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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.
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17.11.08 · 17:45 Uhr
BILD Zeitung und grüner Life-Style
Kategorie: Kultur·Politik · Kommentare: 8
Die aussergewöhnliche geistige und moralische Flexibilität ehemaliger und jetziger BILD Redakteure wird mal wieder bestätigt bei einem Blick in die gerade zur Erstausgabe schreitende Zeitschrift "Klima". Nach eigener Definition handelt es sich um ein, Zitat,
grünes Lifestyle- und Nachrichtenmagazin welches informiert über das wichtigste Thema unserer Zeit, den Klimawandel.
Wer denkt, es handele sich um eine auf braunem Papier gedruckte Amateurausgabe einer Naturschutzgruppe in der Lüneburger Heide, täuscht gewaltig. Allein die Ziele des neuen Magazins zeugen nicht von falscher Bescheidenheit. Denn "Klima" möchte
ein Leuchtturm und Ratgeber (sein) für alle, die besser leben wollen.
wobei sich mir auf Anhieb die Frage stellt, wer eigentlich das Magazin rausgibt für die, die schlechter leben wollen.
Die Redaktion ist nicht von schlechten Eltern:
Christel Vollmer blickt auf eine beeindruckende Vita zurück. Sie begann im Springer-Verlag bei der BILD-Zeitung.
Ferner
Uwe Dulias arbeitete in den Chefredaktionen der Hamburger Morgenpost, des Berliner Kuriers und der BILD-Zeitung
und
Werner Köster leitete in den achtziger Jahren die BILD-Sportredaktion und war der Gründungs-Chefredakteur der Zeitschrift „Sport-BILD".
Jo, da wird sicher mit Spitzenleistungen des investigativen Journalismus zu rechnen sein. Ich freu mich schon auf Schlagzeilen wie: "Klimaforscher nackt im Büro erwischt" oder "Schmeisst ihn raus: Klimaforscher mit 200 Sachen auf der Autobahn".
Weitere Fragen sind natürlich: Wird es ein Klima Pin-Up auf der zweiten Seite geben? Und die informativen Kleinanzeigen der BILD? Werden die auch übernommen?
"Zärtliche Ukrainerin verwöhnt dich mit voller CO2 Kompensation".
Eine ausführliche Besprechnung der ersten Ausganbe natürlich hier bei Primaklima.
PS. Gleich beim weiteren Blättern ein schönes Interview gefunden, und zwar mit Bianca Jagger (wersdasn?), ehemaliges Modell und mit Mick Jagger verheiratet (ebenfalls ehemalig) ist sie mittlerweile im Weltzukunftsrat (whatthehellisthat?) tätig. Klar, meint sie, muss man zum Thema Klimawandel die lieben Kinder mobilisieren. Zitat:
FRAGE: Frau Jagger, warum sind Kinder die besseren Botschafter wenn es um den Klimawandel geht?
ANTWORT: Kinder sind viel spontaner und haben nicht die Vorurteile und Zweifel wie Erwachsene. Sie sehen den Klimawandel viel klarer auf sich zukommen und wie sich die Gefahr eines Klimadesasters bedrohlich in der Zukunft abzeichnet.
Genau , so wie die 11-jährige Fitore (ist das wirklich ein Name ??):
Hallo Politiker, ich wünsche mir von euch dass meine Zukunft nicht so warm wird
Ich wollte mit 11 Jahren nur eins: Dass der VFL Bochum einmal die Bayern so richtig abledert. Ist ganz schön was passiert in den letzten 30 Jahren.
Doch so nett und beschwingt wie Bianca hier und mit der gesamten Kinderschar daherkommt, Sie kann auch ganz anders:
FRAGE:Wie beurteilen Sie den Klimawandel in rechtlicher Hinsicht?
ANTWORT: Am Weltzukunftsrat entsteht eine Expertenkommission, die sich mit „Verbrechen gegen die Zukunft" beschäftigen wird. Diese müssen in internationales Recht integriert werden. Wer willentlich zum Klimawandel beiträgt, begeht ein Verbrechen gegen die Zukunft der Menschheit und muss zur Rechenschaft gezogen werden.
Von Fitore zu Tode kitzeln?
Autor: Georg Hoffmann· 8 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (8)
Als Kind der 80er kann ich sagen, dass ich mich in meiner Kindheit/frühen Jugend schon mit Klimawandel (in der 80er-Version Ozonloch/Atomkraft) beschäftigt habe, und auch ähnliches geäußert haben dürfte wie Fitore. Fußball hingegen war mir völlig Latte (auch wenn ich beim Abschiedsspiel von Rudi V. von Werder (Werder: Köln 2:1, kein Tor V.)) im Stadion war. Die Kinder nehmen eben das mit, was ihnen die Eltern präsentieren bzw. erlauben zu sehen.
