Blog durchsuchen
Profil

Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Kommentare

« vorheriger Beitrag  · nächster Beitrag »

04.02.09 · 18:22 Uhr

Eine kleine Aufgabe für Philosophen

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 22

In der Schule lernen wir, daß Erkenntnis gelingt, wenn wir Begriff und Anschauung haben. Begriffe ohne Anschauung sind leer, und Anschauung ohne Begriffe ist blind, wie es der Königsberger Philosoph Immanuel Kant in seiner "Kritik der reinen Vernunft" notiert hat. So weit, so gut. Für Kant, der sein Leben lang bekanntlich nicht aus Königsberg hinausgekommen ist, finden die Anschauung und die Begriffsbildung daher ganz selbstverständlich am selben Ort statt. Nun ist genau diese Bedingung bei Darwin nicht erfüllt. Seine Anschauung der Natur hat in aller Welt und vor allem auf den Galapagosinseln stattgefunden. Seine Begriffe entstammen aber einer völlig anderen Welt, nämlich der Welt der englischen Industriegesellschaft im frühen 19. Jahrhundert, als die industrielle Revolution soweit fortgeschritten war, daß sie ihren Namen bekam (mehr dazu im erweiterten Text). Wenn wir jetzt zum Erkennen schreiten, können wir die fremden Welten einfach übergehen und die Vögel wie die Menschen verstehen. Und wenn ja - als die besseren oder schlechteren? Stammen wir von Affen oder die von uns ab?

Zur Erläuterung, warum Darwins Begriffe nicht der Natur, sondern der Kultur entstammen, und zwar präzise der seiner Zeit (woraus vielleicht folgt, daß unsere Begriffe anders sind und wir Evolution anders verstehen). Es geht um drei Konzepte - Kampf ums Dasein, Selektion, Divergenz. Sie alle kommen aus der ihn umgebenden Welt der Menschen. Kampf ums Dasein stammt aus einem Buch von 1798, in dem beschrieben wird, was eintritt, wenn es zu viele Menschen für zu wenig Brot gibt - einen Kampf ums Dasein. Selektion stammt von den Züchtern, die aus Rennpferde oder Mastschweine aus waren. Und Divergenz (Diversifizierung) war das Erfolgsrezept der Unternehmen, die auf der Weltausstellung glänzten, die Darwin 1851 in London besucht hat. Wie will man damit Finken auf einem fernen Archipel verstehen? Darwins Theorie bleibt ein Geheimnis.

 

Autor: Ernst Peter Fischer· 22 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

Kommentare (22)

Kommentar-Direktlink Popeye· 04.02.09 · 19:52 Uhr

Ich denke, um etwas zu erkennen und zu beschreiben, müssen die Begriffe nicht aus dem Umfeld des Objekts stammen, sondern der Leser dieser Beschreibung muss die gleiche Definition der Begriffe benutzen wie der Autor.
Das diese "objektfremden" Begriffe sozusagen Krücken darstellen, ist das Problem jedes Forschers, der ins Unbekannte geht. Aber wie dieses Problem lösen und wie will der Forscher dann seine Ergebnisse weitergeben, wenn er dieses Problem gelöst hat?

Kommentar-Direktlink no-one· 04.02.09 · 22:12 Uhr

Ich denke auch, dass die Veränderung der Sprache ein grosses Problem für die Wissenschaft darstellt. Ein gutes Beispiel für eine eigentlich zeitlose Aussage sind Gleichnisse, wie sie in der Bibel zu finden sind. Sie vermitteln Wertvorstellungen in Bildern die wir heute gleich interpretieren wie früher.

