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21.08.08 · 11:40 Uhr
"Cöster" liebt es scharf: Springreiter Christian Ahlmann nach Capsaicin-Befund von Olympia suspendiert
Kategorie: Themenwoche · Kommentare: 13
Es ist nicht überliefert, ob der Wallach Cöster aus südamerikanischer Zucht stammt und deshalb in seinen Hafer auch Chilischoten gemischt werden. Bestätigt ist allerdings, daß beim Springpferd von Christian Ahlmann die verbotene Substanz Capsaicin festgestellt wurde. Der positive Dopingbefund sorgt für Aufregung im deutschen Olympiateam.

Bei einer Dopingkontrolle am 17. August wurde - wie die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) heute der Deutschen Reiterlichen Vereinigung mitteilte - beim Springpferd von Christian Ahlmann das durchblutungsfördernde Capsaicin nachgewiesen.
Der Europameister von 2003 wurde daraufhin mit sofortiger Wirkung von den Olympischen Spielen ausgeschlossen und darf folglich auch nicht am Finalspringen am heutigen Donnerstag teilnehmen.
Dopingsünder auf vier Hufen: Springpferd Cöster
Diese Nachricht ist natürlich ein Schock für die deutsche Olympiamannschaft, die statt Dopingschlagzeilen viel lieber Medaillennachrichten hören würde. Medaillen gab es für den 33-jährigen Springreiter Christian Ahlmann aus Marl/Westfalen in der Vergangenheit reichlich.
Mit seinem Schimmel Cöster, der sich nun in die Liste der Dopingsünder einreihen muß, hatte er bei den Olympischen Spielen von Athen die Bronzemedaille in der Mannschaft geholt. Und 2003 war er gar im Einzelwettbewerb Europameister geworden. Am vergangenen Montag kam das Duo mit der deutschen Equipe auf den fünften Platz.
Ein erfolgreiches Duo also, weshalb griff man offensichtlich nun nach verbotenen Substanzen? Und welche Effekte hat dieses Capsaicin überhaupt?
Das Geheimnis des Capsaicin
Capsaicin ist, soviel vorweg, der Stoff, der die Chilischoten so teuflisch scharf macht. Es ist das Alkaloid der Paprikagewächse, das antibakteriell und fungizid wirkt und den bekannten Hitze- und Schmerzeffekt hervorruft. Und das keineswegs nur im Mund- und Rachenraum.
Das Capsaicin reizt die Nervenenden der sogenannten Nozizeptoren, egal ob diese auf Schleimhäuten oder auf sensibler Haut sitzen. Und - hier wird es in Sachen Leistungsmanipulation interessant - Capsaicin hat eine ausgeprägt durchblutungsfördernde Wirkung: die eigentlich irreführende Hitze- und Schmerzempfindung durch den Reiz von Capsaicin führt dazu, daß das betroffene Gewebe stärker durchblutet wird, um die Wärme abzuleiten.
Hitze- und Schmerzreaktion führt zur Durchblutungssteigerung
Im Grunde ist diese Reaktion also eine Fehlinterpreation des Organismus. Allerdings nutzt man diesen Effekt auch in Wärmepflastern und anderen durchblutungsfördernden Substanzen. Und die durchblutungsfördernde Wirkung scheint offensichtlich auch der Grund zu sein, weshalb Springpferde (verbotenerweise) mit capsaicinhaltigen Medikamenten behandelt werden.
Zielsetzung dieser Behandlung mit Capsaicin kann also einerseits schlicht die Verbesserung der muskulären Leistungsfähigkeit des Springpferdes sein. Andererseits ist nicht auszuschließen, daß man auf einen anderen Effekt abzielte: nämlich die Steigerung des Schmerzempfindens an den Beinen - denn durch die starke Durchblutung steigt auch die Sensibilität. Wenn das Pferd an die Stangen stößt, ist das noch schmerzhafter...
Ob der gute Cöster das Capsaicin oral aufgenommen hat oder ob der Stoff über großflächige Salbenanwendungen in seinen Körper gelangt ist, wird man möglicherweise noch erfahren. Die Ausrede, daß der Schimmel aus Versehen am Chili-Eintopf genascht habe, wird die Dopingwächter in diesem Fall wohl kaum besänftigen. Und die Erklärung, der Stoff habe über die Zahnpasta den Weg in den Körper des Delinquenten gefunden, ist in diesem Fall auch wenig glaubwürdig...
P.S.: Im ScienceBlogs-Spezial "Olympia" finden sich noch viele weitere Randnotizen zu den Olympischen Spielen von Peking.
Inzwischen sind noch weitere Fälle unerlaubten Capsaicindopings im Reitsport bekannt geworden: auch beim Pferd des Norwegers Tony Andre Hansen wurde Capsaicin gefunden. Hansen muß nun den Verlust der Bronzemedaille für die norwegische Mannschaft befürchten.
