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Der Weltkongress der Medizintechnik ist Treffpunkt von mehr als 3.000 Medizinern und Ingenieuren aus aller Welt. In hunderten Fachvorträgen und Postern werden Innovationen vorgestellt und über die Entwicklung neuer Diagnose- und Therapieverfahren diskutiert.
Letzte Einträge
- Keine Alleingänge im OP: DKE betont die steigende Bedeutung von Standards und Normen in der vernetzten Medizin1 Kommentar· 18.09.09
- Preisträger, Innovationen und der Kreislauf der Forschungsförderung0 Kommentare· 16.09.09
- Krankenvisite per Internet0 Kommentare· 12.09.09
- Neuro-elektronische Schnittstellen: Wie weit darf die Medizin gehen?6 Kommentare· 11.09.09
- Strahlentherapie: Ring oder C-Bogen?1 Kommentar· 11.09.09
Kommentare
- augenzentrum · 18.03.10 · 13:12 Uhr Der Optische Kohärenz-Tomograph: Mehr als nur Retinadiagnostik
- Selbstdenkend · 11.11.09 · 15:37 Uhr Auf Augenhöhe mit dem Arzt
- Inhaler · 12.10.09 · 19:18 Uhr Das Blutzucker-Messgerät von morgen und warum es überflüssig werden wird
- IReallyKnowBetter · 27.09.09 · 21:02 Uhr Neuro-elektronische Schnittstellen: Wie weit darf die Medizin gehen?
- Joe · 24.09.09 · 17:10 Uhr "Medizintechnik hilft Kosten sparen!"
Archiv
Archiv September 2009
18. September 2009
Keine Alleingänge im OP: DKE betont die steigende Bedeutung von Standards und Normen in der vernetzten Medizin
Kategorie: Medizin · Kommentare: 1
Im Mittelpunkt des Weltkongresses für Medizintechnik standen - wie man in unserem Blog nachlesen konnte - neue Therapie- und Diagnoseverfahren im Kampf gegen Krebs oder neue Möglichkeiten der Bildgebung. Daneben gab es aber auch viele, viele Veranstaltungen, die sich mit Themen beschäftigen, die nicht so aufsehenerregend sind, wie etwa die neuro-prothetischen Zukunftsvisionen. Das Thema von einheitlichen Standards und Normen gehörte dazu.
Überlebenswichtig: Das reibungslose Zusammenspiel der medizinischen Geräte und Instrumente. Einheitliche Normen sind gefragt...
Für medizinische Geräte aller Art - ganz egal ob für das Ultraschall- oder Blutdruckmeßgerät, das EEG oder das Narkosegerät - galt schon immer, dass an sie höchste Ansprüche hinsichtlich Funktionstüchtigkeit und Zuverlässigkeit gestellt werden. Ganz klar: medizinische Apparate und Geräte sind integraler Bestandteil des Behandlungsalltags. Mit ihnen wird überwacht, diagnostiziert und behandelt. Und dazu müssen die Geräte funktionieren.
Um diese funktionellen Eigenschaften zu gewährleisten, gibt es natürlich Normen, die die Qualitätsstandards sicherstellen. Doch inzwischen genügt es nicht mehr, dass die einzelnen Geräte reibungslos ihre Aufgabe verrichten: Medizinprodukte in Klinik oder Praxis sind längst in Netzwerke eingebunden, die Geräte tauschen ihre Daten aus und sind Teil einer medizinischen IT-Infrastruktur, von der buchstäblich Leben abhängen. Die DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE) versucht - beim Weltkongress und anderswo - die Wichtigkeit dieses Themas bewusst zu machen.
Autor: Marc Scheloske· 18.09.09 · 12:45 Uhr· 1 Kommentar
16. September 2009
Preisträger, Innovationen und der Kreislauf der Forschungsförderung
Kategorie: Politik
Der Abschlußabend des Weltkongresses stand ganz im Zeichen der "Innovation@Night". In festlichem Rahmen wurden herausragende Forschungsarbeiten und Projekte ausgezeichnet und Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, erinnerte in seinem Festvortrag daran, dass Forschungsförderung nie eine Einbahnstraße, sondern immer ein Kreislauf sein müsse.