Kommentar-Direktlink Der Bo· 04.02.09 · 22:19 Uhr

Irgendwie sehe ich nicht wo das Problem liegt, wenn man für neue Phänomene abstrakte Begriffe aus anderen Bereichen des Lebens übernimmt. Das ist ja im Prinzip das Schöne an der Sprache, dass Begriffe auch auf abstrakter Ebene funktionieren, die man dann auf unterschiedliche Sachen anwenden kann. Im Prinzip funktioniert Sprache nur auf diese Weise. Man zeige mir ein Wort, das im Endeffekt keine Metapher ist. (Selbst das Wort "haben" stellt eine Metapher dar) Wenn man die übernommenen Wörter dann noch kurz erklärt, wie sie im konkreten Kontext zu verstehen sind sehe ich da Überhaupt kein Problem drin. Die andere Möglichkeit wäre neue Begriffe zu erfinden oder Begriffe (meistens unpassendere) aus seinem Fachbereich zu übernehmen und sie für seine Zwecke umzuinterpretieren. Dies hätte aber zur Folge, dass es zu einer ziemlichen Verwirrung käme, wenn derselbe Begriff im quasi gleichen Kontext zwei unterschiedliche Bedeutungen haben würde.
Wie gesagt, ich sehe das Problem nicht. Daraus kann man Darwin nun wirklich keinen Strick drehen.

Kommentar-Direktlink Chupacabra· 05.02.09 · 14:25 Uhr

@Der Bo: Ich vermute mal, das Problem kommt daher, dass viele Menschen "Gleicher Begriff => gleiches Objekt" annehmen. Was dann häufig zu Missverständnissen führt.

Kommentar-Direktlink Brenz· 06.02.09 · 11:38 Uhr

Das Darwin den Begriff der Divergenz aus Darwins Erfahrungen mit der Weltaustellung in London erstanden ist, höre ich hier zum ersten mal. Es würde mich interessieren, hierzu mehr zu erfahren.

Kommentar-Direktlink Michael BW· 21.02.09 · 23:29 Uhr

Darwin hat Begriffe aus seiner Erfahrungswelt für analog scheinende, aber teils völlig andere Konzepte seiner naturwissenschaftlichen Theorien verwendet.

Welche Bedeutung diese Worte in anderen Zusammenhängen hatten, mag wissenschaftshistorisch interessant sein, sagt aber nichts über den Gehalt seiner Lehre oder ihre Verständlichkeit aus.

Ich denke, Darwin hat ausreichende Definitionen geliefert. Tausche in seinen Schriften die drei Begriffe "Kampf ums Dasein", "Selektion" und "Divergenz" gegen Platzhalter wie "Begriff A" bis "Begriff C" aus und an Darwins Deszendenztheorie und den Konzepten, die vormals "Kampf ums Dasein", "Selektion" und "Divergenz" hießen, wird sich nichts ändern.

Und dass "Diversifizierung" direkt dem Ökonomischen entlehnt ist, halte ich eher für ein Gerücht. Denn augenscheinlich wäre die Analogie zu dem, was Darwin damals/ die Evolutionsbiologie heute darunter versteht, sehr schwach.

Kommentar-Direktlink marko· 02.03.09 · 11:10 Uhr

Man muss nur die Sprache der Mathematiker betrachten, um einen Eindruck von der metaphorischen Natur der Begriffsbildungen zu erhalten: Raum, Ring, Körper, Geschlecht, Böschungslinie (usw., willkürlich aufgeschnappt vom Register des dtv-Altas zur Mathematik).

Andere Disziplinen entlehnen ebenfalls Alltagsbegriffe und wenden sie auf neue Konzepte an. Nur die Chemie kann sich vom jahrtausende alten Wortschatz der Alchemie bedienen, dessen Worte wiederum oft Wurzeln im Lateinischen und Altgriechischen haben. Letztendlich müssen wir auf Althergebrachtes zurückgreifen, um uns verständlich zu machen.

