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Julia Offe ist Biologin und Wissenschaftsjournalistin. Sie promovierte am Zentrum für Molekulare Neurobiologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.
Heute forscht sie als wissen-schaftliche Mitarbeiterin der Uni Hamburg an den molekularen Grundlagen der Evolution von Symbiosen. Außerdem sucht und entwickelt sie neue Formate der Wissenschaftskommunikation.
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Kommentare
- Basilius · 13.01.12 · 23:58 Uhr Chlorbleiche trinken ist ungesund!
- emporda · 02.10.11 · 17:01 Uhr Interessenvertreterin autistischer Kinder empfiehlt Impfungen
- michael · 22.09.11 · 23:54 Uhr Baubiologen - Kollegen oder Scharlatane?
- inge koch · 11.02.11 · 19:38 Uhr Happinez - Handlesen leichtgemacht
- inge koch · 15.08.10 · 19:15 Uhr TCM am UKE
20. Oktober 2010
Interessenvertreterin autistischer Kinder empfiehlt Impfungen
Kategorie: Medizin · Kommentare: 19
Es gibt wohl kaum Eltern, die das gruselige Märchen von Schutzimpfungen, die Autismus begünstigen, noch nicht gehört haben.
Ein britischer Arzt hatte Ende der 1990er Jahre in der Zeitschrift Lancet eine Studie publiziert, nach der das Risiko für Autismus mit der MMR-Impfung (Masern, Mumps, Röteln) korreliert sein sollte. Später stellte sich heraus, dass er an autistischen Kindern nicht genehmigte wissenschaftliche Untersuchungen gemacht hat, dass seine Daten getürkt waren und er außerdem noch ein Interesse daran hatte, einen von ihm selbst entwickelten Impfstoff gegen diese Erreger zu verkaufen - inzwischen hat er seine Zulassung verloren. Die Herausgeber zogen die Publikation zurück, die anderen Autoren erklärten, dass sie nicht hinter dem Inhalt der Publikation stehen.
Es gestaltet sich jedoch als mühsam, diese weit verbreitete Lüge vollends aus der Welt zu schaffen.
Autor: Julia Offe· 20.10.10 · 13:10 Uhr· 19 Kommentare
13. September 2010
Chlorbleiche trinken ist ungesund!
Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften · Kommentare: 351
Nachdem dieses Blog ob der schlechten Pflege fast schon den Namen Stiefmutterwitz verdient hätte, melde ich mich hiermit aus der Sommerpause zurück, die aus verschiedenen Gründen länger ausfiel als geplant.
Und das gleich mit einem recht langen Text - der in großen Teilen auch in der Printausgabe des aktuellen Laborjournals erschienen ist.
Zurück zum Thema Chlorbleiche. Ein Zeug, mit dem manche Schimmel wegmachen, andere Flecken bleichen. Und einige es hinterher nicht ordentlich wegräumen. Also erstmal zum versehentlichen Vergiften bei Kindern - und danach zum absichtlichen Vergiften von Erwachsenen.
Womit vergiften sich Kleinkinder am
häufigsten? Welche Verpackung für Putzmittel ist die kindersicherste?
Amerikanische Wissenschaftler haben in der Zeitschrift Pediatrics die Fälle
zusammengetragen, in denen sich Kleinkinder in den letzten 20 Jahren
mit Reinigungsmitteln versehentlich vergiftet haben. Dabei beschränkten
sie sich auf die Patienten, die in den Notaufnahmen der Krankenhäuser
vorgestellt wurden. Glücklicherweise sind diese Fälle seit 1990 um fast
die Hälfte gefallen - von 22000 auf knapp 12000 Notfälle im Jahr 2006.
Die Autoren vermuten, dass das an den inzwischen weit verbreiteten
kindersicheren Verschlüssen und an einem größeren Bewusstsein für die
Gefahr bei den Eltern liegt.
In
dem Artikel sind die Haushaltsreiniger einmal nach der Verpackung und
einmal nach der Art des Mittels sortiert. Die meisten Unfälle geschehen
demnach mit Reinigern, die in Sprühflaschen verkauft werden - weil
diese besonders oft keinen kindergesicherten Verschluss haben oder er
nicht benutzt wird.
Und
Chlorbleiche ist die Substanz, die am häufigsten zu Verletzungen führt
- eine stechend riechende Flüssigkeit, mit der man Schimmelflecken auf
der Wand besprühen oder Klamotten bleichen kann, die aber entsprechend
aggressiv ist. Also: immer gut wegräumen, Verschluss zudrehen, Kinder
damit nicht unbeobachtet lassen!
Autor: Julia Offe· 13.09.10 · 00:45 Uhr· 351 Kommentare
23. Juli 2010
Bringen Glücksbringer Glück?
Kategorie: Kultur · Kommentare: 13
Helfen Hasenpfoten beim Golfspielen? Wird man mit abgegrabbelten Kuscheltieren in der Hand besser im Memory? Dieser Fragen hat sich die Wissenschaft jetzt endlich angenommen.