Ganz egal, ob das von der Kongress-Organisation so geplant war oder nicht: der Vortrag von Fraunhofer-Chef Bullinger ergänzte auf schöne Weise die herausragende Keynote von Roger Y. Tsien. Während Nobelpreisträger Tsien mustergültig vorführte, auf welch spannende Pfade die Grundlagenforschung führen kann, nahm Bullinger eine ganz andere Perspektive ein: nämlich diejenige des Geldgebers für Forschung.
Zum Beginn des abends hatten Wolfgang Dössel und Werner Schlegel in kurzen Grußworten nochmal klargestellt, wie sich Inventions (i.S. von Entdeckungen bzw. Erfindungen) und Innovationen (i.S. der Etablierung marktfähiger Produkte) unterscheiden. Hans-Jörg Bullinger schloß daraufhin direkt an diese Begriffsdefinition an.
Autor: Marc Scheloske· 16.09.09 · 13:00 Uhr· 0 Kommentare
12. September 2009
Krankenvisite per Internet
Kategorie: Medizin
Wie kann ein Mediziner Kranken helfen, wenn er selbst nicht bei ihnen sein kann? Mit diesem Bereich beschäftigt sich die Telemedizin. Eine große Rolle dabei spielt, dass Ärzte immer weniger Zeit für ihre Patienten haben. Zugleich sind elektronische Kommunikationsmittel weit verfügbar - etwa das Internet und SMS.
Kann Telemedizin die Kostenexplosion im Gesundheitswesen stoppen?
Nicht zuletzt machen finanzielle Einsparmöglichkeiten die Telemedizin interessant. Laut Eric Silfen von Philips Healthcare, der beim Weltkongress der Medizintechnik 2009 in München einen Vortrag zum Thema hielt, sind die Gesundheitsausgaben in den USA um 2,8 Prozent pro Jahr in den vergangenen drei Jahrzehnten gestiegen. Daher kann besonders in der Prävention und Langzeitbeobachtung von Patienten die Telemedizin helfen.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 12.09.09 · 08:00 Uhr· 0 Kommentare
11. September 2009
Neuro-elektronische Schnittstellen: Wie weit darf die Medizin gehen?
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Medizin · Kommentare: 6
Im Film „Matrix" lädt sich die Figur Trinity das Wissen herunter, einen Hubschrauber zu steuern - über eine Schnittstelle direkt in ihr Gehirn. Das ist die Science-Fiction-Version dessen, womit sich Steffen Rosahl von der Neurochirurgischen Klinik Erfurt beschäftigt. Neuro-elektronische Schnittstellen sind Elektroden, die mit dem menschlichen Nervensystem verknüpft sind. Diese Technologie wirft ethische Fragen auf, die Rosahl beim Weltkongress der Medizintechnik in München 2009 darlegte.
Scienceblogs: Was ist auf dem Gebiet dieser Schnittstellen möglich?
Steffen Rosahl: Amputierte etwa können damit künstliche Gliedmaße steuern. Dabei werden Elektroden auf der Haut aufgesetzt und mit der Spannung, die noch die vorhandenen Muskeln erzeugen, die Prothesen gelenkt. Es geht weiter zu den implantierten Prothesen im Nervensystem, mit deren Hilfe taube Menschen hören können.
Scienceblogs: Wie funktioniert das?
Steffen Rosahl: Die Rezeptoren für Geräusche sind bei manchen Patienten so gestört, dass sie nichts hören. Solange der Hörnerv aber intakt ist, kann man Elektroden damit verbinden. Diese Schnittstelle wird dann implantiert. Ein Mikrofon, das der Patient hinterm Ohr trägt, und ein Sprachprozessor im Kopf ersetzen die Rezeptoren. (vgl. dazu den Beitrag über Cochlea-Implantate.)
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 11.09.09 · 17:00 Uhr· 6 Kommentare
Strahlentherapie: Ring oder C-Bogen?
Kategorie: Medizin · Kommentare: 1
Intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT) ist eine relativ neue Krebs-Behandlungsmethode mit Gamma- und Röntgenstrahlen. Dabei bestimmt der Arzt nicht nur den Bereich der Bestrahlung, sondern auch die Intensität. Eingesetzt wird diese Technik, wenn in unmittelbarer Nähe des Geschwürs lebenswichtige Organe sitzen, deren Zellen von der Bestrahlung verschont werden sollen. Wie die Strahlen am besten ins Zielgebiet zu führen sind, ist ein Stück weit auch Glaubenssache.

