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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.

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Archiv März 2009

31. März 2009

Sie ist gesättigt, sie ist es nicht, sie ist gesättigt, ... Anmerkungen zum Strahlungstransport

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 59

Die Wirkung der Treibhausgase auf die Strahlungsbilanz der Erde wird im IPCC mit dem Vermerk LOSU=High versehen (Level of scientific understanding=LOSU).

RothmannCO2AbsTabelle.jpg
Tabelle 1: Ausschnitt der in Rothmann et al., 1992veröffentlichten spektralen Parameter des CO2. Die sogenannte band strength S_nu in der 5ten Spalte ist ein Mass für die Absorption. Man beachte die starke Absorption bei 667cm-1 in der fünften Spalte.


Warum ist das eigentlich so? Die Antwort liegt in der grossen theoretischen und experimentellen Sicherheit, die wir in der Infrarot-Spektroskopie in den letzten Jahrzehnten angesammelt haben. Im Gegensatz zu den Aerosolen können die verschiedenen Treibhausgase mit fast beliebiger Präzision nachgemessen werden. Die IR Messungen werden auf der urspünglich militärischen Datenbank HITRAN gesammelt, auf der man sich heute nur einschreiben muss und alle nur erdenklichen Parameter zur Beschreibung der IR Spektren praktisch sofort erhält.

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Autor: Georg Hoffmann· 31.03.09 · 16:56 Uhr· 59 Kommentare

28. März 2009

Finanzkrise und Klimakollaps: Weather Options

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 20

Ein Freund sandte mir die folgende Kurzgeschichte per e-mail zu. Sie passt auf Primaklima wie die Faust aufs Auge. Wie soll man als Wissenschaftler auf die grosse Bankenkrise reagieren? Uni Assistent Leisch gibt uns ein leuchtendes Beispiel, kreativ und mit den Mitteln der Wissenschaft, insbesondere der Klimawissenschaft, zu reagieren.
Leisch wurde erschaffen von Florian Schiel und wer mehr von ihm lesen will schaue mal hier oder hier oder hier oder hier herein.

LinuxTag2005_s21.JPG

Bild: Florian Schiel - BAfH=Bastard Assistant from Hell

Vorhang auf, das Spiel beginnt.


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Autor: Georg Hoffmann· 28.03.09 · 01:13 Uhr· 20 Kommentare

25. März 2009

Chronik eines angekündigten Skandals - Gerlich und Tscheuschner wurden peer-reviewt

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 883

Gerhard Gerlich und Ralf Tscheuschner haben ein Paper mit einer "fundamentalen Kritik" des Treibhauseffekts veröffentlicht. Es handelts sich um ein sage und schreibe 90 Seiten Review, der im International Journal of Modern Physics B Vol. 23, No. 3 (2009) 275-364 veröffentlicht wurde, nachdem er eine ganze Zeit bereits im Internet Archiv der Cornell Universität vorveröffentlicht (das heisst ohne Review im Netz verfügbar gemacht) wurde. Gerlich und Tscheuschner (G/T im folgenden) behaupten, es gäbe keinen Treibhauseffekt, dass dieser dem 2ten Hauptsatz der Thermodynamik widerspräche und Klimamodellierer keine Ahnung von Physik hätten.

Photo 27.jpg
Bild 1: Erste Reaktionen beim Lesen von G/T in der Redaktionsleitung von Primaklima.

Ich will hier nicht auf den eigentlichen Inhalt dieses Unsinns eingehen, das mag, wenn ich und andere Zeit haben, nochmal Anlass für einen kurzen formalen Reply an das IJMPB sein. Eli Rabett , der eine sehr amüsante und intelligente Webseite zum Thema Klima unterhält, schickte mir freundlicherweise einen Update einiger bereits im Internet erschienenen Zurückweisungen des G/T Papers zu. Jeder einzelne Punkt ist bereits tödlich für das in Frage stehende Paper und ich komme nicht umhin, mich zu fragen, wie der Gerlich überhaupt Physikprofessor an der TU Braunscheig hat werden können. Die Liste der Links von Eli findet sich am Ende des Posts ebenso wie Elis Bemühungen, ein formelles Rebuttal auf 20 Seiten zu beschränken. Jeder kann mitmachen, siehe hier und hier.

