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25. August 2010

Sarrazin baut sich die Statistik selbst

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 345

Ich bin immer ganz sprachlos, wenn ich Dinge lese, die Herr Sarrazin so behauptet. Da geht es viel um Statistiken. 40 Prozent der Türken tun dies, 90 Prozent der Muslime tun das oder auch nicht, usw.usw. Ich will den Mist gar nicht wiederholen. Und da Statistiken ja Teil des täglichen Jobs eines Wissenschaftsjournalisten sind (auch wenn wir immer nur die Hälfte verstehen, während wir uns für die andere Hälfte jemanden jemanden suchen müssen, der es uns erklärt, was nicht schlimm ist, denn so geht es uns mit jedem Thema, und Leute suchen und finde ist ebenfalls Teil unseres Jobs), also weil wir viel mit Statistiken zu tun haben, lautet meine erste Frage immer:

"Woher weiß der das?"

Innerlich drängt es mich die Aussagen mal zu sammeln und gegenzuchecken. Natürlich ist das für mich, der ich nicht so bewandert bin in "gute Quellen für Einwandererstatistiken usw.", etwas aufwändig, und angesichts des Arbeitsberges auf meinem Schreibtisch hier derzeit, kommt halt ständig was dazwischen. Dann gibt es aber zum Glück Leute wie etwa Wolfgang Lieb, der in seinem Beitrag auf den NachDenkSeiten schon einiges zum zerpflücken Sarrazins beigetragen hat.

Den Besten und zugleich erschütterndsten Beitrag zur Demontage des Herrn Sarrazin hat allerdings Herr Sarrazin selbst geleistet. Und ich kann mir die Mühe dann auch gleich sparen seine Statistiken gegenzuchecken, prima.

Auf der Online-Seite des SZ-Magazins berichtet Tobias Kniebe nämlich, was Herr Sarrazin zum Thema Statistik zu sagen hat:

Es ging um die Frage, woher Sarrazins viel zitierte, im Brustton der Faktizität vorgetragene Behauptung eigentlich kommt, dass siebzig Prozent der türkischen und neunzig Prozent der arabischen Bevölkerung Berlins den Staat ablehnten und in großen Teilen weder integrationswillig noch integrationsfähig seien. Sarrazin gab zu, dass er keinerlei Statistiken dazu habe. Er gab zu, dass es solche Statistiken auch gar nicht gibt.

Bisher hat schlichtweg kein Meinungsforscher der türkischen und arabischen Bevölkerung Berlins diese Frage gestellt. Thilo Sarrazin behauptet also etwas, von dem er schlicht und einfach nichts weiß. Wenn man aber keine Zahl hat, erklärte Sarrazin dem Reporter weiter, muss »man eine schöpfen, die in die richtige Richtung weist, und wenn sie keiner widerlegen kann, dann setze ich mich mit meiner Schätzung durch«. Danke dafür. Hier zeigt das, was wir derzeit »Debatte« nennen, wenigstens einmal seine erschreckende Fratze.

Es geht darum, schwachsinnige, ideologische, gefährliche Pseudofakten in die Welt zu setzen und irgendjemand anderem die mühsame und kostspielige Arbeit zu überlassen, den Schwachsinn faktisch und wissenschaftlich zu widerlegen. Was natürlich unmöglich ist.

Kniebe findet das gewissenlos.

.... ja, ist das. (Den Rest behalte ich für mich).

(via @saschalobo)

Nachtrag 2.9. (wg. Krankheit so spät):
In den Kommentaren wird erklärt, woher das Zitat stammt, auf das sich Kniebe bezieht:

Das im Blogpost zitierte Interview findet sich der Süddeutschen Zeitung vom 1.3.2010 auf Seite 3.

Autor war Stefan Klein.


Autor: Marcus Anhäuser· 25.08.10 · 20:09 Uhr· 345 Kommentare

18. August 2010

Wer ist Jürgen Windeler?

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 12

Kurzer Lesetipp zu einem lesenswerten Artikel in der taz von Heike Haarhoff über den künftigen Chef des IQWiG Jürgen Windeler. Der Titel gibt die Richtung vor: Der Patientenfreund.

Zwei kurze Auszüge aus dem Beitrag: Windeler hatte ja angekündigt, dass er künftig auch den Nutzen von Medizinprodukten überprüfen lassen will. Das verspricht spannend zu werden:

"Anfang des Sommers ließ er in ersten Interviews durchklingen, er wolle die Nutzenbewertung von Medizinprodukten künftig stärker in den öffentlichen Fokus rücken. Denn im Bereich der künstlichen Gelenke, Implantate und Geräte gebe es, anders als bei den Arzneimitteln, bislang nicht einmal gesetzliche Zulassungsverfahren. Es war eine Frage von Stunden, bis er sich wahlweise auf Deutsch oder Englisch einen Vorgeschmack holen konnte auf die Wucht, mit der die Industrie solche scheinbar harmlosen Äußerungen pariert. Der "Falschaussage" wurde er geziehen, in Pressemitteilungen, in einem Leserbrief, gedruckt in knapper Millionenauflage. (...)

Die harsche Kritik der Industrieverbände? "Ich stelle fest, dass meine Äußerungen angekommen sind", sagt er freundlich. "Dann kann man sich ansehen, was die Kritiker schreiben. Und dann muss man feststellen, dass sie Recht haben mit dem, was sie schreiben. Sie schreiben nämlich, dass es für Medizinprodukte doch selbstverständlich eine gesetzlich geregelte Überprüfung der Sicherheit gibt. Das war aber nicht meine Aussage. Meine Aussage war ..."

