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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.
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- Abstimmung: Kernkraft, ja, nein, ein bisschen, vielleicht doch irgendwann mal256 Kommentare· 26.01.12
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- Angesichts des Klimawandels ist die Kernkraft wirklich eine "Energie der Vergangenheit"?559 Kommentare· 19.01.12
- Umfrage: Wer kennt das Hartwell Paper?54 Kommentare· 18.01.12
- Pack das Treibhaus in den Chip: Wie man einen Photovoltaik-Chip behandeln muss, um deutlich effektiver zu werden.226 Kommentare· 15.01.12
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- Krishna Gans · 04.02.12 · 02:07 Uhr Abstimmung: Kernkraft, ja, nein, ein bisschen, vielleicht doch irgendwann mal
- Krishna Gans · 04.02.12 · 02:01 Uhr Der neueste globale Gletscherreport des WGMS ist raus
- Krishna Gans · 04.02.12 · 01:56 Uhr Habemus Nature - Teil I : Wie man die eiszeitliche Produktivität abschätzt.
- Wolfgang Flamme · 03.02.12 · 11:36 Uhr Angesichts des Klimawandels ist die Kernkraft wirklich eine "Energie der Vergangenheit"?
- kai · 30.01.12 · 20:05 Uhr Umfrage: Wer kennt das Hartwell Paper?
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26. Januar 2012
Abstimmung: Kernkraft, ja, nein, ein bisschen, vielleicht doch irgendwann mal
Kategorie: Politik · Kommentare: 256
Der Beitrag der drei französischen Academie Mitglieder, Balibar, Bréchet, Brézin, hat hier auf Primaklima ein heftige Diskussion ausgelöst. Bald 500 Kommentare zeugen davon. Es geht dabei nicht mehr nur um die Wissenschaft, es geht um solche Fragen wie Verantwortung für zukünftige Generationen, um immer auch subjektive Sicherheitsbedürfnisse, um Vertrauen in Wissenschaft. Kurz, die Kernkraftdiskussion ist vor allem eine politisch-moralische, die in Deutschland lange, lange Tradition hat. Ein Blick auf die Alterszusammensetzung bei Anti-Atomdemos überzeugt uns sofort davon. Da sind sicher einige seit 30 Jahren und länger dabei.
Die Diskussion in Deutschland ist entschieden, liest man häufig, und das mag sicher auch so sein. Ein Fünftel der Befragten in einer Stern Umfrage geben etwa an, sehr grosze Angst vor einem Kernkraftunfall zu haben.Trotzdem interessiert mich einmal wirklich eure Meinung zur Kernkraft, nach Fukushima und mitten in der globalen Erwärmung.
Scienceblogs ist gewiss nicht in eine Kategorie Pro oder Kontra Atom einzuordnen, aber sicher in die Kategorie Pro-Wissenschaft mit einer guten Portion Technologiefreundlichkeit. Wie also sieht eine solche nicht repäsentative Gruppe die Frage nach der Kernkraft? Ich habe die Frage über das reine Ja/Nein mal ein wenig aufgesplittert, um vielleicht ein paar Infos mehr zu erhalten. Also los!
Frage 1
Frage 2
Frage 3
Autor: Georg Hoffmann· 26.01.12 · 15:27 Uhr· 256 Kommentare
24. Januar 2012
Habemus Nature - Teil I : Wie man die eiszeitliche Produktivität abschätzt.
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 73
Na ehrlich gesagt, haben wir keinen Nature Artikel, sondern einen Nature Geoscience Artikel. Auch nicht schlecht. Ich dachte, das wäre mal eine Gelegenheit, von dem zu sprechen, was ich denn konkret den lieben langen Tag so treibe, obwohl ich selbst, warum auch immer, nie besondere Lust über etwas auf Primaklima zu schreiben, worüber ich ohnehin schon den ganzen Tag gearbeitet habe.
Worum geht es in dem Artikel? Eines der drei groszen Probleme der Paleoklimaforschung ist es wahrscheinlich, den Faktor oder die Faktoren zu finden, die für den glazialen CO2 Wert verantwortlich sind. Bevor der Mensch in den letzten 200 Jahren das Kommando bei den CO2 Flüssen übernahm, variierte der CO2 Wert in der Atmosphäre in den letzten ca 10000 Jahren, dem sogenannten Holozän, sehr wenig zwischen 260ppm und 280ppm. Davor aber lag eine Zeitspanne von 30.000 Jahren glazialer Bedingungen, in der die CO2 Werte zwischen 180ppm und 200 ppm schwankten. In dieser Zeit liegt auch das glaziale Maximum um ca 21.000 Jahren vor Heute mit der gröstzen kontinentalen Eisausdehnung und den niedrigsten CO2 Werten. Doch wie kommt es zu den ca. 100ppm Differenz zwischen dem heutigen Interglazial und der letzten Eiszeit? Das Problem existiert ja nicht nur in den letzten 100.000 Jahren sondern, wie uns Messungen am Dome C EPICA Eiskern zeigen, praktisch die gesamten letzten 1 Millionen Jahre.