Kommentar-Direktlink raivo pommer· 03.03.09 · 02:06 Uhr

Raivo Pommer
Spanische Banken
-raimo1@hot.ee

Die Erste Bank hat überraschend einen neuen Großaktionär aus Spanien bekommen. Die größte spanische Sparkasse, Criteria CaixaCorp, teilte am Montag bei einer Pressekonferenz in Barcelona mit, dass sie über die Börse 4,9 Prozent der Erste-Aktien erworben hat. Die Zukäufe seien schon im Vorjahr erfolgt, sagte Criteria-Chef Ricardo Forensa. Den Kaufpreis bezifferte der Banker mit 628 Mio. Euro.

Die Spanier dürften damit durchschnittlich zwischen 35 und 40 Euro pro Aktie hingelegt haben. Inzwischen ist der Kurs der Erste Bank an der Börse eingebrochen. Am Montagnachmittag kostete das Papier 7,46 Euro

Kommentar-Direktlink David Marjanović· 04.03.09 · 15:42 Uhr

Nun ist genau diese Bedingung bei Darwin nicht erfüllt. Seine Anschauung der Natur hat in aller Welt und vor allem auf den Galapagosinseln stattgefunden.

"Vor allem" stimmt überhaupt nicht. Er erwähnt sie kaum und hat über die dortigen Finken kaum veröffentlicht.

Auch die Implikation, daß seine "Anschauung" nicht zu Hause stattgefunden habe, stimmt nicht. Damals war es schließlich Brauch unter Biologen, alles, was man findet, umzubringen und mitzunehmen.

Kampf ums Dasein stammt aus einem Buch von 1798, in dem beschrieben wird, was eintritt, wenn es zu viele Menschen für zu wenig Brot gibt - einen Kampf ums Dasein.

Der Begriff schon -- aber Darwin war nicht ganz glücklich damit. Er hat ja geschrieben, man solle das nicht immer wörtlich interpretieren: zwar könne man durchaus sagen, zwei hundeartige Tiere kämpften in einer Zeit des Mangels miteinander ums Dasein, aber genauso, eine Pflanze kämpfe mit der Wüste ums Dasein.

"Survival of the fittest" hat er in der ersten Ausgabe auch nicht verwendet.

Außerdem ist noch wichtig, daß die deutsche Übersetzung die Unterscheidung zwischen struggle und fight verliert. Darwin hat struggle verwendet.

Selektion stammt von den Züchtern, die aus Rennpferde oder Mastschweine aus waren.

Darwin redete doch hauptsächlich von der Taubenzucht, oder? Es ging ihm nämlich um die Diversität, die Vielfalt des Lebens.

Und Divergenz (Diversifizierung) war das Erfolgsrezept der Unternehmen, die auf der Weltausstellung glänzten, die Darwin 1851 in London besucht hat.

1851 war das Manuskript längst fertig und in der Schublade…

Wie will man damit Finken auf einem fernen Archipel verstehen? Darwins Theorie bleibt ein Geheimnis.

Verstehe ich nicht.

Und dass "Diversifizierung" direkt dem Ökonomischen entlehnt ist, halte ich eher für ein Gerücht. Denn augenscheinlich wäre die Analogie zu dem, was Darwin damals/ die Evolutionsbiologie heute darunter versteht, sehr schwach.

Genau -- was nämlich in der Evolutionsbiologie darunter verstanden wird, ist (genauso wie Konvergenz übrigens) eine einfache Folge von Mutation und Selektion.

Kommentar-Direktlink merill lunch· 07.03.09 · 11:00 Uhr

Raivo Pommer
raimo1@hot.ee

New-York-Frankfurt

Merrill hat nun vor dem obersten Gericht des Staates New York Klage eingereicht. Eric Heaton habe am 3. Februar bei Merrill gekündigt und noch am selben Tag bei der Deutschen Bank angefangen. Er habe damit Konkurrenzschutzklauseln verletzt, erst nach Ablauf eines Jahres hätte er bei einem Wettbewerber beginnen können. Außerdem breche die Deutsche Bank den Schutz von Firmengeheimnissen, Heaton habe Kenntnisse über sensible Informationen wie Kunden und Geldquellen von Merrill Lynch. Die Bank will nach Angaben ihres Anwalts 100 Millionen Dollar Schadenersatz.