Er duldet jetzt keine Unterbrechung, er hat hier etwas mitzuteilen, also: "Meine Aussage war, es gibt keine Zulassung, schon gar nicht wie bei Arzneimitteln. Und genauso richtig bleibt meine Aussage, dass es für Medizinprodukte eben auch nicht als Zugangsvoraussetzung einen Wirksamkeits-, geschweige denn einen Nutzennachweis gibt. Deswegen ist es erlaubt, darauf hinzuweisen, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird."

Zum Thema Solidarität im Gesundheitssystem hat er eine angenehm klare Haltung:

Professor Windeler, was ist ein gerechtes Gesundheitssystem?

"Jeder im Gesundheitssystem muss eine gesundheitliche Versorgung nach seinem Bedarf bekommen, und zwar unabhängig davon, ob er für seine Erkrankung irgendeine sogenannte Schuld trägt oder nicht."

Sogar die Raucher?
"Ich habe ein Herz für Raucher, weil sie natürlich die Freiheit haben, und ich meine die Freiheit haben müssen, sich zu schaden. Ich finde nicht, dass das Konsequenzen für eine gerechte, solidarisch finanzierte Versorgung haben sollte."


Autor: Marcus Anhäuser· 18.08.10 · 11:30 Uhr· 12 Kommentare

24. Juli 2010

Lesetipp: Das Placebo in der Medizin (Nachtrag)

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 25

Weil wir gerade vom Placebo sprachen, diesem Ding, dass so viel verspricht, aber vielleicht gar nicht so viel halten kann. Wer sich ins Thema einlesen will, dem empfehle ich eine aktuelle Veröffentlichung der Bundesärztekammer.

Die hat im März eine Stellungnahme zum Thema "Placebo in der Medizin" herausgegeben. Bei einer Organisation wie der Bundesärztekammer fällt eine 'Stellungnahme' gerne mal etwas länger aus. Das ist in dem Fall erfreulich, denn auf diese Weise erhält man eine 150-seitige Abhandlung zum Thema, das auf dem aktuellen Stand der Forschung ist:

"(...) hat der Vorstand der Bundesärztekammer den Wissenschaftlichen Beirat im Juli 2007 damit beauftragt, einen Arbeitskreis „Placebo" einzurichten. Nach knapp zweijähriger Arbeit einer interdisziplinär zusammengesetzten Expertengruppe liegt nun eine umfassende Stellungnahme vor, die beide Bereiche des Einsatzes von Placebo, Klinische Studien, und alltägliche therapeutische Praxis, gleichermaßen berücksichtigt."

Besonders praktisch finde ich das Glossar und eine Tabelle, in der einzelnen Begriffe wie 'reines Placebo' oder 'Nocebo' noch mal ganz kurz erklärt werden.

Hilfreich ist auch der Literaturüberblick, der zu jedem Kapitel mehrere Seiten umfassen kann. Praktischer wäre es allerdings gewesen, die einzelnen Titel auch zu verlinken.

Wer sich, in deutsch, ins Thema einlesen will, für den ist die Stellungnahme der Bundesärztekammer 'Placebo in der Medizin' sicher ein guter Einstieg.

Dass die Autoren eines so offiziellen Dokumentes durchaus auch über den Tellerrand geschaut haben, beweist zumindest der Einstieg in das Dokument, das mit einem Auszug aus einem Platon-Text beginnt (gefolgt von einem Dialog aus Donizettis Liebestrank):

"Doch als er mich fragte, ob ich das Mittel wider das Kopfweh wisse, antwortete ich nicht ohne Mühe, ich wisse es. Worin besteht es nun? fuhr Charmides fort. Und ich erwiderte, daß es ein Blatt sei, zu dem Mittel aber noch ein Spruch gehöre, und daß, wenn jemand diesen spreche, beim Gebrauch von jenem das Mittel durchaus gesund mache; ohne den Spruch aber sei das Blatt nichts nütze."

Platon, Charmides 155C/156A, übersetzt von L. Georgii

(via GWUP)

Nachtrag:
Im Ärzteblatt gibt es ein Interview mit Robert Jütte, Vorstand des wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer. Er ist übrigens kein Mediziner, sondern Professor für Medizingeschichte.

(via Stationäre Aufname)


Autor: Marcus Anhäuser· 24.07.10 · 09:47 Uhr· 25 Kommentare

21. Juli 2010

Bei Tieren gibt es (k)einen Placeboeffekt

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 236

Das ist jetzt fast ein bisschen dreist und ich hoffe, Kollege Winfried Köppelle vom Laborjournal sieht mir das nach und erkennt den guten Kern darin. Ich ziehe hier mal einen seiner Kommentare nach vorne, der die Frage beantwortet, ob es bei Tieren einen Placeboeffekt gibt ...

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Autor: Marcus Anhäuser· 21.07.10 · 14:43 Uhr· 236 Kommentare

16. Juli 2010

Die ICE-Klimakatastrophe (Nachtrag 21.7.)

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 26

Als ich hörte, dass die Klimaanlagen der alten ICEs nur bis 32 Grad ausgelegt sind, dachte ich spontan, aber auch halb im Scherz: "Na, das ist doch mal ein Beleg für den Klimawandel. Zeigt sich sogar in den technischen Auslegungen der ICE-Klimaanlagen."

Weil ich den Gedanken irgendwie interessant fand, erwähnte ich ihn irgendwie halb lustig aufgelegt gestern in den Kommentaren bei Jörg Friedrich, der sich Gedanken zum ICE-Klimanlagen-Problem machte.

