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Ludmila Carone ist Planetologin an der Universität zu Köln in der Abteilung Planetenforschung des Rheinischen Instituts für Umweltforschung.
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11.12.09 · 15:06 Uhr
Zwei auf einen Streich
Kategorie: Naturwissenschaften
Der neueste Coup der europäischen Sonde Mars Express: Die beiden Marsmonde Phobos und Deimos das erste Mal in einem Bild.
Am 5. November ist der HRSC-Kamera dieser Schnappschuss gelungen:
![]()
Bild (ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)): Phobos und Deimos auf einen Streich. Links das rohe Bild, rechts das nachbearbeitete.(1)
Die Kamera hat insgesamt 130 Bilder in Abständen von 1 - 0,5 s aufgenommen. Auf der ESA-Seite ist auch eine Animation der Bilder dargestellt. Die Auflösung beträgt 110 m/pixel für Phobos und 240 m/pixel for Deimos. Deimos war doppelt so weit von der Kamera entfernt.
Die Bilder gelangen nur, weil Mars Express auf seinem elliptischen Orbit zur rechten Zeit am rechten Ort war.
![]()
Ganz nebenbei dienen die Bilder dazu, die Position von Phobos und Deimos noch genauer zu bestimmen, was für unser Team im März des kommenden Jahres - also in nicht einmal 3 Monaten - sehr kritisch sein wird. Dann wird Mars Express noch mal sehr nah an dem Mond Phobos vorbeifliegen. Wenn alles gut läuft, kriegen wir nicht nur die Masse noch genauer vermessen, sondern werden dann auch versuchen das Trägheitsmoment herauszurechnen. Damit könnten wir in das Innere des Mondes hineinschauen und zumindest ansatzweise erkennen, wie die Masse innerhalb des Mondes verteilt ist. Was nicht ganz unwichtig ist, um was über die Geschichte des Körpers zu erfahren. Bislang stehen immer noch die beiden Hypothesen eingefangener Asteroid oder vom Mars abgesplitterte Bruchstücke im Raum.
P.S.: Michael Khan hat es übrigens auch verbloggt: Phobos und Deimos gemeinsam im Bild.
P.P.S:: Da es gerade auf Weihnachten zugeht. Wer Lust hat, kann sich Phobos zusammenbasteln. Wär mal was anderes als Glaskugeln.
----------------
(1) Überall dort wo mit Instrumenten hantiert wird, versucht man nach der Datennahme diese zu verbessern. Indem man bekannte Fehler herausrechnet, kalibriert etc. pp. Die Hochglanz-Fotos der Planeten schütteln sich nicht aus dem Ärmel, die sind immer das Produkt einer mehr oder minder starken Bildbearbeitung.
Autor: Ludmila Carone· 0 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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