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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.

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25.06.09 · 15:17 Uhr

James Hansen zusammen mit Darryl Hannah hinter schwedischen Gardinen

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 16

Direkt von seinem Direktions-Schreibtisch am NASA/GISS Institut in New York eilte Klimaforscher James Hansen zu einer Sitzblockade nach West Virginia. Ziel war es wohl den dortigen Mountain-Top Bergbau zeitweise zu stoppen und auf die Forderung nach der Entwicklung anderer Energiequellen aufmerksam zu machen. Ob das produktiv im Sinne der Ziele Hansens ist, fällt mir schwer zu beurteilen. Meine Vermutung ist aber, dass er es noch schwerer haben wird bei Senatsanhörungen als unabhängige Quelle gehört zu werden, wenn er sich so sehr für die "Umweltbewegung" (im weitesten Sinne) engagiert. Das gilt selbst dann, wenn seine wissenschaftlichen Argumente auch aus Beton sein mögen. Aber Gott, was weiss ich schon. Es ist offensichtlich, dass er als Bûrger im Wesentlichen seine demokratischen Rechte wahrnimmt.

In jedem Fall war er noch geistesgegenwärtig genug, sich zusammen mit Darryl Hannah einbuchten zu lassen. Keine Ahnung, ob er seine Kaution schon bezahlt hat.

Hier noch ein paar Photos und Links, damit ihr nicht selber googlen müsst.

DarlhannahAP_Photo_Jeff_Gentner)2.jpg

Bild 1: "See you later, Jim". Darryl Hannah bei der Festnahme anlässlich der Sitzblockade gegen ein neues Minenprojekt in West-Virginia


hansen.jpg

Bild 2: James Hansen kurz vorm Einbuchten. In der Tasche noch den Laptop um einen Peer Review, zwei revised Paper und einen Funding Antrag über 2.5 Millionen Dollar fertigzustellen.


blade-runner-1982-28-g.jpg

Bild 3: Darryl Hannah bei der Freilassung. James hat ihr sämtliche AGU Meeting Powerpoint Vorträge in 24 Stunden non-stop heruntergebetet. Sie denkt nun ernsthaft an eine Doktorarbeit zum Thema "Gravitationswellen in quasi-geostrophischen Modellen" nach.

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Autor: Georg Hoffmann· 16 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (16)

Kommentar-Direktlink Martin Rundkvist· 25.06.09 · 16:08 Uhr

Swedish curtains?! We should never have messed with you guys back in the 17th century! (-;

Author Profile Page Georg Hoffmann· 25.06.09 · 16:18 Uhr

@Martin
True, all-too-true. Do you know as well what a Schweden-Trunk is? http://en.wikipedia.org/wiki/Schwedentrunk
If there were no IKEA I guess the german-swedish relationships still would be a a desaster.

Kommentar-Direktlink Martin R· 25.06.09 · 19:22 Uhr

Ouch. Nasty stuff. Good thing you Germans never did anything as nasty as that in wars of the past. d-;

Kommentar-Direktlink Georg Hoffmann· 25.06.09 · 19:36 Uhr

I tell you Martin. That is one of our strength, never do nasty stuff in past wars. The other is amnesia.

Kommentar-Direktlink Wolfgang Flamme· 26.06.09 · 07:45 Uhr

"Direkt von seinem Direktions-Schreibtisch am NASA/GISS Institut in New York eilte Klimaforscher James Hansen zu einer Sitzblockade nach West Virginia."

Wenn wir alle Hansens CO2-Footprint hätten, dann hätten wir die +6°C-Marke schon lange gerissen.

Kommentar-Direktlink Eddy· 26.06.09 · 13:55 Uhr

@Wolfgang Flamme

Der Co2-Footprint von Georg wird den von Hansen wohl noch um einiges überbieten?!

Schade um Darryl Hannah ;-)

Eigentlich gibt es nichts blöderes als dummen unreflektierten Oekoaktivismus. Die Aktivisten selbst halten sich aber anscheinend für Genies?!

Author Profile Page Georg Hoffmann· 26.06.09 · 14:45 Uhr

@Eddy
Soso, Demonstrationen sind also "unrefletionierter Aktivismus". Ist ja jetzt nicht so als haetten die da Autos abgefackelt und Polizisten vergewaltiigt. EIn paar Schilder hoch gehalten und sich auf die Strasse gesetzt. In meinem Demokrativerstaendnis handelt es sich um das Wahrnehmen von Grundrechten, aber man kann ahnen welche Art von Staat manchen Leuten so vorschwebt.
Gleiches gilt uebrigens fuer die Minenarbeiter bei der Gegendemonstration.
Zur Sache habe ich keine grosse Meinung, aber es ist nun auch nicht so, dass man angesichts des Resultats des Mountain-Top Mining nicht vielleicht zweimal nachdenken koennte:
http://www.mountainjusticesummer.org/facts/steps.php

Kommentar-Direktlink Wolfgang Flamme· 27.06.09 · 02:58 Uhr

@Georg

aber man kann ahnen welche Art von Staat manchen Leuten so vorschwebt.

Tjaja ... yes, we can.

Zynismus beiseite. Man kann und sollte sicherlich intensiv darüber nachdenken. Aber die Sache könnte dennoch auch Vorteile haben, mit denen sich womöglich bloß keiner beschäftigt. Junge Sukzessionsstandorte werden zunehmend rar (Buschzaunkönig, Goldwaldsänger) und ihre Erhaltung kostet Geld. Andererseits ist ja buchstäblich Kohle da. Na, da könnte man doch vielleicht einen Kompromiß finden, bei dem die Ökologie nicht schlecht abschneidet?

