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Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
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03.04.09 · 10:48 Uhr
Bessere Maschinen oder bessere Gehirne?
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 1
Zu den großen alten Männern der Wissenschaft gehört der aus England stammende und in den USA lebende Freeman Dyson, der sich regelmäßig im "The New York Review of Books" zu Wort meldet, dem amerikanischen Intelligenzblatt für die westliche Welt. In der Ausgabe mit dem Datum 9. April 2009 erötert Dyson das Buch von Frank Wilczek, Nobelpreisträger für Physik, das sich mit der "Lichtigkeit des Seins" ("The Lightness of Being") beschäftigt (was mehr meint als die "Leichtigkeit des Seins"). Dyson lobt das Buch, kritisiert aber die Hoffnung des Autors, die bald besser werdenden neuen Experimente am CERN in Genf mit seinem LHC Beschleuniger würde irgendwelchen Klarheiten für die Physik bringen. Um seine Skepsis zu begründen, analysiert Dyson die großen (nobelpreiswürdigen) Entdeckungen der experimentellen Physik zwischen 1945 und 2008 und teilt sie in drei Kategorien ein. Experimente stießen entweder in neue Energiebereiche vor, oder sie wurden präziser oder sie konnten seltenere Ereignisse nachweisen. Die erste Kategorie brachte am wenigsten Fortschritte. Doch genau darum geht es am CERN, und das könnte sich schlecht auswirken. Das Glück - so Dyson - ist nicht bei den großen Maschinen. Vielleicht hilft es den großen Gehirnen. Die sind auch nicht so teuer - wenn man die kostenlose Lieferung durch die Natur nicht mitrechnet.
Autor: Ernst Peter Fischer· 1 Kommentar· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (1)
Das kommt wohl auf die Perspektive an. Brauch man nicht längst eine "Wärmetheorie der Information?" Die Arbeitsstruktur am Cern weist ja selbst nicht nur auf große Maschinen hin, vielmehr organisiert sich hier auch eine Art Sozialgroßhirn oder "Kybiont" als soziale Denk - und Forschungsmaschine. Was den Effekt bei hohen Energien betrifft, denke ich, stößt man da inzwischen in ein Bereich vor, wo man auch die geschichtlich historische "informationelle Energie" der Wissenschaftsgeschichte durchaus als "warme" oder "heiße" Information auffassen müsste. Solche Experimente wie am Cern sind zudem auch Brüter für Nebeneffekte, siehe Internet.