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Frank Abel ist Wettermann im Radio und Fernsehen. Er arbeitet als Medien Meteorologe bei der MeteoGroup Deutschland GmbH in Berlin.
Frank Abel is weatherman on the radio and television. He works as "media meteorologist" at MeteoGroup Deutschland GmbH in Berlin, part of the biggest private European weather company.
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23.12.08 · 15:10 Uhr
Weiße Weihnachten: Letzte Hoffnung
Kategorie: Naturwissenschaften
Wir schreiben Weihnachten 2008. Deutschland ist grün. Ganz Deutschland? Nein,...
...ein kleines Fleckchen im Südosten unseres Landes darf noch hoffen. Warum ist das so?
Der Grund dafür ist eine kleine Störung in der Höhenströmung. Grundsätzlich ist es ja so, dass das Hoch Quentin über den Britischen Inseln sich jetzt weiter in Richtung Nordwesten aufmacht und damit unser Wetter über Weihnachten bestimmt.
Aber in der Höhe entsteht am östlichen Rand dieses Hochs eine kleine Störung, die sich Randtrog nennt. Man erkennt solche Randtröge als "Dellen" in den Isohypsen, also Linien gleicher (geopotenzieller) Höhe auf den Höhenkarten. Diese findet man zum Beispiel bei den Profikarten auf Wetter24:
Aus dieser Störung entsteht nun ein Randtief, das mittlerweile den Namen Britta bekommen hat. Dieses Tiefchen arbeitet sich dann an der Ostkante des Hochs entlang von der Ostsee über den Osten Deutschlands weiter südwärts in Richtung Alpen vor.
Das bedeutet tagsüber zunächst nichts weiter als Regen, der vor allem von Sachsen-Anhalt, Ostthüringen weiter ostwärts auftritt, denn in der noch milden Meeresluft reicht es einfach noch nicht für Schnee aus.
Dann kommt aber die Heilige Nacht, und das Tief arbeitet sich weiter in Richtung Oberbayern und Allgäu voran. Und hier steigen die Chancen ein bisschen an: Die Schneefallgrenze sinkt immerhin von 800 auf etwas über 500 Meter. Das bedeutet, dass zumindest für Lechfeld, Landsberg und Zwiesel noch Neuschnee auf dem Weg ist. Mit Daumendrücken reicht es dann auch noch für teilweise weiße Weihnachten für München, obwohl man hier schon sehr auf der Kante zwischen Schneeregen und Schnee liegt.
Nach dem Schnee kommt dann die kalte Luft mit dem Nordostwind hinterher:
Daher hat der Schnee, wenn er denn fällt, gute Überlebenschancen, da wir es ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag meist mit leichtem Dauerfrost zu tun haben:
Also: Ein bisschen Daumendrücken für Lagen zwischen 500, 600 Meter ist schon noch nötig, aber immerhin darf man in Oberbayern und natürlich auch in den östlichen Mittelgebirgen ab 600-800 Meter auf Schnee hoffen.
Der Rest Deutschlands darf sich auf einen trüben Heiligabend mit etwas Regen "freuen", am 1. Weihnachtsfeiertag bekommen wir dann besonders im Norden, am 2. Weihnachtsfeiertag besonders im Westen Sonne, und außer ein bisschen Schneegriesel aus den dichten Wolken im übrigen Deutschland wird nicht viel fallen.
Frohe Weihnachten!
Autor: Frank Abel· 0 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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