Eben im Interview beim DLF höre ich dann den Bahn Chef Grube Folgendes sagen (Fettung von mir):

Grube: Wir betreiben 255 ICE-Züge, die unterschiedlich, was die Zeit beziehungsweise das Jahr betrifft, wo sie zugelassen worden sind, im Einsatz sind. Insgesamt haben wir 255 Züge. Der ICE 1 beispielsweise aus den Anfängen der 90er-Jahre ist zugelassen bei der Klimaanlage von Minus 20 bis Plus 32 Grad. Der ICE 2, der '95 in Betrieb gegangen ist mit 44 Fahrzeugen, hat auch bei der Klimatemperatur Plus 32 bis Minus 20 Grad. Das heißt nicht, dass sie nicht darüber auch noch arbeiten, aber das ist die genormte regelkonforme Auslegung. Aber bereits der ICE 3 ist schon auf 35 Grad ausgelegt. Der ICE 3, der im nächsten Jahr kommt, ist schon auf 40 Grad ausgelegt. Und der Zug - darf ich das noch ganz kurz sagen -, den wir dann ab 2014 bestellen, ist bereits auf 45 Grad ausgelegt. Sie sehen: wir haben einen Klimawandel, der sich ganz klar reflektiert auch in den Gesetzen, denn es ist ja nicht so, dass die Deutsche Bahn die Normen für eine Klimaanlage festlegt, sondern ...

Meurer: Aber der Klimawandel ist jetzt nicht Schuld gewesen?

Grube: Wir beobachten, wir haben natürlich jetzt auch im Zusammenhang mit der Klimaanlage die Wettersituation analysiert und dabei festgestellt, in 20 Jahren gab es fünf Tage, die wärmer als 37 Grad waren, und davon waren allein drei Tage am letzten Wochenende.

Ihr könnte Euch meine Verwunderung vorstellen. Allerdings: Könnte es sein, dass man Anfang der 90er Jahre (oder als die Normen für Klimanlagen in Zügen festgelegt wurden) das Thema hohe Temperaturen im Sommer noch nicht so ernst genommen hat? (Was ich gar nicht so unverständlich fände ...)

Ist die ICE-Klimakatastrophe vielleicht tatsächlich ein weiterer Beleg für den Klimawandel?

Müsste es dazu nicht Vergleiche aus anderen Ländern geben? Wie waren da die Normen? Hat es vergleichbare Fälle gegeben?

ICE

Nachtrag:
Es wäre dann mal interessant nachzuschauen, ob sich auch in anderen technischen Bereichen Normen bezüglich Höchsttemperaturen verschoben haben (wenn das bei der Bahn tatsächlich so ist). Oder ob es in anderen technischen Bereichen auch inzwischen Probleme gibt, weil sie noch für nicht so heiße Tage ausgelegt wurden.

Nachtrag:
Auf Sueddeutsche.de heißt es dazu:

So sei die Auslegung der älteren Klimaanlagen auf Spitzenwerte von 32 Grad nicht Sache des Unternehmens, sondern entspreche einer internationalen Regelung - jener seit kurzem bekannten Norm 553 der Internationalen Eisenbahnunion UIC. Diese werde bei kommenden Generationen von Zügen automatisch angehoben, versicherte Grube.

(...) Am gestrigen Donnerstag hatte Grubes Berater Georg Brunnhuber mit erstaunlicher Offenheit zugegeben: "Zum Zeitpunkt der Planung dieser ICEs ist niemand davon ausgegangen, dass wir einmal Temperaturen von mehr als 35 Grad in Deutschland haben würden."

Nachtrag 21.7.:
Habe hier versucht an die entsprechenden Papiere zu kommen. Leider ist die Stelle nicht bereit die ansonsten kostenpflichtigen Dokumente, auch nicht auszugsweise, kostenlos an einen Journalisten abzugeben. 180,00 Euro pro Dokument übersteigt mein Budget.


Autor: Marcus Anhäuser· 16.07.10 · 10:46 Uhr· 26 Kommentare

14. Juli 2010

Das müssen wir klären: Warum immer nur Edzard Ernst? (Nachtrag 15.7.)

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 88

Dass mich hier keiner falsch versteht: Das ist jetzt kein Ball, den ich den Homöopathen zuspiele (er wird wahrscheinlich trotzdem aufgenommen werden), sondern eine Frage an meine Zunft, den Medizinjournalismus: Wie kommt es eigentlich, dass in Beiträgen zur Homöopathie eine Person mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Position des Kritikers der Homöopathie einnimmt? Das müssen wir klären, Leute. Und das geht auch die Medizinforscher an.

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Autor: Marcus Anhäuser· 14.07.10 · 12:40 Uhr· 88 Kommentare

13. Juli 2010

Nachschlag und Links zum Blue Moon Talk mit Holgi (Nachtrag 2)

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 19

So, vollbracht. War gar nicht so schlimm wie ich dachte. Holger hat aber auch einfach ein sehr nette Art mit einem ins Gespräch zu kommen. Ich wollte es erst nicht glauben, aber zwei Stunden sind schneller vorbei als man denkt. Und natürlich fielen mir all die Antworten und Dinge, die ich noch sagen wollte zur Wissenschaft, der Medizin und dem Journalismus darüber nachher auf der Rückreise nach Dresden ein.

Zum Beispiel so was wie, dass sich gute Wissenschaft und Wissenschaftler eben dadurch auszeichnen, dass sie sich und ihre Ergebnisse immer selbst in Frage stellen. Dass sie wissen, dass ihr Wissen immer nur vorläufig ist usw. und viele andere Dinge mehr ... aber egal ...