Und ganz offenbar erfreut sich das Chili-Extrakt auch bei weiteren Reitern großer Beliebtheit. Denn auch beim Pferd "Lantinus" des Iren Denis Lynch und bei "Chupa Chup" von Bernardo Alves aus Brasilien wurde Capsaicin festgestellt - das grenzt ja schon an eine Epidemie...
Autor: Marc Scheloske· 13 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (13)
Ein Text so unsachlich und voller Rechtschreibfehler ist unglaubwürdig. "DER GUTE CÖSTER" ist ein Springpferd und kein Sprungpferd.
Liebe Sabrina Müller,
besten Dank für den Hinweis, daß es sich bei Cöster natürlich um ein Springpferd und kein Sprungpferd handelt. Ich werde dieses Versehen umgehend korrigieren.
Abgesehen davon müssen sie mir bitte genauer mitteilen, wo sie weitere Rechtschreibfehler und v.a. die Unsachlichkeit des Artikels sehen.
Ein großer, noch unerforschter Sündenfall...und die Welt regt sich auf.....was ist mit den vielen vielen unbekannten Reitern die das gleiche und oft noch viel schlimmeres mit ihren Pferden anstellen...und kaum jemand regt sich auf....eine verkehrte Welt wie ich finde!
Kerstin,
ist das denn weit verbreitet, die Behandlung mit den Chiliextrakten? Auch bei Amateurspringreitern?
Es ist nicht allein die Sache mit den Chilieextrakten, es gibt auch viele andere Mittel und Wege Pferde zu manipulieren. Es gibt ja auch genügend Reiter ( in allen Klassen ) die ihre Pferde ganz öffentlich auf dem Abreiteplatz erst mal klassisch mit der Gerte "durchlassen" um sie gefügig zu machen, hab leider nur selten erlebt das sich da jemand drüber aufregt. Nicht mal die Richter, denn je bekannter ein Reiter desto mehr werden da schon mal die Augen zugedrückt.....Ich will damit nur sagen : Bevor man Reiter, die im Rampenlicht stehen, fieße Sachen angedeien läßt für die sie vielleicht, oder besser, Hoffentlich nicht wirklich was können, sollten all diese Leute im alltäglichem Leben mehr Courage zeigen und gegen jede Art von Pferdequälerei vorgehen...die Welt verbessert man am besten zuerst mal bei und um sich selbt!!
Hallo Kerstin und Sabrina Müller,
ich bin selbst Besitzerin und Züchterin von Reitpferden. Sicherlich ist nicht bewiesen zu welchem Zweck und ob man Cöster bewusst eine Salbe oder ähnliches, welches die Substanz Capsaicin enthält verabreicht oder aufgetragen hat. Aber Fakt ist doch, wir befinden uns bei den olympischen Spielen einer absoluten; sonst nicht vorhandenen Medien- u. Interessenwelt ausgesetzt, was nicht heißt,dass ich gleiches Verhalten in anderen Klassen befürworte; aber auch ein Herr Ahlmann sollte sich drüber im klaren sein, dass er für den Augenblick Repräsentant einer ganzen Nation ist und sich bitte entsprechend zu verhalten hat. Außerdem gibt man die Kreatur Pferd in die Hand des Menschen, der sie achten und sich kümmern sollte. Ist also ein Pferd krank oder erkrankt bei einem solchen Event, so gibt es Veranstaltungstierärzte die man durchaus um Rat fragen kann. Wir haben beim Reiten eine 0-Regelung und eine notwendige Medikation muss vorher angemeldet werden ansonsten ist es doping.
Zum Abschluss möchte ich nur anmerken, dass es durchaus schade ist, dass dieser Fall nun die anderen Erfolge die wir durchaus mit unsere Pferden hatten überschattet. Wir haben letztendlich 3 x Gold 1x Silber und 1x Bronze geholt und zudem 2x Platz vier belegt. Diese Reiter und Pferde haben es nicht verdient, dass wir nun nur noch negative Presse finden.
Hallo nochmal!
Tja, man kann es drehen und wenden, es ist auf jeden Fall eine äußerst dumme Geschichte und natürlich können die anderen Reiter für diesen einen Fall nichts. Die Medien schaffen es sicher wie so oft mehr auf diesen negativen Geschichten rumzureiten als auf den durchaus positiven! Ich kann mich aber noch gut an die Dopingvorfälle einer M.M. Beerbaum und ihres Schwagers Ludger, einer Jessica Kürten und eines Herren Michael Freund erinnern, welche alle zusammen ziemlich viel Ärger hatten und sich letztendlich rausgestellt hat das diese Pferdesportler unschuldig waren....also, ich sag erst mal : Abwarten!!!
PS.: Bin auch Pferdebesitzer und befasse mich durchaus ernst mit dieser Szene!
@Kerstin:
Im obigen Artikel ging es überhaupt nicht um eine Bewertung oder gar um einen Vergleich verschiedener Abstufungen von Tierquälerei. Die Tatsache, daß andere Reiter ihre Pferde (auch?) schlecht behandeln, trifft sicher zu - allerdings sollte im Text lediglich die Frage beantwortet werden, weshalb möglicherweise die Anwendung von Capsaicin erfolgt ist.