Das Gerät der US-amerikanischen Firma Tomotherapy (s. rechts) erinnert mit seiner Ringform an einen Computertomographen (CT), in dessen Inneres der Patient auf einer Bahre gefahren wird. Auf der Ringbahn um den Patienten herum kreist der Linearbeschleuniger, der einen starken Röntgenstrahl erzeugt. „Der Strahl ist konstant, wird aber durch die schwenkbaren Lamellen des Kollimators gesteuert", erklärt Tanja Wolff am Rande des Weltkongresses der Medizintechnik in München.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 11.09.09 · 14:30 Uhr· 1 Kommentar
Der Optische Kohärenz-Tomograph: Mehr als nur Retinadiagnostik
Kategorie: Medizin · Kommentare: 1
Das Glaukom ist eine der häufigsten Erblindungsursachen. Doch wenn die Erkrankung in einem sehr frühen Stadium erkannt wird, so kann der fatale Verlauf in vielen Fällen vermieden werden. Leider war eine wirklich frühzeitige Diagnose lange Zeit schwer möglich, seit wenigen Jahren steht nun allerdings die Optische Kohärenz-Tomographie (kurz: OCT) zur Verfügung. Sie erlaubt eine schnelle und aussagekräftige Untersuchung der Netzhaut - und kann viel mehr als nur zur frühen Glaukom-Diagnose eingesetzt werden.
Die OCT-Technologie macht die frühzeitige Diagnose von Glaukomen erst möglich.
In jeder Sekunde wird irgendwo in der Welt ein OCT-Scan vorgenommen, so schätzt Dr. Michael Kaschke, Physiker und Bereichsleiter für die Bereiche Medizintechnik und Mikroskopie bei Carl Zeiss. Diese Zahl illustriert, dass die OCT-Geräte ganz offensichtlich eine Marktlücke abdecken. Denn bis Ende der 90er Jahre waren die Möglichkeiten zur Diagnostik des Augenhintergrundes doch arg begrenzt.
Autor: Marc Scheloske· 11.09.09 · 11:45 Uhr· 1 Kommentar
Früherkennung ist oft nicht "früh" genug: Weshalb wir eine prädiktive Diagnostik brauchen
Kategorie: Politik
Je früher eine Krankheit diagnostiziert wird, desto besser sind die Heilungschancen. Das ist nun wirklich eine Binsenweisheit. Dennoch ist die Frage, ob Vorsorgeuntersuchungen in jedem Fall sinnvoll sind, gar nicht so leicht zu beantworten. Man nehme nur die Debatten über das Brustkrebs-Screening. Wieviele Frauen profitieren wirklich davon? Wie hoch ist die Erkennungsquote, wieviele (kleine) Tumoren werden übersehen, wieviele Frauen fälschlicherweise operiert?
Olga Golubnitschaja ist Professorin am Universitätsklinikum Bonn, Leiterin der Forschungseinheit "Molekulare/Experimentelle Radiologie" und ausgewiesene Expertin in Sachen Vorsorgeuntersuchungen und "Prädiktive Medizin". Sie hat uns einige Fragen beantwortet...
ScienceBlogs: Frau Golubnitschaja, inzwischen gibt es eine ganze Reihe an Vorsorgeuntersuchungen. Diese reichen vom Glaukom-Screening bis zu den bekannten Krebsfrüherkennungen. Für den Patienten ist es oft schwierig, die Möglichkeiten und den Nutzen abzuschätzen. Welche Tipps kann man hier geben?
Olga Golubnitschaja: Es gibt leider keine pauschalen oder allgemeine Tipps, die für jeden Mensch optimal sind - das ist das schwierige an der Sache. Daher werbe ich - wie auch viele weitere Wissenschaftler - für die individualisierte Behandlung und personalisierte Medizin. Denn leider ist auch die so genannte Früherkennung oft nicht „früh" genug, um dem Patienten effektiv zu helfen. Ein Beispiel ist die Früherkennung eines Brustkrebses durch die allgemein verwendete Mammographie: Detektionsgrenze = 6 mm der Tumorgröße. Dabei stirbt man nicht am primären Brustkrebs, sondern an der Auswirkung der Metastasen, die bereits im Frühstadium der Erkrankung aktiv sind, d.h. längst bevor die Tumorgröße erreicht wird, die durch Mammographie überhaupt detektierbar ist.