Wer es sich anhören will, kann das im Podcast tun, findet sich hier auf der Blue Moon-Seite und hier der direkte Link zum Herunterladen. (Nachtrag: nur bis zum 20.7. verfügbar, siehe Kommentare).

Im Verlauf des Gesprächs haben wir einige Artikel und ein Buch erwähnt, da wollte ich noch die Links zu nachliefern:

Das tolle Buch von Gerd Gigerenzer heißt Das Einmaleins der Skepsis. (Link führt auf die Amazon-Seite.) Ist so eines der Bücher, das einem das Gefühl vermittelt: "Ja, jetzt habe ich es verstanden." Gerade was den Umgang mit den vermaledeiten Prozentangaben angeht.

Wir haben kurz noch die 10 Hinweise für Quacksalberei erwähnt. Ich habe meine vom empfehlenswerten Verbrauchermagazin "Gute Pillen-Schlechte Pillen". Die entsprechen denen des arznei-telegramms, was nicht verwundert, weil die Macher des a-t auch GPSP machen; mit anderen zusammen.

Die erste Version stammt wohl von Stephen Barrett vom Quackwatch. Esowatch hat sie ins Deutsche übersetzt und ergänzt.

Das Projekt Medien-Doktor, das ich am Ende noch erwähnte, ist gerade in der Entstehung. Es geht um die systematische Beurteilung medizinjournalistischer Texte in deutschsprachigen Medien, die dann auch online veröffentlicht werden (die Beurteilungen). Es geht darum, herauszufinden, wie gut die medizinjournalistische Berichterstattung bei uns ist, und zu zeigen, wo die tollen Artikel zu finden sind, und an welchen Stellen es immer wieder hakt.

Das Projekt wird sich dann auf dieser Webseite befinden: http://www.medien-doktor.de. Dort gibt bisher aber nur eine Pressemitteilung. Wir haben gerade erst angefangen.

Ein Vorbild für unseren Medien-Doktor stammt z.B. aus Amerika. Gary Schwitzers healthnewsreview.org. Ursprünglich kommt die Idee aus Australien.

Das Musikstück am Ende der Sendung (es wurde weniger getanzt als ich dachte ;-) stammt von der Hamburger Band Nationalgalerie, die es leider nicht mehr gibt. Der Titel des Stücks war: Entmaterialisieren. Schöne rockige Abgehnummer, (Lyrics hier). Der Sänger Nils Frevert machte dann alleine weiter, toller Singer-Songwriter.

Hab' ich was vergessen?

Ach so: Es heißt natürlich: Der Blog. ;-)

Nachtrag 1:
Im Verlauf der Sendung kamen wir kurz auf einen meiner alten Artikel zu sprechen, in dem ich beschreibe, was mit dem Körper unter extremen Bedingungen (Hitze, Kälte, Trockenheit usw.) passiert. Wer sich dafür interessiert: Findet sich hier auf meiner alten Webseite (alt deswegen, weil ich eine Neue baue, an die Alte kann ich leider nicht mehr updaten ...)

Nachtrag 2:
Da fällt mir ein: Wir hatten auch noch kurz über Vitamin C gesprochen und wie es Roche in den 30er Jahren schaffte, die Welt davon zu überzeugen, dass man damit gesund bleibt. Hatte ich ich hier bei mir als Beitrag, von dort geht es auch zu dem Beitrag in der Baseler Zeitung.


Autor: Marcus Anhäuser· 13.07.10 · 11:54 Uhr· 19 Kommentare

12. Juli 2010

Schüttelfrust: Homöopathie im SPIEGEL (Update 13.7.)

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 155

Das nenn' ich Humor. Der Titel der SPIEGEL-Geschichte lautet: Der große Schüttelfrust. Markus Grill und Veronika Hackenbroch gehen das ganze Thema durch und ihre Haltung ist klar: Homöopathie hat keinen medizinischen Nutzen, auch wenn es Millionen Menschen behaupten.

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Autor: Marcus Anhäuser· 12.07.10 · 14:42 Uhr· 155 Kommentare

In eigener Sache: Bin heute im Radio bei Holgi

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 14

Kurzer Programmhinweis in eigener Sache: Holger Klein hat mich in sein Studio bei Fritz (RBB) eingeladen. Zwei Stunden Talkradio mit mir und Holgi ab 22:00 Uhr bis Mitternacht in der Sendung Blue Moon.

Themen: Wissenschaft, Medizin und der Journalismus darüber. Vielleicht kann ich erklären wie das alles so funktioniert mit dem Wissenschafts- und Medizinjournalismus und wie man die guten von den schlechten Beiträgen trennt.

Ich freue mich schon und bin ganz aufgeregt ...

Livestream und Podcast der Sendung gibts auch. Alle Infos hier auf der Blue Moon-Seite.

Den Livestream gibts hier: http://www.fritz.de/livestream/livestream.html

Holger Klein ist der hier.

Florian war auch schon mal da. Und Tobias von Weitergen hat auch schon mal mit dem RBB telefoniert und Wissenschaft erklärt.


Autor: Marcus Anhäuser· 12.07.10 · 10:46 Uhr· 14 Kommentare

10. Juli 2010

Homöopathie demnächst irgendwann keine Kassenleistung mehr? (Updates 13.7.)

