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Frank Abel ist Wettermann im Radio und Fernsehen. Er arbeitet als Medien Meteorologe bei der MeteoGroup Deutschland GmbH in Berlin.

Frank Abel is weatherman on the radio and television. He works as "media meteorologist" at MeteoGroup Deutschland GmbH in Berlin, part of the biggest private European weather company.

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06.11.09 · 15:25 Uhr

Kachelmann räumt mit Biowetter auf

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 11

Der Stern interviewte den polarisierenden Meteorologen am Donnerstag zum angeblichen künstlichen Schnee in Peking. Sehr löblich: Dabei wurde mit einigen unsinnigen Gebieten der Meteorologie aufgeräumt:

Kapitel 1: Über den künstlichen Schnee


Kachelmann: Selbst wenn man in die Kaltfront ein paar Atombomben reingeworfen hätte, wäre das Tief nur mittelmäßig beeindruckt gewesen.
Kachelmann: "Aber wir [die chinesische "Diktatur"] können etwas, was keine andere Regierung vermag: Es regnen und schneien lassen." Die Behauptung, das Wetter zu beeinflussen, ist eine coole Sache.

Kachelmann wählt dabei prägnante Formulierungen, die auch im Gedächtnis haften bleiben. So etwas hätte man schon 1976 in den USA gebraucht, als es um den National Weather Modification Policy Act ging, der Grundlage für die Public Law 92-205 aus dem Jahre 2008 bildete (hier bekommt die staatliche Behörde NOAA die Verantwortung für die Wettermanipulation in den Staaten). Tatsächlich sind die Erfolge der Wettermanipulation sehr umstritten, und nach wie vor fehlen die Beweise. Es ist also gut, dass jemand damit aufräumt. Im weiteren Verlauf des Interviews geht es um die Wetterbeeinflussung während der Olympischen Spiele:

Kachelmann: Am Anfang hieß es, wir versuchen, dass es nicht regnet. Aber schon am zweiten Tag hat es heftig geschüttet. Dann war das Thema Wetterbeeinflussung sofort tot.

Gut, es wurde zwar bereits vor den Olympischen Spielen ein Verantwortlicher der chinesischen Wettermanipulation in der L.A. Times befragt:

L.A. Times: The bureau has 30 aircraft, 4,000 rocket launchers and 7,000 antiaircraft guns, said Wang Guohe, director of weather modification for the Chinese Academy of Meteorology.

"We have the largest program in the world with the most people involved and the most equipment, but it is not really the most advanced," Wang said. That honor belongs to the Russians, who he says used sophisticated cloud-seeding in 1986 to prevent radioactive rain from the Chernobyl reactor accident from reaching Moscow.

Although many scientists dispute the effectiveness of weather modification, Wang insists that it has been successful in China on a limited scale.

"If you're talking about a small rainfall, you can eliminate it," Wang said. "But if it's going to be raining cats and dogs, there's nothing man can do about it."

Und dieser hat, wie hier zu lesen, behauptet, dass man ohnehin nichts gegen Starkniederschläge unternehmen könne. Dennoch wird so in die Öffentlichkeit gebracht, wie wenig nachweisbar der Erfolg der Wettermanipulation ist, die unter anderem von den Regierungen der USA, Russland und China betrieben wird. Ich hoffe sehr, bald auch Quellen und Beweise finden zu können, die den Erfolg der Wettermanipulation endgültig widerlegen.

Kapitel 2: Kachelmann contra Biowetter


Besonders emotional scheint Jörg Kachelmann zu werden, wenn es um den DWD oder das Biowetter geht. So nutzte er auch das Stern-Interview dazu aus, seine Meinung hierzu kundzutun:

Kachelmann: [...], ähnlich wie das Biowetter. Diesen Unsinn gibt es nur in deutschsprachigen Medien, eine der vielen wissenschaftlich fehlgeleiteten Ideen des staatlichen Wetterdienstes DWD.

Das ist wahr: Auch die amerikanische Zeitung USA Today berichtet über die wissenschaftliche Unsicherheit des Unwetters:

USA Today: To date, however, scientists have not been able to agree on whether or not any of this research is conclusive.

Und so darf man auch bezweifeln, ob der amerikanische Aches & Pains Index auf weather.com oder das Biowetter von Kachelmanns Meteomedia (unter anderem auch als WDR-Wetterstudio Bochum auftretend) auf der Videotext-Seite 167 einen Nährwert hat.

Fazit: Das Interview hat mir gut gefallen, es war eine Abrechnung mit beinahe allem, was an Wetter-Aberglauben in Deutschland umhergeistert. Wenn ich jetzt noch wüsste, warum Herr Kachelmann das kritisierte Biowetter noch im eigenen Portfolio hat, wäre ich beinahe restlos glücklich.

Foto von René Mettke, bestimmte Rechte vorbehalten.

