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Peter Artmann ist Biologe, promoviert an der Medizinischen Hochschule Hannover, arbeitet als Wissenschaftsjournalist und als Webdesigner.
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23.01.09 · 11:25 Uhr
Sind alle Ärzte reich?
Kategorie: Medizin · Kommentare: 15
Die Bild hat heute von Rebmann Research gesammelte Daten über Arzteinkünfte aus dem Jahr 2006 veröffentlicht. Demnach haben einige so viel verdient, dass andere schon wieder neidisch werden dürften:| 1. Platz | Radiologe | 230.389 Jahresgewinn | 19.199 (entspr. pro Monat) |
|---|---|---|---|
| 2. Platz | Augenarzt | 152.933 Jahresgewinn | 12.744 (entspr. pro Monat) |
| 3. Platz | Orthopäde | 134.246 Jahresgewinn | 11.187 (entspr. pro Monat) |
| 4. Platz | Urologe | 126.602 Jahresgewinn | 10.550 (entspr. pro Monat) |
| 5. Platz | Chirurg | 124.800 Jahresgewinn | 10.400 (entspr. pro Monat) |
| 6. Platz | Gynäkologe | 118.687 Jahresgewinn | 9.891 (entspr. pro Monat) |
| 7. Platz | Internist | 116.668 Jahresgewinn | 9.722 (entspr. pro Monat) |
| 8. Platz | HNO-Arzt | 115.574 Jahresgewinn | 9.631 (entspr. pro Monat) |
| 9. Platz | Kinderarzt | 109.323 Jahresgewinn | 9.110 (entspr. pro Monat) |
| 10. Platz | Hausarzt | 107.202 Jahresgewinn | 8.934 (entspr. pro Monat) |
(Jahresgewinn vor Steuern, Krankenversicherung und Altersvorsorge)
Donnerlüttchen denkt man da, aber wieso gibt es dann eigentlich so einen Radiologen-Engpass? Im Prinzip müsste es doch - angesichts der Verdienstmöglichkeiten - eine regelrechte Radiologenschwemme geben.
Und trotzdem muss man häufig monatelang auf einen Termin für eine MRT warten.
Aber verdienenen wirklich alle Ärzte so gut?
Tatsächlich dürften die Zahlen den an Krankenhäusern angestellten Oberärzten die Tränen in die Augen treiben.
Ist das denn gerecht, fragen sie sich. Häufig sind sie bereits über 40, bestens qualifiziert, mit reichhaltiger Erfahrung und der Bereitschaft zu Nachtschichten und Wochenenddiensten ... und was kommt - im Vergleich zu den niedergelassenen Ärzten - rum?
Autor: Peter Artmann· 15 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (15)
Das Ausbleiben der Radiologenschwemme führe ich darauf zurück das die Einrichtung dieser Praxis nich ganz billig ist - und einen Millionen-Kredit zu bekommen war wohl noch nie einfach. Außerdem beinhalten diese Mittelwerte noch einen anderen Mittelwert: die Praxen existieren durchschnittlich lang und werden durchschnittlich gut (auch von Stamm-Patienten) besucht. Einfach Radiologe an die Tür schreiben und Portemonaie aufhalten reicht nicht. Interessant wäre da eine Statistik des 1. Geschäftsjahres einer Praxis. (Meine Vermutung: unter Tränen mit dem Klingelbeutel sammeln gehn)
"Jahresgewinn vor Steuern, Sozialabgaben, Kassen- und privatärztliche Abrechnung"
so steht es im Artikel.. und das macht schon was aus..
Die Deckelung der Kassen, da kommt noch was weg, dann sind Ärzte in der höchsten Steuerklasse, da geht schonma 42 % von ab...
das finde ich ehrlichgesagt recht wichtig zu erwähnen.. von den 107.202 Jahresgewinn und 8.934 (entspr. pro Monat) bei Hausärzten bleibt maximal die Hälfte übrig. und wenn die Praxis modern sein will, muss sie auch noch sich ständig modernisieren, weiterbilden etc... da wird der Gewinn weiter reduziert.. so allgemein darf man das hier nicht stehen lassen!
Zu der Aussage von Anhaltiner passt auch die offizielle Mitteilung von rebmann research:
"Bei der Bewertung der Daten ist vor allem das unterschiedlich hohe Investitionsvolumen der Fachgruppen zu beachten und das damit verbundene ökonomische Risiko. Insbesondere Radiologen müssen zur Erzielung ihres Honorarvolumens Gerätschaften vorhalten, die mit entsprechend hohen Investitionskosten einhergehen. Hierdurch ist das Risiko eines Auslastungs- oder Fallwertrückgangs für sie bedeutend höher als für andere Fachgruppen, die beispielsweise wie die Allgemeinmediziner oder Nervenärzte stark gesprächsmedizinisch orientiert arbeiten."
http://www.rebmann-research.de/k4cms/de/neuigkeiten,pressemitteilung-vom-23.01.2009.html
Fällt Ihnen eigentlich nichts anderes ein, als Nachrichten aus dritter Hand mit Ihrer eigenen Mayonaise zur endgültigen Unverdaulichkeit zu verhelfen?