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 103

Interessante Vorabmeldung beim Spiegel: SPD fordert, Homöopathie als Kassenleistung zu verbieten. In der Opposition kann man natürlich viel fordern. Interessant sind die Statements der Befragten trotzdem:

Karl Lauterbach, SPD Gesundheitsexperte, sagt:

"Man sollte den Kassen schlicht verbieten, die Homöopathie zu bezahlen."(...) "Viele Patienten glauben, die Kassen zahlen nur das, was auch nachweisbar hilft. Deshalb adeln die Krankenkassen mit ihrem Vorgehen die Homöopathie."

Rainer Hess, Vorsitzender G-BA:

" "extrem unbefriedigend". Es gebe nach Hunderten von medizinischen Studien bisher keinen klaren Nutzennachweis für die Homöopathie, dennoch müssen die Krankenkassen sie bezahlen."

Jürgen Windeler, kommender IQWiG-Chef):

"Die Homöopathie ist ein spekulatives, widerlegtes Konzept." Bis heute sei nicht erwiesen, dass die Methode einen medizinischen Nutzen habe. "Dazu muss man auch gar nicht mehr weiterforschen, die Sache ist erledigt."

Zur Erinnerung: Mittlerweile erstatten laut Spiegel mehr als die Hälfte der gesetzlichen Krankenkassen homöopathische Leistungen.

Aber: Wie ich hier schon mal berichtet habe, bezieht sich das in der Regel nur auf die ärztliche Leistung (Anamnese usw.), die Mittel werden nicht übernommen (falls jemand etwas anderes weiß, bitte in den Kommentaren melden).

Jetzt ist das also mal im Raum (mal wieder?), mal sehen, was draus wird. Zumindest die SPD kann man jetzt drauf festnageln (vorher nicht?). Man sollte aber nicht vergessen: Das Sommerloch beginnt ...

Nachtrag: Hier auch nochmal die Meldung etwas ausführlicher als Spiegel Online Topthema.

Dort gibt's auch nochmal den Verweis auf Großbritannien:

"Mitte Mai sprach sich die britische Ärztevereinigung British Medical Association offiziell gegen den Einsatz homöpathischer Mittel im öffentlichen Gesundheitssystem aus. Hunderte britische Ärzte forderten, die Stoffe aus dem Katalog der von Gesundheitsbehörden bezahlten Mittel zu nehmen. Homöopathie sei nichts als "Hexenhandwerk", sagte ein Vertreter der Standesorganisation."

Nachtrag:
"Homöopathie: Die große Illusion" ist sogar Titel auf dem nächstwöchigen inzwischen aktuellen Spiegel.

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Nachtrag (11.7.):
Auf seinem Blog kidmed.de fasst Bernd Schmalrieder mal zusammen, was bei einer homöopathischen Behandlung abgerechnet wird:

"90 € Erstanamnese, 20 € Repertorisation, 20 € Analyse, 45 € Folgeanamnese. Für diese 175 € versorgt ein niedergelassener Facharzt sage und schreibe 5 Patienten ein ganzes Quartal lang, egal wie oft diese in der Praxis erscheinen. Schlechter bezahlte Fachgruppen sogar mehr. Eine einzige homöopathischer Irrsinn nimmt also 5 Patienten das Geld für die ambulante medizinische Grundversorgung weg."

Auf den einzelnen Patienten gerechnet kommt da schon was rüber. Wie viel das aber im gesamtgesundheitspolitischen Paket ausmacht, das wüsste ich allerdings auch gerne. Ob das so viel ist, obwohl die Homöopathie so beliebt ist? Strappato merkt auf seinem Blog an:

"Ich fürchte, es wird die Finanzierung des Gesundheitswesens nicht retten."

Update 12.7.:
Laut dpa auf sueddeutsche.de findet die CDU, in Person deren Gesundheitsexperte Jens Spahn, die Idee der SPD gar nicht so schlecht:

"Wenn die SPD das wolle, könne das sofort gestrichen werden, da es keinen wissenschaftlichen Nachweis für den Nutzen gebe, sagte Spahn."

Ist natürlich ein risikoloser Vorschlag, wir sind ja nicht mehr in der großen Koalition ...

Update 12.7.: Jetzt haben auch die Grünen in persona Renate Künast Stellung bezogen:

"Die pauschale Kritik an der Homöopathie verkennt, dass selbst die Schulmedizin in vielen Fällen auf die industrielle Nachahmung von Heilmitteln zurückgreift, die es in der Natur kostenlos gibt." Die Kosten für Homöopathie stünden in keinem Verhältnis zu den gigantischen Summen, die für Schulmedizin ausgegeben würden, sagte Künast."

Dass Homöopathie kein Naturheilverfahren ist hat Sie nicht begriffen, das Statement zu den Kosten geht in dieselbe Richtung, die bereits strappato anmerkte: So viel kommt da wohl gar nicht zusammen ...

Update 12.7.:
ich habe mal ein paar Zitate aus dem SPIEGEL-Artikel online gestellt.

Bei SPOn gibt es eine Art Zusammenfassung des Beitrags. Der Titel ist auch nicht schlecht: Tausendmal gerührt.

Es sei auch nochmal auf einen Beitrag von Sb-Kollege Reinboth verwiesen, der einmal die Positionen der Parteien zum Thema H. zusammengefasst hat. zu beachten wäre allerdings, dass die jeweiligen Vertretrete auf eine Anfrage des "Deutsche Zentralvereins homöpathischer Ärzte" geantwortet haben. Das hat vielleicht die ein oder andere Verschiebung in der Antwort bewirkt ...

Update 12.7.:
"Big Pharma" unterstützt die Homöopathen, laut Apotheke adhoc:

"Sowohl der Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) als auch der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie sehen in den Präparaten eine sinnvolle Alternative für Patienten und Ärzte."