Kölner Forscher veröffentlichten gerade die Ergebnisse von mehreren Experimenten, mit denen sie rausfinden wollten, ob und wie Glücksbringer oder Glücksversprechen Versuchspersonen helfen, Aufgaben zu bewältigen.
Am Anfang erklären sie, wer die besonders abergläubischen Teile der Bevölkerung sind -
it is not surprising that superstitious beliefs are particularly prevalent in two groups whose members regularly engage in performance tasks--namely, athletes and students
Die Autoren beschreiben Fälle berühmter abergläubischer Sportler wie Michael Jordan oder Serena Williams, die ohne ihre Glücksbringer kein wichtiges Spiel bestreiten. Bei den beiden sind es bestimmte Kleidungsstücke, die ihren Erfolg sichern sollen.
Funktioniert das auch bei unbedarften Versuchspersonen? In der aktuellen Studie erklärten die Forscher einen Golfball zum Glücksbringer. Vier Fünftel der Teilnehmer hatten vorher angegeben, an „Glück" zu glauben.Und jetzt sollten sie Golf spielen.
While handing the ball over to the participants, the experimenter said, "Here is your ball. So far it has turned out to be a lucky ball" (superstition-activated condition) or "This is the ball every- one has used so far" (control condition). Finally, participants performed the required 10 putts from a distance of 100 cm.
Und siehe da: die Glücksbälle trafen besser!
Autor: Julia Offe· 23.07.10 · 01:30 Uhr· 13 Kommentare
17. Juli 2010
Akupunktur - keine Hilfe auf dem Weg zum Kind
Kategorie: Kultur·Medizin · Kommentare: 6
Erleichtert Akupunktur die Geburt? Erhöhen ein paar Nadeln an der richtigen Stelle gar die Chance, durch IVF schwanger zu werden? Diesen Fragen gingen jetzt Forscher in mehreren Studien nach, die in letzter Zeit veröffentlicht oder neu ausgewertet wurden.
Wer ein Kind erwartet, kommt heutzutage an der Akupunktur nur schwer vorbei. Einige Wochen vor dem errechneten Geburtstermin setzen Hebammen oder Ärzte gerne das erste Mal die Nadeln, deren Wirkung die Geburt schneller und weniger schmerzhaft machen soll.
Und der Glaube an die Akupunktur als Weg zur sanften Geburt hat in den prenzlauerbergisierten Teilen der deutschen Großstädte in den letzten Jahren rasant um sich gegriffen.
Höchste Zeit also für eine systematische Analyse.
Autor: Julia Offe· 17.07.10 · 00:05 Uhr· 6 Kommentare
02. Juli 2010
TCM am UKE
Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften · Kommentare: 42
Ich wähne mich in Wochenendanfangsstimmung, schlage die Zeitung auf und was muss ich lesen: einen Bericht über das neue Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin, das am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf soeben eröffnet wurde. Die Hälfte der Kosten trägt immerhin eine private Krankenversicherung, aber die anderen beiden Viertel zahlen das UKE und die Stadt Hamburg, also auch ich.
Wollen wir doch mal sehen, was die da so machen. Vielleicht gibt es Hoffnung, dass die Forscher mit ein paar guten Studien die Spreu der TCM vom Weizen (jajaja, ich weiß, diese Studie mit der Akupunktur - da half es ein bisschen, aber nicht sehr nachhaltig) endgültig trennen können.
Autor: Julia Offe· 02.07.10 · 17:00 Uhr· 42 Kommentare
15. Juni 2010
In Würde Mutter sein
Kategorie: Kultur · Kommentare: 7
Wer Kinder hat oder auch erst erwartet, kennt das: jede Menge Kurse, Workshops, Treffen sind im Angebot, die uns unbeschwerte Schwangerschaften, leichte Geburten oder glückliche Kinder versprechen und obendrein die Gelegenheit bieten, nette andere Eltern kennenzulernen.
Viele davon beinhalten, dass man mit fremden Menschen in überheizten Räumen sitzt, während die Kinder nackt auf einer Plastikplane liegen und sich wohlfühlen sollen. Oder dass man ohne Schuhe im Kreis steht und fremde Leute an den Händen fasst.
Kurz: all das, was ein normaler Mensch nur ungern tun würde.
Und was machen die, die nach der Entbindung nicht sofort wieder in ihre alten Hosen passen, aber das Kind ungern der Babysitterin in einem Fitnesscenter anvertrauen möchten? Für die gibt es jetzt was ganz Tolles, den neuen Trend aus den USA: Buggyfit!
Junge Mütter verlieren eben oft nicht nur ihren Verstand, sondern auch ihre Würde.
Was soll man sagen? Wenn man da neue Freundinnen findet, um so besser. Hauptsache, die alten sehen einen nicht!
Autor: Julia Offe· 15.06.10 · 21:50 Uhr· 7 Kommentare
12. Juni 2010
Kinder lesbischer Elternpaare entwickeln sich bestens
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Politik · Kommentare: 23
Homosexuelle Elternpaare sind immer noch häufig Vorurteilen ausgesetzt. Jetzt liegen neue Ergebnisse zur Entwicklung von Kindern vor, die von Geburt an mit zwei Müttern aufwachsen.