Bild 1: Methan, Wasserisotope und CO2 vom europäischen Eiskernprojekt EPICA, Dome Concordia in der Ost-Antarktis. Die Wasserisotope sind im wesentlichen linear von der lokalen Temperatur bestimmt. Es ist einer der fundamentalen Fragen der Geochemie, wieso die eiszeitlichen CO2 Werte um 100ppm niedriger waren, denn der kältere, glaziale Ozean erklärt dies eben gerade nicht.
Autor: Georg Hoffmann· 24.01.12 · 14:28 Uhr· 73 Kommentare
19. Januar 2012
Angesichts des Klimawandels ist die Kernkraft wirklich eine "Energie der Vergangenheit"?
Kategorie: Technik·Umwelt · Kommentare: 559
Die drei renomierten französischen Physiker, Sébastien Balibar, Yves Bréchet und Edouard Brézin, alle drei Mitglieder der Academie de Sciences, sprechen sich in diesem Aufruf für einen weiteren Einsatz und sogar Ausbau der Kernenergie aus. Sie begründen dies insbesondere mit den Gefahren des durch Treibhausgase verursachten Klimawandel. Im gerade beginnenden Wahlkampf in Frankreich setzen sie sich in diesem Text insbesondere mit der deutschen Entscheidung zum Ausstieg auseinander.
Der Text wurde zuerst von Sylvestre Huet auf science^2 veröffentlicht. Er selbst als auch Edouard Brézin waren mit der Zweitveröffentlichung einverstanden und Primaklima bedankt sich natürlich dafür.
«UNE ÉNERGIE DU PASSÉ ?
Die Zukunft unserer Kernenergie findet sich mitten im Wahlkampf wieder. Es gibt eine Spaltung zwischen rechts/links, aber auch eine Debatte innerhalb der Linken, wie die Erklärungen von Michel Rocard und Jean-Pierre Chévenement bezeugen (Anm. Ricard war sozialistischer Ministerpräsident unter Mitterand und Chevènement Innenminister. Beide gehören zur eher konservativen Linken, etwa wie Schmidt oder Steinmeier). « Archaische Energie » nennen es die Grünen, die Augen ganz auf das deutsche Vorbild gerichtet, wobei sie aber sich jeder Stellungnahme zu den dutzenden Kohlekraftwerken enthalten, die sich gerade bei unseren Nachbarn im Bau befinden, oder zu dem beachtlichen Anstieg der CO2 Emissionen, zu dem die deutsche Entscheidung eines sofortigen Nuklearstops bereits führte : 2 Millionen Tonnen zusätzlich pro Monat. Unter diesen Umständen nichts und niemand kann an der Diskussion teilnehmen ohne verdächtigt zu werden der Sprecher einer Partei oder eines Parteiflügels zu sein. Möge also der Leser bitte uns zugestehen : Nichts von all dem motiviert uns hierzu.

Bild 1: Yves Brechet ist Physiker und Materialforscher am Laboratoire "Science et ingénierie des matériaux et des procédés" de Grenoble (SIMAP). Seit 2010 Mitglied der Academie de Sciences.
Autor: Georg Hoffmann· 19.01.12 · 22:33 Uhr· 559 Kommentare
18. Januar 2012
Umfrage: Wer kennt das Hartwell Paper?
Kategorie: Naturwissenschaften·Politik·Umwelt · Kommentare: 54
Auf einem anderen Planeten im WWW kam es zu einer Diskussion zu diesem und jenem (wie das ja so ublich ist in der Galaxie "Internetblogs") und da ich ja immer der Meinung bin, dass man Streitfragen am besten auf den Grund gehen sollte, versuche ich das jetzt mal mit dieser Umfrage.
Wer hat schon mal von dem Hartwell Paper gehört? Das ist die eigentliche Umfrage und es gibt im Wesentlichen nur Ja/Nein. Falls die Antwort ja ist, bitte zwei beliebige Stichworte dazu unten in den Kommentaren nennen. Und, heh, nicht spiecken!
Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben. Ich habe einmal hier die Scienceblogs Community "missbraucht", um einen kleinen Streitpunkt zu klären. Mein Gegenüber in einer Diskussion meinte, dass sich in Sachen Klimadebatte einiges seit dem Hartwell Paper geändert hätte, und ich vertrat die Meinung, dass das eher unwahrscheilich ist, schon allein weil es keiner kennt. Das Ergebnis hier (ca. 200Stimmungen, 90% haben noch nie vom Hartwell Paper gehört) scheint mir ja eher recht zu geben. Insbesondere wenn man sich vor Augen führt, dass die Leser hier eher zu den gut bis best Informierten in Sachen Klima gehören. Anyhow, wer doch neugierig geworden ist, findet das Hartwell Paper hier.
Autor: Georg Hoffmann· 18.01.12 · 16:58 Uhr· 54 Kommentare
15. Januar 2012
Pack das Treibhaus in den Chip: Wie man einen Photovoltaik-Chip behandeln muss, um deutlich effektiver zu werden.
Kategorie: Technik · Kommentare: 226
Sonnenlicht einfangen, in Wärme umwandeln und die Wärmeabstrahlung, soweit es geht, verhindern. Für einen Klimawissenschaftler hört sich das irgendwie bekannt an, stimmts? So könnte man den Treibhauseffekt kurz zusammenfassen. Ein Artikel aus dem Economist hatte diesen ironischen Twist für mich. Aber der Reihe nach.