Nachtrag 13.7.:
Die Ärzte-Zeitung hat eine Blitzumfrage unter Ärzten gemacht und präsentiert ein paar ausgewählte Stellungnahmen.

Und auf Tagesschau.de präsentiert die Online-Redaktion der Tagesschau eine Leserfrage ...

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von deren Aussagekraft sie irgendwie selbst nicht überzeugt sein kann:

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Nachtrag 13.7.:
Ein angenehm unaufgeregtes Gespräch mit Hörerbeteiligung bei WDR5. Es gibt eine Menge Patienten mit Einzelfallgeschichte, aber auch Ärzte, die aus ihrer Praxis berichten. Das übliche eben, und immer wieder erstaunlich, in jeder Hinsicht.

Übrigens schränkt der Gast Willi Zylajew (CDU) in schönster rheinischer Zunge die Aussage Spahns ein, dass die CDU dafür wäre, H. aus dem Kassenprogramm zu nehmen. Das wäre 'nisch' so.

Spiegel Online schiebt noch einen Beitrag mit den Reaktionen der Kassen nach. Dort erfährt man auch ein wenig über die Kosten, die einzusparen wären. Wie stichhaltig die Zahlen sind, kann ich nicht beurteilen. Wie aber schon vermutet, viel wird es nicht:

Nach Angaben der Vizechefin des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie, Barbara Sickmüller, macht der Anteil der Homöopathieausgaben, die die Kassen regulär erstatten, lediglich 0,06 Prozent der Gesamtausgaben für Arzneimittel aus. Rund neun Millionen Euro für Homöopathie stünden mehr als 170 Milliarden Euro Gesamtausgaben der Kassen gegenüber. Von den 28 Milliarden Euro, welche die gesetzlichen Krankenversicherungen 2009 für Arzneimittel ausgegeben haben, entfielen demnach gerade einmal 25 Millionen Euro auf homöopathische Mittel.

Auf sueddeutsche.de ordnet Nina von Hardenberg in einem Kommentar Lauterbachs Vorschlag wie folgt ein:

"Der Vorschlag des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach, homöopathische Mittel gar nicht mehr zu erstatten, ist schon deshalb Unfug, weil die Krankenkassen damit kaum entlastet würden. Die Deutschen geben viel Geld für Arzneimittel aus, doch der Anteil, den die Kassen für Homöopathie aufwenden, beträgt wenige Promille dieser Kosten. Lauterbach spricht also über Schnupfen, obwohl das Gesundheitssystem an einer bedrohlichen Krankheit leidet. Er führt eine Scheindebatte."


(Ursprungsmeldung via @Nina_)


Autor: Marcus Anhäuser· 10.07.10 · 14:30 Uhr· 103 Kommentare

03. Juni 2010

Warum die Akupunktur-Studie keine Akupunktur-Studie war

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 51

Shame on me: Anstatt jetzt lang und breit zu erklären, was die Schwächen an dieser "Akupunktur"-Studie sind, die den Mechanismus erklärt, warum die Nadeln Schmerzen lindern können, mach' ich es mir einfach. Ich übersetze die Zusammenfassung von Neuroblogger Steven Novella vom Neurologica-Blog.

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Autor: Marcus Anhäuser· 03.06.10 · 09:05 Uhr· 51 Kommentare

14. Mai 2010

Regividerm: WDR trennt sich von Redakteur (Update 17.5.)

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 24

Wie die WDR Pressestelle in einer Pressemitteilung erklärt, stellt der WDR einen Redakteur frei im Zusammenhang mit den Ungereimtheiten zur WDR-Dokumentation "Heilung unerwünscht: Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern". Außerdem würden arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet.

Im Zusammenhang mit der Dokumentation waren sowohl Schleichwerbe-Vorwürfe als auch Mängel in der medizinjournalistischen Darstellung erhoben worden. Der WDR befasste sich mit den Vorwürfen in einer Rundfunkratssitzung im März. Damals hatte man eine Entscheidung aber auf die Sitzung im Mai verschoben, weil zahlreiche Punkte ungeklärt blieben, zudem wollte man die Schleichwerbe-Vorwürfe genauer untersuchen.

In der PM heißt es u.a.:

"Die Prüfung hat ergeben, dass der Mitarbeiter seine unmittelbaren Vorgesetzten, die Fernsehdirektorin und die Intendantin und damit mittelbar auch die Gremien wiederholt über den Zusammenhang von Sendedatum und Buchveröffentlichung getäuscht und in einer dienstlichen Erklärung falsche Angaben gemacht hat."

Anmerkung von mir:
Ob es sich bei dem Redakteur um den Autor der Doku Klaus Martens handelt, wird nicht gesagt. Nur damit da keine falschen Gerüchte in Umlauf kommen. Laut DWDL handelt es sich um den Autor Klaus Martens (siehe auch Update 17.5.)

Unklar ist auch noch, ob sich die Schleichwerbevorwürfe bestätigt haben (offenbar nicht, siehe auch Update 17.5.). Der Zusammenhang zwischen Sendedatum und Buchveröffentlichung (?!) ist ein Hinweis in diese Richtung, aber auch ein wenig verwirrend. Auch die Aussage von WDR-Intendantin Monika Piel die "journalistische Unabhängigkeit des WDR sei "nicht verhandelbar" weist in die Richtung.

Schleichwerbevorwürfe waren vor allem aufgekommen, weil der Verkauf der Creme in zeitlichem Zusammenhang mit der Veröffentlichung erfolgte. Ein Buch zur Sendung zu veröffentlichen ist doch eigentlich Gang und Gäbe, oder?

