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20.08.08 · 12:01 Uhr
Die Biomechanik des Olympiasportes
Kategorie: Naturwissenschaften·Themenwoche·Themenwoche · Kommentare: 5
Ich hatte mich hier bisher auf die Biomechanik des Schwimmens beschränkt.

Da passt es ganz gut, dass auf den Peking-Seiten der ARD auch die Biomechanik der anderen Sportarten beleuchtet wird.
Biomechanik des Sportes - Teil 1.
Biomechanik des Sportes - Teil 2.
Im Schwimmteil dieser Seiten erfährt der Leser etwas über die Details der Rollwende beim Kraul- und Rückenschwimmen, wobei die Athleten bei jeder Wende ca. 60-90 cm an Schwimmstrecke einsparen gegenüber der früher gebräuchlichen Kippwende. Allerdings musste ich bei dem folgenden Satz schallend lachen: Die Art zu wenden hat sich aus den Wettkampfbestimmungen ergeben.
Das ist ja mal ein kleines bisschen naiv ;-D
Die Wettkampfbestimmungen folgen dem, was sich beim Training im Leistungssport an Einsparpotential und biomechanischen Neuerungen ergibt und nicht umgekehrt.
Na ja, dennoch fand ich die Beiträge im Großen und Ganzen sehr lehrreich und das Schöne dabei ist, dass die besprochenen Techniken direkt als Video anzusehen sind.
Wie beispielsweise hier die Kraulrollwende: Video.
Oder hier die Rückenwende: Video.
Ihr könnt jeweils nach dem Abstoß von der Wand gut sehen, wie die Schwimmer durchs Wasser undulieren. Ich meine allerdings, dass die gezeigte Rückenwende in der Einleitphase nicht dem aktuellen Stand der Technik entspricht, daran ist nämlich in den letzten Jahren ein bisschen gedreht worden. Der Schwimmer darf in dieser Phase noch die Beine bewegen. Leider ist genau dieser Abschnitt des Bewegungsablaufs selbst in Zeitlupe kaum zu sehen.
Autor: Ludmila Carone· 5 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (5)
Ich hab heute morgen in der OTZ (Ostthüringer Zeitung) das Bewegungswissenschaftler an der Uni Jena einen "Jena-Swimmer" entwickelt um Wendemanöver beim Delfinstil zu untersuchen. Der Jena-Swimmer ist (soweit ich das verstanden habe) eine Art kleiner Roboter der das simulieren kann.
Ich lese schon ein weilchen mit Genuss und Gewinn mit, möchte heute etwas ergänzen.
> Die Wettkampfbestimmungen folgen dem, was sich beim Training im
> Leistungssport an Einsparpotential und biomechanischen Neuerungen
> ergibt und nicht umgekehrt.
dem ist leider nicht immer so, es gibt immer wieder Fälle in denen das Reglement die Einführungen von Neuerungen verhindert, so könnten z.B. Radfahrer beim Zeitfahren heute erheblich schneller sein, wenn die UCI eine andere Sitzpoisiton erlauben würde.
@aebby: Also, das finde ich ja sehr interessant. Solche Fälle kenn ich gar nicht. Und wie begründet das UCI diese Entscheidung?
Das engste Reglement bezieht sich auf die Stundenweltrekorde. Die offizielle Begründung ist man wolle eine Vergleichbarkeit zum Rekord von Eddy Merckx aus dem Jahre 1972 beibehalten. Die vorgeschriebenen Maße des Fahrradrahmens verhindern so eine aerodynmaisch bessere Position. Vor allem die eiförmige Sitzposition von Graeme Obree, der die Arme unter dem Oberkörper hatte wird somit ausgeschlossen. Die extrem tiefen Positionen mit vorgestreckten Armen wie sie heute gefahren werden sind lediglich ein Kompromiss um die Ei-Position halbwegs regelkonform einnehmen zu können, mit Armen unter dem Körper wäre die Kraftumsetzung besser, die Geschwindigkeit höher. Die Rekorde die Graeme Obree gefahren war wurden ihm nachträglich aberkannt, er taucht heute in den Listen auch nicht mehr auf.
Der eigentlich tiefere Grund warum an diesen Maßen festgehalten wurde ist wohl historisch bedingt, mit diesen Maßen wird zwischen Diamant-Rahmen mit sitzender Position und der Liegeposition differenziert. Zu Beginn des Radsports als das Reglement entstand konkurrierten zwei Fahrradhersteller um den Einfluss auf den Sport, der eine hat sich eben durchgesetzt ;).
Böse Zungen behaupten, dass die Obree Position verboten wurde weil er Amateur war und sein Rekordrad selbst ohne prominente Herstellerunterstützung gebaut hatte.
ich muss mich noch mal korrigieren, auch die gestreckte Boardman Position ist inzwischen verboten.