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09.03.09 · 14:07 Uhr
Wir kommen zum Mond um zu bleiben - vielleicht
Kategorie: Naturwissenschaften·Technik · Kommentare: 8
Die ESA - genauer gesagt die Abteilung für bemannte Raumfahrt - nimmt jetzt offiziell Vorschläge aus der Industrie und der wissenschaftlichen Gemeinschaft für eine bemannte Mondsonde an.
Ein unbemannter Lander ist bereits in Planung. Das hatte ich mir fast schon gedacht, wenn ich mir so die letzten Kommentare von Michael Khan zu meinen Beitragen zur deutschen Mondmission LEO ansehe ;-)
Das finde ich ja schon ehrgeizig genug. Die letzte Mondlandung ist nun mal Jahrzehnte her und ich fürchte sehr viel Erfahrung aus der Zeit ist unwiederbringlich verloren gegangen. Was schade, aber nicht mehr zu ändern ist.
Die Ziele für die bemannte Mondmission sind aber noch einen Ticken spannender. Denn es sieht so aus, als ob diesmal die Menschen kommen, um zu bleiben:
![]()
Bild (ESA - AOES Medialab): So stellt sich ein Künstler die Mondbasis vor.
- Geplant sind mobile und feste Überlebenseinheiten. Hui, eine kleine Mondbasis? Warum muss ich bloß an Mondbasis Alpha 1 denken? ;-)
- Robotische Systeme, um autonom menschliche Forschung vorzubereiten und zu unterstützen.
- Energiesysteme. Klar, darf nicht fehlen. (Ohne Saft ist auf einer Mondstation nichts los. Aber was soll man nehmen. Solarzellen? Aber der Mond ist gezeitenmäßig mit der Erde synchronisiert. Das bedeutet auch, dass er für eine volle Eigenumdrehung solange braucht wie für die Bewegung um die Erde: Einen Monat. Es ist also selbst im besten Fall mindestens einen halben Monat lang dunkel auf einer Mondstation. Das ist ein bisschen ungünstig für Solarzellen. In der dunklen Zeit müsste man also auf Batterien oder aber auf eine andere Energiequelle zurückgreifen. Z.B. einen Kernreaktor. Erdöl gibt es auf dem Mond ja nicht.)
- Wasser- und Sauerstoff-generierende Systeme. (Dafür bräuchte man entsprechendes Mondgestein. Gerade das mit dem Wasser könnte knifflig werden. Bislang sind alle Versuche fehlgeschlagen, irgendwo Wassereis auf dem Mond zu finden. Selbst in den tiefsten Kratern an den Polen, wo selten die Sonne hinkommt. Und selbst wenn man Eis findet; das Eis abzubauen, würde ziemlich knifflig. Mondbasis am Kraterrand bauen und eine Pipeline hinunter zum Krater setzen? Was das an Material kosten würde. Das müsste ja alles von der Erde importiert werden müssen und das kostet.)
- Lastentransport zum Mond für menschliche Erkundungen. (Hmm, die wollen also wieder auf dem Mond rumfahren. Würde ich auch wollen, wenn ich schon mal da wäre ;-) )
Hört sich gut an. Wie etwas aus einem Science Fiction-Roman, das so ganz langsam Gestalt annimmt. Jules Vernes "Unterseeboote" waren seinerzeit auch Science Fiction und sind heute Alltag. Also ich bin jedenfalls gespannt, was daraus wird.
Quelle: ESA -Human Spaceflight and Exploration
Autor: Ludmila Carone· 8 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (8)
Tja, bei sowas mitzuarbeiten wär immer mein Traum gewesen, aber da lebe ich leider im falschen Land :) Wenn schon Florian wegziehen musste ....
"Erdöl gibt es auf dem Mond ja nicht." Naja, dieses müsste ja auch importiert werden und was das wieder kosten würde. Vielleicht sollten wir es einfach mit Mondöl versuchen. ;-)
Schöner Beitrag im Blog!