Autor: Marc Scheloske· 11.09.09 · 07:45 Uhr· 0 Kommentare
10. September 2009
Das Blutzucker-Messgerät von morgen und warum es überflüssig werden wird
Kategorie: Medizin · Kommentare: 5
Ein Tropfen Blut genügt, gewonnen mit dem winzigen Nadelstich eines Geräts. Nach wenigen Sekunden Messzeit wissen Diabetes-Patienten, wie es um ihren Blutzuckerwert steht. Den Biosensor dazu hat Gerald Urban mit entwickelt, Chef des Instituts für Mikrosystemtechnik der Universität Freiburg. Beim Weltkongress der Medizintechnik in München hat er von seinen Forschungen berichtet.
Scienceblogs: Herr Urban, wie funktioniert der Sensor im Blutzucker-Messgerät?
Gerald Urban: Seine Funktionsweise beruht darauf, dass ein natürlicher Katalysator, ein Enzym, den Blutzucker umwandelt in einen Stoff, den man messen kann. In diesem Fall eines Glukose-Sensors ist es Wasserstoffperoxid, das an einer Platin-Elektrode oxidiert. Der elektrische Strom, der dabei entsteht, ist ein Maß für die Blutzucker-Konzentration. Das ist der Stand der Technik.
"Allein die Entwicklung des Langzeitsensors, der mehrere Messzyklen unbeschadet übersteht, hat ungefähr 10 Jahre gedauert."
Scienceblogs: Wie lange hat es gedauert, bis dieser Biosensor auf dem Markt gekommen ist?
Gerald Urban: Die Entwicklung des Langzeitsensors, der also mehrere Messzyklen unbeschadet übersteht, hat ungefähr 10 Jahre gedauert. Dieser Sensor ist sehr komplex. Die Wegwerfsensoren, die man heute am meisten verwendet, sind technisch viel einfacher beschaffen. Die Elektrode braucht das Enzym nur absorbieren, aber nicht wieder abgeben. Das ist nicht trivial: Diese Entwicklung hat weitere fünf Jahre bis zur Marktreife gebraucht.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 10.09.09 · 17:00 Uhr· 5 Kommentare
Mit Licht zum besseren Hören: Liegt die Zukunft des Cochlea-Implantats in der optischen Stimulation?
Kategorie: Medizin·Technik · Kommentare: 2
Die Entwicklung der Cochlea-Implantate ist durchaus eine Erfolgsgeschichte. Seit Anfang der 90er Jahre wurden weltweit mehr als hunderttausend Menschen mit der Hörprothese versorgt, die akustische Signale auf elektrischem Weg direkt an den Hörnerv weiterleitet. Doch das Hörempfinden durch das Cochlea-Implantat ist bislang kaum mit dem natürlichen Hören zu vergleichen - Verbesserungen könnte hier die optische Stimulation des Hörnervs bringen.
Die Hoffnung vieler schwerhöriger und gehörloser Menschen liegt auf den Cochlea-Implantaten. Und tatsächlich ermöglicht das Implantat vielen ertaubten Menschen, dass sie zumindest wieder an (in Lautsprache geführten) Gesprächen teilnehmen können. Doch in komplexeren Hörumgebungen (an belebten Plätzen, im Klassenzimmer, beim Kneipenbesuch) stößt die Technik leider häufig recht schnell an ihre Grenzen.
In komplexen Hörumgebungen kommt die aktuelle CI-Technik schnell an ihre Grenzen.Das liegt schon allein daran, dass die gängigen Cochlea-Implantate über etwa 20 Frequenzkanäle verfügen und die Elektroden im Innenohr jeweils eine ganze Palette an Nervenzellen stimulieren.
Eine feine Differenzierung nach Freqenzen ist so natürlich nicht möglich. Aktuelle Forschungsarbeiten - wie etwa diejenigen von Claus-Peter Richter von der Northwestern University in Chigago - zeigen jetzt einen neuen Weg auf, wie man diese Beschränkungen der neuronalen Impulsübertragung überwinden könnte. Wenn man nämlich nicht mehr elektrisch, sondern optisch anregt.
Autor: Marc Scheloske· 10.09.09 · 15:30 Uhr· 2 Kommentare
Die Maschine als Chirurg
Kategorie: Medizin
Roboter sind längst in Operationssälen im Einsatz. Die Eingriffe sind minimal, aber noch haben die Maschinen den Durchbruch nicht geschafft. Die Chirurgen sind skeptisch.
