Blog durchsuchen
Profil
Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
Letzte Einträge
- Kunst und Wissenschaft9 Kommentare· 23.05.12
- Wissenschaftssprache6 Kommentare· 13.05.12
- Das letzte Licht6 Kommentare· 07.05.12
- Modisches4 Kommentare· 22.04.12
- Kein Gespräch über Bäume24 Kommentare· 06.04.12
Kommentare
- s.s.t. · 25.05.12 · 10:26 Uhr Kunst und Wissenschaft
- Dr. Webbaer · 17.05.12 · 13:08 Uhr Wissenschaftssprache
- Werner · 11.05.12 · 22:37 Uhr Simulanten
- Dr. Webbaer · 08.05.12 · 19:55 Uhr Das letzte Licht
- michael · 23.04.12 · 22:49 Uhr Modisches
Archiv
- Mai 2012
- April 2012
- März 2012
- Februar 2012
- Januar 2012
- September 2011
- August 2011
- Juli 2011
- Juni 2011
- Mai 2011
- April 2011
- März 2011
- Februar 2011
- Januar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- Dezember 2009
- November 2009
- Oktober 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Frühere Beiträge
« vorheriger Beitrag · nächster Beitrag »
12.08.09 · 07:54 Uhr
Der mündige Patient
Kategorie: Medizin · Kommentare: 5
Wir hätten ihn ja gerne, den mündigen Patienten, und bekommen ihn nicht, wie jetzt erneut bewiesen worden zu sein scheint, und zwar durch eine Studie des seit ein paar Monaten existierenden "Harding Center for Risk Literacy" (FAZ vom 12.8.09, S. N1). Wenn ich das modische "risk literacy" lese, werde ich schon skeptisch, und bei der Fragestelltung erst recht. Das wurde viel Geld und Zeit investiert, um herauszufinden, ob wir Patienten kompetent sind, den Nutzen von Krebsvorsorgeuntersuchungen einschätzenzu können. Herausgekommen ist, daß wir das nicht sind. Wir überschätzen den Nutzen offenbar - ohne daß die Autoren der Studie erklären, warum dann so wenig zur Vorsorge gehen. Am Ende aller Zahlen empfehlen die Herren der "risk literacy", wir sollten endlich ein entspannteres Verhältnis im Umgang mit Unsicherheiten entwicken." Ja, schon, gerne, aber dadurch werde ich kein mündiger Patient. Dazu muss ich erst einmal krank sein. Und dann nützt alle Vorsorgestatistik nichts. Wer über den mündigen Patienten redet, sollte erst einmal eine bündige Studie zustande bringen.
Autor: Ernst Peter Fischer· 5 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
Kommentar schreiben
Top5
- Liebe Piraten, lasst uns endlich vernünftig miteinander reden!Astrodicticum Simplex· 14.05.2012
- Risikowahrnehmung: Wenn man vor den falschen Dingen Angst hatAstrodicticum Simplex· 20.05.2012
- Dr. h.c. im Sonderangebot für 39 Euro[sic]· 14.05.2012
- Pi auf dem Einrad!Astrodicticum Simplex· 20.05.2012
- Die Erde dreht sich nicht um die Sonne...Astrodicticum Simplex· 12.05.2012
Top5
- Liebe Piraten, lasst uns endlich vernünftig miteinander reden!Astrodicticum Simplex· 14.05.2012
- Klimaschmock des Monats Mai 2012Primaklima· 20.05.2012
- Die kalte Sonne von Vahrenholt/Lüning: Le Trend, c'est moi!Primaklima· 16.05.2012
- Risikowahrnehmung: Wenn man vor den falschen Dingen Angst hatAstrodicticum Simplex· 20.05.2012
- Der NRW Wahlkampf - eine Analyse mit Noten.Primaklima· 14.05.2012
ScienceBlogs.com
- Doubt and other products: The National Toxicology Program's Report on Carcinogens, bad for whose business?by Elizabeth Grossman As it pursues its anti-regulatory agenda the ...The Pump Handle· 22.05.2012 · 16:39 Uhr
- Weekend Recap: My Annular Eclipse Expedition!A little more persistence a little more effort and what ...Starts With A Bang· 22.05.2012 · 00:11 Uhr
- Water, waterThis image has been going around the intertubes recently I ...A Few Things Ill Considered· 21.05.2012 · 22:59 Uhr
- To be or not to be? The Prevention and Public Health Fundby Kim Krisberg We will pay for this by taking ...The Pump Handle· 21.05.2012 · 15:19 Uhr
- An important revelation regarding Heartland Gate (global warming denialism)Peter Gleick has been cleared of faking a key memo ...Greg Laden's Blog· 21.05.2012 · 12:52 Uhr

Kommentare (5)
»Wir überschätzen den Nutzen offenbar - ohne daß die Autoren der Studie erklären, warum dann so wenig zur Vorsorge gehen.«
WIR sicher nicht. ich möchte mich in diese sache nicht in geiselhaft nehmen lassen mit leuten, die zwischen relativen und absoluten werten nicht unterscheiden können.
