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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.
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18.12.08 · 16:41 Uhr
Die FAZ setzt aufs falsche Pferd
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 12
Bei der FAZ (hier und hier) wurden ebenfalls genau wie bei Realclimate und vielen anderen die offizielle Mitteltemperatur 2008 besprochen. Das kann man tatsächlich schon vor Ende des kalendarischen Jahres, da das meteorologische Jahr eben schon im November endet und im Dezember beginnt, um laufende Jahreszeiten nicht zu zerschneiden. Der Wissenschaftsjournalist Joachim Müller-Jung erklärt in seinem Artikel ganz richtig die Rolle der Klimavariabilität bei solchen Einjahres-Daten, etwa La Niña in diesem Jahr 2008. Dann allerdings kommt bereits der erste Schnitzer, wie Nils Simon hier ganz richtig gesehen hat. Müller-Jung behauptet, dass die globalen Temperaturen nicht mehr den langzeitlichen dekadischen Trends des IPCCs folgen. Wie Nils zeigt muss man schon den LANGZEITLICHEN Trend raussuchen und nicht irgendein Interval, das man gerade für bedeutsam hält. Hier hatte ich bereits gezeigt, wie es um die dekadischen Trends steht und warum die letzten 10-Jahre mit Sicherheit nicht im Konflikt mit den Modellen stehen.
Doch dann kommt Müller-Jung auf die Klimawette der Realclimate Autoren und Stefan Rahmstorf im speziellen zu sprechen. Im Zusammenhang mit einer Nature Veröffentlichung der Kielergruppe von Mojib Latif, die ich bereits hier besprochen habe, bot Stefan Rahmstorf eine Wette an, um spielerisch darauf aufmerksam zu machen, dass die in diesem Nature Paper prognostizierte Abkühlung über die nächsten Jahre nicht einstimmig als eine felsenfestes Resultat von der Klima-Community gesehen wird. Hier wörtlich was Stefan Rahmstorf als Wette vorschlägt:
Sollte die Durchschnittstemperatur in den Jahren 2000 bis 2010 (Keenlysides et al. erste Voraussage) tatsächlich niedriger oder gleich der Durchschnittstemperatur in den Jahren von 1994 bis 2004 (*) sein, zahlen wir ihnen 2500 Euro. Ist sie höher, zahlen sie uns 2500 Euro. Wer diesen Teil der Wette gewinnt, wird sich Ende 2010 erweisen.
Die Definition eines Jahres ist wieder die des meteorologischen Jahres ab Dezember des Vorjahrs wie oben erklärt.
Was meint nun die FAZ und Müller-Jung dazu:
Rahmstorf sagt dazu erstmal besser nichts. Aus gutem Grund: 2010 nämlich könnte er, wenn bis dahin die „statistische" Temperaturstagnation anhält, seine in der „KlimaLounge" annoncierte Klimawette gegen die Kieler Kollegen verlieren. Es geht um 2500 Euro und weitere 2500 Euro für eine Vorhersage bis 2015. Entschieden ist da noch gar nichts. Aber die Luft wird erkennbar dünner, oder?

Grafik 1: GISS globale Temperaturen und Rahmstorfs Klimawette Mitteltemperaturen. Wird die Luft dünn?
Tja, ist die Luft wirklich dünner geworden? Schaun mer mal.
Hier die GISS Temperaturen mit 2008 einschliesslich. Die entsprechenden Wettmittelwerte 1994-2004 und 2000-2008 (fehlen also noch 2 Jahre) sind mit eingezeichnet. Sieht es jetzt mit dem Jahr 2008 wirklich düster aus für Stefan Rahmstorf, sind die 2500 Mäuse weg und gibt es nur noch Erbsensuppe? Ich glaube es gibt mit ziemlicher Sicherheit auch die nächsten Zeit Fleischeinlage (zut, CO2 Quelle) im Hause Rahmstorf. In Grafik 2 habe ich mal für die nächsten 2 Jahre den nötigen Mittelwert (ein Jahr kann natürlich warmer und das andere entsprechend kälter ausfallen) eingezeichnet, damit er die Wette verliert.

Grafik 1: GISS globale Temperaturen und die Temperaturen der nächsten beiden Jahre, damit Stefan Rahmstorf die Wette verliert: Very Likely?
Es wäre der grösste Temperatursprung der Geschichte der Temperaturaufzeichnungen und das für zwei aufeinanderfolgende Jahre.
Hmm, ob Herr Müller-Jung noch 'ne Wette von mir animmt?
Autor: Georg Hoffmann· 12 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (12)
Gratulation an Müller-Jung. Der Mann trät auch den richtigen Namen.
@Hoffmann
Deine Beiträge und Kommentare sind immer reichlich unverständlich und langatmig geschrieben. Bei der Abb. 2 verwirrt die rote Linie, die eine andere Bedeutung hat als in Abb. 1.