Brian Davies, Professor für Medizinrobotik am Imperial College in London, hat bereits 1991 Prostata-Operationen mit Hilfe des „Probot" ausgeführt. Er bestimmte, welchen Schnitt die Schere im Innern des Patientenkörpers ausführen sollte. Das Gerät machte den Schnitt eigenständig - es war einfach präziser darin als er selbst. Davies beobachtete den Vorgang nur auf einem Ultraschall-Bildschirm.
Solche als „aktiv" oder „autark" bezeichneten Roboter werden heute hingegen weniger verwendet als Master-Slave-Systeme. Dieser Begriff beschreibt Roboter, die als verlängerte Arme und Hände des Chirurgen funktionieren. Einer davon ist das „Da Vinci Surgical System".
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 10.09.09 · 12:00 Uhr· 0 Kommentare
Diabetes-Augenerkrankung: Der heilende Strahl aus grünem Licht
Kategorie: Medizin
Jeder zehnte Diabetes-Patient entwickelt eine ernste Beeinträchtigung des Sehens, zwei Prozent erblinden sogar. Der brasilianische Forscher Guiliano Rossi hat ein Gerät entwickelt, das die Augenerkrankung heilt - mit Hilfe gebündelten Lichts.
Diabetes schädigt die dünnen Gefäße, die die Netzhaut im Auge durchziehen und mit Blut versorgen. Die Blutungen stoppt Rossi mit einem modifizierten Laser. YAG-Laser haben bei der Behandlung von Augenerkrankungen den Vorteil, dass sie in Wasser, aus dem das Auge zum Großteil besteht, keinen Schaden anrichten. „Blutklumpen jedoch, die stark Licht absorbieren, werden verbrannt", erklärt Rossi.
Drei Spiegel führen den grünen Strahl seines Lasers mehrfach durch zwei Spezial-Kristalle, wobei das gebündelte Licht seine Wellenlänge erhöht. Einer der Spiegel hat eine besondere Beschichtung, durch die der Strahl das System verlässt. Ein Glasfiberkabel führt das Licht zum menschlichen Auge..
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 10.09.09 · 08:00 Uhr· 0 Kommentare
09. September 2009
Magnet-Resonanz-Tomographie: Mehr als nur faszinierende Bilder
Kategorie: Medizin · Kommentare: 4
Höher, schneller, weiter. Das olympische Motto könnte beinahe auch auf die medizintechnische Forschung übertragen werden. Wenn es etwa um die Weiterentwicklung der bildgebenden Verfahren geht, dann ist die Schnelligkeit jedenfalls eines der Hauptziele. Erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit ist es möglich, bewegte Objekte (etwa ein schlagendes Herz) durch eine MR-Tomographie darzustellen. Doch der Ehrgeiz der Forscher ist natürlich noch lange nicht gestillt.
"MR is much more than making images."Spätestens seitdem die Hirnforschung mit provokanten Thesen und faszinierend bunten Bildern auf sich aufmerksam machte, kennt man auch in der Öffentlichkeit die Aufnahmen, die die Magnet-Resonanz-Tomographie liefern kann. Seit 25 Jahren gibt es diese Möglichkeit, Struktur und Funktion der Gewebe und Organe im Körper darzustellen - und das (im Gegensatz zu Computertomographen) ohne ionisierende Strahlung.
Doch nach wie vor gibt es ein herausragendes Argument für CTs: die Geschwindigkeit. Moderne Computertomographen (die teilweise mit parallelen Röntgenquellen arbeiten) fertigen in Sekundenbruchteilen die Bilder an. Für die üblichen MRTs, die man in unseren Kliniken findet, sind solche zeitlichen Auflösungen nicht möglich. Noch nicht.
Autor: Marc Scheloske· 09.09.09 · 21:45 Uhr· 4 Kommentare
Intelligente Software: Ins Detail trotz großer Daten
Kategorie: Medizin
Die Computer-Hardware kann nicht Schritt halten mit der zunehmenden Verfeinerung von visuellen Daten in der Medizin. Bei einer Tomographie etwa werden riesige Mengen an Daten gewonnen, die nur Super-Computer in der Lage sind darzustellen. Thomas Fogal und Jens Krüger von der Utah-Universität in den USA haben einen Weg gefunden, wie auch Büro-Rechner Visualisierungen in der Größe von mehreren Gigabyte darstellen können.