Die Schweinerei ist eine ganz andere ! Der Herr "Wissenschaftsjournalist" hat natürlich vergessen - welch ein Zufall - auf den Hinweis "vor Steuern, Sozialabgaben, .. etc.." hinzuweisen. Übliche "journalistische" Halbwahrheiten,
wie gewohnt, Das kennen wir aus den GutmenschenMagazinen wie "Profil",
"Standard" etc.. schon zur Genüge.
Damit qualificiert man sich aber nicht für so Dinge wie "Scienceblog" sondern höchstens für Boulevardpresse für PseudoIntellektuelle.
Gewiss gehört die Einrichtung einer Radiologenpraxis zu den kostspieligsten Angelegenheit in der Medizin - und spätestens seit dem Greifen von Basel-2 (Kreditrichtlinie) dürfte das die mögliche Anzahl an Newcomer brutalst möglich beschneiden.
Dennoch empfinde ich die größte Ungerechtigkeit beim Vergleich der Löhne von Krankenhausärzten und niedergelassenen Ärzten.
Ach, und Herr Egermann. Es spricht nicht für Sie, dass Sie ScienceBlogs-Leser als Pseudointellektulle diskriminieren, während Sie im selben Atemzug Ihre persönliche Leseschwäche offenbaren.
Der Hinweis: "vor Steuern, Krankenversicherung und Altersvorsorge" findet sich direkt unterhalb der Tabelle.
Sehr geehrter Herr Artmann , ich bitte höflichst um Entschuldigung, den von Ihnen
genannten Hinweis habe ich tatsächlich übersehen, mea culpa.
Als Angehöriger einer Berufsgruppe die sich seit Jahrzehnten vor sogenannten "Journalisten" für ihr Verdiénst rechtfertigen muß, bin ich vielleicht etwas empfindlich und habe daher etwas überreagiert.
Und natürlich sind ScienceBlog Leser mit "PseudoIntellektuelle" nicht gemeint.
Da meine ich schon eher das Publikum , das glaubt , aus den oben genannten Gutmenschenmagazinen "Information" zu bekommen.
Kein Problem Herr Egermann, ist geklärt.
Im Sperrfeuer der Journalistenkritik befinden sich derzeit aber (zumindest meinem Empfinden zufolge) die Banker - bei gaaaaanz anderen Bonuszahlungen, Einkommen und gaaaaaaanz offensichtlichem Versagen.
Ja wie viel darf denn ein niedergelassener arzt ihrer werten meinung nach, eigentlich "gerechtigkeitshalber" verdienen? gleich viel, oder weniger als ein OA ? oder der OA "gerechtigkeitshalber" mehr? wissen sie eigentlich was ein OA in einem chir. Fach verdient ? dass unsere ärzte, sei es im krankenhaus oder niedergelassen, viel zu wenig verdienen ist die einzige tatsache, die sie behirnen sollten. und um die tränen unserer krankenhausärzte brauchen sie sich übrigens keine sorgen machen, die bedürfen nicht ihrer entbehrlichen auslassungen und zitierungen aus der bild...
Daß ein Vergleich (zwischen OA und Niedergelassenen z.B.) eine relative Sache ist, ist ja klar. Aber dann sollte man auch konsequent bleiben und nicht sagen, daß Ärzte auf jeden Fall zu wenig verdienen. Zu wenig verglichen mit wem?
Arme Ärzte - müssen sich für ihr Einkommen rechtfertigen? "Ich arbeite zu 40% für den Sozialstaat." sagte einer kürzlich zu mir. Falsch. Er *lebt* vom Sozialstaat. Es sind ja nur 10%, die privat versichert sind.
Ich kenne einige - aber keinen, der wirklich Grund hätte zum Jammern. Allenfalls Hausärzte, die noch nicht so lange niedergelassen sind könnten Probleme haben. Es würde mich im übrigen nicht wundern, wenn nicht wenige Mediziner jetzt unter der Finanzkrise zu leiden hätten. Ärzte sind nicht umsonst eines der beliebtesten Opfer von Anlageberatern.
Warum es keine Radiologenschwemme gibt, ist einfach erklärt. Es gibt doch Zulassungsbeschränkungen. Schon mal gehört? Sie tragen nicht unerheblich zur Einkommenssicherung bereits zugelassener Ärzte bei. Die müßten nämlich an sich ziemlich schnell sinken, wenn es eine Schwemme gäbe.
