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Ludmila Carone hat in ihrem Leben Raumsonden nach ihrem Willen tanzen lassen, extrasolare Planeten mitentdeckt und die dynamische Entwicklung von Planetensystemen simuliert.

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22.08.09 · 19:14 Uhr

Neil Shubin: Der Fisch in uns

Kategorie: Naturwissenschaften·Themenwoche  ·  Kommentare: 8

Ich hatte die Gelegenheit, das Buch zu einem meiner Musikvideos zu reviewen. Ich hab daran nur eins auszusetzen.

Es ist mit knapp 250 Seiten zu kurz. Es hätten durchaus ein paar Seiten mehr sein können ;-)
Neil_Shubin_inner_fish.jpg
Neil Shubin hat über sein Fachgebiet Paläontologie ein populärwissenschaftliches Buch geschrieben, wie ich es mir wünsche. Lange Zeit dachte man, es würde einfach ausreichen die Ergebnisse der Wissenschaft zu vermitteln. Es wurde immer vorausgesetzt, dass der Leser schon weiß oder versteht, was Wissenschaftler tun und vor allem wie sie es tun. Dem ist leider nicht so.

Neil Shubin schildert also seinen Forscheralltag, wie er seine Expeditionen plant, was alles schief gehen kann und erzählt dann erst, wie Tiktaalik eine Übergangsform zwischen Fisch- und Landbewohnern gefunden wurde.

Das ist aber nicht alles. Er beschreibt außerdem ausführlich, warum uns das überhaupt tangieren sollte. Er macht den Leser mit einem vertrauten aber zugleich unbekannten Wesen bekannt: seinem inneren Fisch.

Habt Ihr Euch schon mal gefragt, warum wir manchmal unter Schluckauf leiden? Dieses Buch erläutert es. Es ist ein Relikt der Atmung der ersten Lungenfische, die immer noch in uns präsent ist.

Mir gefiel außerdem der Ton des Buches. Anstatt trocken zu dozieren, plaudert Neil Shubin locker aus dem Alltag. Ich hatte den Eindruck, eine Ansammlung an Blogtexten zu lesen.

Apropos Bloggen: Neil Shubin verweist ausdrücklich auf Scienceblogs.com als empfehlenswerte weiterführende Literatur. Viel moderner kann ein populärwissenschaftliches Buch nicht sein.

Zum Abschluss noch mal das Musikvideo zum Buch:

 

Autor: Ludmila Carone· 8 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (8)

Kommentar-Direktlink Florian W.· 23.08.09 · 16:12 Uhr

Ich will ja nicht gemein sein - noch denn Sinn der Tätigkeit von Wissenschaftlern in Frage stellen, aber in wie fern ist mein Leben jetzt dadurch bereichert, dass ich weiß warum ich einen Schluckauf habe? Geht er dann schneller weg? Kann ich ihn dann geniessen?

Kommentar-Direktlink Christian A.· 23.08.09 · 16:24 Uhr

@Florian W.: Vielleicht kann man ihn dann wirklich geniessen ;) In dem Sinne vielleicht, dass der Gedanke an den Ursprung eines Schluckaufs (wenn man ihn denn hat) die Perspektive unseres Denkens verschiebt zu den Dingen, die ewig vor unserer Zeit waren, zu den Prozessen, die über Äonen schließlich zu dem Zustand der Welt geführt haben, wie wir ihn kennen. Ich finde solche Perspektivenwechsel immer ehrfurchteinflößend und spannend; ab und zu ist es ganz nett, wenn die Gedanken spontan aus dem Alltag gerissen werden. Und ich fühle mich durch das Wissen, wo der Schluckauf herkommt, persönlich bereichert.

Florian Freistette hatte glaube ich mal was dazu gesagt, dass Wissenschaften nicht nur trocken und im Hintergrund ablaufen sollen, quasi ein unsichtbarer Dienst an uns allen, sondern auch ein Wert an sich darstellen, vielleicht vergleichbar mit Künsten. Über das Buch von Shubin hab ich auch schon ein paar Sachen gehört, und es ist ja anscheinend ein wirklich interessantes und kurzweiliges Buch.

Kommentar-Direktlink Florian W.· 23.08.09 · 17:14 Uhr

@Christian A.:
1.) Ich will nicht in Abrede stellen, dass Informationsaufnahme (unter gewissen Umständen) mit einem angenehmen Gefühl verbunden ist. Aber mit dieser Logik könnte man auch Astro-TV eine Gemeinnützigkeit unterstellen, die zum Nachdenken und Perspektivenwechsel anregt.

2.) Ich sehe Wissenschaft nicht als Kunst an. Kunst hat mit Kreativität und Ästhetik zu tun, die Wissenschaft versucht "nur" Daten zu gewinnen und diese dann in Formeln und Modelle zu pressen.

