Blog durchsuchen
Profil

Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Kommentare

« vorheriger Beitrag  · nächster Beitrag »

17.06.11 · 18:37 Uhr

April im Sommer

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 6

Irgendwie ist es zu schwül für April, aber was heute (17.6.11) im Netz steht, klingt nach einem Aprilscherz der besonderen Art. Die Nachricht handelt von Craig Venter, dem Genmaverick, der der US-amerikanischen Defense Advanced Research Project Agency DARPA vorgeschlagen hat, "fragmented human genomes" in Richtung der Sterne zu schicken, wo sie "upon arrival" rekonstruiert werden könnten, was zu der ersten interstellaren Ziviligesellschaft führen könnte.
Venter ist ja nur nett. Er will den neuen Sternenbürgern die Probleme abnehmen, die mit den großen Entfernungen im Kosmos und damit mit den langen Reisezeiten auftauchen. Es dauert eben Jahrzehnte wenn nicht Jahrhunderte, um Lichtjahre mit normaler Geschwindigkeit zu überwinden, aber der DNA machen solche Zeiträume sicher nichts aus. Wie Venter die Rekonstrukteure des Lebens ebenfalls dorthin bekommen will, erfahren wir aus der Meldung nicht. Aber das muss ihn nicht weiter bekümmern. Denn wenn seine Fragmente wo immer auch ankommen, wir er selbst längst über alle Berge sein. Man sieht erneut - alte Männer sind gefährlich, das sie keine Zukunft mehr haben.
Übrigens - wenn es eben "seine Fragmente" hieß, dann ist das so gemeint. Venter wird sicher dafür sorgen, daß die Fragmente seine eigene DNA enthalten. Alles andere spielt für ihn keine Rolle.

 

Autor: Ernst Peter Fischer· 6 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

Kommentare (6)

Kommentar-Direktlink Björn Reinhardt· 17.06.11 · 19:20 Uhr

Wieso sollte es ein Problem sein, dass die DNA so lange unterwegs ist? Dinosaurier-DNA ist 65 Millionen Jahre alt, im Jurassic Park hat sie aber noch glänzend funktioniert.

Author Profile Page Jörg· 17.06.11 · 19:32 Uhr

Abgesehen davon, dass die Dino-DNA auch nur im Film noch gut erhalten ist, gibt es sowas wie kosmische Strahlung die die zerstören wird, wenn man nicht eine gewaltige Bleibüchse drum baut.

Kommentar-Direktlink Anhaltiner· 17.06.11 · 19:48 Uhr

Spielt es eine Rolle das die Empfänger interstellare Raumfahrt betreiben müssten? oder will er darauf hoffen das ein Stern die Sonde einfängt und am besten noch in einen Orbit um einen bewohnten Exoplanet landet? Damit das ein Erfolg wird muss es ein Milliarden Projekt sein! ( ich meine jetzt nicht USD oder Euro sondern Sonden :-o )

Kommentar-Direktlink Geoman· 17.06.11 · 20:16 Uhr

Alte Männer sind nicht gefährlich, denn was sollte an Venters Experiment bedrohlich sein, sondern sie können egoman und lästig sein, wie Herr Fischer zum wiederholten Mal zeigt.

Kommentar-Direktlink Stefan II· 21.06.11 · 13:35 Uhr

Venter träumt ja nur von der Singularität und Nerd Rapture. Harmlose Spinnerei.

Kommentar-Direktlink junia· 23.06.11 · 15:40 Uhr

ist es zwingend, dass die DNA im Weltraum vollkommen zerstört wird? Was ist, wenn die Strahlen bewirken, dass sich aus der DNA zuerst niederes Leben entwickelt, wenn die Sequenzen in die verschiedensten Bestandteile zerlegt werden - und irgendwann später höheres Leben. Wäre das möglich?

Kommentar schreiben

Netiquette·AGB

 

ScienceBlogs.com

mehr auf www.scienceblogs.com »