Die beiden Software-Entwickler haben das Programm „ClearView" geschrieben, das an die Grafik-Maschinen in Computerspielen erinnert: Es wird nur der Teil einer Darstellung geladen, den der User gerade betrachtet - der Mediziner schaut sich etwa einen Arm an. Fokussiert er auf die Blutgefäße in der Hand, ersetzt diese Darstellung im Arbeitsspeicher die Daten des Arms. Der gesamte Datensatz wird also in kleine Pakete zerstückelt.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 09.09.09 · 19:30 Uhr· 0 Kommentare
Auf Augenhöhe mit dem Arzt
Kategorie: Medizin·Politik · Kommentare: 4
Der mündige Patient, der Einblick nimmt in seine Krankenakte: In Deutschland gibt es das noch nicht, aber in Großbritannien. Dort hat Brian Fisher das System PAERS (Patient Access Electronic Record System) vor sechs Jahren eingeführt. 50 Praxen bieten ihren Patienten den Zugang an. Fisher hat untersucht, wie die Patienten ihre passwortgeschützte Krankenakte online nutzen.
In der Datenbank sind alle Krankheiten des Patienten samt Verlauf, Untersuchungsresultaten und Behandlungen verzeichnet. Alles ist mit Hintergrundinformationen angereichert, sodass auch medizinische Laien die Zusammenhänge verstehen. „Das stärkt den Patienten", sagte Fisher bei seinem Vortrag beim Weltkongress der Medizintechnik in München.
Die Patienten haben großes Interesse an ihren medizinischen Aufzeichnungen: „Ich weiß, was bei meiner Behandlung passiert, ich verstehe mehr," fasst ein Studienteilnehmer zusammen. Fisher hat herausgefunden, dass sich besonders ältere Patienten mit PAERS informieren.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 09.09.09 · 13:30 Uhr· 4 Kommentare
Fortschritte der Hyperthermie: Mit Wärme gegen Krebs
Kategorie: Medizin
Die Sache ist eigentlich ein alter Hut. Die Hyperthermie - also die gezielte Erwärmung des Körpers oder einzelner Bereiche - wurde schon Ende des 19. Jahrhunderts in der Krebsbehandlung eingesetzt. Doch bis heute fristet die Hyperthermie ein Schattendasein in der Onkologie. Das könnte sich möglicherweise ändern: einige klinische Studien weisen darauf hin, dass die Hyperthermie in Kombination mit den konventionellen Methoden der Krebsbekämpfung sinnvoll eingesetzt werden könnte. Bis es soweit ist, müssen freilich noch manche Schwierigkeiten bewältigt werden.
Wenn man von Hyperthermie spricht, so kommt einem immer Manfred von Ardenne in den Sinn. Der egozentrische Wissenschaftler propagierte seine systemische Krebs-Mehrschritt-Therapie in den 60er und 70er Jahren. Die Erfolge waren freilich bescheiden.
In den letzten 15 Jahren hat sich auf dem Gebiet allerdings einiges getan. Deutschland und v.a. die Niederlande haben sich zu Zentren der Hyperthermieforschung entwickelt. Klar ist inzwischen - so auch die eindeutige Aussage in der Hyperthermie-Session am heutigen vormittag - , daß die Erwärmung des Tumors nur in Kombination mit einer klassischen Strahlen- oder Chemotherapie sinnvoll ist. Als eigenständiges Verfahren taugt sie nicht.
Autor: Marc Scheloske· 09.09.09 · 12:00 Uhr· 0 Kommentare
Visionen eines Nobelpreisträgers: Roger Y. Tsien skizziert die Zukunft der Chirurgie
Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften · Kommentare: 2
Roger Y. Tsien ist noch lange nicht zufrieden. Der Chemie-Nobelpreisträger des Jahres 2008 hat weitere, hoch ambitionierte Forschungspläne. Gestern abend sorgte Roger Tsien mit seinem inspirierenden Vortrag für einen bemerkenswerten Schlußakkord des ersten Kongresstages.

