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08.06.08 · 21:15 Uhr
Galileo und co sind Dauerwerbesendungen
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 11
Es hat auch jemand anderes gemerkt, dass die Pro7-Sendung Galileo und die ganzen anderen "Wissensmagazine" ihren Namen nicht verdienen, sondern inzwischen fast überwiegend "Reportagen" aus der Fabrik versenden.
Es ist ja ab und an ganz nett zu erfahren, wie Schokolade gemacht wird...Aber immer nur die Kamera in die Fabrik/Küche/Metzgerstube etc. zu halten...Darin kann sich doch nicht die Berichterstattung eines "Wissensmagazins" erschöpfen.
Aber es ist natürlich schnelle und billige Fernsehkost. Alles andere kostet Geld und man müsste schwierige Dinge begreifen oder sie gar erklären.
Wie es die Privaten mit schwierigen Themen handhabt, sieht man wiederum an "Galileo Mystery". Das ist so eine Sendung nach dem Motto "Es könnte so sein, aber auch ganz anders." Wissenssendungen sollten doch irgendwo "Wissen" vermitteln und sich nicht noch in Unwissenheit suhlen oder gar Pseudo-Wissenschaften gleichberechtigt neben wissenschaftliche Erklärungen setzen. Als einzigen Lichtblick sehe ich bei den Privaten eigentlich nur "Clever".
Die Welle des Edutainment ist ja schön und gut. Ich bin ganz dafür Wissen spannend und gleichzeitig witzig zu vermitteln. Ich stehe z.B. total auf die Mythbusters. Ich hätte nie gedacht, dass man mit einem einfachen Bettlaken einen Bewegungsmelder austricksen kann. Aber ich halte nichts davon, das Wissen dem Unterhaltungselement unterzuordnen und alles in einer Sauce der Beliebigkeit zu ersticken oder auch mehr oder weniger bewusst Falschinformationen zu verbreiten, weil für Recherche keine Zeit bleibt.
Kurz, ich stehe dieser Inflation der Wissenssendungen, die sich gleichzeitig gegenseitig kopieren, skeptisch bis ablehnend gegenüber. Da schaue ich mir doch lieber die Sendung mit der Maus an.
Autor: Ludmila Carone· 11 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Planetenbloggerin im Interview ::: Datenschutzpanne ::: Zukunft der Blogs | Werkstatt-Ticker 39 · Wissenswerkstatt · 24.06.08 · 13:12 Uhr
Galileo und die sagenhaften Eisenberge vom Nordpol · Hinterm Mond gleich links · 07.10.10 · 13:09 Uhr
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Kommentare (11)
Du hast völlig recht. Ausserdem ist mir aufgefallen das in fast allen diesen Sendungen der Schwerpunkt deutlich auf dem Thema "Essen" liegt.... Ich hab das Gefühl, ich hab schon tausendmal gesehen, wie irgendwo irgenwer eine Riesenportion von irgendwas kocht. Seltsam, das man damit anscheinend immer noch Quote machen kann...
Naja, diese Wissensmagazine liefern in letzter Zeit irgendwie nur Information, wieviel Kilo Fleisch der Weltgrößte Burger/Schnitzel/etc. hat.
Wie war das noch vor ein paar Jahren, als es noch Schwertransporterdokus gab.
In meiner alten WG saßen wir 4 Physiker immer gebannt vor dem TV
:))
Man kann wirklich sagen, dass es eine Verdummung ist, wenn Unterhaltung als Wissen verkauft wird, und echtes Wissen dafür ersatzlos den Bach runtergeht.
Ich glaube, mit der Sendung mit der Maus befindet man sich auf dem gleichen Niveau - nur die Zielgruppe ist anders und deshalb finde ich das auch gut so.
Aber Gallileo und Planetopia oder viele dieser N24 Dokus die bieten nicht gerade die Möglichkeit, dem Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit rauszuhelfen - da würde ich doch lieber wieder Wa(h)re Liebe gucken.
Die Pseudo-Wissens-Sendungen auf Pro7 und anderen Privatsendern sind absolut "unansehbar". Zum Glück gibt es History Channel, National Geographic, ZDF Dokukanal usw.
Die Mythbusters sind klasse.
Der billige deutsche abklatsch "X-Team" hat nicht einmal die erste Staffel überstanden. Aber immerhin, der dicke von Team-X ist jetzt Schnitzeltester bei Pro7.
