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05.08.08 · 09:32 Uhr
Prionen überleben im Boden über zwei Jahre
Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften · Kommentare: 4

Das Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie, IME, in Schmallenberg hat untersucht (1), wie lange Prionen überleben und kommt in Sachen Scarpie - bei Schafen - zu einem erschreckenden Ergebnis.
Über belastete Weiden können sich Tiere auch Jahre später noch anstecken, so eine Pressemitteilung der Fraunhofer-Gesellschaft. Ob die ähnlichen BSE- und Chronic Wasting Disease (CWD)-Erreger genauso widerstandsfähig sind, ist noch nicht geklärt....
»Wir haben Bodenproben mit Scrapie-Erregern vermischt und untersucht, wie lange die Erreger überleben«, sagt Dr. Björn Seidel, der die Untersuchungen am IME geleitet hat. »Selbst nach 29 Monaten, also nach mehr als zwei Jahren, konnten wir noch Prionen im Boden nachweisen.«
Die Forscher haben Bodenproben auf den Erreger für Scarpie hin untersucht und konnten Prionen selbst nach 29 Monaten nachweisen. Das alleine ist noch keine Meldung. Aber, dass sich über den Boden tatsächlich Tiere neu infizieren schon.
»Der Boden scheint die Infektiösität der Erreger sogar zu steigern. Die Inkubationszeit - die Zeit bis zum Ausbruch der Krankheit - ist auch nach 29-monatigem Überdauern der Prionen im Boden sehr kurz. Sämtliche Tiere, die kontaminierten Boden verabreicht bekamen, erkrankten innerhalb kürzester Zeit. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass neu auftretende Scrapie-Fälle bei Schafen auf Prionen-verseuchte Weiden zurückzuführen sind«, fasst Seidel zusammen.
Ich möchte nur kurz erinnern: Prionen, war da noch was? BSE?
(1) PM de FhG
Autor: Beatrice Lugger· 4 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (4)
Passt «überleben» hier wirklich? Die Autoren der Pressemitteilung verwenden den Begriff parallel zu «überdauern» und sprechen im Titel von «widerstandsfähigen Prionen». Dass sie etwas sprachliche Abwechslung in ihren Text bringen wollen, ist ja gut zu verstehen. Aber ein Protein, das nicht mehr tut, als sich zu falten, «lebt» ja nicht wirklich.
Ich vermute mal, dass nicht wenige Leser einer solchen Pressemitteilung sich ein Mikrolebewesen vorstellen, das locker zwei Winter überdauern kann, bis es endlich von einem Wirt aufgenommen wird, in dem es sich dann den Bauch vollschlagen kann.
OT: Hast Du auch brav bei der FG schriftlich nachgefragt, ob Du einen Direktlink setzen darfst? ;-) Gemäss ihrer linking policy sind die so ca. im Web 0.2.
Du hast natürlich Recht. Das ist wissenschaftlich gesehen nicht ganz sauber, aber ich gehe frech davon aus, dass man heute weiß, dass Prionen keine Würmer oder Mikroorganismen sind, sondern bestimmte Proteine, die im krankmachenden Fall, das Gehirn zukleistern... Ich habe extra Überleben gewählt, weil es schon eine Frage ist, ob die Prionen sich umgefaltet haben und damit noch in gewisser Weise aktiv sind oder nicht.
Da gabs ja schon vor Jahren die Überlegung England umzugraben damit die BSE Erreger 30 cm unter der Erde sind - und von Kühen/Schafen nicht mehr aufgenommen werden können. Wurde auch in Nature diskutiert dig up UK !
@blugger
«Überleben» hat mich tatsächlich zuallererst im Blogtitel leicht irritiert. Aber mir ging's eher um die Wortwahl in der Pressemitteilung. Von der FG find ich's eher mutig, anzunehmen, dass die Leserschaft ihrer Medienmitteilungen verschiedene Pathogene wirklich sauber auseinander halten kann.