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14.02.08 · 21:31 Uhr
wie-weit-wollen-wir-gen.de
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 5
Christoph Larssen von scienceblogs.de hat einen tollen Fund gemacht (und einen guten Artikel geschrieben). wie-weit-wollen-wir-gen.de ein "offener Blog zur Genforschung", bei dem wohl seit gestern der erste Eintrag steht (ein Datum fehlt, aber der erste Kommentar ist von gestern, 13.02.08).
Verantwortlich fuer die Seite ist politik-digital.de, nach eigenen Angaben ein "überparteilicher gemeinnütziger Akteur für glaubwürdigere politische Kommunikation im Internet". Ich habe mich auf der Seite ueber "Gen-Infos"-"Gentechnologie" zur "Linkliste" durchgeklickt. Hier ein kleiner Auszug der Links: Bioethik Diskurs, Deutscher Ethikrat, Deutsches Referenzzentrum fuer Ethik in den Biowissenschaften, Evangelische Kirche zur Bioethik, und - Achtung - Gentechnologie aus Sicht von Tierschuetzern und die - festhalten - Päpstliche Akademie fuer das Leben.
Das ist Lobbyarbeit vom feinsten, gesponerst unter Anderem vom Bundesministerium fuer Bildung und Forschung, BMBF.
Links auf externe Seiten werden in den Kommentaren auf dem "Blog" dort uebrigens gelöscht, man koennte ja eine andere Meinung kundtun.
Die wie-weit-wollen-wir-gen.de Postille ist uebrigens an "junge Leute" gerichtet, die dort ihren "Gedanken, Wünschen und Ängsten" Ausdruck verleiehen können. Dazu habe ich einen wunderschönen Eintrag im Gästebuch der "Interessengemeinschaft kritische Bioethik Deutschland" gefunden (yet another Ethikseite). Die junge bibi aus bayern schreibt da im vierten Eintrag von oben zum Thema Palitativmedizin (Sterbehilfe, ist ja auch verboten, ich erinner mich):
"zwar bin ich noch ziemlich jung und habe keinen aktuellen fall in der familie, in dem in absehbarer zeit palliativmedizin oder aktive sterbehilfe ein Thema sein wird, allerdings schreibe ich demnächst eine deutschschulaufgabe mit dem thema palliativmedizin. ich würde mich freuen wenn mir jemand hier ein paar dinge hineinschreiben könnte, die gegen palliativmedizin sprechen-leider konnte ich bis auf den religiösen aspekt keine negativen seiten finden! liebe grüße, bibi"
Wie ich finde, weisen die Diskussionen zur Sterbehilfe und zur Genforschung hier doch einige Parallelen auf.
Bibi hat uebrigens bisher keine Antwort auf ihren Eintrag bekommen (seit dem 26.10.2005). Ich bin mir sicher, ihr Aufsatz ist trotzdem was geworden.
Autor: Tobias· 5 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (5)
leider konnte ich bis auf den religiösen aspekt keine negativen seiten finden! liebe grüße, bibi
LOL. Ich vermute: sockpuppet. Das ist zu schön, um authentisch zu sein.
Hallo JLT,
ich glaube wirklich, dass der Eintrag authentisch ist, sonst hätten die von der "Interessengemeinschaft kritische Bioethik Deutschland" sicher drauf geantwortet, meinst du nicht? Das ist ja auch kein Blog, sondern ein klassisches Gästebuch.
Aber Sockpuppets gibts moeglicherweise wo anders, naemlich auf wie-weit-wollen-wir-gen.de
Ich glaube, die haben die ersten paar Einträge und Kommmenrare fingiert, um die Seite (nach nicht mal einem Tag) zum laufen zu kriegen.
Ich habe mal die Namen der Autoren und Kommentatoren der ersten Einträge mit dem Team von "politik-digital", der Mutterseite, verglichen (http://www.politik-digital.de/unser-team)
simone: Simone Gerdesmeier, Volontärin
sebastian: Sebastian Gievert, Redaktionsleiter oder Sebastian Serafin, Chats
Georg: Georg Babing, Praktikant
Kann Zufall sein. Muss es aber nicht.