 

Autor: Frank Abel· 11 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (11)

Kommentar-Direktlink Jörg Kachelmann· 06.11.09 · 17:29 Uhr

Ich versuche die Firma (deren Chef ich nicht bin) und deren Kunden zu überzeugen, dass es nicht sinnvoll ist, Biowetter zu machen. Wie ist das denn bei MeteoGroup?

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 06.11.09 · 18:11 Uhr

Ich brauch auch kein Biowetter - ich hab ja Actimel ;)

Kommentar-Direktlink Odysseus· 06.11.09 · 20:33 Uhr

Und wetterfeste Global-Scaling-Socken! Und meinen Cellagon-Aurum-Saft trinke ich auch jeden Tag!

Kommentar-Direktlink proisel· 06.11.09 · 21:57 Uhr

ganz einfach zu beantworten, warum es biowetter auch bei kachelmann gibt: weil es geld bringt. und da lässt doch kachelmann keine gelegenheit aus.

warum, wenn wetter nicht manipuliert werden kann, kann ich heute noch nicht erfahren, ob es weihnachten schneit? wenn wetter so wetterfest ist, das die menschen es nicht beeinflussen können, sollte das doch möglich sein. einen möglichst großen rechner mit daten füttern, enter drücken, und wir haben das wetter zu heilig abend, um es mal plakativ zu sagen.
doch jede kleinste änderung, unvorhersehbar, bringt das wetter doch vollkommen aus dem schwung. warum sollte der mensch das nicht auch schaffen?

Kommentar-Direktlink radicchio· 06.11.09 · 22:09 Uhr

mit dem biowetter isses wie mit der homöopathie nur reziprok. es gibt immer wetter und immer werden leute krank oder fühlen sich mies. was sagt das dem deutschen michel? wetter kann krank machen. und das kann man sogar verkaufen. toll!

Kommentar-Direktlink Anna Luehse· 06.11.09 · 22:11 Uhr

Wenn Kachelmann schon mal am Aufräumen ist:

Von 1998 bis 2008 ist die globale Temperatur um 0,2°C zurückgegangen.

Die Nordhalbkugel hat sich um 0,1°C, die Südhalbkugel sogar um 0,3°C abgekühlt.
(Hadley's)
"Diese 0, 3 Grad sind ein dramatischer Wert, wenn man bedenkt, daß die tatsächliche Erderwärmung zwischen den Jahren 1850 und 2000 gerade bei 0, 6 Grad gelegen hat" ergänzt dazu der Diplom-Meteorologe und EIKE-Pressesprecher Klaus Puls. (E.I.K.E.) http://eike-klima-energie.eu (Pressemitteilungen)

Kommentar-Direktlink Krishna Gans· 06.11.09 · 23:53 Uhr

Gerne wird das Wetter in der Schweiz manipuliert. An den Südhängen des Zürichsees wächst Wein, guter übrigens, und am Zürichsee gewittert es gern, und das nicht zu knapp und recht kräftig bisweilen.
Damit Starkregen und Hagel den Wein nicht zerschlagen, läßt man die von Süden kommenden Gewitter vorher im See abregnen, dank Silberjodid. So meine Erinnerung von vor ca. 20 Jahren. Ich denke nicht, daß sich daran was geändert hat.

Kommentar-Direktlink Sven Türpe· 07.11.09 · 10:43 Uhr

Kachelmann wählt dabei prägnante Formulierungen, die auch im Gedächtnis haften bleiben.

Da hat er ja echt Glück gehabt, dass sein Gegenüber ein Journalist vom Stern war und kein Scienceblogger mit Sendungsbewusstsein. :-)

Author Profile Page Frank Abel· 09.11.09 · 13:27 Uhr

@Jörg Kachelmann

Sie hält es nicht für sinnvoll, Produkte zu verbreiten und gleichzeitig deren Sinn zu bestreiten.

Gruß
Frank

@Sven

;-) Touché...

Kommentar-Direktlink O.Hartlachner· 06.01.10 · 15:15 Uhr

die ganze Klimadisskussion ist das grösste Lügengebäude der Menschheitsgeschichte! Niemand kann noch nicht einmal vorhersagen wie der nächste Sonner wird geschweige denn die Temperaturen in 20 Jahren. Die CO2-%-Mengen um die sich die ganze Diskussion dreht stehen an 3.Stelle hinter dem Komma(=ein paar Moleküle CO2 auf hunderttausend Moleküle Luft).wir haben zwar so genaue Messgeräte aber niemand kann sagen wieviel % CO2 wir genau haben, denn allein die schwankungen im jährlichen CO2-Verbrauch der Pflanzen (350 bis 450 Milliarden t) sind grösser als die angebliche CO2-Zunahme. Die Mauna Loa-Station auf Hawaii aber, deren Werte man nimmt wurde von Vulkanologen gegründet weil über vulkanischen Herden (auch wenn sie nicht tätig sind) CO2 flächendeckend aufsteigt.

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