Kommentar-Direktlink Georg Hoffmann· 27.06.09 · 09:43 Uhr

@flamme
jau, das machen wir. das sieht tatsaechlich aus wie das paradies auf erden fuer Buschzaunkönig und Goldwaldsänger.
http://images.google.fr/images?q=mountain%20top%20mining&oe=utf-8&rls=org.mozilla:fr:official&client=firefox-a&um=1&ie=UTF-8&sa=N&hl=fr&tab=wi
fehlt nur noch ein busch und ein stueckchen wald, dann koennen die beiden loslegen.

Kommentar-Direktlink Thorsten· 27.06.09 · 13:29 Uhr

@ Wolfgang Flamme

Friedliches Demonstrieren ist ein demokratisches Grundrecht. Gerade in diesen Tagen wird dies für die überwiegend friedlichen Demonstranten im Iran eingefordert. Es waren friedliche Demonstrationen, die Ausgangspunkt der deutschen Wiedervereinigung waren.

Der AGW ist die wichtigste Herausforderung dieses Jahrhunderts (Angela Merkel). Die Gewinnung und Verbrennung von Kohle ist mit der wichtigste CO2-Emittent weltweit.

Wer hierzu schweigt und eine Energiewende blockiert, macht sich mitschuldig an unabsehbaren unumkehrbaren Veränderungen und Risiken des Weltklimas.

Ich finde es gut, dass Hansen seine Position so öffentlich sichtbar macht. Aber ich bezweifle, dass dies seiner Position zuträglich ist. Auf dem politischen Parkett sind solche Leute nicht gerne gesehen, seien sie auch noch so populär!

Kommentar-Direktlink Wolfgang Flamme· 27.06.09 · 13:46 Uhr

Georg,

Du weist doch immer so genau, wie alles in 50 oder 100 Jahren sein wird, dann streng Dich halt mal ein bischen an - Beispiele hast Du haufenweise vor der Haustür, wie ich auch. Hier sieht's von oben so aus:
http://maps.google.com/?ie=UTF8&ll=49.970683,8.302424&spn=0.009951,0.015171&t=h&z=16

Alles Landschaften, die richtig wüst aussahen und die heute händeringend von denjenigen beschützt und bestaunt werden, die vorher Blockaden und Barrikaden errichteten, um ihre Entstehung zu verhindern.

www.geo-artenvielfalt.de/aktionen/2008/Steinbruch_Mainz-Weisenau_3_Jahr

Kommentar-Direktlink Krishna Gans· 27.06.09 · 18:16 Uhr

@Thorsten
Sehr klimafreundlich, diese berechtigte Wahrung der demokratischen Grundrechte von dem Herrn "Klimaschützer":

Direkt von seinem Direktions-Schreibtisch am NASA/GISS Institut in New York eilte Klimaforscher James Hansen zu einer Sitzblockade nach West Virginia.

Sind ja nur so schlappe 550 Meilen.....

Kommentar-Direktlink Georg Hoffmann· 28.06.09 · 11:54 Uhr

@Flamme

Alles Landschaften, die richtig wüst aussahen und die heute händeringend von denjenigen beschützt und bestaunt werden

In der Logik ist dann der zweite Weltkrieg eine feine Sache, um das deutsche Wirtschaftwunder zu produzieren.
Aber ich beuge mich selbstverstaendlich dem Experten. Der einzige Weg den Gooldwaldsaenger zum singen zu bringen, ist West Virginia in eine Mondladschaft zu verwandeln (und en passant einen kleinen Profit einzustreichen).
Ich bin sicher, dass ist der einzige Weg, um zu einer einigermaszen erträglichen Naturlandschaft zu kommen.

Kommentar-Direktlink Thorsten· 28.06.09 · 14:03 Uhr

@ Krishnag

Sehr klimafreundlich, diese berechtigte Wahrung der demokratischen Grundrechte von dem Herrn "Klimaschützer"

Herr Hansen ist einer der renommiertesten Klimaforscher weltweit. Seine Teilnahme an einer derartigen Demonstration hat eine große Aussenwirkung. Da muss man prüfen was dem Klima mehr hilft, diese Aussenwirkung oder der Verzicht auf den Flug.

Zudem gehe ich davon aus, dass Herr Hansen diesen Flug über atmosphair o.ä. teilweise kompensiert.

Kommentar-Direktlink Eddy· 29.06.09 · 10:36 Uhr

@Thorsten
Sie schreiben: "Friedliches Demonstrieren ist ein demokratisches Grundrecht."

Man sieht ja welche Konsequenzen es haben kann, wenn Wissenschaftler friedlich demonstrieren:

http://www.tagesspiegel.de/politik/art771,2484272

"Es klingt fast grotesk: Wegen des wachsenden Umweltbewusstseins in der Welt geht den UN-Hilfsorganisationen das Geld für Hilfen aus. Für hungernde Menschen, deren einzige Hoffnung oftmals die Lebensmittelprogramme der großen UN-Organisationen sind, ist die Realität allerdings mehr als dramatisch."

Wenn es schon lange 5 nach 12 ist stellt man als braver Primat selbstverständlich keine Fragen mehr ...

Kommentar-Direktlink Wolfgang Flamme· 29.06.09 · 19:48 Uhr

Georg

Der einzige Weg den Gooldwaldsaenger zum singen zu bringen, ist West Virginia in eine Mondladschaft zu verwandeln

Naja, vielleicht gibt's ja noch gefährdete Spezies, deren bevorzugtes Biotop Sitzblockaden sind und und die Autogramme von Darryl Hannah als Nisthilfe benötigen. Denen wäre mit solchen Aktionen natürlich mehr geholfen.

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