Die Sonnenenergie ist ja der Umweltbewegung ihr Liebling (Ruhrgebiet-Genitiv). Ich konnte und kann mich eigentlich dafür bislang nicht so recht begeistern. Viele Gründe dafür finden sich in dem hervorragenden Buch "Sustainable Energy - Without the hot air" von David JC MacKay (vollständig online verfügbar). Insbesondere für Photovoltaik gilt: Hoher Flächenverbrauch, hohe Produktionskosten, Umweltprobleme bei der Produktion und der Beschaffung der nötigen seltenen Erden, zu kurze Lebenszeit. Das heisst natürlich nicht, dass es nicht eines Tages alles besser aussieht, als es das bislang tut.
Um aus der Sonnenenergie Strom herzustellen, hat man im Prinzip bislang zwei Möglichkeiten. (1) Man kann die einfallende Strahlung konzentrieren, Wasser erhitzen und dann "klassisch" per Turbinen Strom erzeugen. Hier in der Nähe von Sevilla, genauer in Sanlucar Mayor, gibt es eines der ersten Solarkraftwerke diesen Typs. Die hier in Andalusien ja nun reichlich vorhandene Sonne wird von ein paar hundert Spiegeln gebündelt und auf den oberen Teil eines Turms konzentriert (siehe Bild 1), in dem ein steter Wasserfluss bis zur Verdampfung erhitzt wird. Danach geht es klassisch weiter mit Turbinen und schliesslich Strom für die Einwohner von Sanlucar. Bei meinen Radtouren hier in der Umgebung kann ich das strahlende Licht der beiden Türme immer zur Orientierung benutzen. Bei Gelegenheit werde ich mal zu den beiden Türmen fahren, selber ein paar Fotos machen und, wenn sich etwa an einem Tag der offenen Tür die Gelegenheit bietet, mit den dortigen Ingenieuren sprechen. Positiv an der Konstruktion in Sanlucar ist, dass im Prinzip das gesamte einfallende Sonnenlichtspektrum genutzt wird. Negativ, und zwar so negativ, dass meines Wissens nach die Anlage nicht wirklich oekonomisch funktioniert, sind die permanenten mechanischen Probleme. Hört sich einfach an, wurde aber anscheinend bisher nicht zufriedenstellend gelöst. Sanlucar blieb selbst hier in Andalusien bislang eine Versuchsanlage.
(2) Die andere Möglichkeit, Energie aus der einfallenden Sonnenstrahlung zu produzieren, ist natürlich die Photovoltaik. Die Effizienz liegt bei kommerziell üblichen Modellen um die 25%, vor allem deshalb, weil nur ein beschränkter Teil des Spektrums wirklich zum Herauskicken der Elektronen aus den P-N Bindungen in klassischen Halbleiterelemente genutzt wird. Mal abgesehen davon, dass sich die Produktion von etwas aus Gallium-Arsen Mischungen nicht gerade gesund anhört, gibt es ein Problem mit der Effizienz dieser PN Bindungen, deren theoretisches oberes Limit bei 31% liegt, dem sogenannten Shockley-Queisser Limit. Das Grundproblem besteht darin, dass der stromerzeugende Halbleiter eben gleichzeitig der Absorber ist. Als Absorber nimmt er das gesamte solare Spektrum auf, als Halbleiter kann er aber nur einen Teil des Spektrums benutzen.

Bild 1: Sonnenkraftwerk in Sanlucar La Mayor, 30 km von Sevilla entfernt.
Autor: Georg Hoffmann· 15.01.12 · 16:51 Uhr· 226 Kommentare
10. Januar 2012
Der neueste globale Gletscherreport des WGMS ist raus
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 132
Mittlerweile gibt es ja 4 globale Temperaturdatensätze (HadCRU, GISS, NOAA, und seit neuestem auch BEST), die auf meteorologischen Temperaturdatensätzen beruhen, und zwei (RSS, UAH), die auf Satelitenmessungen im Mikrowellenbereich beruhen. Die globalen Trends dieser Datensätze ähneln sich sehr (über die letzten 40 Jahre eine Erwärmung von ca 0.15°C/Dekade). Korrigiert man diese Datensätze um ihren Anteil natürlicher Variablität (ENSO, Vulkane, Sonne), auf den jeder Datensatz ein wenig anders reagiert (die Satellitendatensätze etwa reagieren stärker auf ENSO, da die untere Atmosphäre, die sie eigentlich messen, sich schneller und weitflächiger bei ENSO Ereignissen erwärmt oder abkühlt.), so ist der verbleibende und somit bereinigte Erwärmungstrend der letzten 40 Jahre aller Datensätze praktisch identisch.

Bild 1: Die WGMS Gletscher. 114 regelmäszig beobachtete Gletscher und 22 davon Langzeit-Rekords.
