Urzeitkrebs "Limnadia lenticularis"

Es gibt ja einige Tierarten, die gerne mit dem Etikett "lebende Fossilien" versehen werden. Bei den Urzeitkrebsen ist die Bezeichnung aber durchaus zutreffend. Die direkten Ahnen der heute vorkommenden Arten entstanden bereits vor ca. 500 Millionen Jahren. Und manche Arten haben sich in den letzten 200 Millionen Jahren in ihrer Erscheinungsform nur minimal verändert.

Die (heute lebenden) Urzeitkrebse werden in drei Ordnungen unterteilt, und zwar in Anostraca, Conchostraca und Notostraca. Das oben abgebildete Exemplar zeigt einen Linsenkrebs "Limnadia lenticularis", der zu den Conchostraca (Muschelschaler) gehört. Interessant an den kleinen Krebsen ist ihr Habitat: sie kommen fast nur in kleinen (Salz)Seen und Tümpeln vor. Sie sind dazu in der Lage das Austrocknen der temporären Gewässer und ein längeres Trockenliegen zu überdauern (auch Frost kann ihnen meist wenig anhaben). Weitere Infos findet man übrigens auf der Website von Erich Eder: http://homepage.univie.ac.at/Erich.Eder/UZK/

Das Bild oben hat Viktor Sykora aus Prag gemacht. Er wurde für diese bemerkenswerte Aufnahme mit dem Preis für Makrofotografie im Wettbewerb "deutscher preis für wissenschaftsfotografie" ausgezeichnet.

6 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

    Kommentare (6)

    Kommentar-Direktlink AndreasP· 23.09.10 · 11:22 Uhr

    Fantastisches Foto.
    Mich würde aber interessieren, wie groß der oben abgebildete Krebs ist.

    Kommentar-Direktlink rolak· 23.09.10 · 12:48 Uhr

    Kannst Du Dich noch an Jack Arnolds "Tarantula" erinnern?
    Scherz beiseite, ⇒ca 1cm.

    Kommentar-Direktlink rolak· 23.09.10 · 12:48 Uhr

    Kannst Du Dich noch an Jack Arnolds "Tarantula" erinnern?
    Scherz beiseite, ⇒ca 1cm.

    Kommentar-Direktlink AndreasP· 23.09.10 · 13:27 Uhr

    Tarantula: Klassisch!
    Bin aber froh, dass sie nur 1 cm groß sind.
    Danke.

    Kommentar-Direktlink Andreas· 23.09.10 · 21:26 Uhr

    Unsere direkten Vorfahren lebten auch schon vor 500 Millionen Jahren.

    Author Profile Page Marc Scheloske· 24.09.10 · 00:36 Uhr

    @Andreas:

    Naja, Du weißt, was ich gemeint habe, oder? Es geht einfach darum, dass die vor 500 Millionen Jahren lebenden Kleinkrebse sich eben nur minimal von den späteren Arten unterscheiden (die eben seit 200 Millionen Jahren nachweisbar sind).

    Wenn man bedenkt, dass die Urzeitkrebse seit dieser Zeit quasi unverändert sind, ist das eben schon beachtlich. (Zur gleichen Zeit begann gerade mal die Entwicklung säugetierähnlicher Reptilien. Bis zu "echten" Säugern dauerte es dann nochmal 100 Millionen Jahre und bis zu den Hominiden... naja. )

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