Die Deutsche Bank wollte sich zu dem Streit nicht äußern. Aus ihrer Abwerbestrategie macht sie allerdings keinen Hehl. Bei der Bilanzpressekonferenz Anfang Februar hatte Vorstandschef Josef Ackermann angekündigt, die Bank wolle die Krise nutzen, um Talente von schwächeren Konkurrenten zu locken. Er deutete damals an, er könne sich vorstellen, dass vor allem Mitarbeiter von Banken unter Staatseinfluss gerne zu einem Institut wechseln, das frei von politischen Einflüssen sei. Die amerikanische Regierung hat die Bank of America, die Merrill Lynch im Herbst übernommen hatte, mit 25 Milliarden Dollar gestützt. In Bankenkreisen heißt es, angeschlagene Häuser wie Merrill wehrten sich auch deswegen so aggressiv gegen Abwerbeversuche, weil sie fürchteten, dadurch weiter geschwächt zu werden.

Kommentar-Direktlink adenosine· 07.03.09 · 11:17 Uhr

Ich schätze mal, die Realität existiert unabhängig von Qualität und Genauigkeit menschlicher Begriffsdefinitionen. Wenn diese anfangs ungenau sind können sie sich durch Verbesserungen der Realität annähern.

Kommentar-Direktlink adenosine· 07.03.09 · 11:17 Uhr

Ich schätze mal, die Realität existiert unabhängig von Qualität und Genauigkeit menschlicher Begriffsdefinitionen. Wenn diese anfangs ungenau sind können sie sich durch Verbesserungen der Realität annähern.

Kommentar-Direktlink misc· 10.03.09 · 00:44 Uhr

"Kampf ums Dasein" stammt aus einer vllt. absichtlichen Fehlübersetzung (man bedenke das Zeitgeschehen im "Deutschland" von 1860) über die Darwin selbst genau alles andre als glücklich war.

"Stammen wir von Affen oder die von uns ab?" ist weiter entweder eine sehr, sehr unglückliche Formulierung oder Ausdruck einer der wohl weitverbreitetsten Irrtümer über die Evolutionstheorie (zum einen ist "Affe" im Deutschen deutlich schwammiger als bspw. im Englischen, zum andren stammt keiner voneinander ab sondern wir sind Cousinen mit gleichen Vorfahren).

Kommentar-Direktlink David Marjanović· 10.03.09 · 12:57 Uhr

Naja, Moment. Wir ("der dritte Schimpanse") sind näher mit den Schimpansen verwandt als wir und die Schimpansen mit den Gorillas. Wir sind also Menschenaffen (bzw. es liegt nahe, diesen Begriff als Übersetzung für Hominoidea zu verwenden). Und insgesamt sind wir Menschenaffen näher mit den Altweltaffen (Paviane, Makaken...) verwandt als (diese) mit den Neuweltaffen (Brüllaffen, Seidenäffchen, Löwenäffchen...). Es liegt also nahe, "Affen" als Übersetzung für Anthropoidea zu verwenden; dann sind wir Affen.

Wir stammen weder von den eigentlichen Schimpansen noch von den Bonobos ab; das stimmt schon.

Kommentar-Direktlink misc· 11.03.09 · 22:09 Uhr

Das stelle ich ja auch gar nicht in Abrede. Es ist jedoch so, dass das Wort "Affe" im Deutschen dies bedeuten *kann*, aber nicht *muss*; So kommt es dann auch, dass eine Vielzahl an Menschen darunter ausschließlich solche Tiere wie Schimpansen, Gorillas, Makaken etc. versteht und daher fürs Missverständnis geradezu prädestiniert sind. Aus diesen rein pragmatischen, unnötigen Grund ist mir das Wort in dem Zusammenhang ein Gräuel.