Autor: Georg Hoffmann· 10.01.12 · 22:39 Uhr· 132 Kommentare
03. Januar 2012
Mein Chef in der FAZ
Kategorie: Kultur · Kommentare: 205
Schon im Dezember veröffentlichte die FAZ ein Interview mit meinem ehemaligen Chef, Jean Jouzel. Es ist ein sehr nettes Gespräch und Jean ist sehr gut getroffen. Seit einiger Zeit hat er auch Aufgaben in der französischen Energiekomission übernommen und ist zu seinem Bedauern zu oft mit anderen Dingen als der Analyse seiner Eiskerne beschäftigt. Jean ist der meist-zitierte Geo-Wissenschaftler Frankreichs.

Zeichnung von Jean Jouzel angefertigt von Burhard Neie erschienen in der FAZ vom 19.12.2010. Der vollständige Artikel ist hier.
Zitat Jean Jouzel zur anstehenden Errichtung neuer Erdölfelder in der Arktis:
Was nun die Nachricht von einer möglichen Ausbeutung der Ressourcen in der Arktis anbetrifft: Das macht mir als Forscher tatsächlich zu schaffen, ich bin äußerst besorgt. Es geht dabei nicht einmal vordringlich um die technischen Risiken - die sind sicher auch vorhanden. Es geht hauptsächlich um die psychologischen Folgen solcher Aktionen, also die Nachricht, dass so etwas überhaupt passieren könnte. Danach erst um die mögliche Verwirklichung eines solchen Projekts. Sehen Sie, die Arktis hat hohen Symbolwert für die Menschheit. Wir stellen uns die Frage: Dürfen wir im Rahmen der Erforschung des Planeten wirklich an jedem Ort, in jeder Region, wo das technisch möglich ist und von wirtschaftlichem Profit gekrönt werden könnte, die Ausbeutung vorhandener Bodenschätze vorantreiben?
Autor: Georg Hoffmann· 03.01.12 · 20:27 Uhr· 205 Kommentare
02. Januar 2012
Gibt es einen Einfluss des geomagnetischen Feldes auf das Klima?
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 140
Anlässlich eines jüngst erschienenen von Forster und Rahmstorf kamen wiedermal einige schon tausend Mal wiederlegte Argumente zum Thema "Was beeinflusst die globalen Temperaturen" nach oben geblubbert. F&R haben sich damit beschäftigt, was passiert wenn man bekannte/häufig diskutierte externe Forcingfaktoren (ENSO, Vulkanausbrüche und Variationen der Sonnenaktivität) von den existierenden Temperaturdatensätzen abzieht. Sicher ist ENSO nicht im gleichen Sinne "extern" wie es meinethlaben ein Vulkanausbruch ist. Da aber bislang ohnehin keine Änderungen von El Niño/La Niña Variationen bekannt sind, die mit dem ansteigenden Treibhauseffekt zu tun hätten und eine solche Verbindung (ENSO - globale Erwärmung) auch für die Zukunft nicht klar vorausgesagt ist, kann man ENSO jetzt mal als "extern" betrachten. Schliesslich geht es in F&R darum, das anthropogene Signal in den verschiedenen globalen Temperaturdatensätzen "gereinigt" vom störenden Rest der natürlichen Faktoren darzustellen.

Bild 1: Verformung des Erdmagnetfeldes durch den Sonnenwind und Variationen des solaren Magnetfeldes.
Autor: Georg Hoffmann· 02.01.12 · 13:40 Uhr· 140 Kommentare
30. November 2011
Patrick Illinger von der SZ war bei der EIKE Klimakonferenz
Kategorie: Kultur · Kommentare: 842
Der Artikel ist hier auf der Süddeutsche Homepage und meine Lieblingszitate sind:
Platz 3:
Schwer erträglich wird es am Morgen des zweiten Konferenztages, als der emeritierte Leipziger Geographie-Professor Werner Kirstein seine Redezeit für pseudosoziologisches Geschwurbel missbraucht. Die Klimadiskussion sei ähnlich wie das Christentum von apokalyptischen Vorstellungen erfüllt.
Der doppelte Klimaschmockpreisträger Professor endl.emer. Kirstein fällt anderen anscheinend ebenfalls als bemerkenswert auf.
Platz 2:
Der Slowake Jan Veizer hält den CO2-Haushalt der Erdatmosphäre für unbeeinflussbar. Das vermeintliche Klimagas folge schlicht dem weitaus dominanteren Wasserdampfkreislauf, sagt Veizer.
Immer wenn man denkt, man hat schon jeden Käse einmal irgendwo gelesen...
Platz1:
Auch störte sich kaum jemand an den Widersprüchen, die sich aus den Referaten selbst ergaben. Da wurde einerseits die Erderwärmung bestritten, andere Redner hingegen lieferten Theorien darüber, was die Erwärmung statt des menschengemachten Kohlendioxids antreiben könnte. Und der eingangs genannte Wetterguru Piers Corbyn nannte die Thesen seines Vorredners Nir Shaviv nebenbei "geisteskrank". Unter Skeptikern ist es offenbar egal, welche These man bekämpft. Die von der Erderwärmung generell. Oder die von der CO2-betriebenen Erwärmung. Oder die von der Erwärmung durch menschengemachtes CO2. Egal. Hauptsache dagegen..
Das dürfte irgendwie die Essenz der ganzen Skeptiker-bewegung sein.
