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19.09.08 · 15:50 Uhr
Oratorium für Charles Darwin
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 4
Mir ist zu Ohren gekommen, dass gerade ein Oratorium über das Leben des Charles Darwin komponiert wird.
Der Komponist Richard Einhorn kündigt die Uraufführung für den 9.2. 2009 an der State University of New York, Oswego an. Drei Tage vor Darwins 200stem Geburtstag.
So lange müssen wir glücklicherweise nicht warten, denn es gibt bereits Auszüge des Werkes auf You-Tube.
Annies Memorial von Richard Einhorn:
Text:
My dear Emma
My dear, dearest Emma
I pray God Fanny's note may have prepared you
She went to her final rest
most tranquilly, most sweetly.
Our poor child Annie was born on Gower Street
On March Second, Eighteen Forty One.
Our poor child Annie expir'd at Malvern
At midday on the Twenty Third of April Eighteen Fifty One...
Once when she was very young she exclaimed ,
"Oh Mama what should we do if you were to die?"
Der Text ist aus der Denkschrift entnommen, die Charles Darwin seiner Tochter Annie widmete.
Via Pharyngula.
Zum Hintergrund: Anne Darwin war eines von Charles Darwin zehn Kindern und starb im Alter von nur zehn Jahren an einer unbekannten Krankheit. Insgesamt verloren Emma und Charles Darwin drei ihrer Kinder sehr jung. Das war in der damaligen Zeit ohne moderne medizinische Versorgung leider ein weit verbreitetes Schicksal. Es verwundert mich immer wieder, warum Menschen in ihrer Wissenschaftsfeindlichkeit und Rückwärtsgewandheit, diesen Teil der angeblich so glorreichen wissenschaftsfreien Vergangenheit einfach ausblenden.
Vielleicht helfen Werke wie diese, den Menschen das Zerrbild des Forschers als kaltes herzloses Monster aus der Vorstellung zu vertreiben. Was könnte herzzerreißender sein, als der Schmerz eines Vaters über den Verlust seiner kleinen Tochter?
Zudem war es ein Wendepunkt in Darwins Leben. Danach vermochte er nicht so recht an einen liebevollen Schöpfer zu glauben.
Autor: Ludmila Carone· 4 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (4)
Hallo Ludmilla,
Der Blog gefällt mir von Tag zu Tag besser! Schade, dass er Ihnen soviel Stress bereitet. Ich hoffe ich habe nicht massgeblich dazu beigetragen!!! :.-(
Zu Darwin:
Wer Darwin wirklich kennen lernen will, dem kann ich dieses wunderbare und spannende Buch empfehlen:
http://www.amazon.de/Die-Fahrt-Beagle-Erforschungen-Naturgeschichte/dp/3936384959/ref=sr_1_6?ie=UTF8&s=books&qid=1221912715&sr=1-6
"Als Charles Darwin am 27. Dezember 1831 mit der Beagle von Plymouth aus in See stach, hockte er in einer winzigen Achterkajüte, die bis unter die Decke voll gestopft war mit Probenbehältern, Chemikalien, Seziergerät, Mikroskop, Geologenhammer und Büchern. Darwin war damals gerade 22 Jahre alt: ein begeisterter Sammler von Käfern mit einem leidenschaftlichen Interesse für die Naturwissenschaften, der ein bisschen Medizin und Theologie studiert hatte und ansonsten noch recht unschlüssig war, was er mit seinem Leben anstellen sollte. Innerhalb von fünf Jahren umrundete Darwin die Welt, studierte die Natur der Kapverdischen Inseln, die Ureinwohner Feuerlands, buddelte in Patagonien nach Fossilien und stieß auf fast jeder Galápagosinsel auf eine andere Finkenpopulation. Am Ende seiner Reise hatte Darwin schließlich 1529 Spezies in Spiritus eingelegt und 3907 Häute, Knochen und andere Fundstücke etikettiert. Vor allem aber kam er mit einer Idee zurück, mit der er später die größte intellektuelle Revolution anzettelte, die die Menschheit je erfahren hat. Darwins Bericht von seiner Fahrt mit der Beagle ist nicht nur das wichtigste Reisebuch der Weltliteratur, sondern auch die abenteuerliche Chronik der Wanderjahre eines jungen Mannes, der die Welt erst bereiste, um sie dann zu verändern."