Kommentar-Direktlink Rendite· 13.03.09 · 21:23 Uhr

Raivo Pommer
raimo1@hot.ee

Die Bank von England krise

Die Bank von England hat in dieser Woche als erste große Notenbank mit einer Politik der direkten Ausweitung der Geldmenge (quantitative Lockerung) begonnen. Ihre erste Auktion, in der sie für 2 Milliarden Pfund britische Anleihen (Gilts) von Investoren kaufte, wurde am Markt als voller Erfolg gewertet. So wurden der Bank von England Gilts im Wert von 10,5 Milliarden Pfund offeriert, also weit mehr, als die Notenbank kaufen wollte.

Gleichzeitig sind die Anleiherenditen britischer Staatspapiere seit Ankündigung der Politik der Mengenlockerung um mehr als einen halben Prozentpunkt gefallen - genau diesen Effekt wollte die Bank von England mit ihren Maßnahmen erreichen. Nach der Auktion lag die Rendite zehnjähriger Gilts mit 3,08 Prozent gleichauf mit der Rendite entsprechender Bundesanleihen (3,07 Prozent).

Kommentar-Direktlink David Marjanović· 14.03.09 · 14:59 Uhr

Nur so zur Information: Raivo schickt solche Kommentare seit Wochen an sämtliche ScienceBlogs, auch die englischsprachigen, und auch dort auf deutsch. Er ist also ein Spambot.

Kommentar-Direktlink John S. Wilkins· 29.03.09 · 04:57 Uhr

Babelfish does a lousy job of translating this, so could you perhaps send me an English version? I'd like to respond.

Kommentar-Direktlink raivo pommer· 31.03.09 · 01:45 Uhr

Raivo Pommer-Eesti-www.google.ee
raimo1@hot.ee

Geld

Die Sachsen haben im vergangenen Jahr durchschnittlich 500 Euro mehr verdient als 2007. Das hat das Landesamt für Statistik in Kamenz errechnet. Demnach lag das Pro-Kopf-Einkommen bei 22 565 Euro – ein Plus von 2,3 Prozent. Am wenigsten verdienten die Landwirte, am meisten die Mitarbeiter in der Industrie.

Der Zuwachs lag über der Teuerungsrate von 1,3 Prozent. So nahm auch die Kaufkraft zu. Allerdings erwartet die Gesellschaft für Konsumforschung, dass sie in diesem Jahr durch die Wirtschaftskrise und den erwarteten Jobabbau bestenfalls stagnieren wird.

Im Vergleich zum Westen Deutschlands liegt der Freistaat noch immer deutlich zurück. Die Sachsen verdienten 2008 ein Fünftel weniger als im Bundesdurchschnitt, der bei 27 700 Euro lag. Spitzenverdiener waren die Hamburger mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 32 500 Euro.

Seit 2000 hat sich Sachsen kaum noch an den Bundesdurchschnitt annähern können. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht eine Ursache in der geringeren Tarifbindung. In den neuen Ländern würden 60 Prozent der Arbeitnehmer nach Tarif bezahlt, in den alten mehr als 75 Prozent. „Das ändert sich aber gerade, was wir auf den drohenden Fachkräftemangel zurückführen“, sagte DGB-Sprecher Markus Schlimmbach. Langfristig würden sich die Löhne und Gehälter daher angleichen müssen.

Kommentar-Direktlink raivo pommer-www.google.ee· 08.04.09 · 13:50 Uhr

raivo pommer-www.google.ee
raimo1@hot.ee

GM-Aktien

gaben mehr als sieben Prozent nach. Nach den Worten von GM-Chef Fritz Henderson bevorzugt der Konzern eine außergerichtliche Restrukturierung, schließt aber im Notfall auch eine Insolvenz nicht aus. GM wollte sich nicht weiter zu der Sache äußern.