Das deutsche Fernsehprogramm wird immer mehr zu einem No-go-Area
Schließe mich "Constable" an. Bei mir Zuhause schaue ich kaum noch die Privatsender. Was da "vermittelt" wird, grenzt ja fast schon an geistige Körperverletzung. Und wenn ich dann von Bekannten höre, wie ach so wertvoll das dort vermittelte ist...
History Channel, National Geographic sind Sender, die das Prädikat "wertvoll" wirklich verdienen.
Du merkst erst jetzt, dass diese Sendungen dem Wort "Wissenschaft" eine ganz neue Bedeutung geben? ;)
Ich mache schon seit Jahren keinen Unterschied mehr zwischen Barbara Salesch oder "Mythbusters" oder ähnlichen Schwachsinns-Sendungen.
Arte, 3Sat, NDR, Phoenix und BR Alpha haben einige interessante und seriöse Sendungen. Den Rest schaut man sich am besten gar nicht an....wenn ich schon "Galileo Mystery" höre reichts...
Scinexx listet auch immer einige Sendungen auf die interessant sind. scinexx.de
"mit der Sendung mit der Maus befindet man sich auf dem gleichen Niveau"
Nein, die Sendung mit der Maus vereinfacht nicht unzulässig - anders als Galileo.
Ich erinnere mich noch mit Grausen an die "Stahlatome", die dort einmal erklärt wurden.
Die Kristallumwandlung beim Härten des Stahls (total chaotisch rumfliegende Atome ordnen sich plötzlich einem Gitter an, immer ein Stahlatom, ein Kohlenstoffatom) war dann die Krönung. Ist es eigentlich nicht schwerer, sich Blödsinn auszudenken, statt einfach richtige Erklärungen nachzugucken?
@Martin
Bei der Senung mit der Maus wird ja bspw. auch erklärt, dass Pflanzen Sauerstoff erzeugen, indem Sie CO2 und Licht verbrauchen. (Kann auch sein, dass das bei Peter Lustig kam, aber das ist ja an sich auch unerheblich)
Jetzt meine ich aber, mich zu erinnern, dass Pflanzen durchaus auch Sauerstoff "verbrauchen" - wieso habe ich vergessen. Es ist nur eine Frage der Gesamtbilanz.
Ich weiß nicht, was an der Stahlgeschichte die korrekte Version wäre, aber da guckt man auch immer nochmal mit einer anderen Brille drauf, wenn man sich mit der Materie auskennt. Bspw. kriege ich Plaque, wenn jemand das Wort "extrovertiert" verwendet, alldiweil das ja eigentlich "extravertiert" heißen müsste.
Das wirklich schlimme an Galileo ist meine Meinung nach nicht das vereinfachte (und meinetwegen nicht korrekte) Erklären. Sondern dass völlig belanglose Dinge zu wesentlichen Informationen - zu "wichtigem Wissen" erhoben werden. Diese Dinge werden bei der Sendung mit der Maus auch gemacht - nur dass die nicht so tun, als sei das immer "wichtgiges Wissen" (ich setze das mal in Anführungsstriche wg. einer Diskussion hier neulich zum Thema nützliches Wissen) - das Niveau der Informationen ist also ähnlich. Der Umgang damit ist es nicht.
Ich sehe kaun noch fern, kann deshalb nicht mitreden. Wirklich arg fand ich früher diese amerikanischen Propagandasendungen auf N24 (oder waren es andere Sender?), wo die superdupertollen Kampfjets oder coole Marines beworben wurden.
Mir ist aufgefallen, dass kurz vor Beginn des Irak-Kriegs auf N24 nur noch Dokus über Flugzeugträger und die ganze Kriegsmaschinerie der Amis lief. Richtig krass war ein Typ der mit einem grinsen auf dem Gesicht begeistert davon erzählt hat, dass in naher Zukunft jeder von einer Rakete durchs Fenster umgebracht werden könne, ohne dass diese die Vorhänge berührt.
Aber zurück zu Galileo - ich hab das Gefühl, dass das Niveau immer weiter absinkt und alle anderen ähnlichen Sendungen folgen - letztens wurden irgendwelche neuen Bademoden gezeigt und ich hatte das Gefühl dass nur noch die Oberweite des Vorführmodels gezeigt wird...
Galileo - Bildzeitung mit 24 Bildern/sec.