Autor: Georg Hoffmann· 30.11.11 · 15:07 Uhr· 842 Kommentare
22. November 2011
Nochmal tausende Mails von Klimaforschern gehackt
Kategorie: Kultur · Kommentare: 268
Damit dieses unvermeidbare Thema nicht in die anderen Posts hineindiffundiert, ein kurzer Hinweis. Anscheinend wurden weitere tausende Mails von IPCC Mitgliedern und anderen Klimaforschern gestohlen und wurden auf die genau gleiche Weise rausgebracht (russischer Server, Benachrichtigung und anschliessende Veröffentlichung bei "The Air Vent"). Nach Gavin Schmidt von Realclimate wurde der Fall bereits der Polizei übergeben, die wahrscheinlich besseres zu tun hat. Angeblich handelt es sich insgesamt um 220000 Mails, was ja praktisch alles wäre, was Klimaforscher an Mails in den letzten 10 Jahren geschrieben haben. Und was sind die bisherigen Höhepunkte? Wissenschaftler machen abfällige Bemerkungen über Klimamodelle! Hui. Statt dieser illegalen Anstrengung, die Mails anderer zu erschnüffeln, hätte vielleicht auch der Besuch einer Konferenz gereicht.
Autor: Georg Hoffmann· 22.11.11 · 21:16 Uhr· 268 Kommentare
21. November 2011
Spanien hat gewählt und der Vetter von Rajoy auch
Kategorie: Politik · Kommentare: 28
Gestern war ja hier in Spanien Wahlabend. Ein paar Beobachtungen am Rande. Das Ergebnis war natürlich lange vorher klar. Sechs Jahre Krise und 20% Arbeitslosigkeit muss jede Regierung zu Fall bringen. Das ist demokratische Normalität. Die Sozialisten (PSOE) haben das schlechteste Ergebnis seit der Existenz demokratischer Wahlen in Spanien (1977) eingefahren und die Konservativen (PP) ihr bestes. Das spanische Wahlrecht ist tendenziell ein Mehrheitswahlrecht und so reichen dann auch die ca 44% der Stimmen für die PP zu einer satten absoluten Mehrheit im Parlament. Dieses Mehrheitswahlrecht ist natürlich auch ein Segen für die in Spanien reichlich vorhandenen Regionalparteien, die pro Abgeordneten deutlich weniger Stimmen einsammeln als etwa die national auftretenden Ex-Kommunisten der Izquierda Unida (IU). In zwei Regionen, nämlich im Baskenland und in Katalunien, sind die beiden groszen Nationalparteien PSOE und PP jetzt praktisch nur noch Splitterparteien und die jeweiligen Regionalparteien gehen auf die 70% Marken zu. Im Baskenland wurden etwa die ETA nahen linken Nationalisten AMAIUR stärkste Partei und die rechten Nationlisten der PNV zweitstärkste Partei. Abgeschlagen danach die beiden vermeintlich groszen Nationalparteien. Man stelle sich etwas Ähnliches in Deutschland vor.
Nächster Präsident Spaniens wird also Mariano Rajoy, der nach zwei verlorenen Wahlen nun endlich seinen Moment of Glory hatte. Und da primaklima immer unterwegs ist, den Triumphierenden dieser Erde ein liebevolles "Memento moriendum esse" hinterherzuflüstern, hier zwei Videos, an die der Sieger Rajoy sich immer erinnern sollte.
Das erste Video ist klimarelevant und war lange lange Zeit die Nummer eins auf Youtube, wenn man Rajoy aufrief. Darin erzählt er, warum er den Klimawandel für kein so wichtiges Problem hält, denn er hat mit seinem Vetter, Physiker an der Universität von Sevilla gesprochen. "Wenn doch die zehn bedeutendsten Wissneschaftler der Erde für morgen nicht das Wetter in Sevilla vorhersagen könne, wie können sie das dann in dreihundert Jahren?". Man sieht, er hat sich lange mit dem Thema beschäftigt.
Video, das Rajoy mit offenen Mikro erwischt hat. Als Führer einer konservativen Partei verteidigt er natürlich immer die Fahne, die Ehre und die Nation und natürlich begeht er den spanischen Nationalfeiertag am 12. Oktober mit grosser Freude, erfüllt von Stolz und bei einer Militärparade. Tatsächlich? In Vorbereitung einer Pressekonferenz der PP am Vortag des Nationalfeiertags murmelt er hier zu seinen Assistenten: "Mañana tengo el coñazo del desfile, un plan apasionante.". "Morgen habe ich diese verschissene Militärparade. Du weisst schon, ein super Programm morgen".
Autor: Georg Hoffmann· 21.11.11 · 09:15 Uhr· 28 Kommentare
17. November 2011
Professor Dronskowski antwortet
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 164
Hut ab! Professor Dronskowski hat mir den folgenden Beitrag zugesandt, nachdem ich Ihn in einer Mail auf meinen Klimaschmock-Artikel aufmerksam gemacht habe. So muss es sein. Einige Dinge werden in seiner Replik sicher geradegestellt, insbsondere war sicher der Zusammenhang seiner Worte, nämlich eine Einführungsvorlesung in die Chemie an der RWTH, zu berücksichtigen. Der Vortrag, der jetzt nicht mehr im Internet verfügbar ist, war sicher nicht dazu gedacht, ein klimaskeptisches Gesamtgemälde zu malen, sondern war nur ein 11 Minuten Ausschnitt aus der besagten Vorlesung. Trotzdem meine ich, dass auch in diesem Fall es die Klimaforschung verdient hätte, objektiver dargestellt zu werden und nicht nur als Beispiel für alles, was so im Argen liegt in der Wissenschaft, dienen sollte. Anyhow, hier die Entgegnung Professor Dronskowskis

Bild 1: Das Kommitee zur Vergabe des Klimaschmock des Monats nimmt die Replik zur Kenntnis. Science is a contact sport.
