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Profil

Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

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01.10.09 · 10:50 Uhr

Weder Zurück noch Zufall in der Evolution

Kategorie: Naturwissenschaften

Evolution geht vorwärts und erreicht Fortschritte - das ist klar,leuchtet ein, macht aber trotzdem Problem. Die dazugehörigen molekularen Schritte sollen doch zufällig sein, und dann ist nicht einzusehen, warum sie nicht ebenso gut zurück laufen können. Biologen aus Oregon und Atlanta (Nature 461, S. 515) haben nun gezeigt, warum das nicht so einfach geht. Die Evolution ist wie eine Art Klinkenrad mit Sperrhaken, und solch ein Gebilde geht nur in einer Richtung. Der Rückweg ist mechanisch versperrt. Ein wunderbares Ergebnis, das durch einen wundersamen Wortgebrauch noch besser wird. Die Biologen verzichten endlich auf das wenig aussagekräftige "Zufall" und ersetzen diesen faulen Begriff durch "contingency", also durch Kontingenz. In diesem Wort steckt durch die Vorsilbe "Kon" ein Zusammenspiel, und genau das braucht die Evolution. Sie kommt nicht durch Zufälle weiter (und noch weniger zurück), sondern durch Kontingenz, also dadurch, daß sich Dinge berühren (contingere). Berühren hat viele Vorteile. Greifen wir zu.

 

Autor: Ernst Peter Fischer· 0 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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