Na ist das nicht ungerecht - da wo es gar keine Atmosphere zu verpesten gibt, setzt man mit Solarstrom gleich ganz auf Öko *duckundwech
die NASA hat im Dez. 2006 die "Lunar Exploration Objectives" veröffentlicht. 140 Dinge die man auf dem Mond machen kann. Ich persönlich finde die Themen "Human Civilization" und "Economic Expansion" besonders spannend.
http://www.nasa.gov/pdf/163560main_LunarExplorationObjectives.pdf
Das DLR und die TU Kaiserslautern veranstalten Mitte Mai ein Symposium zum Thema "Bauen für ein Leben auf dem Mond"
http://www.lunar-base.net/index.php
Weis jemand was von Versuchen mit Mondgestein (bzw. chemisch Ähnlichem) wie und welche Rohstoffe sich auf dem Mond für eine Mondbasis gewinnen lassen? (für Mars Direct gab es einen Raketentreibstoff Demonstrator) Der Mond (bzw. Mondstaub) gibt doch bestimmt chemisch einiges her (Sauerstoff, Silicium, Aluminium...)
@Ludmila: Wie du schon im Juli richtig gesagt hast, ich darf zitieren:
Es ist auf jedem Punkt des Mondes jeweils 2 Wochen hell und zwei Wochen dunkel, das stimmt - Ausnahmen sind aber hohe Berge bzw. Kraterränder in Polnähe. Die Mondachse ist um nur 1.5 Grad gegenüber der Ekliptik geneigt, auf einem Berg in Polnähe kann es theoretisch also sein, dass er immer aus dem Schattenkegel herausragt und damit zu einem Punkt ewigen Lichts wird.
Nun wissen wir seit den Beobachtungen der japoanischen Raumsonde Kaguya, dass es anscheinend keine Punkte wirklich ewigen Lichts gibt, aber doch Lokationen, die fast 90% der Zeit beleuchtet sind - ideale Orte für eine permanente Basis. Denn da an den Polen die Sonnen immer sehr niedrig steht, genügt schon eine kleine Unebenhet im Boden, und man hat dahinter einen dicken Schatten. Aber eine solche kleine Unebenheit überwindet man auch recht einfach durch einen einige Meter hohen Mast. Kein unüberwindbares technisches Problem, das sich da stellt, will man sich auf dem Mond niederlassen.
Allerdings muss man schon etwas vorsichtig sein mit dem Optimismus - es wird viel studiert und analysiert, ob das dann wirklich realisiert wird, steht auf einem ganz anderen Blatt. Die Bezeichnung "in der Planung" ist da oft etwas übertrieben.
Ich schrieb fehlerhafterweise:
> Die Mondachse ist um nur 1.5 Grad gegenüber der Ekliptik geneigt [...]
Gemeint habe ich natürlich, dass die Mondachse um 1.5 Grad gegenüber der Senkrechten auf der Ekliptik geneigt ist, was man auch so ausdrücken kann, dass der Mondäquator um 1.5 Grad gegenüber der Ekliptik geneigt ist.
Der Effekt ist wie beschrieben. Damit steht unser Mond im Sonnensystem übrigens ziemlich allein. Allenfalls an den Merkurpolen kann es noch Punkte ewigen Lichts geben, aber bis man auf dem Merkur eine permanente Basis aufgebaut haben wird, müssen wir wohl noch ein wenig länger warten als auf einen Basis auf dem Mond.
Wow, ich würde auch gerne mal zum Mond rauf. Ich lese gerade das Buch "Das Abenteuer der Mondladung" von Werner Büdeler aus dem Jahr 1970. Ich liebe die euphorisch-naive Sprache die oft den Text ausmacht oder auch die beschriebene "moderne" Technik. Immerhin steht im letzten Kapitel "Endziel: Mondkolonie": "Dr. Wernher von Braun sagte die Landung von Menschen auf dem Mars für 1982 voraus".
Spannend ist für mich auch die Frage, wie das Problem der kosmischen Strahlung gelöst werden soll, ich erinnere mich, mal gehört zu haben, das selbst eine mehrere Meter unter der Mondoberfläche befindliche Station noch einer hohen Strahlung ausgesetzt ist?