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Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
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25.01.11 · 08:58 Uhr
Rechts-links Kombination
Kategorie: Kultur·Medizin · Kommentare: 12
Im Boxen gilt eine Rechts-links Kombination als gute Angriffsstrategie. In der FAZ versucht man etwas Ähnliches, indem man als rechtes Blatt einen Abgeordneten der Linken zur PID (Präimplantationsdiagnostik) zu Wort kommen lässt (25.01.2011, S. 10). Es ist Wolfgang Neskovic, der dagegen ist und sich dabei zugleich Sorgen um das wissenschaftliche Wissen der Menschheit macht: "Was wüssten wir heute über das Weltall", so fragt der Justitiar der Fraktion Die Linke, "wenn man Hawkings Erbanlagen aus einer Petrischale in den Müll geworfen hätte?" Ich vermute, der Autor meint, "Was wüsste ich heute ..." und so weiter, denn offenbar ist ihm entgangen, daß es vorher jemanden wie Albert Einstein gegeben hat, der zudem auf den Schultern von Riesen wie Newton stehen konnte und so weiter. Außerdem scheint dem Justitiar entgangen zu sein, daß Hawkings Eltern überhaupt keine Veranlassung zu einer PID gehabt haben, und so weiter. Der Linke macht sich Sorgen, daß der Mensch mit der Pipette die Evolution gestaltet. Mir macht es Sorgen, wenn eine Partei die Rolle der Pipette übernehmen soll, wie es vor gar nicht so langer Zeit geschehen ist. Auf diese Recht-links Kombination muss ein Kinnhaken folgen.
Autor: Ernst Peter Fischer· 12 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (12)
Die Verbindung zwischen
"Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung." in Ihrem Profil
und
"In der FAZ versucht man etwas Ähnliches, indem man als rechtes Blatt einen Abgeordneten "
irritiert mich gerade..
nachdenker,
Du möchtest die Komplexität Deines Weltbildes erhöhen, dann gibt sich die Irritation.
da "weltbild" etwas ziemlich relatives ist, entbehrt es jeder diskussion.
ich verstehe nur nicht warum jemand für die FAZ schreibt und eben diese "anprangert"
oder verstehe ich etwas falsch?
@ nachdenker24
Ja, da versteht der nachdenker etwas falsch. Man kann als Autor für die eine oder andere Zeitung schreiben, ohne ihr seine Seele zu verkaufen. Das geht! Und das geht umso besser, wenn man freiberuflich schreibt.
Ich wusste im übrigen auch noch nicht, dass Mr. Hawking in der Petrischale gezeugt worden wäre. Vielleicht hat der rechtspolitische Sprecher der Linken da bessere Informationen...
es war auch keine verurteilung..ich hab es nur hinterfragt :)
sicher ist´s mir klar, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt :)
zum anderen sollten sich politiker jedweden lagers mal überlegen, was sie da vom stapel lassen. da weiß man nicht mal mehr was man drauf sagen soll..
Sich an "Erbanlagen aus einer Petrischal" aufuzhängen find ich jetzt allerdings ziemlich albern.
Man kann sich z.b. ziemlich einfach vorstellen, dass der Autor sich überlegt hat, dass - wäre Hawking 100 Jahre später geboren worden - dann das Untersuchen von Erbgut Routine ist, und folglich dann der "potentielle Mr. Hawking " auf dem Müll" gelandet wäre.
Ich denke mal, man darf das als Metapher/Gleichnis deuten, dass Mensch nun mal nicht durch seine Gene determiniert ist. Klar - eine aus schweren Genfehlern resultierende Behinderung wird wohl kaum mit der Lebenszeit verschwinden, aber wo ist die Grenze? (so nach dem Motto: "Downsyndrom wird aussortiert, Autismus bleibt am leben, ....")
Zum anderen - den Part mit der "Partei als Pipette" hab ich zum Teil verstanden, die Überleitung/der Zusammenhang wird mir nicht klar und ebenso ob da ein aktueller Bezug gewollt ist, sprich ob gerade eine Partei dabei ist, Pipette zu werden?
Das dämliche Hawkings-Argument (bzw. Abwandlungen davon) ist natürlich ohnehin ein Klassiker: http://www.darwin-jahr.de/evo-magazin/grosse-beethoven-fehlschluss
Was es sonst so zu sagen gibt zu dem Thema? Steht im Wesentlichen hier: http://feuerbringer.com/2011/01/21/die-absurde-pid-debatte/
Im übrigen hat Hawking eine amyotrophe Lateralsklerose (ALS), die nur bei 10% der Betroffenen einen genetischen Hintergrund hat- Mutation im SOD-1 Gen. Die Erkrankung wurde diagnostiziert als er 21 Jhr war. Die Ursache der ALS ist unbekannt
Ja, ja der 'Recht-auf-Rausch-Richter' Neskovic. Hat immer ein paar 'gute' Argumente auf Lager. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen ein paar Urteile aus seiner Lübecker Zeit lesen zu dürfen. Was der am BGH zu suchen hatte, ist mir immer noch schleierhaft. Das "Hawkings-Argument" passt irgendwie zu ihm.
Wer so argumentiert muss auch gegen die Pille und Abtreibung sein, eigentlich gegen jede Form von Verhütung und Familienplanung. Aber ob das der Wählerschaft gefallen würde? Zur Not muss er dann Karriere im Vatikan machen.
Werden bei der PID-Diskussion eigentlich auch die betroffenen Eltern gehöhrt?
"Was, wenn Hawkings Erbanlagen im Müll gelandet wären?"
Ganz sicher: Seine Eltern hätten ein anderes Kind gezeugt, das noch intelligenter gewesen und die Menschheit noch weiter voran gebracht hätte!
Sie glauben mir nicht? Sollten sie auch nicht. Ist nämlich reine Spekulation, genau so, wie das Argument von Neskovic.
Präimplantationsdiagnostik anhand solcher Gedankenspiele zu beurteilen ist nun wirklich völlig Banane. Ein Entscheidung muss im Rahmen ihrer absehbaren Folgen und möglicher Risiken bzw. Vorteile beurteilt werden, nicht anhand von Wissen, das wir 50 Jahre später besitzen.
Sonst kann ich nämlich auch gleich in der Zeit zurückreisen und einen gewissen österreichischen Briefkartenmaler abtreiben. Wenn das kein Argument pro-choice ist!
die hier betriebene auseinandersetzung ist schon billig. Sie folgt der idee. Erst die positionen des gegners zu versimplifizieren, um ihn dann wirksamer kritisieren zu können. Erstmal ist die kritik an der pid nicht an links oder rechts festzumachen. Was übrigens auch für die hobbypolitologen hier erkennbar georden wäre, wenn sie den pid-artikel auch gelesen haetten. Darin ist von zwei fraktionsuebergreifenden gruppenantraegen die rede. Zweitens ging es neskovic nicht darum, überlegungen zur existenz beruehmter physiker anzustellen, sondern die entscheidungsfaehigkeit hinsichtlich des wertes menschlichen lebens in zweifel zu ziehen. Drittens; für seine duemmliche ueberheblichkeit hatte der verfasser des sprachlich armen textes im blog oben selbst einen kinnhaken verdient.