Autor: Georg Hoffmann· 17.11.11 · 17:51 Uhr· 164 Kommentare
16. November 2011
Der ultimative Witz zu den überlichtschnellen Neutrinos
Kategorie: Kultur · Kommentare: 22
Sagt der Barkeeper "Neutrinos werden hier nicht bedient"
Kommt ein Neutrino in eine Bar.
Autor: Georg Hoffmann· 16.11.11 · 19:51 Uhr· 22 Kommentare
13. November 2011
Klimaschmock des Monats November 2011 - Prof. Richard Dronskowski von der RWTH Aachen
Kategorie: Kultur · Kommentare: 201
Das Kommitee zur Vergabe des Klimaschmocks fühlt sich ja oft alleingelassen bei der Bewältigung des zu sichtenden Materials. Präzise gut begründete Nominierungsvorschläge sind eher selten. Daher freut das Kommitee sich natürlich, wenn es mal so eine Spitzennominierung wie die des Monats November frei Haus geliefert bekommt. Vielen Dank an Science Skeptical Blog.
Der verehrten Jury liegt als Bewerbungsunterlage das folgende Video eines Vortrags von Prof. Dronskowski, ordentlicher Professor der RWTH Aachen und Chef des Instituts für Festkörper und Quanten-Chemie, vor, welches bei mir ein starkes Deja Vu Gefühl auslöste. Gerade wie der doppelt ausgezeichnete Klimaschmock Prof. Werner Kirstein hält da ein weiterer deutscher Universitäts-Professor einen ganzen Vortrag zur Klimaforschung, und zwar im Wesentlichen oder ausschliesslich basierend auf zusammengegoogeltem Zeug, ohne eine einzige eigene Analyse von welchem Aspekt der Klimaforschung auch immer, und verneint dabei unter anderem JEDE KLIMAWIRKSAMKEIT des CO2 (wg Sättigung oder so, siehe unten). Das alles, ohne auch nur einmal dargestellt zu haben, warum die nach ihm im Wesentlichen korrupten Klimawissenschaftler (das sagt er mehr oder minder wörtlich) denn eigentlich meinen, dass CO2 eben klimawirksam sei. Treibhauseffekt, schonmal gehört? Das Wort fällt tatsächlich nicht einmal in seinem Vortrag, ein Kunststück, was alleine schon schmockmäszig stark ist.

Endlich geht der Klimaschmock mal wieder an eine westdeutsche Universität, und dann gleich richtig, an die Elite Universität RWTH Aachen und Arbeitgeber von Professor Richard Dronskowski. Die Jury gratuliert.
Autor: Georg Hoffmann· 13.11.11 · 15:46 Uhr· 201 Kommentare
12. November 2011
Wie man ein X für ein U vormacht - Eine Einführung in den praktischen Machiavellismus der Fernsehberichterstattung
Kategorie: Kultur · Kommentare: 16
Obwohl wir alle im Prinzip WISSEN, wie ein Fernsehbericht produziert wird, uberwaltigt unser visueller Cortex dieses trockene theoretische Wissen jedesmal aufs Neue. Das Schlimmste, was mir bislang bei den wenigen Interviews (3), die ich zum Thema Klimawandel gegeben habe, passierte, war, dass ich halbstündig und länger kluge Antworten zu allem Möglichen gegeben habe, welche dann im fertigen Bericht auf 4 Sekunden zusammengeschnitten sich zu dem Satz verdichteten:"Das Klima erwärmt sich". Es mag eine Enttäuschung für die eigene Eitelkeit sein, seine fifteen minutes of fame zu einem kurzen Rülpser kondensiert zu sehen, aber andererseits bin ich ja in der Kleinkindererziehung tätig und da bleiben bei den beiden Jüngsten von einer 5 Minuten Ansprache darüber, dass man sich nicht prügelt, auch nur das Wort "Bonbon" über. Kurz, ein Fernsehinterview ist schlecht fürs Ego, aber gab in meinem Fall am Ende meist doch etwas wieder, was nicht im Widerspruch zu den Hauptaussagen des gesamten Interviews steht.
