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Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
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28.10.09 · 12:47 Uhr
Das Genom - kostenlos oder umsonst?
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 6
Im Oktober 2009 fand in dem auf Long Island gelegenen Cold Spring Harbor Laboratorium eine Tagung statt, die sich mit "Personal Genomes" beschäftigte, also mit der Möglichkeit, daß wir eines baldigen Tages als Baisinformation die genetische Information unser Zellen bekommen. Als im letzten Jahrhundert zum ersten Mal über die Offenlegung der drei Milliarden Bausteine eines menschlichen Genoms nachgedacht wurde, kostete das Unterfangen einer vollständigen Sequenzierung noch 3 Milliarden Dollar - ein Dollar pro Baustein. Im letzten Jahr gab es Genome für eine Millionen Dollar, in Seattle kosten sie nur noch 20.000 Dollar, Biotech-Unternehmen sind davon überzeugt, daß sie die genetischen Daten für 1000 Dollar liefern können, und eine Prognose sieht vor, daß Genome bald nichts mehr kosten. Die Technik wird so fortschreiten, daß es nicht lohnt, dafür Rechnungen zu stellen, und das ganze Genom kann in einer Stunde erledigt sein. Das heißt, dann kann die Arbeit beginnen, nämlich die Deutung der Daten. Und sie wird ihren Preis haben. Vielleicht liegt er so hoch, daß niemand seine kostenlosen Genomdaten will. Was nichts kostet, ist auch nichts wert. Vielleicht steht diese Einsicht am Ende aller persönlichen Genome. "Ein großer Aufwand schmählich ! ist vertan" - meint schon Faust.
Autor: Ernst Peter Fischer· 6 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (6)
Die Deutung wird natürlich am Anfang schwer sein, aber schon jetzt gibt es eine Menge Wissen über genetische Faktoren. Wie die Sequenzierung so wird auch die Deutung mehr und mehr automatisiert werden und schliesslich nichts mehr (oder sehr wenig) kosten.
Wenn mir jetz noch einer sagt wozu ich mein Genom brauche, bin ich vollkommen glücklich.
Das siehst Du falsch herum, astrea, eher braucht Dein Genom Dich (also den Körper), um sich möglichst erfolgreich fortzupflanzen. Natürlich ist das alles wechselwirkend, aber letztendlich (im Groben) hat sich nicht ein Körper irgendwann ein Genom zugelegt, sondern Genome einen Körper evolviert. [Der Plural ist Absicht]
Sprechen sie vom DNA-Transistor von IBM?
@astrea falls du damit meinst, wozu du die Information über Genom brauchst: Jemehr wir über das Genom (und Epigenom) wissen, desto mehr fallen Verbindungen von Genen zu Krankheiten auf. Genau wie heute ein großen Blutbild gemacht wird um zu schauen welche Organe krank/gesund sind, kann in Zukunft ein Blick ins Genom helfen um Krankheiten ein- oder auszuschließen.
Webbaer·
30.10.09 · 18:46 Uhr
Der Webbär präzisiert hier gerne: Es handelt sich um Datenerfassung, Informationen werden durch Abstraktion gewonnen, sind ohnehin ein heisses Eisen, und sind von Daten ("Gegebenen") strikt zu unterscheiden. Der werte Autor verweist in der Folge zu recht auf die "Deutung der Daten", die so zu sagen in einer anderen Liga erfolgt und grundsätzlich fehlerbelastet ist. Genkartoffeln und anderem sind in in der Tat und dezent formuliert mit Skepsis zu behandeln. Es könnte immer die letzte Genkartoffel sein. Was natürlich nicht heisst, dass es nicht getan werden sollte, aber auch das weiss der werte Autor.MFG, WB