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Profil

Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

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02.10.09 · 15:35 Uhr

Gene für den Abfall

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

Das Wort "Gen" stammt aus dem Jahre 1909, und so feiert der Begriff in diesen Tagen seinen 100. Geburstag. Gefeiert wird wenig, d.h. gar nicht. Meine Angebote an Verlage, ein Buch zum Jubiläum zu verfassen, wurden nicht angenommen, was nur eine Feststellung und keine Klage ist. Die Klage kommt jetzt, und zwar über ein Buch, das doch noch zum Thema des Gens erschienen ist und "Das Gen in Zeitalter der Postgenomik" heißt (erschienen in der edition unselig, wie ich sie nenne). Die beiden Autoren wollen eine "wissenschaftshistorische Bestandaufnahme" bieten, wie sie sagen. Und das tun sie auch und zwar so langweilig, daß man Mühe hat, die kaum 120 Seiten Text durchzuhalten. Wenn für die Öfefntlichkeit (für die das Buch doch da sein soll) überhaupt etwas an dem Gen von Interesse ist, dann die Antwort auf die Frage, warum jeder das Wort so gerne benutzt, auch wenn niemand so recht weiß, was gemeint ist, wenn man etwa von "Genen für Tore in letzter Minute" spricht, die bei Fußballmannschaften zu finden sind ("Bayerngene"). Das Gen gehört zum festen Wortbestand unserer Kultur, und eine amtliche Bestandsaufnahme müsste ein paar Sätzchen dazu riskieren. Sonst kann man darauf verzichten. Das Gen ist spannender, als die Autoren denken. Es wird noch da sein, wenn vieles auf dem Abfall gelandet ist.

 

Autor: Ernst Peter Fischer· 1 Kommentar· Permalink· Trackback-URL

Kommentare (1)

Kommentar-Direktlink Webbaer· 08.10.09 · 14:26 Uhr

Spannendes Thema, in der Tat. Der WB weiss was gemeint ist, viele sind aber irritiert, um es vornehm auszudrücken. Die Genkartoffel ist in etwa so positiv besetzt wie das Atomkraftwerk oder die politische Rechte.
Man ist halt sehr technik- und zukunftskritisch in D. Wenn man wenigstens mit den Genen das Klima retten könnte...

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