Selten hat mich ein Buch so gut unterhalten, und selten wird der Konflikt eines tiefreligiösen Menschen mit der wissenschaftlichen Realität so einfühlsam beschrieben. Es ist eins meiner absoluten Lieblingsbücher!
Meine Arbeitskollegin ist Zeugin Jehovas und ich erlebe den Konflikt zwischen Bibel und Rationalität immer wieder hautnah.
Den Hass der modernen Internet-Ideologie-Karambolagen kann ich kaum nachvollziehen. Diskussion besteht doch aus Gegensätzen und nur Toleranz gegenüber Andersgläubigen erlaubt uns ein friedliches Zuammenleben. Jeder der eine Idee, die niemandem direkt schadet, verbieten will, ist für mich suspekt.
Ich kann sehr gut mit Menschen zusammenleben, die an die biblische Kreation glauben, obschon dieser Ausdruck ja auch als Parabel verstanden werden könnte, solange diese Leute mich nicht, wegen meinen eigenen Ansichten verbrennen wollen, wie hier z.B.: http://www.westfaelische-nachrichten.de/aktuelles/aus_aller_welt/aus_aller_welt/683831_Islam_Gelehrter_will_Micky_Maus_und_Jerry_toeten.html
"Die arabische Website „Aafaq“ veröffentlichte am Mittwoch Auszüge aus einer Debatte mit Scheich Mohammed al-Munadschid aus Riad, in der er außerdem davon abriet, Kindern zu erlauben, Zeichentrickfilme mit Micky Maus oder Tom und Jerry anzuschauen.
Nach dem islamischen Recht („Scharia“) seien Mäuse unerwünschte Tiere, die abzulehnen seien. Mäuse seien „die Soldaten des Teufels“ fuhr er fort."
So, ... in der Stille liegt die Kraft, weniger ist mehr und zuerst denken, dann sprechen usw... usf... Sorry für die langen Beiträge und
Liebe Grüsse, Eddy
@Eddy ===> Jeder der eine Idee, die niemandem direkt schadet, verbieten will, ist für mich suspekt. Ich muss mal ein positive posting loswerden (für Ludmilla).
J A ... endlich einer der meine Meinung vertritt !
Der Hass der im Internet zwischen den Ideologien auftritt ist nur ein Abbild der Realität, nur mit dem Unterschied, dass ich im Internet kaum mit Konsequenzen rechnen muss. Wenn ich in der Realität eine Gruppe kritisiere, dann kanns sein, dass ich gemobbt oder bedroht werde.
Darwin hat mich immer fasziniert. Er hat für die extreme Komplexität des Lebens eine einfache Erklärung gefunden, mit Beweisen (Fossilien) untermauert und oft an sich selbst gezweifelt. Was macht ein Kreationist ? Es zeigt auf ein 2000-5000 Jahre altes Buch und sagt: Da stehts. Wenn ich mit diesen Leuten diskutiere habe ich immer das Evangelium des fliegenden Spaghettimonsters dabei aus dem ich dann auch zitiere.
Mit Kreationisten zu diskutieren ist wie mit Terroristen zu verhandeln.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,578838,00.html
Kritik ist in der Wissenschaft eines der grundlegensten Prinzipien und wird überall und immer angewandt. Bullshit zu verzapfen ist es allerdings nicht und daher ist Bullshit auch indiskutabel.
Bezüglich des grottig geführten Interviews fehlen einem fast die Worte.
Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten.
Evolution ist allgegenwärtig...für den Einen mehr, für den Anderen weniger...wie gut, dass wir ein Hirn haben, ein menschliches, .....
G