@Christian
"Die Kinder nehmen eben das mit, was ihnen die Eltern präsentieren bzw. erlauben zu sehen."
Na ja eben. Keine Ahnung was sich jemand davon verspricht sein Kind mit Klimaaenderungsaengsten vollzuquaseln. Ich habe drei Toechter und keine waere (resp. wird) je auf die Idee gekommen: Politiker, ich wuensche mir eine nicht so warme Welt.
@Hoffmann
Endlich gehen dir mal die Augen auf, was ihr mit euren Weltuntergangsszenarien anrichtet, oder was andere daraus machen.
Der Ökonom Professor Olav Hohmeyer und der Klimawiss. Prof. Mojib Latif sitzen übrigens mit im Boot beim Klima-Magazin.
Volksverblödung ist das. Schreib dort mal hin und versuche die Berichte inhaltlich zu korrigieren. Die werden den Teufel tun.
@Mueller
Mit Wissen und Fakten richtet man niemals etwas an. Es sind immer politisch/moralische Vorstellungen, die Wissen und Fakten nutzen und angemessen oder eben nicht auf sie reagieren. Du schaffst es nichtmals bis zur ersten Stufe.
Theodor Wiesengrund Adorno, in Minima Moralia:"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen"
Nun mal ist es aber so, dass der Klimawandel nicht nur Vorteile bringt! Bikini-Schönheiten an Hitzetagen nachzuschauen hat da schon etwas an sich. Doch bringt es auch Nachteile für ältere Menschen.
@Hoffmann
Es kommt noch besser.
Feigenblätter für Planetenretter
Wer bewusst lebt, der hilft: Das ist die Kernbotschaft des neuen "Klima-Magazins". Mit den Mitteln des Edel-Boulevard versucht das Heft, den heiß umworbenen Lifestyle-Ökos zu einem guten Gewissen zu verhelfen. Grün vor Neid müssen die anderen Verlage deswegen aber nicht werden.
...
Alles begann - wie kann es anders sein - bei einem Bier. In einer Zürcher Kneipe kamen Röbel und Dulias vor zwei Jahren die Idee: "Damals war gerade der erste Teil des neuesten IPCC-Berichts erschienen. Alle redeten plötzlich vom Klima und wir fragten uns: Warum macht eigentlich keiner ein Klima-Magazin?"
Heute ist Dulias Herausgeber des Magazins, Röbel sitzt im Beirat. Darin außerdem vertreten: Klimaforscher Mojib Latif vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel, und Hartmut Graßl, emeritierter Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg. Als Chefredakteurin wurde Christel Vollmer verpflichtet, ehemals Chefreporterin der "Bild am Sonntag". Werner Köster, Mitbegründer der "Sport-Bild", ist als Chef vom Dienst dabei.
Latif und Graßl. Ich lach mich schlapp.
Na, mit dem letzten Halbsatz hab ich mir eine Möglichkeit offengehalten :) Der Zeitgeist war in den 80ern glaube ich so, dass auch die Kinder mitbekommen haben, dass Umweltschutz ein Thema war (ein relativ neues, glaube ich). Wir hatten solche Geschichten wie Tschernobyl und das Ozonloch, dazu die Demos gegen Atomkraft. Wenn man dann noch aus einer Ecke von Niedersachsen stammt, wo sich viele Ökos niedergelassen haben, dann kommt das von den Freunden, Nachrichten, Eltern, und auch aus der Schule. Die 80er waren Pausewang-Zeit ;)
Davon mal abgesehen glaube ich, dass diese Logik schon älteren Kindern einleuchtet, dass sie irgendwann selber erwachsen sind und dann mit dem klarkommen müssen, was ihnen die Älteren hinterlassen haben.
Aber meinetwegen lassen wir das, ist ja nicht Thema dieses Blogeintrages.
Wenn du täglich 1,36 MILIARDEN Liter Öl (+"etwas" Gas +Kohle) in einem abgeschlossenen System (Planet) in die Luft bläst und jeder Liter Öl 1,79 Kubikmeter reinen Sauerstoff bindet und stattdessen jeweils zusätzlich 2,7Kilogramm CO2 in die Luft bläst, darf man ruhig mit einer Systemveränderung rechnen.