Spiegel Online fasst auch erstmal nur die PM zusammen.

Nachtrag:
Die Wissenschaftspressekonferenz, ein Wissenschaftsjournalistenverband, hat sich des Themas Regividerm in ihrem gerade erschienenen Magazin WPK Quartely angenommen. Unter anderem gibt es eine minute-by-minute-Analyse der Doku mit Einschätzungen der Wissenschaftsjournalisten Volker Stollorz und Nicole Heißmann.

Ist das jetzt eigentlich nur ein Fall Martens oder doch ein Fall WDR? Die PM erweckt ja den Eindruck, als habe der Autor alle anderen hinter's Licht geführt, und die sind die Betrogenen.

Update 17.5.:
Bei dem frei gestellten Redakteur handelt es sich um den Autor Klaus Martens, der sich aber laut sueddeutsche.de zurzeit nicht äußern will.

Zum Thema Schleichwerbung heißt es dort:

"Betrieb der Autor PR für ein Medikament? Oder nur für sein eigenes Buch? "Es gibt keinen Hinweise darauf, dass der Autor geldwerte Vorteile angenommen hat und damit keinerlei Anhaltspunkte für Schleichwerbung", sagt Sendersprecherin Gudrun Hindersin."

Autor: Marcus Anhäuser· 14.05.10 · 13:29 Uhr· 24 Kommentare

03. Mai 2010

Apothekennummer, Medizinprodukte, Patente: Scheinbegriffe, die wirken (Nachtrag)

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 25

Was bedeutet es eigentlich, wenn ein Produkt ein "Medizinprodukt" ist, oder wenn der Hersteller betont, dass es das nur in der Apotheke gibt? Das klingt alles nach Medizin und Wirkung, hat aber auch eine ganze Menge mit Marketing zu tun. Wolfgang Becker-Brüser hat mir erklärt, was die Begriffe wirklich bedeuten.

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Autor: Marcus Anhäuser· 03.05.10 · 08:06 Uhr· 25 Kommentare

12. April 2010

Journalisten: Die Zukunft wird rosig ...

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 7

Die Vorstellung vieler Journalisten von ihre Zukunft ist düster. Die Verlage scheinen die Zeichen der Zeit auch (noch) nicht zu verstehen. Da ist man doch froh für jedes kleine Licht, das einem einen Funken Hoffnung für diese ach so düstere Zeit verspricht.

So eines sah ich am Wochenende, ganz unverhofft, hier in Dresden, im Hygienemuseum, in der Ausstellung Arbeit. Sinn und Sorge.

Dort gibt es eine Menge Zahlen und Statistiken zum Thema Arbeit. In einer Ecke fand ich die Folgende (Bild unten, zum Vergrößern anklicken). Der Titel: Arbeitskräftemangel.

Eine Prognose, welche Arbeitskräfte in zwanzig Jahren besonders gesucht sind, weil sie an allen Ecken und Enden fehlen als Folge der demographischen Entwicklung (fehlender Nachwuchs mangels Geburten).

Und siehe da. In der Zukunft wird es an Journalisten fehlen (siehe Pfeil), oder um genau zu sein, werden laut Experten angeblich eine Menge Menschen fehlen, die "künstlerisch, journalistisch tätig sind".

Ich fange gar nicht erst an, die Statistik zu hinterfragen (Quelle, was sollen die Zahlen aussagen usw. ...)

Mangel.jpg

(zum Vergrößern anklicken)


Autor: Marcus Anhäuser· 12.04.10 · 16:01 Uhr· 7 Kommentare

18. März 2010

iPad & Co: Es wird alles noch viel schöner

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 7

Mir scheint, es wird alles noch viel schöner und bunter und dreidimensionaler als in meinem Tagtraum, in dem ich das goldene Zeitalter der Wissenschaftsmagazine auf den elektronischen Kladden gesehen habe.

Wenn das wirklich möglich ist, was dieses Video zeigt, dann beginnen wirklich goldene Zeiten für die Leser von Magazinen und erst recht für Wissenschaftsmagazine (Wir lassen das mit dem Geld einfach mal unter den Tisch fallen. Freie Journalisten machen das ständig so ;-)) Aber das ist ganz großes Kino.

Schauen Sie bitte mal hier (mit etwas Geduld für's Laden):

VIV Mag Interactive Feature Spread - iPad Demo from Alexx Henry on Vimeo.

Irgendwie klingt der Hinweis: "Aber das iPad kann gar kein Flash." kleinkariert in dem Zusammenhang, oder?"

Vielleicht ist das nicht mit der ersten Generation iPad möglich, aber vergleicht den ersten iPod mit dem aktuellen ...

Und wie haben die das gemacht?

So (und bitte wieder etwas Geduld für's Laden).

VIV Mag Featurette: A Digital Magazine Motion Cover and Feature for the iPad from Alexx Henry on Vimeo.

Offenbar müssen wir noch viel radikaler denken, als ich ahnte.
Man stelle sich das mit einer Zelle vor oder einem Airbus, einer Pyramide ...

Nachtrag:
Ich weiß, das ist schon fast eine Filmproduktion, aber es geht mir um die Möglichkeiten, die gezeigt werden. Der Raum in dem wir uns künftig auch als Geschichtenerzähler bewegen ...


