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Profil

Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

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17.10.10 · 13:27 Uhr

Das Sarrazin Wunder

Kategorie: Kultur·Politik  ·  Kommentare: 8

Merkwürdig, merkwürdig - während im Feuilleton noch geschimpft wird und die klugen Köpfe in den Redaktionen noch einmal erläutern dürfen, wie viel besser als der Buchautor Sarrazin sie über das Biologische im Sozialen und das Biologistische im Geistigen Bescheid wissen, kommentiert dort niemand die Tatsache, daß die große Politik genau nachmacht, was Sarrazin vorschlägt. Was etwa aus dem Kanzleramt oder dem SPD-Parteizentrale zu hören ist, steht genauso bei Sarrazin, wobei anzunehmen ist, daß sich dort niemand Sorgen darüber macht, ob dies jemand merkt. Dazu müsste man das Buch über unsere Abschaffung schon lesen. Das schaffen viele aber nicht. Vielleicht sollte man das Lesen abschaffen, um die Chancengleichheit zu sichern. Im Fernsehen ist alles auch viel schöner und die Moderatoren grinsen so vergnügt. Ahnungslosigkeit macht lustig. Aber Vorsicht - das steht bei Sarrazin nicht. Der ist agiler.

 

Autor: Ernst Peter Fischer· 8 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

Kommentare (8)

Kommentar-Direktlink Klaus· 17.10.10 · 14:06 Uhr

Die Politclowns reiben sich immer noch verwundert die Augen, während die Bevölkerung anfängt sich zu emanzipieren!
Dazu hat das Buch von Herrn S. sicherlich Anstoß gegeben. Aber Neu ist die Problematik nun beileibe nicht!
Halten wir zunächst fest:
Über eine Millionen verkaufter Bücher x rd 6.50 Euro Netto (ohne Märchensteuer) macht über 6 Millionen Euronen (Ja ist denn schon wieder Bescherung?). Ende des Geldvermehrungsstroms noch nicht in Sicht.
Da sach nochmal einer unsere Bankster wären nicht fähig'!

Kommentar-Direktlink Grundumsatz· 17.10.10 · 16:26 Uhr

Aus der SPD-Parteizentrale ist zu hören, dass den "Minderwertigen" die finanzielle Grundlage zum Kinderkriegen genommen werden soll? So dass sich nur noch die "Hochwertigen" vermehren? Das sagt die SPD? Kaum zu glauben.

Kommentar-Direktlink Sven Türpe· 19.10.10 · 19:59 Uhr

Die Politclowns reiben sich immer noch verwundert die Augen, während die Bevölkerung anfängt sich zu emanzipieren!

Nein, wir befinden uns nicht in einer revolutionären Situation. Die ewige Widerholung solcher Umsturzhoffnung macht sie nicht realistischer. In Wirklichkeit geht es uns mit der real existierenden Politik und ihren wohlbekannten Unzulänglichkeiten ganz gut, so gut, dass wir sogar Zeit zum Nörgeln und für aufgeregte Debatten haben. Wir sind in der Mehrheit außerdem klug genug, windigen Perfektionsversprechen zu misstrauen.

Kommentar-Direktlink Antikraut· 20.10.10 · 00:24 Uhr

"Dazu müsste man das Buch über unsere Abschaffung schon lesen. Das schaffen viele aber nicht. Vielleicht sollte man das Lesen abschaffen, um die Chancengleichheit zu sichern."
Na ja, man kann halt nicht alles lesen. Im Zweifelsfall lieber Ernst Jünger, der war auch ein Halbfaschist, konnte aber wenigstens gut schreiben.

Kommentar-Direktlink Agnes· 20.10.10 · 17:14 Uhr

Das ist doch mal eine gute Nachricht:
Sarrazin unterstützt türkischen Fußballverein!
Hier:
http://www.youtube.com/watch?v=j4-qUvi7ozA

Kommentar-Direktlink klaus· 21.10.10 · 10:03 Uhr

@Sven Thürpe
Deshalb empfehle ich den Bundesadler, durch die Michelmütze oder die Tigerente zu ersetzen!

Kommentar-Direktlink buch leser· 01.11.10 · 18:55 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach Sarrazin das Sachinteresse für die Integrations-Debatte ab: "Angela Merkel hat nicht nur mein Buch kritisiert, sie hat auch die Bundesbank indirekt aufgefordert, mich aus dem Vorstand zu entfernen. Außerdem hat sie öffentlich erklärt, dass sie mein Buch nicht gelesen hat und auch nicht lesen wird. Daran mögen Sie das Interesse der Kanzlerin an der Sache, um die es hier geht, ablesen." Zitat Sarrazin. Wie auch immer, man kann dazu stehen wie mal will, Tatsache ist, dass das Thema wieder von der Tagesordnung verschwunden ist. So ist die Politik und dann wundern sich die Politiker, wenn immer weniger Menschen zur Wahl gehen, bzw. extreme Parteien gewählt werden.

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