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31.08.08 · 19:00 Uhr
Nervenzellen auf Jobsuche - wie das Gehirn sich nach Unfällen erholt
Kategorie: Medizin · Kommentare: 1
Sie kennen das: Da geht man arglos aus dem Haus und rutscht auf einer Bananenschale aus. Oder nassen Blättern. Oder ähnlichem. Und schwupps ist das Knie aufgeschürft oder die Handinnenfläche um ein paar Hautschichten ärmer. Es tut ein bißchen weh.
Was ja eigentlich unlogisch ist: Das was nun auf der Straße klebt und an Knie oder Hand fehlt, sind ja schließlich auch Ihre zarten Nervenenden. Wie kann das Gehirn Schmerz wahrnehmen wenn der passende Nerv fehlt?
Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Neurobiologie sind der Frage genauer nachgegangen. Und stellten dabei fest: Freie Kapazitäten werden nicht verschwendet. Die "arbeitslos" gewordenen Zellen im Gehirn verdrahten sich innerhalb weniger Tage neu. Die Nervenzellen, die nun keine Informationen von "ihren" Nervenenden bekamen, bildeten dreimal so viele Fortsätze wie wie nicht-betroffene Nachbarzellen. Damit finden und identifizieren sie Nachbarzellen, die sich für eine Kontaktaufnahme zum Datenaustausch eignen.
Nach zwei Monaten herrscht dann nach Beobachtungen der Studienleiterin Tara Keck sogar mehr Betrieb als vor dem Unfall im lahmgelegten Bereich des Gehirns. "Dass junge Gehirne anpassungsfähig sind ist ja bekannt," kommentiert sie die Ergebnisse. "Doch dass eine Neuverdrahtung in diesem Ausmaß auch im erwachsenen Gehirn stattfindet, hat alle überrascht." Der Schaden im Gehirn könne durch die Neuverdrahtungen teilweise kompensiert werden. Nach Angaben der Biologin geben diese Ergebnisse auch neue Denkanstöße zur Regeneration bei Verletzungen der Sinnesorgane.
Autor: Jessica Riccò· 1 Kommentar· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (1)
Heißt das dann, dass die "weggeschürfte" Stelle am Knie für immer an Sensitivität verloren hat?
Ich meine das mal bei mir festgestellt zu haben; damals war ich ca. 10, die Schürfwunde war recht groß (ca. 50 cm² an der Wade). Nach dem Abheilen konnte ich dort nur dumpfe Reize wahrnehmen. Mittlerweile (27 Jahre später) scheint der Normalzustand wieder hergestellt, ich kann noch nicht mal sicher sagen, ob die Wunde links oder rechts war.
Wie verdrahten sich dann frisch gebildete Nervenenden mit dem bestehenden Nervensystem? Oder -- wachsen die Nerven nach der Heilung wieder in die frische Hautschicht hinein?