Amerikanische Forscher untersuchten in einer Langzeitstudie (National Longitudinal Lesbian Family Study, NLLFS) lesbische Paare und ihre Kinder, und zwar schon ab der Schwangerschaft.
Diese Kinder (jeweils zur Hälfte Jungen und Mädchen) und ihre Mütter wurden regelmäßig befragt, zuletzt kurz vor oder nach ihrem 17. Geburtstag, und die neuen Ergebnisse im Juni in "Pediatrics" veröffentlicht.
Autor: Julia Offe· 12.06.10 · 20:30 Uhr· 23 Kommentare
11. Juni 2010
Happinez - Handlesen leichtgemacht
Kategorie: Kultur · Kommentare: 3
Mit Happinez hat der Bauer Verlag gestern einen neue Esoterikzeitschrift auf den deutschen Markt gebracht. Eine Rezension von Jenni Zylka auf Spiegel Online endet mit dem Satz: ""Wir" anderen lesen dann doch lieber den "Skeptiker"".
Dem kann ich natürlich nicht einfach zustimmen, ohne "Happinez" gelesen zu haben. Da mir der Gang zum Zeitschriftenladen und 4,95 € dafür etwas aufwendig erscheinen, versuche ich, auf der Internetseite einen Eindruck zu gewinnen. Ich muss feststellen, dass die Seite sehr dürftig ist - allerdings ist das Format aus Holland importiert, und die niederländische Ausgabe hat eine umfangreiche Seite.
Autor: Julia Offe· 11.06.10 · 19:00 Uhr· 3 Kommentare
10. Juni 2010
Baubiologen - Kollegen oder Scharlatane?
Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften · Kommentare: 56
Täglich komme ich an einem zum Büro umfunktionierten Ladenlokal vorbei. Neben Heilpraktikern, unter deren Berufsalltag ich mir etwas vorstellen kann, und Lebensberatern, auf deren Dienste ich bestimmt auch gelegentlich zurückkommen könnte, bieten dort auch Baubiologen ihre Dienstleistungen feil.
Baubiologie? Ist das eine Teildisziplin, die mir bisher entgangen ist? Zellbiologie, Pflanzenphysiologie, Immunologie, Baubiologie?
Autor: Julia Offe· 10.06.10 · 19:40 Uhr· 56 Kommentare
31. Mai 2010
Ringelblumen: pur ja, verdünnt nein
Kategorie: Medizin · Kommentare: 29
Calendula, die Ringelblume, ist eine gelb- oder orangeblühende Gartenblume. Sie ist für Gärten, in denen Kinder spielen, gut geeignet, da sie einen Fussball oder schlichtes Drauftreten nicht übelnimmt. Außerdem blüht und blüht sie, so dass selbst gelegentliches Blumenpflücken der Schönheit des Gartens keinen Abbruch tut.
Außerdem ist sie völlig ungiftig. So können Ringelblumenblüten auch bedenkenlos als dekorative Salatzutat verwendet werden.
Extrakte aus Ringelblume werden in der Naturheilkunde vor allem gegen Hautverletzungen verwendet. Gute wissenschaftliche Studien, die eine Wirksamkeit belegen, fehlen allerdings bisher.
Autor: Julia Offe· 31.05.10 · 10:00 Uhr· 29 Kommentare
30. Mai 2010
Kinderkrankheiten
Liebe Leser,
erstmal danke für die vielen netten Kommentare.
Wie ich jetzt feststellen musste, haben auch Blogs Kinderkrankheiten, die erstmal behandelt werden müssen. Mit anderen Worten: wegen technischer Probleme kam jetzt länger als geplant nichts Neues von mir! Ich hoffe, es kommen keine Rezidive.
Autor: Julia Offe· 30.05.10 · 23:10 Uhr· 0 Kommentare
26. Mai 2010
Britischem Impflügner die Zulassung entzogen
Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften·Politik · Kommentare: 54
Wie mehrere Medien gestern berichtet haben, hat der General Medical Council dem Arzt Andrew Wakefield die Zulassung entzogen. Er hatte 1998 als verantwortlicher Autor einen Artikel in der renommierten Zeitschrift "The Lancet" veröffentlicht, in dem ein Zusammenhang zwischen der MMR-Impfung (Masern, Mumps, Röteln) und Autismus hergestellt wurde. Daraufhin sanken nicht nur in Großbritannien die Impfraten. Auch hierzulande befürchten Eltern, das Risiko für Autismus durch eine MMR-Impfung zu erhöhen.
Das GMC untersuchte den Fall und erhob gleich eine ganze Reihe von Vorwürfen, die Herrn Wakefield nicht gerade als integeren Wissenschaftler und ums Wohl seiner Patienten besorgten Arzt erscheinen lassen.
Autor: Julia Offe· 26.05.10 · 10:00 Uhr· 54 Kommentare
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