Der 57 Jahre alte Professor für Pharmakologie, Chemie und Biochemie an der University of California in San Diego erzählte vor dem komplett besetzten großen Saal des Kongresszentrums, welche Etappen seiner Forscherkarriere schließlich zu der Entwicklung des grün fluoreszierenden Proteins (GFP) geführt haben, für das er letztes Jahr mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Und dann skizzierte Tsien seine aktuelle Forschungsarbeit, die - sollte er seine Vision umsetzen können - einen kleine Revolution in der Krebstherapie bedeuten könnte.
Aber der Reihe nach: denn eigentlich begann die ganze Geschichte ja vor schon vor Jahrmillionen. Denn so lange schwimmt die Quallenart "Aequorea Victoria" schon durch den Pazifischen Ozean. Ihre Besonderheit ist die Biolumineszenz. Dank eines fluoreszierenden Proteins leuchtet die Qualle blau. Und damit nahm die Geschichte ihren Anfang, an deren vorläufigem Ende die Forschungsarbeiten von Roger Tsien stehen.
Tsien hatte - wie hier auf ScienceBlogs schon beschrieben - die Arbeiten seines Kollegen Shimomura weitergetrieben und schließlich nicht nur das grün fluoreszierende Protein, sondern ein ganzes Spektrum an Fluoreszenzmarkern entwickelt, die aus der biotechnologischen Forschung nicht mehr wegzudenken sind.
Autor: Marc Scheloske· 09.09.09 · 07:00 Uhr· 2 Kommentare
08. September 2009
Medizinische Technik als Herausforderung: Innovationsgeschwindigkeit, Know-How und Risiken
Kategorie: Medizin · Kommentare: 1
Die Mehrzahl der Vorträge und Sessions präsentiert neue Ansätze und Technologien, die die medizinische Arbeit in Zukunft verbessern sollen. Da werden wunderbar elegante Methoden vorgestellt, die vielleicht schon bald eine Waffe im Kampf gegen bislang kaum behandelbare Tumortypen sein können oder die faszinierenden Möglichkeiten der funktionalen Bildgebung, die beeindruckende Einblicke in den menschlichen Körper bietet.

Doch so wunderbar all dieser medizinische Fortschritt auch ist und wie vielversprechend man eine konkrete Neuerung innerhalb eines 30-Minuten-Vortrags auch darstellen kann, schließlich müssen die Apparate doch in vielen, vielen Kliniken tatsächlich zum Einsatz kommen, schließlich müssen Ärzte doch das nötige Know-How haben, um diese Instrumente auch adäquat zu bedienen. Das ist einer der Rand- und Nebenaspekte einer hochtechnologisierten Medizin - der (das ist durchaus bemerkenswert und erfreulich) auch Platz im Tagungsprogramm hat.
Autor: Marc Scheloske· 08.09.09 · 15:30 Uhr· 1 Kommentar
"Medizintechnik hilft Kosten sparen!"
Kategorie: Medizin · Kommentare: 1
Einige der spannenden Vortragsthemen der nächsten Tage hatte uns Kongresspräsident Prof. Wolfgang Schlegel bereits gestern vorgestellt. Heute erklärt der Wissenschaftler vom Heidelberger DKFZ, welche neuen Ansätze in der Strahlentherapie verfolgt werden und weshalb die Kritik an der vermeintlich kostspieligen Apparatemedizin seiner Meinung nach verfehlt ist.
ScienceBlogs: Eines der Hauptthemen der Tagung ist die Onkologie und die Strahlentherapie, wo auch Sie selbst ihren Arbeitsschwerpunkt haben. Gibt es möglicherweise neue, vielversprechende Ansätze im Bereich der radiologischen Tumortherapie?
Wolfgang Schlegel: Einige davon hatte ich ja gestern schon genannt: Die spannenden neuen Ansätze sind vor allem die bildgeführte Strahlentherapie und die Strahlentherapie mit Ionen (Protonen, Hadronen). In Deutschland gehen in diesem Jahr voraussichtlich 3 Anlagen in Betrieb: München (Rinecker, Protonen, ist schon angelaufen), Uni Heidelberg (HIT, Schwere Ionen) und in Essen (WPE, Protonen).
