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Profil

Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

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05.05.09 · 13:20 Uhr

Grips und Chips

Kategorie: Naturwissenschaften·Technik  ·  Kommentare: 1

Mein Vater hat mich einmal mit der Frage geärgert, "Was ist flüssiger als Wasser?". Nachdem mein Rumraten nichts gebracht hatte, sagte er, "Deine Bitte um mehr Taschengeld - die ist überflüssig."
Überflüssig - das soll die Suche mit Hilfe von Google werden, wie einige Fachleute der Computerbranche möchten, die dabei sind, den Maschinen Semantik beizubringen. Das heißt, die Chips sollen nicht nur Zeichen erkennen, sondern darüber hinaus verstehen könne, was die Zeichen bedeuten.
Semantik galt bislang als uneinnehmbare Hochburg der Sprache, die mit Grips funktioniert, wobei der Twist darin besteht, daß niemand eine Ahnung hat, wie das Gehirn zum Beispiel einer Szene Bedeutung entnimmt. Wenn ein rotes Gebilde sich rasch auf mich zubewegt - wie erkennt das Gehirn, daß dies Gefahr bedeutet?
Die Zahl der Ankündigungen von semantischen Maschinen nimmt zwar zu, aber noch war nicht zu erfahren, wie die Programmierer ihrer Hardware beigebracht haben, Bedeutungen aus Zeichen zu generieren. Das ist sicher am Anfang der Entwicklung noch ein Betriebsgeheimnis. Hoffentlich ändert sich das zum Ende hin. Sonst wird Google nicht flüssiger als Wasser. Ob ein Chip einmal genug Grips haben wird, um sich an dem Wortspiel zu erfreuen?

 

Autor: Ernst Peter Fischer· 1 Kommentar· Permalink· Trackback-URL

Kommentare (1)

Kommentar-Direktlink Uwe Walter· 08.05.09 · 16:03 Uhr

Guter Artikel. Also ich kann mir das naher Zukunft noch nicht so recht vorstellen. Es ist ja doch eine immense Rechenleistung nötig, um das Ergebnis in adäquater Zeit zu liefern. An der Software für so etwas wird ja schon seit langer Zeit gearbeitet.

Es wird sich auch in Zukunft nichts daran ändern, dass ein Computer-Chip nichts anderes als addieren kann. Alle anderen Operationen sind abgeleitete Additionsverfahren. Denken oder Gefühle fehlanzeige, das müsste simuliert werden und braucht dann auch wieder Rechenleistung. Und woher es kommt, dass ein menschliches Gehirn ein rotes, sich schnell auf einen zu bewegendes Objekt als Gefahr erkennt, lässt sich recht simpel erklären.

Ein Erlebnis wird gespeichert und ebenso die Gefühle, die man dabei hatte. Beider wird dann vom Gehirn miteinander verknüft. Oder aber man hat es gelernt, auch hier werden Daten miteinander verknüpft. Nun werden die gespeicherten Erinnerungen mit aktuell erhaltenenen Reizen verglichen und das Resultat ist eine Einschätzung der Situation.

Etwas anderen kann ein Rechensystem auch icht machen! Es benötigt eine riesiege Datenbank, in der diese ganzen Informationen gespeichert und korrekt miteinenader verknüpft sind, um dann die eingegebenen Daten damit zu vergleichen!

Beste Grüße

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