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Autor: Georg Hoffmann· 25.03.09 · 13:46 Uhr· 883 Kommentare

24. März 2009

It's a small world

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 10

Der Titel ist eigentlich schon alles, was ich dazu sagen wollte. "100 mal grösser", "1000mal grösser", ja gut, aber es hilft manchmal, es sich so richtig vor Augen zu führen.

smallworld1.jpg

PS Ludmila, ich hoffe die Bilder sind ok? Ein Freund hatte sie mir per mail geschickt und das ist vielleicht nicht die ultimative Quelle.

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Autor: Georg Hoffmann· 24.03.09 · 10:10 Uhr· 10 Kommentare

23. März 2009

All Models are wrong - some are useful: Wann wird das arktische Meereis verschwinden?

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 18

Ich hatte hier schon oft das Thema arktisches Meereis behandelt, vor allem weil es sich dabei um eines der am schnellsten ändernden Klima- und Ökosysteme handelt, ein Umstand, der völlig zu Recht in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Primaklima berichtete wie Meereis vermessen wird (Dicke, Dicke, Albedo) und zeigte, wie 2007 in der Septemberschmelze alle Rekorde brach (hier). Ich hatte ebenfalls erwähnt, dass die Meereismodelle arge Probleme haben den rezenten Trend zu verstehen und nachzubilden (ebenfalls hier).

CompModObsArcticIce.jpg

Bild 1: Vergleich des simulierten Sommermeereises (exakter September Minimum des Meereises) der IPCC Modelle (siehe CMIP3 Webseite) im A1B Scenario mit dem beobachteten Sommermeereis.


Julien Boé, von der University of California, stellte sich jetzt in Nature Geosciences die Frage, wie man aus sicherlich nicht perfekten Modellen trotzdem zu quantitativen Abschätzungen kommen kann. Die Modelle liefern ja nicht nur irgendein Resultat (z.B. verbleibendes Meereis im Jahr 2040) sondern einen ganzen Satz an Verbindungen und Abhängigkeiten zwischen Klimagröszen, die tatsächlich für Klimaforscher wichtiger sind, als eine platte gute Übereinstimmung zwischen einer beobachteten und einer simulierten Grösze.

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Autor: Georg Hoffmann· 23.03.09 · 17:00 Uhr· 18 Kommentare

20. März 2009

Jetzt mit Musik und Text: Die superscharfe Animation

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 15

Ich hatte sie hier schon mal vorgestellt. Das IPSL (Institut Pierre Simon Laplace), eine Art Über-Labor, zu dem auch mein Institut, das LSCE, gehört, hat eine wirklich gelungene Animation ins Web gestellt. Gut zum Französisch lernen, aber auch um die gröbsten Irrtümer, was denn ein Modell ist und leistet, zu beseitigen.

ModelGrid.jpg

Diese Animation zu Klimamodellen wurde vom IPSL produziert. Einfach auf das Bild klicken.

Bei Realclimate das "Gleiche" (das heisst, die Antwort darauf, was ein Modell ist oder nicht ist), übrigens detaillierter, physikalischer und in Worten.


Autor: Georg Hoffmann· 20.03.09 · 12:25 Uhr· 15 Kommentare

17. März 2009

Wie die Guardia Civil mal einen Eisblock überführte - Megacryometeore aus Spanien

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 9

Am Freitag letzter Woche hat mich eine Journalistin des französischen Wissenschaftsblatts Science&Vie angerufen. Was ich denn von dieser Geschichte von den Rieseneisblöcken hielte, die so vom Himmel fielen? Ist da was dran? Ich erstmal: Röchelröchel, was, wie, worum gehts? Dunkel erinnerte ich mich, dass es auf den Feldern nahe des Charles de Gaulles Airport, hier in Paris, angeblich ab und an vereiste Kotblöcke aus den landenden 747s herunterregnet. Schon das ist mir nie ganz klar geworden, denn die Flugzeugklos, die ich bisher benutzte, haben ja kein Loch im Boden wie bisweilen immer noch bei der DB. Aber jetzt Rieseneisblöcke?