Kommentar-Direktlink Ludmila· 23.08.09 · 19:33 Uhr

@Florian W.: Also ich finde die Idee, dass ein Schluckauf ein Überbleibsel aus ferner Zeit ist, irgendwie erfurchtgebietend.Warum sollte man Wissenschaft immer nur stocknüchtern sehen? Natürlich geht es in erster Linie um Daten und Modelle. Aber kann man die Dinge, die daraus entstehen, nicht zusätzlich schätzen, weil sie schön und erfurchtgebietend sind? Immerhin haben diese Dinge der Esoterik und Astrologie etwas voraus. Sie haben zusätzlich eine Dimension an Wahrhaftigkeit und Nachprüfbarkeit, welche diese nie erreichen werden.

Kommentar-Direktlink Patric· 23.08.09 · 19:41 Uhr

Meiner Meinung nach muss Wissenschaft nicht nur Daten und Fakten liefern welche einen direkten (wirtschaftlichen, praktischen, medizinischen u.a.) Nutzen bringen. Man soll auch Dinge und Vorgänge lernen zu verstehen. Woher was kommt. Würde man die Wissenschaft und somit die Forschung nur auf ersichtliche resp. direkt nützliche Aspekte einschränken, wäre die Wissenschaft wohl nie soweit gekommen wie sie es jetzt ist. Wird doch oft gerade über Umwege weitere Details bekannt und könnten dann einen echten Nutzen darstellen. Doch eigentlich bin ich der Meinung, Forschung darf nicht nur über einen gewissen Nutzen legitimiert werden. Ich finde, es macht das Leben spannender wenn man mehr weiss als das was man wissen muss.

Zugegeben, mein Text ist etwas wirr. Kommt wohl davon, dass ich vom Tauchen zurück bin. Passt ja gerade zum Thema Tiktaalik und Fisch in uns.

Kommentar-Direktlink Eddy· 29.08.09 · 09:35 Uhr

Ich habe den Link (hier) zufällig beim Googeln gefunden. Ich habe das Buch vor einer Woche fertig gelesen und bin zutiefst beeindruckt. Es ist wunderbar geschrieben und leicht zu lesen und enthält eine Fülle von Informationen von denen ich bisher nicht einmal etwas ahnte.

Es ist eins der schönsten Bücher die ich jemals las!

Der Schluckauf ist übrigens nur ein absoluter Nebenaspekt des Buches. Vor wenigen Monaten hat man uns erklärt, dass der Schluckauf ein Reflex ist, der verhindert dass Babies im Bauch der Mutter das Fruchtwasser einatmen ... Neil Shubin bietet am Ende seines Buches ein paar Beispiele, wie die "Krone der Schöpfung" noch heute unter dem "Flickwerk"bauplan ihres Körpers zu leiden hat.

Dieses Buch ist für jeden gebildeten und halbgebildeten Menschen (wie ich) eine absolute Pflichtlektüre. Wie sich z.B. Zellen(verbände) ausserhalb unseres Körpers auf dieselbe Art untereinander austauschen, wie in unserem Körper; oder wie sich ein Knochen der bei Fischen zum kauen diente, sich zu unserem Ohrknöchelchen entwickelte und im Schädel langsam nach oben wanderte.... Vom Urschleim bis zum Nacktaffen geht alles nahtlos ineinander über und ist so unterhaltsam wie ein Harry Potter (den ich leider nie las)!!! :-)

Schön dass ich das Buch hier wiederfinde!

Kommentar-Direktlink Jan Sztajnykier-Steineker· 27.02.12 · 21:09 Uhr

Ein fantastisches Buch.Das past zu meinen Buch.Jan Steineker"Das Rätsel des Mondgesichts und unsere älteste Vergangenheit"Frieling Verlag Berlin.Ich eile weil das Bild kann schnell verschwinden.Ich bin Anfänger mit Komputer.

Kommentar-Direktlink Dipl.Ing.AmateurWissenschaftler Jan Sztajnykier-Steineker· 27.02.12 · 21:21 Uhr

Das Buch ist fansastisch.Es past zu meinen Buch.Jan Steineker "Das Rätsel des Mondgesichts und unsere älteste Vergangenheit" Ich suche Kontakt mit Wissenschaftlern.Als Schluss meiner Amateur Forschungen ist "Wir Menschen und die ganze Familie der Tiere wir sind alle lebendige Fotoblitzaufnahmen des Mondgesichtes.Ich suche Wissenschaftlern die möchten mit mir weiter forschen.Ich weiss nicht wie das weiter senden.Endschuldigung für Schreibfehlern.Ich lebte ca.40 Jahre in Polen.

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