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Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
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03.08.09 · 14:06 Uhr
Rettung vor dem Internet
Kategorie: Kultur · Kommentare: 2
Der Philosoph Hans Blumenberg hat unsere Zeit einmal durch den Hinweis charakterisiert, daß dauernd Menschen anbieten, ihn zu retten bzw. vor irgendetwas zu bewahren, obwohl er sich gar nicht in Gefahr sieht.
Was hätte er zu der Nachricht gesagt, die gerade (3.8., 14.00h) auf SWR zu hören war? Dort warnt eine Organisation uns vor Betrügern im Internet. Man werde über Hinweise auf Seiten gelockt, auf denen man dann seine Adresse angeben soll - und schon hat man etwas gekauft oder abonniert, wie es - wo sonst - im "Kleingedruckten" steht, wie es tatsächlich über Internetseiten im Radio hieß. Die uns retten wollende Organisation empfiehlt, nichts zu zahlen und statt dessen ein von ihr vorbereitetes Schreiben mit der Bekanntgabe der Verweigerung zu schicken.
Das klingt alles schön und gut, bis man sich fragt, wo man das vorbereitete Schreiben findet. Natürlich im Internet. Und woher weiß ich, daß sich dort nichts Merkwürdiges im Kleingedruckten verbirgt? Wer schützt mich vor meinen Schützern?
Autor: Ernst Peter Fischer· 2 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (2)
Netter Beitrag! Das Leben ist nunmal risikobehaftet und zu viel Verbraucherschutz hebelt die Evolution aus.
Also ich verstehe den Artikel nicht so richtig. Es ist doch das Normalste der Welt, dass Verbraucherschutzorganisationen die Öffentlichkeit über Betrüger aufklären. Es mag sein, dass Sie sich in der Hinsicht nicht sonderlich gefährdet fühlen, ich mich ja auch nicht. Aber laut Polizeilicher Kriminalstatistik (Seite 243) gab es im Jahr 2007 rund 13.000 Fälle von Internetbetrug, immerhin sind das 15,7% aller Betrugsfälle. Grund genug, sich an die Öffentlichkeit zu wenden.
Ist ihr letzter Absatz denn ernst gemeint? Es ist schon überaus unwahrscheinlich, dass eine seriöse Verbraucherschutzorganisation, ihr Klientel über den Tisch zieht. Natürlich stellt sich die Frage, wer denn nun seriös ist und wer nicht, hier ist schlicht das Urteilsvermögen gefragt und ich denke eine Organisation, die im SWR Sendezeit bekommt, kann man durchaus als seriös einstufen.
Letztlich versuchen Verbraucherschutzorganisationen doch nicht, Sie zu bevormunden und Sie "vor dem Internet zu retten", sondern Sie zu wachsamen Handeln und kritischem Denken anzuregen und Sie so vor der einen oder anderen unangenehmen Erfahrung zu bewahren. Wenn Sie nicht auf deren Hilfe angewiesen sind, umso besser. Das ist aber lange noch kein Grund, weshalb man anderen diese Hilfe vorenthalten sollte.