warum so wenige zur vorsorge gehen? (wie »wenige« sinds denn eigenlich?) das hat mit dem (fälschlicherweise) erwarteten nutzen nicht viel zu tun. es rauchen ja auch millionen menschen, obwohl sie wissen, dass es schädlich ist.
ich glaube übrigens nicht, dass die autoren der studie zum ziel hatten, ein »warum« zu erklären. es ging doch wohl eindeutig um das verständnis von prozentangaben.
Weil wir sowieso alle unsterblich sind, zumindest bis 50 oder 60, ist die Vorsorge eine Sache des Hausarztes; "prügelt“ der uns dahin tun wir es, wenn nicht ist es sowieso zu spät! Aber Spaß bei Seite, ich bin überzeugt, dass nur der Hausarzt oder schockierende Beispiele aus der näheren Umgebung unser Verhalten ändern können. Also kann nicht über eine innen kommende, sondern eher von einer gelenkten Mündigkeit gesprochen werden.
Bei Plazeboalarm war neulich auch mal was in die Richtung:
http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2009/04/wir-statistiklegastheniker.php
Also ich kenne den FAZ-Artikel und die offenbar dort beschriebene Studie nicht - aber ich kann mir erst mal kaum vorstellen, dass die Studie nicht "bündig" sein soll.
In dem bei Plazeboalarm verlinkten Artikel von G. Gigerenzer wird offensichtlich, dass nicht nur wir - sondern (viel schlimmer!!!) oft auch unsere Ärzte unmündig sind, was die Interpretation von Chancen und Risiken einer Therapie - oder nur die Interpretation von Untersuchungsergebnissen angeht...
Diese Mündigkeit - oder um den Begriff hier zu bemühen "risk literacy" - täte uns daher durchaus gut, um dann - FALLS wir zum Patienten werden - ein wörtchen mitreden zu können, bzw. die richtigen Fragen zu stellen, bevor wir uns unters Messer legen...
@Microfilosof
Ich glaube Du interpretierst hier die "Mündigkeit" falsch - es geht hier keineswegs darum, dass zu wenige Menschen zu Vorsorgeuntersuchungen gehen - oder gar dass sie das tun sollten... eher im Gegenteil!
Das beste Beispiel ist mein rauchender, Lotto-spielender Kollege, der beim Rauchen denkt: Krebs? Chance 1:1000 - wird schon nicht mich treffen... und beim Tippschein ausfüllen: Lotto-Millionär? Chance 1:14000000 - vielleicht trifft's schon morgen mich!!!
Wie gesagt - die Mündigkeit, mit Risiko-Wahrscheinlichkeiten umzugehen sollten wir im eigenen Interesse erwerben - noch bevor wir zum Patienten werden....
Und eine gewisse "Wurschtigkeit" gegenüber einigen manchmal überzeichneten Risiken ist sicherlich auch nicht verkehrt. Wer will denn schon ewig leben???
Oder wie Erich Kästner es einmal ausgedrückt hat: "Leben ist immer lebensgefährlich!"
Das passt schon zusammen, der Patient ist inkompetent und geht nicht zu Voruntersuchungen.
Ein Ausbau der Voruntersuchungen würde vielleicht dem einen oder anderen ein paar Lebensjahre mehr bringen (wir sind jetzt schon über 80, und da sind die Fürhableber mit eingerechnet), aber das macht - wenn wir ehrlich sind - den Braten nicht mehr fett.
übrigens reden wir nicht von vorsorge, sondern von früherkennung.