Oder anders: muß ich zuerst andere Mißstände anprngern, bevor ich mich zum aktuellen Fall äußern darf?
Und:
Ich verurteile natürlich jede Form von Tierquälerei - aber: ich habe Christian Ahlmann keineswegs "fiese Sachen angedeihen lassen", sondern über den positiven Dopingbefund berichtet und darüber informiert, wie dieser möglicherweise (!) erklärbar ist bzw. welche Motive hinter einer Capsaicin-Anwendung stecken könnten.
Jetzt weiss ich wirklich nicht mehr was die Diskussion hier soll! Sorry, das ich meine Meinung kund getan habe, aber man sollte die Dinge doch von mehreren Seiten aus betrachten. Und : Wissen tut letztendlich noch keiner was wer warum und weshalb gemacht hat, oder war das jetzt auch ein falscher Kommentar?? P.S. Ich hatte auch auf andere Meinungen hier geantwortet und nicht rein auf obigen Bericht, falls das nicht aufgefallen ist bitte die anderen mails auch mal lesen......-
wie kann denn ein Pferd ein Dopingsünder sein???
Ich finde den obrigen Bericht sehr unsachlich geschrieben....ein Pferd kann kein Dopingsünder sein, wenn sind die Personen die es getan haben die Sünder.....auch weiß man nicht ob es wirklich Christian Ahlmann war, der seinem Pferd Cöster das Mittel verabreicht hat!!!Auch hat man Christian nicht mal angehört und selber hat er gesagt dass das Mittel nur aus Grund eines Hexenschußes bei seinem Pferd verwendet wurde, dies ist auch verständlich.....und solange man ihm nichts anders nachweisen kann sollte man ihm erst mal recht eingestehen....das ist meine Meinung!!Wieso macht man im internationalen Sport immer ein so großes Drama ums Doppen....hat sich nie einer gefragt ob sowas nicht auch auf nationaler ebene passiert...aber das schlimmste ist doch immer noch selbst in den kleinen Klassen wie in A und L wierd heutzutage schon gedoppt....und wenn so etwas dan im großen Sport vorkommt geht das direkt um die Welt...was ich damit sagen will ist das wenn jemand der bekannt ist etwas tut was er nicht draf ist es eine große sünde und wenn jemand unbekanntes sowetwas tut interessiert es kein schwein....so etwas ist unfair vorallem den großen Reitern gegenüber die uns jungen Sportlern ein vorbild sein sollen/wollen!!!
@Anne und Christina:
Stimmt: ein Pferd kann kein Dopingsünder sein. Man könnte natürlich generell beginnen und darüber nachdenken, ob die Verwendung des Begriffs "Sünde" ohnehin in diesem Kontext fehl am Platz ist, aber da der Begriff Dopingsünder ein eingeführter Terminus ist, verzeihen Sie mir den Gebrauch.
Allerdings kann natürlich nur derjenige auf dessen Handlung der Dopingverstoß zugerechnet werden kann, als verantwortlich, folglich als Dopingsünder bezeichnet werden. Da wir wohl annehmen dürfen, daß Cöster sich die Capsaicin-Einreibung nicht selbst aufgetragen hat, scheidet das Pferd aus. Einverstanden?
Zum Vorwurf der Unsachlichkeit und der angeblichen Unfairness gegenüber Herrn Ahlmann:
Selbst wenn es zutrifft, daß auch in unteren Klassen des (Pferde-)Sports gedopt wird, ist das überhaupt kein Argument das eine Thematisierung des Falls Ahlmann/Cöster verbieten würde. Weshalb auch? Wenn Michael Schuhmacher mit überhöhter Geschwindigkeit auf der Autobahn geblitzt wird, steht das vollkommen zu Recht in der Zeitung - völlig ungeachtet, daß es auch andere Temposünder (ha, da haben wir dieses Wort wieder!) gibt.
Insofern: wer sich als professioneller Sportler den Regeln seines Sportverbandes unterwirft, der muß sich im Falle der Regelverletzung auch Kritik gefallen lassen.
Es ist schon richtig das jeder sich die Kritik an seinem verstoß anhören muss. Aber ich finde das sich dass alles nur noch mehr zuspitz!!Wenn man einen Schumacher blitzt steht es in der Zeitung aber dort wird es nicht überdramatiesiert, wieso sollte man es dann im Reitsport tun??Und vorallem solte man sich erst mal richtig informieren und nicht irgendwelche Gerüchte in die welt setzten die so nie waren....leider ensteht soetwas viel zuhäufig ,durch falsches und unkorektes informieren aus Texten und in Texten.Außerdem solte man jemanden nicht für etwas verurteilen was er eventuell nicht getan hat.Da die anhörung von Herrn Ahlmann noch nicht war sollte man nicht vorzeitig seine schluße ziehen....es kann immmer vorkommen das sich alles noch zum positiven wendet.Kein Mensch weiß was da in Honkong schief gelaufen ist!!!