Ganz klar, das ist Design. ;-)
Die Bundeswissenschftsministerin Schavan hat den Sinn der Wissenschaft nicht verstanden. Sie hat 200 Professuren nur für Frauen erschaffen (Kosten 75 Mill.). Die Vergabe von wissenschaftlichen Stellen sollte nur von der Qualifikation und Kompetenz der Beweber abhängen, nicht vom Geschlecht, Nationalität, Rasse, Religionszugehörigkeit usw. Leider wird darüber in der Öffentlichkeit nicht diskutiert. Frauenpolitik/Gleichstellungspolitik zu kritisieren, ist ein Tabu, das größte Tabu in der Bundesrepublik.
In vielen Bereichen gibt es sehr wenig Frauen,. Dies beutet aber, dass es in diesen Bereichen mehr kompetentere Männer als Frauen gibt. Und das muss man akzeptieren.
Nicht nur Frauen, sondern ALLE Menschen, die sich für eine Aufgabe eignen, sollten gefördert werden. Die Förderung einer bestimmten Gruppe ist immer ungerecht. Wenn nur eine Gruppe von Menschen gefördert und bevorzugt wird, ist es für nichts anderes als Faschismus (früher war das die Nation, heute das Geschlecht).
Jan hat völlig recht. Nicht der Anteil von Frauen an Universitäten, sondern der Anteil von qualifizierten Wissenschaftlern soll erhöht werden. Alle, die sich dazu eignen, wissenschaftlich zu arbeiten, sollten gefördert werden, nicht nur Frauen. Statt Gleichstellungpolitik sollte man eine Politik der Kompetenz einführen, statt Gleichstellungsbeauftraten/FRauenbeauftragten Kompetenzbeauftragte.
Es gibt nur 11% Professorinnen an Universitäten, weil es in der Wissenschaft mehr besser qualifizierte Männer als Frauen gibt. Beispiel aus einem anderen Bereich: Im professionellen Schachspiel gibt es eine Rangordnung nach Punkten (ELO-Punkten), die man für gewonnene Spiele oder Turniere bekommt. Auf dieser Rangordnung sind in den oberen Etagen nur Männer. Die Kompetenz kann man im Schach objektiv nachweisen, indem man gegeneinander spielt. Meine Frage ist: Wäre es sinnvoll, im Schach eine Frauenquote einzuführen.
Auch das Argument "50% der Studierenden sind Frauen, also müssen 50% der Professoren Frauen sein" ist völlig sinnlos. Die Tatsache, dass 50% der Studierenden Frauen sind, sagt noch gar nichts über die Qualifikation der Bewerber um eine Professur aus. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Auch wenn 90% der Studierenden Frauen wären, könnten alle Professoren Männer sein, nämlich dann, wenn sie besser qualifiziert wäre als Frauen, die sich um diese Stellen beworben hätten. Beispiel aus einem anderen Bereich: Seit Jahrtausenden ist Kochen eine Frauendomäne. Milliarden Frauen kochen, trotzdem sind die 100 besten Köche der Welt (eine Liste, die in Frabkreich aufgestellt wird) ausschließlich Männer.
Das einzige Kriterium sollte die Qualifikation sein und nicht wissenschaftsexterne politische oder ideologische "Kriterien" wie das Geschlecht oder die Rasse oder die Volkszugehörigkeit.
Auch die Satzung "bei gleicher Qualifikation werden Frauen bevorzugt" ist sinnlos, denn es gibt bei so komplexen Tätigkeiten wie den wissenschaftlichen niemals gleiche Qualifikation. Zwei unterschiedliche Wissenschaftler müssten wortwörtlich identische Rezensionen, Aufsätze, Bücher usw geschreiben haben, was völlig unmöglich ist. Die Rede von "gleicher Qualifikation" ist nur ein Trick von Frauenbeauftragten, um Frauen zu Stellen zu verhelfen. Dass die Professoren diese sinnlose Satzung nicht tilgen, ist ein Skandal und sagt alles über den Zustand der Wissenschaft in Deuschland aus.
das sind alles Themen, über die in den öffentlichen Medien nicht diskutiert wird. Deshalb hat Jan auch hier Recht - es sind Tabuthemen.