Peter Sinclair Hadfield ist NICHT bekannt durch seine sehr professionell gemachten Videos zum Thema Klimawandel: Der climate denial crock of the week ist sicher den meisten hier bekannt und der ist eben von Peter Sinclair und nicht von Peter Hadfield. Auf die Verwechslung der beiden wurde ich in den Kommentaren von "Beobachter" aufmerksam gemacht und deshalb liesst sich der korrigierte Beitrag hier jetzt ein wenig eigenartig. Beide (Sinclair und Hadfield) beschäftigen sich unter anderem mit Klimaskeptikern (so ist etwa die grandiose Monckton Reihe von Hadfield), was dann bei mir wohl maszgeblich zur Verwirrung beitrug. In dem hier verlinkten Video zeigt er (Hadfield) beginnend mit einer Episode zu meinem ehemaligen Kollegen Ben Santer, wie man ein Interview mal so richtig vom Fuss auf den Kopf stellen kann, wenn man nur will, und warum unsere Augen immer stärker sind als unser Wissen. "Hey, das hat er wirklich gesagt."
Für die meisten hier sicher keine grosze Überraschung, für einen Familienvater mit reinem Herzen, der heute noch Adventskalender basteln muss, absolut schockierend. Ich verspreche ganz grosses Kino.
Video: Wie Ben Santer einmal A sagte und das Fernsehen B daraus machte und wie man das anstellt. Video von Peter Hadfield.
Autor: Georg Hoffmann· 12.11.11 · 09:36 Uhr· 16 Kommentare
11. November 2011
Matt Ridley zur Klimasensitivität - Scheitern auf sehr niedrigem Niveau
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 40
Anlass dieses Beitrags zur Klimasensitivität war ein Beitrag Matt Ridleys (hier oder hier) zu den Klimawissenschaften und warum und wie diese seiner Meinung nach durch eine sich zwanghaft immer wieder selbst bestätigende Wissenschaftselite zur Pseudowissenschaft verformt wurde. Das wäre nicht weiter beachtenswert, wenn Anthony-Mathe-ist-nur-ein-Wort-Watts zu diesem Schluss gekommen wäre. Matt Ridley aber hat nicht nur ganz allgemein eine Menge kluger Bücher verfasst, sondern eben auch mit "The Red Queen" wahrscheinlich eines der drei besten allgemeinwissenschaftlichen Bücher zum Thema Evolution. Es ist also besonders traurig zu sehen, dass absolut jede seiner "wissenschaftlichen" Aussagen zu den Klimawissenschaften auf oberflächlich zusammengegoogelten Käse von Klimaskeptikern handelt. Absolut jede ist falsch oder verdreht dargestellt, und nichtmals sonderlich tiefes Graben hätte Ridley darauf bringen können. Sein Schlussstatement "I've spent a lot of time on climate," hat mich jedenfalls fast vom Hocker fallen lassen.
Ein Satz zur Klimasensitivität in Ridleys Aufsatz hat mich nun besonders aufhorchen lassen.
"For instance, earlier this year, a tenacious British mathematician named Nic Lewis started looking into the question of sensitivity and found* that the only wholly empirical estimate of sensitivity cited by the IPCC had been put through an illegitimate statistical procedure which effectively fattened its tail on the upward end"
Nic Lewis, auf den Riley sich hier bezieht, hat seine Schlussfolgerungen in der Tat bei Judith-Madre-Theresa-der-Skeptiker-dieser-Erde-Curry veröffentlicht. Im IPCC AR4 Bericht gibt es ein Kapitel zur Klimasensitivität und die verschiedenen Arten diese abzuschätzen (Chap. 9.6 im AR4). Eine dieser Arbeiten ist Forster und Gregory 2006. Die Autoren haben ERBE Satellitendaten benutzt, um aus der Strahlungsbilanz der Erde (wieviel kurzwellige Strahlung netto rein, wieviel langwellige netto raus) und aus den direkt beobachteten Temperaturschwankungen die Klimasensitivität auszurechnen.

Bild 1: Abschätzungen der Klimasensitivität aus verschiedenen empirischen und semi-empirischen Studien nach IPCC AR4, Chap 9.6.
Autor: Georg Hoffmann· 11.11.11 · 08:28 Uhr· 40 Kommentare
10. November 2011
Die Lemaitre Konstante und Stigler's Law
Kategorie: Kultur · Kommentare: 10
Kurzer Hinweis auf einen diesmal sehr schönen Spiegel Online Artikel geschrieben von Nina Weber. Es handelt sich um das Resumé eines diese Woche erschienenen Nature Artikels des italienischen Physikers Mario Livio. Dieser hat in detektivischer Kleinarbeit herausgefunden, wie es eigentlich dazu kam, dass die Hubble Konstante nicht Lemaitre Konstante heisst. Der belgische Kosmologe und Jesuiten Pfarrer Monsignor Georges Lemaitre selbst hatte darauf verzichtet irgendwelche "Entdeckeransprüche" an dieser kosmologischen Konstante geltend zu machen. Ein echter Wissenschaftskrimi und ein weiterer Fall von Stigler's Law, welches besagt, dass keine wissenschaftliche Entdeckung und Grosstat nach dem benannt ist, der sie zuerst entdeckte und die Grosstat vollbrachte. Die Euler Konstante ist von Bernoulli, Fermis goldene Regel ist von Dirac, die Gauss Verteilung von de Moivre und ja, genau, Stigler's Law ist von Robert K. Merton.
