzubeugen, der Vorfall (oder vglb. Vorfälle) einer nichteingebetten (vs. eingebetteten) Journalistenschaft inklusive Belegmaterial zV gestellt werden?
In diese Richtung muss debattiert werden...
Zudem stellt sich noch die Frage nach dem Zusammenwirken von Straf- und Völkerrecht und dem Militärrecht. In den Staaten ist man anscheinend der Meinung, dass kriegerische Auseinandersetzungen in einem anderen Kontext als dem militärrechtlichen nicht juristisch gewertet werden können.
Herr Ali Arbia hätte hier beitragen können, vllt überlegt er sichs ja noch mal, ist ja sein Fachgebiet. Herr Zeittaucher bleibt sicherlich am Ball.
MFG
Wb
Abgesehen von der Tatsache dass dieses Szenario täglich passieren kann/passiert ist es doch ein Zeichen für unser Bewusstsein wie wir mit Medien/Meldungen umgehen. Der Tod eines schwarzen Pop-Musikers erregt mehr Empörung, Trauer und Wut als mehrere hingerichtete Zivilisten/Journalisten.
Die Soldaten sind Kinder unserer Zeit und heute ist bereits alles vergessen (welchen Folgen die 2 zu erwarten haben sei dahingestellt) aber wen interessiert das überhaupt noch?
Und wb - was soll man da am Ball bleiben?
Pentagon durchklingeln?
Generäle um ein Interview bitten?
Mehr als das Futter für die Massen wird man nicht mehr erfahren...und selbst wenn - Wen interessiert es dann noch?
Traurige Grüße
Andreas
Wb·
12.04.10 · 22:23 Uhr
Es ist immer gut am Ball zu bleiben, die Blogs haben gegenüber den Standard- oder "Qualitäts"-medien den Vorteil direkter und von kommerziellen Interessen unbeeindruckt (zumindest theoretisch :-) Sacharbeit leisten zu können, also zu informieren und bei der Bewertung behilflich zu sein.Was den Webbaeren z.B. ankotzt, er hat zurzeit einen gewissen zeitlichen Freiraum und in den letzten 3-4 Tagen die Medienlage gescannt, ist, dass bestimmte Ereignisse unberichtet und unbearbeitet bleiben, ganz anscheinend bestimmten Interessen folgend - hätten Sie bspw. gewusst, dass vor einigen Tagen 29 Minenarbeiter in den Staaten verschüttet worden sind? - Nein?, OK, hierzu wurde auch auffällig wenig berichtet.
MFG
Wb
@Christian Jung: Ich finde, der Artikel geht am Thema vorbei. Es ist doch nicht die Frage, ob sich Menschen in Kriegssituationen (ob absichtlich oder unabsichtlich jetzt mal sowieso dahingestellt) abartig verhalten. Das tun sie, und das schon seit dem es Kriege gibt: Massenvergewaltigungen, Massenvernichtung der Zivilbevölkerung, etc. pp., das sind doch alles keine Erfindung der Neuzeit.
Die Frage ist doch eher, warum ausgerechnet wikileaks darüber berichtet. Netzwertig.com (gefunden via bildblog), hat sich kürzlich, wie ich finde sehr treffend, dazu geäussert: http://netzwertig.com/2010/04/07/wikileaks-die-medien-haben-versagt/
@fips der affe
soweit mir bekannt und auch in dem statement heist es das neben den kameraleuten rpg und ak47 gefunden wurden, zu der "miesen" bordkamera muss man wissen das youtube nicht die volle auflösung der kamera wiedergibt (der kompas zb ist sonst gestochen scharf) und die kamera filmt aus ca 1,5km entfernung.
@smokinggun
ich gebe dir recht das es sehr gefühlskalt ist, aber die soldaten dort sehen aus wie die zivilisten und halten sich an nix die nehmen auch kinder zum schutz mit (vermutlich nicht die eigenen) und natürlich ist das ein vorurteil aber wenn die kamaraden mit denen du noch gefrühstückt hast plötzlich tod sind - dann wird eben alles was nach iraker aussieht als potentieller "terrorist, bedrohung und Feind" angesehen. Und der "zivilist" was macht dich so sicher das es einer ist?
allerdings ist es auch so das selbst ein rpg für ein apache in 1km entfernung keine ernsthafte Bedrohung darstellt, wohlaber wenn man näher rangeht.