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Bild 1: Die Guardia Civil, modische Kopfbedeckung und hochmoderne Crime Scene Investigation.

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Autor: Georg Hoffmann· 17.03.09 · 16:22 Uhr· 9 Kommentare

10. März 2009

Heartland und Geladene tun mal so wie Klimakonferenz

Kategorie: Naturwissenschaften·Politik  ·  Kommentare: 530

Soll man drüber reden und "falsche Aufmerksamkeit" erzeugen? Ich meine: Eh Wurscht. Die zweite Konferenz zum Thema Klimawandel, ausschliesslich für Klimaskeptiker und die es werden wollen, geht gerade in New York zu Ende. Sie wurde wie letztes Jahr auch vom Heartland Institut organisiert, einer Einrichtung, die sich "gesellschaftlichen Problemen und deren privatwirtschaftlich-freien Lösungen" verschrieben hat. Realclimate hatte vor einem Jahr bereits über die Absurditäten dieses "Wissenschaftskongress" berichtet und es gibt nicht viel Neues zu berichten: schon deshalb nicht, weil die zwei dutzend Vortragenden fast die Gleichen wie beim letzten Mal sind.

bild_131_g.jpeg

Mimikry: Der Hornissenschwärmer sieht aus wie 'ne Hornisse, bewegt sich wie 'ne Hornisse und ist doch nur ein Schmetterling.


Jemand hat den Beteiligten gesagt, wie man in der Form so einen Kongress imitiert und in perfekter Mimikry tun denn auch alle so, als würden sie an einem wissenschaftlichen Meeting teilnehmen. Ich habe nur oberflächlich durch ein paar Powerpoint Präsentationen der Heartland Konferenz geblättert und habe nichts gefunden, was auch nur in die Sichtweite von "könnte-veröffentlicht-werden" gekommen wäre.

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Autor: Georg Hoffmann· 10.03.09 · 14:02 Uhr· 530 Kommentare

02. März 2009

Die aktuelle Zeitungskritik - Heute: Welt Online

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 131

Eine klassische Funktion von Zeitungen ist die Kritik. Sie bewerten Vorgänge in Politik oder Kunst gemäss ihren Kriterien und denen ihrer Leserschaft. So haben sicher konservative Zeitungen eher konservative Kriterien, nicht nur wenn es um die Politik geht, sondern auch um die Kunst oder um andere Aspekte des Lebens, und so genauso bei liberalen oder eher links ausgerichteten Zeitschriften. Bei der Wissenschaft ist es anders, respektive sollte es anders sein. Da sollte es entweder gute oder schlechte Artikel geben und fertig. Nun ist das aber nicht so, es ist erst recht nicht so bei den Klimawissenschaften. Politisch mag eine Zeitung beispielsweise der Meinung sein, dass teure Grundlagenforschung von praktischen Nutzen und weniger teuer sein sollte und schon mag ein Artikel zur bald möglichen Entdeckung des Higgs Boson etwas weniger enthusiastisch und etwas mehr von der Frage durchdrungen sein : War das die Milliarden wert ?


PolarYearCover.jpg

Bild 1: Zum Ende des Polarjahrs 07/08 gab die WMO und die ICSU einen kurzen Bericht heraus.

Bei der Klimaforschung ist alles immer noch schlimmer und praktisch jeder Zeitungs-Artikel findet in einem Phasenraum statt, dessen Achsen von letzten Moral- und ökonomischen Fragen aufgespannt ist. Bei einem Artikel, der die Ergebnisse einer marinen Sedimentbohrung und die Klimavariabilität in Pleistozän behandelt, schwingt immer auch die Frage mit : Und was denken sie von Al Gore?

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Autor: Georg Hoffmann· 02.03.09 · 19:21 Uhr· 131 Kommentare

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