Autor: Marcus Anhäuser· 18.03.10 · 20:02 Uhr· 7 Kommentare

17. März 2010

"Die Pharmaindustrie ist böse, ... "

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 162

Wo wir gerade beim Thema Industrie waren, egal ob Pharma oder Alternativmedizin. Ben Goldacre fasst es sehr schön in seinem Interview mit der Stuttgarter Zeitung zusammen:

"Pharmaunternehmen machen einige furchtbare Dinge. Sie halten Beweise zurück, sie verstecken missliebige Daten, sie führen Ärzte in die Irre darüber, welche Therapien gut sind und welche nicht. Viele Menschen haben ein ungutes Gefühl angesichts der ungeheuren Macht der multinationalen Arzneimittelkonzerne. Häufig leitet sich daraus folgende Argumentation ab: Die pharmazeutische Industrie ist böse, dagegen helfen homöopathische Pillen - und das ist absoluter Unsinn. Die Alternativmediziner haben die gleichen Methoden. Das ist das wahre Verbrechen mancher dieser Quacksalber: Sie tun so, als ob sie Rebellen sind - und in Wirklichkeit sind sie Geschäftsleute, die versuchen, ihr Zeug zu verkaufen. Sie lenken uns ab von der viel wichtigeren Kritik an der Pharmaindustrie."

(via Esowatch-Blog)


Autor: Marcus Anhäuser· 17.03.10 · 18:50 Uhr· 162 Kommentare

Ich hab' die Zukunft der Wissenschaftsmagazine gespürt (Nachtrag)

Kategorie: Kultur·Technik  ·  Kommentare: 12

Manchmal gibt es diese Momente, in denen man ganz doll merkt: Das ist es! Völlig klar! So geht's! Ganz sicher! Das ist es! So gings mir heute. Ich hatte eine Eingebung. Kurz gesagt: Ich habe die Zukunft der Wissenschaftsmagazine gespürt, gesehen, ge-was-weiß-ich-was ... Sie war groß und bunt und voller Interaktion - wie diese alten "Pop up"-Bücher

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Autor: Marcus Anhäuser· 17.03.10 · 12:32 Uhr· 12 Kommentare

12. März 2010

Wo liegt dieser Bierdeckel auf den Dächern von Paris? (Nachtrag)

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 34

Wow, da stockt einem der Atem. Da hört man gar nicht mehr auf zu gucken und herumzusuchen. Über Twitter wurde ich auf diese Rundumansicht von Paris aufmerksam. Ein Foto mit 26 Gigapixel.

Dies hier ist nur ein kleiner Ausschnitt, ein Screenshot, aus einem gigantischen Bild, dass man hier findet.

Bildschirmfoto 2010-03-12 um 16.48.04.png

Man kann herumscrollen und es so enorm auflösen, dass man wirklich auch die kleinsten Kleinigkeiten entdeckt.

Zum Beispiel: Wo findet sich wohl dieser Bierdeckel (oder ist es ein Käse?) auf einem Bistrotisch auf einem der Dächer von Paris.

Bildschirmfoto 2010-03-12 um 16.38.06.png

Wie das ganze die Fotografen Arnaud Frich und Martin Loyer gemacht haben, kann man hier im Projekt-Blog nachlesen.

Tipp: Auf Vollbild einstellen, dann macht es noch mehr Spaß.

Diese Musik, das ist aus Amelies Welt, könnte ich ständig hören, gute Wahl.

(@Bewegungsmelder, @mauisurfer25)

Nachtrag:
Menschen gibt's relativ wenige zu sehen. Wenn doch wurden sie anonymisiert, wie dieses Bild zeigt:

Bildschirmfoto 2010-03-12 um 17.15.41.png

Nachtrag:
Schau an: Was Paris kann, kann Dresden auch. Von Dresden gibt's ebenfalls eine 26 Gigapixel-Ansicht. Findet sich hier.

(via @infooffice)

Nachtrag 17.3.:
SpOn weist jetzt auch nochmal in einem Artikel auf die beiden 26 Gigapixel-Panoramas hin.

Interessant:

Bei der Gelegenheit wurden dann noch ein paar "Easter Eggs" eingebaut: Wer genau hinschaut, kann unter anderem eine Pistole, eine Schildkröte sowie zwei Ufos am Himmel über Paris entdecken. Schließlich geht es darum, das größte Foto der Welt zusammenzubasteln, nicht das realistischste.

Autor: Marcus Anhäuser· 12.03.10 · 16:52 Uhr· 34 Kommentare

09. März 2010

Wie Peter Moosleitners interessantes Magazin mein Leben veränderte

Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 23

Na, dann trage ich auch noch mein Scherflein bei zur ungeplanten SB-Serie: "Welche Medien mein wissenschaftliches Weltbild formten." Ich geb's zu: Abgesehen von Löwenzahn, Hoimar von Ditfurth, Sendung mit der Maus und Horst Stern hat eine Zeitschrift ganz entscheidend zu meiner Bildung beigetragen: Peter Moosleitners interessantes Magazin: P.M.

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Autor: Marcus Anhäuser· 09.03.10 · 08:12 Uhr· 23 Kommentare

08. März 2010

Auch hinter der sanften Medizin steht eine harte Industrie

Kategorie: Medizin·Politik  ·  Kommentare: 26

Hinter der "sanften" Medizin steckt auch eine "sanfte" Industrie als Gegenentwurf zu den rücksichtslosen, nur auf den eigenen Umsatz bedachten Pharmakonzernen? Natürlich nicht. Auch die Firmen der "Alternativen Medizin" wollen Geld verdienen und versuchen mit Lobbygruppen ihre Interessen zu vertreten. Wie kommt man nur darauf, dass es anders sein könnte?

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Autor: Marcus Anhäuser· 08.03.10 · 10:05 Uhr· 26 Kommentare

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