Autor: Georg Hoffmann· 10.11.11 · 10:49 Uhr· 10 Kommentare
02. November 2011
Charlie Hebdo und Tunesien
Kategorie: Politik · Kommentare: 203
In unserem Politikblog bei Ali Arbia geht es in letzter Zeit recht heftig zu, wie es sich halt gehört, wenn es um Politik geht. Ali verteidigt in seinem Beitrag eine abwartende und positiv gefärbte Sicht auf die politischen Vorgänge in Tunesien und generell auf den Wandel, der in der Presse gemeinhin den Namen "arabischer Frühling" erhalten hat. Zur Erinnerung, die von Ali als "moderat islamistisch" bezeichnete Partei/Bewegung Ennahda hat in Tunesien ungefähr 40% der Stimmen erhalten, wird einen maszgeblichen Einfluss auf die verfassungsgebende Versammlung haben und aller Wahrscheinlichkeit auch den nächsten tunesischen Präsidenten stellen.

Bild 1: Auch in Libyen hat man schon wieder Zeit gegen Juden zu demonstrieren. "There is no place for jews in Libya", immerhin und netter Weise auch in Hebräisch übersetzt.
Photo by: Marco Longari/AFP/Getty Images
Autor: Georg Hoffmann· 02.11.11 · 16:42 Uhr· 203 Kommentare
14. Oktober 2011
Krieg und Frieden - Teil II
Kategorie: Kultur · Kommentare: 14
Primaklima Leser waren naturlich schneller informiert. Nach dem Erscheinen des Hsiang et al. paper zu dem statistischen Zusammenhaengen zwischen ENSO und bewaffneten Konflikten gab es hier auf Primaklima einen Übersichtsartikel zum Stand der Forschung in Sachen Krieg und Klima. Da wollte Nature natürlich nicht lange nachstehen und liess die freie Wissenschaftjournalistin Nicola Jones auch ein wenig recherchieren. Sie sprach mit Hsiang und einer Reihe anderer Konfliktforscher, wie z.B. dem auch bei mir zitierten Halvard Buhaug. Jones Artkel liegt leider hier hinter dem paywall von Nature.
Sie beschreibt die momentane Situation in der Konfliktforschung als Auseinandersetzung zwischen zwei Schulen, denen, die einen wenn auch manchmal verschlungenen Link zwischen Wetter/Klima und dem Ausbrechen/Dauer von Konflikten sehen, und denen, die diesen Zusammenhang zwar nicht grundsätzlich ausschliessen, aber ihn so tief verbuddelt zwischen all den insbesondere politisch/ethnisch/religiösen Gründen zu wissen meinen, dass man sich (so Buhaug) "für die warme Zukunft keine weitere Sorgen machen solle".
Interessant fand ich insbesondere zwei Dinge: 1) Beide Seiten scheinen darin übereinzustimmen, dass der statistisch hauchzarte Zusammenhang von Klima und Krieg in jüngster Zeit immer schwächer geworden ist. Ein mögliches Resultat von immer besser funtionierender Arbeit der UN? 2) Jones meint, dass in diesem wissenschaftlichen Disput der Hsiang Artikel durchaus einen Unterschied machen könnte, da niemals zuvor statistisch so solide Resultate herauskamen.

Bild 1: Wieviele, wie bedeutende Konflikte mit einem Umweltresourcen-Hintergrund.
Autor: Georg Hoffmann· 14.10.11 · 14:20 Uhr· 14 Kommentare
13. Oktober 2011
Der Abschluss der Meereiswette, die Spende, ein Dankeschön und ein inverses Modell
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 267
So, das arktische Meereis tut nun wieder das, was es soll: nämlich wachsen. Ich habe meine Wette nach einem neuen Rekordminimum im September 2011 verloren. Der bisherige Rekordhalter 2007 lag bei ~4.3 Mill.km2, während 2011 etwa 300.000 km2 über diesem Rekord lag (siehe hier). Zum Vergleich: Die 80er lagen noch bei einer September Eisausdehnung von ca. 7-8 Mill.km2. Hier gab es bei Sceptical Science einen Überblick über die Wettverläufe der letzten Jahre. Tamino extrapolierte bei seinen Wettvorschlägen einfach Jahr um Jahr den Trend der letzten Jahre mittels eines quadratischen Trends und ist damit stets ziemlich erfolgreich. Grund dafür ist natürlich letztlich, dass das arktische Eisvolumen stets und stetig zurückgeht und die verbeibende Eismasse ein immer leichterer Spielball für das arktische Wettergeschehen ist. Aber welches Wettergeschehen denn nun genau?
Dazu veröffentlichte Frank Kauker und Kollegen eine sehr interessante Modellanalyse. Die möglichen und in der Literatur vorgeschlagenen Einflussfaktoren fassen die Autoren dieser Studie in einer langen Liste im Einführungsteil ihres Papers an:
"Candidates are atmospheric conditions in 2007 such as winds [Overland et al., 2008] or clear sky conditions [Schweiger et al., 2008] or oceanic conditions causing basal melting [Perovich et al., 2008; Zhang et al., 2008], including increased inflow of warm Pacific water through Bering Strait [Shimada et al., 2006]. Another hypothesis suggests a link to the ice thickness of the preceding winter [Maslanik et al., 2007]."
Autor: Georg Hoffmann· 13.10.11 · 15:00 Uhr· 267 Kommentare
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