was ich aber sehr schlimm finde (mal abseits vom krieg ansich) ist wie jitpleecheep schon anschneidet - wieso hat das militär das Video nicht rausgegeben (auf anfrage von Reuters damals) obwohl eigentlich nichts drauf ist was für einen Krieg so ungewöhnlich wäre. Und eigentlich gibt dieser thread schon eine Antwort, weil es viele nicht verstehen würden was dort passiert. Es gibt massenhaft Video Material das nicht in Nachrichten gezeigt werden kann weil es zu grausam ist - was nicht in die gewohnten Vorstellungen passt. Und natürlich lässt sich der Krieg noch schlechter verkaufen wenn die leute sehen was dort passiert. Ihr wisst ja das allein dieser Krieg weitmehr Geld kostet/einbringt als bei der bankenkriese verloren ging. Und das Video ist ja auch nichts wo sich die USA mit Ruhm bekleckert. Im Krieg gibt es eben nur Verlierer (und angesichts der technik aus USA ist es auch ein sehr unfairer krieg) aber marketing propaganda und werbung verschleiern dies gerne.
Wieso suchen die denn keine Deckung, wenn es bewaffnete Kämpfer sind? So ein Hubschrauber ist doch nicht unsichtbar und unhörbar.
@stefan W
wie erwähnt der Heli ist über 1Kilometer weit weg, Macht den Versuch und schaut Euch mal ein Gebäude aus 1km an (maps helfen). Gesehen haben die vermutlich nichts und gehört nur ein leises schnattern. Das ist wie ein Heckenschütze aus der Luft.
http://de.wikipedia.org/wiki/Hughes_AH-64 bei dem Hellfire Angriff ist er vermutlich noch weiter weg. Wenn Ihr aber mal die Zeit nehmt vom hören der Bordkanone (cockpit micro) und dem Einschlag auf dem kamerabild: Die 30mm Bordkanone m230 hat eine mündungsgeschwindigkeit von 800m/s
@Helmut
Bitte sein Sie etwas sachlicher, der Wb ist nonkonform, also nicht ideologiegebunden, begrüsst aber das Gegebene grundsätzlich, der Webbaer kennt Sie nicht, Sie kennen den Wb nicht.
Haben Sie wirklich den Eindruck, das sich der Wb nicht um eine sachbezogene Kommentierung bemüht hat?
MFG
Wb
PS: Der Webbaer ist ein wenig inspiriert vom Biblothekar (discworld, Terry Pratchett), mit dem Unterschied, dass er der Artikulation fähig ist.
@Helmut E.
Wie leicht man eine Situation falsch einschätzen kann, beweisen Sie selbst sehr anschaulich. Und Sie befinden sich vermutlich nicht in einem Kriegsgebiet, sondern völlig entspannt vor dem heimischen Computer.
Ich sehe vier Personen mit einem nicht zu identifizierendem Objekt. Zwei dieser Objekte würde ich als Maschinengewehre bezeichnen.
Hier noch der Bericht und eine Diskussion des Journalisten David Finkel, der auf Seiten der Amerikaner den 12.07.2007 in Bagdad erlebt hat.
@itz
Bitte um genaue Zeitangabe, wann diese 4 Personen zu sehen sind und welche der beiden Sie als bewaffnet bezeichnen würden. Vielleicht habe ich zu wenig Fantasie, aber ich sehe das nicht.
Jene Menschen, die versuchen Hilfe zu leisten, sind (sehr gut erkennbar) definitiv unbewaffnet. Sowohl die Personen aus dem Minivan als auch die Menschen die gegen Ende des Videos versuchen, in das zerstörte Gebäude zu klettern. Mord ist Mord.
@Helmut E.
Da wären einmal der Fotograf Noor-Eldeen und sein Assistent Chmagh mit der jeweiligen Ausrüstung (ca. 1:40).
Und die zwei Herren mit den vermutlichen Maschinengewehren. David Finkel schreibt es handelt sich dabei um eine AK-47 und um ein RPG. (ca. 2:05; links im Bild, gestreiftes Shirt. Kommentar des Piloten: „He’s got a weapon too“).
Und ob jemand „definitiv unbewaffnet“ ist, werden Sie wohl kaum anhand dieses Videos erkennen können.