Autor: Marc Scheloske· 08.09.09 · 07:45 Uhr· 1 Kommentar
07. September 2009
Wohin die Reise geht: Medizintechnik des Jahres 2020
Kategorie: Politik
Zum Start des "World Congress on Medical Physics and Biomedical Engineering" wurde am heutigen Montag die Studie "MedTech 2020" vorgestellt, die anhand einer Expertenbefragung den Versuch unternimmt, zentrale Trends in diesem Bereich darzustellen. In einem Punkt sind sich die Experten jedenfalls einig: schon in 10 Jahren wird die USA die Führungsrolle innerhalb dieses Technologiefeldes verlieren. Die Innovationen des Jahres 2020 erwarten die Insider aus Asien...
Insgesamt 631 Experten wurden für die Studie vom VDE befragt und die Auswertung hält einige interessante Einsichten bereit. Etwa wenn es um den Stellenwert einzelner Schlüsseltechnologien geht, die die Medizintechnik (die ja auf Interdisziplinarität basiert) vorantreiben.
Expertenmeinung: Computerwissenschaften sind Schrittmacher der Medizintechnik
Ein Drittel der Experten gab jedenfalls zur Auskunft, dass den Computerwissenschaften im Konzert der einzelnen Disziplinen die Führungsrolle zukommt. Dahinter rangieren die Zell- und Biotechnologien, die ebenfalls als sehr wichtig eingestuft werden.
Autor: Marc Scheloske· 07.09.09 · 23:00 Uhr· 0 Kommentare
Innovationen der bildgebenden Diagnostik und weitere Highlights
Kategorie: Medizin · Kommentare: 1
Heute startet der Weltkongress der Medizintechnik in München. Bis Samstag diskutieren Experten über neue Entwicklungen in diesem weiten Feld. Das Programm ist so vollgepackt und vielfältig, dass es nicht leicht fällt, sich einen Überblick zu verschaffen.

Kongresspräsident Prof. Dr. Wolfgang Schlegel (DKFZ Heidelberg) hat uns netterweise einige besonders spannende Themen und Vorträge aus dem Programm gepickt:
ScienceBlogs: Sehr geehrter Herr Professor Schlegel, auf dem Weltkongress der Medizintechnik werden in dutzenden Vorträgen neue Entwicklungen im Bereich der Medizintechnik präsentiert. Gibt es bestimmte Highlights des diesjährigen Programms, die in ihren Augen besonders beachtenswert sind?
Wolfgang Schlegel: Aus medizin-physikalischer Sicht sehe ich die Highlights auf den Gebieten der modernen medizinischen Bildgebung (Weiterentwicklung von diagnostischen Verfahren mit Röntgenstrahlen und MR) und der Therapie (hier vor allem der Krebstherapie mit neuen Strahlenarten), aber ganz besonders auch im Überlappungsbereich Bildgebung/Therapie: Die Therapie der Zukunft liegt in der Verknüpfung von Bildgebung und Therapie und damit in einer wesentlich schonenderen und effizienteren Behandlung.
Es ist natürlich sehr schwierig, aus der Fülle der eingereichten Beiträge (fast 1400 aus dem Bereich der Medizinischen Physik) die echten Highlights nur aufgrund der Titel und Abstracts herauszusuchen, ich versuche es aber trotzdem mal:
Autor: Marc Scheloske· 07.09.09 · 10:45 Uhr· 1 Kommentar
04. September 2009
Weltkongress Medizintechnik 2009: Mehr als 3.000 Topmediziner und Ingenieure treffen sich in München
Kategorie: Medizin · Kommentare: 3
Kommende Woche findet in München der Weltkongress der Medizintechnik statt. Vom 7. bis 12. September 2009 kommen rund 4.000 Mediziner, Wissenschaftler und Ingenieure zusammen, um am international wichtigsten Fachtreffen im Bereich der Medizin- und Biomedizintechnik teilzunehmen. ScienceBlogs wird den Kongress in diesem Live-Blog begleiten.
Alle drei Jahre ist es soweit: die Welt der Medizintechnik lädt zum Branchentreffen, bei dem hunderte Fachvorträge über neue Diagnose- und Therapieverfahren informieren und in weit mehr als 1.000 Postern spannende Innovationen vorgestellt werden.
Alle drei Jahre ist der Weltkongress die interdisziplinäre Plattform, bei der sich Mediziner und Experten aus Technik und Naturwissenschaft austauschen. Zuletzt fand der "World Congress on Medical Physics and Biomedical Engineering" in Seoul, Sydney und Chicago statt.
Autor: Marc Scheloske· 04.09.09 · 08:50 Uhr· 3 Kommentare
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