Georg Hoffmann·
18.12.08 · 17:37 Uhr
Ja, irre nicht? Nicht alle roten Linien, die dir noch begegnen werden bedeuten das Gleiche. Na dann lies halt kurze einfache Texte woanders.Hah! :)
Btw. guter Blogpost. :)
Sehr gut! Den Satz leihe ich mir für mein Methodenseminar.
@Stefanowitsch
"Sehr gut! Den Satz leihe ich mir für mein Methodenseminar."
Ist auch dringend nötig.
Ich wusste gar nicht, dass es ein
Institut für allgemeine und angewandte Sprachwissenschaft an der Uni Bremen gibt.
Ich war an der Uni immerhin über 10 Jahre.
Yes Weeeeeeee Can.
@Hoffmann
"Hallo Stefan
es sieht auch mit 2008 und entgegen einem FAZ Artikel so aus, als ob du die 2500 Euro gewinnen wirst."
http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2008-12-16/temperaturen-2008/page/2#comments
Ist das peinlich. Hast du das nötig?
Möglicherweise ähnlich wie die Chartanalyse an der Börse. Der Trend belegt die Richtigkeit der Theorien, die den Trend erklären. Je länger der Trend hält, um so mehr steigt das Vertrauen in den Trend und in die Prognosekompetenz der Analysten.
Georg,
ist ja schön, daß Du das mal vorexerzierst, aber - zumal es keinen großen Unterschied bedeuten dürfte - warum nicht gleich richtig?
Also mit der Zeitreihe, die auch Keenlyside et.al. verwendet haben ("Observed global mean temperature anomalies are from HadCRU3.") und dem Zeitintervall, daß sie festgelegt haben ("We now consider two forecasts, started in November 2000 and November 2005.") - was ja auch Rahmstorf als Grundlage der Wette nimmt.
Wie gesagt, viel ändern dürfte es nicht beim Wettausgang des 1. Teils, wenn ich mir die CRU-Kurve betrachte. Die Anomalien 2001-2008 lagen etwa um ein halbes Zehntelgrad über dem Referenzwert, in dem noch verbleibenden Fünftel der Zeit müßten sie schon etwa zwei Zehntelgrad darunterliegen, wenn das noch was werden soll.
@Flamme
Na so spannend ist das ja nun auch nicht. Ich habe GISS statt CRU genomme, aber bin ansonsten ziemlich genau der vorgeschlagenen Wette gefolgt. Ich habe also das 2001 Jahr vom GISS als erstes Jahr genommen und habe die letzte Anomalie (0.43) zum SChluss angehangen.
Der zweite Teil der Wette ist ein wenig interessanter und sollte auch noch (toi toi toi) zu unseren Lebzeiten entschieden werden.
Upps,
Gerade habe ich Sie, bzw. eher Herr Rahmstorf in der Klimalounge gelobt, und schon sehe ich mit Entsetzen, dass Herr Rahmstorf, IHNEN ZUFOLGE, 2008 eine Wette abschliessen will, die er nicht verlieren KANN, oder verstehe ich Sie falsch?
Ging es nicht um Herr Latif und eine zukünftige Temperaturstagnation?
Eigentlich halte ich solche "Spielereien" für ziemlich unseriös, kann aber auch gern drüber schmunzeln.
Vielleicht sollte man eine Wette aber nicht abschliessen, wenn man das Resultat schon kennt?!
Einer neuesten Arbeit zufolge ist eine Abkühlung, sogar unter extremen Voraussetzungen, die eine Abkühlung bewirken sollten, kaum in einem Zeitraum der kleiner ist als 30 Jahre, zu erwarten, sollte ich das Abstract recht verstanden haben.
Liebe Grüsse
Eddy
"Vielleicht sollte man eine Wette aber nicht abschliessen, wenn man das Resultat schon kennt?!"
Ich schliesse sogar nur Wetten ab, bei denen ich das Resultat schon kenne und es fuer mich spricht. Das Gegenteil waer ja auch ziemlich dumm gell?
Hier gind es nur darum dass die vorgeschlagenen Wette, die 2007 schon ziemlich sicher war, 2008 praktisch schon entschieden ist, welbst wenn noch 2 Jahre fehlen. 2008 hat entgegen dem FAZ Artikel, die Sache noch klarer, und zwar zu Gunsten Rahmstorfs, gemacht. Mehr wollte ich nicht zeigen.
Allmählich werden Sie mir immer sympathischer. Das macht mir allmählich Angst ;-)
Zu diesen ganzen Trends und Kurven werde ich immer skeptischer. Ich dachte schon ich kann die kleinen Schummeleien mittlerweile alle erkennen, muss mich aber immer wieder eines besseren belehren lassen.
Ich persönlich schwanke so zwischen den beiden Meinungen: a) AGW eigentlich bewiesen und unabwendbar und b) naja, die letzten Jahre hat man sich immer wieder extrem geirrt bei solchen Prognosen.
Schade dass man nicht die "Fast forward"taste drücken kann. ;-)
Wetten dass ich die Auflösung nicht mehr miterleben werde ;-)))