Investor - dringend gesucht

Die US-Regierung hatte die Restrukturierungspläne von GM und Chrysler mitsamt deren Bitte um weitere etwa 22 Milliarden Dollar Staatshilfen jüngst als unzureichend zurückgewiesen.

Sie hatte GM 60 Tage Zeit gegeben, ein neues Sanierungskonzept vorzustellen.

Opel sucht indes dringend einen Investor, um sich von der ums Überleben ringenden US-Mutter teilweise zu lösen.

Kommentar-Direktlink raivo pommer-www.google.ee· 08.04.09 · 19:18 Uhr

raivo pommer-www.google.ee
raimo1@hot.ee

DUMMES GELD

Es steht im Kleingedruckten, irgendwo ganz unten auf dem Prospekt: "Das Zertifikat darf nicht in den U.S.A. oder an eine U.S.-Person im Sinne der Regulation S des U.S. Securities Act 1933 verkauft werden."

Nein, das Papier ist vor allem für deutsche Anleger gedacht, so wie viele andere Zertifikate auch. Kein Wunder, dass auch von der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers besonders viele Deutsche betroffen sind - hierzulande wurden besonders viele Papiere der Bank verkauft.

Wer ein Zertifkat kauft, erwirbt damit keinesfalls einen Anteil an einem Wert, also an einer Aktie oder einem Fonds. Stattdessen ist solch ein Papier wie eine Wette. Gewettet wird auf die Entwicklung von Aktien, Rohstoffen, Indizes oder Wechselkursen. Deutschland war in den letzten Jahren das Land der Zertifikate. "Der Markt umfasst hier aktuell knapp 400.000 Produkte, monatlich kommen teilweise bis zu 40.000 neue auf den Markt", sagt Harald Rotter von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Im Dezember 2004 hatten die Deutschen 47,5 Milliarden Euro in die Papiere investiert, auf dem Höhepunkt im September 2007 waren es fast 140 Milliarden Euro. Ein rasantes Wachstum.

Kommentar-Direktlink raivo pommer· 15.04.09 · 00:56 Uhr

raivo pommer-www.google.ee
raimo1@hot.ee


EUROPA FALSCHE WEG

Europa ist bei der Bekämpfung der Weltwirtschaftskrise nach Ansicht des Nobelpreisträgers Paul Krugman auf dem falschen Weg. „Die Vereinigten Staaten haben recht, Europa hat unrecht“, sagte der Wirtschaftswissenschaftler, der in den vergangenen Monaten besonders die deutsche Regierung für ihre abwartende Haltung kritisiert hatte. Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union müssten viel aggressiver als bisher versuchen, die Wirtschaft durch Konjunkturprogramme anzukurbeln. Dabei wies er Bedenken zurück, dass die großzügige amerikanische Intervention die Inflation beschleunigen und das höhere Defizit den Haushalt zu stark belasten könnte. „Eine Billion Dollar mehr wird das Problem nicht wesentlich vergrößern“, sinnierte der Hochschullehrer von der Eliteuniversität Princeton am Montagnachmittag auf einer Pressekonferenz in New York.

Krugman wäre nicht der scharfzüngige Kolumnist und Buchautor, wüsste er nicht eine scheinbar simple Antwort auf die drängende Frage, wie eine Neuauflage der Großen Depression zu vermeiden sei. Er forderte staatliches Handeln auf breiter Front, ohne allzu sehr ins Detail zu gehen: aggressive Strategien, um die Kreditklemme auf den Finanzmärkten zu beseitigen, ein weiter Gestaltungsspielraum für die Geldpolitik, umfangreiche Konjunkturprogramme. „All diese Maßnahmen haben in der Vergangenheit gewirkt, und sie werden ohne Frage auch diesmal helfen“, betonte er.

Kommentar schreiben

Netiquette·AGB

 

ScienceBlogs.com

mehr auf www.scienceblogs.com »