Interessanterweise war das langezeit nicht der Fall, obwohl es eine Ärzteschwemme seit über 30 Jahren gibt. In dieser Zeit hat sich bei gleichbleibender Patientenzahl die Zahl der Ärzte verdreifacht - und das bei steigenden Einkommen. Als Begründung dafür wird gern der medizinische Fortschritt bemüht. Sollte der nicht die Versorgung günstiger und einfacher machen? Bei Computern war das jedenfalls so. Sollten bei so vielen Ärzten die Leute nicht irgendwann mal gesünder sein, das Geschäft der Ärzte also zurückgehen?
Die ganzen Jahre über haben Ärzte übrigens geklagt - natürlich nicht in ihrem Interesse. Nein - im Interesse der Patienten. Sie können sie einfach nicht ordentlich versorgen - für so wenig Geld. Alle möglichen Freiheiten sind bedroht: der Arzt als Freiberufler, die Diagnose- und Therapiefreiheit, das Recht auf die neuesten teuersten Medikamente ....
Dabei funktioniert sie gar nicht so besonders gut - die medizinische Versorgung. Ärzte verschreiben z.B. regelmäßig Antibiotika bei Erkältungen, obwohl sie (hoffentlich!) wissen, wie schädlich das ist: sie nützen nicht, sie machen die Darm- und so manche andere Flora kaputt und jedes Jahr sterben im Krankenhaus Tausende Menschen, weil Antibiotika nicht mehr helfen. Sie verordnen nutzlose, aber gefährliche Untersuchungen und Behandlungen - wie Infusionen bei Hörsturz und Tinnitus. Gut ein Drittel aller Röntgenuntersuchungen sind schlicht überflüssig - vielleicht haben Röntgenärzte deswegen so wenig Zeit? Seit Herzkatheter und Aufweitung gut bezahlte Untersuchungen sind, gibt es auf einmal sehr viel mehr Herzkranke als vorher. Sie behandeln Diabetes und Bluthochdruck nicht richtig. Weniger als ein Viertel der Bluthochdruckkranken sind nicht ausreichend eingestellt - und zwar schon seit über zwanzig Jahren.
Da wird man doch mal fragen dürfen, mit was Ärzte eigentlich wie viel Geld verdienen?
zu wenig verglichen mit all dene, die nicht verantwortlich sind für die gesundheit des einzelnen und die volksgesundheit und dafür auch nicht haften müssen.
daraus ergibt sich natürlich die einzigartigkeit dieser berufsgruppe, die bei nicht- medizinern oder miesen alternativheilkundlern neid und minderwertigkeitsgefühle oder auch paranoia schafft, und dieser mangel an ich-stärke wird dann z.b. mit gegoogeltem halbwissen über "richtige" / "falsche" behandlungsmethoden oder gehaltskritik unbewusst selbstherapiert.
Aufklärungsunterricht hiermit beendet.
Gemach, gemach. Etwas mehr Sachlichkeit wäre hier schon angebracht, Gerold. Wer Vorwürfe wie "Neid" und "Halbwissen" äußert, sollte schon auch das ein oder andere Argument dafür anführen können. Sie wissen doch, was das ist - ein Argument - oder? Ansonsten handelt es nämlich um Pöbelei - und sonst gar nichts. Oder sollte das mit der "Einzigartigkeit dieser Berufsgruppe", "paranoia" und "miesen alternativheilkundlern" etwa ein Scherz gewesen sein?
Die paar Beispiele - von denen es übrigens noch jede Menge mehr gäbe - sind solche Argumente, die zu widerlegen wären. Sie zeigen nämlich, daß Ärzte mit der Gesundheit der Menschen, die auf sie angewiesen sind, offenbar gar nicht so besonders verantwortungsvoll umgehen.
*Darin* sind Ärzte allerdings ziemlich einzigartig. Wenn Sie noch ein bißchen mehr Aufklärung brauchen - gerne!
Herr Artmann? Gerold? So still?
Hallo Herr Madalu,
ich denke, es ist wenig hilfreich einem Arzt vorzuschreiben, was er verdienen darf. Dazu sind die Lebensverhältnisse grundsätzlich zu verschieden.
Ich halte es jedoch für hilfreich die doch sehr unterschiedlichen durchschnittlichen Jahreseinkommen zueinander in Bezug zu setzen.
Übrigens, wenn Sie noch ein paar Beispiele haben, dann können Sie mir sehr gerne eine Mail schicken art@artscience.de
Das einzig wahre ist bezüglich "falschbehandlungen" dass es die meist nicht gibt sondern wenn überhaupt geboren aus einem komplexen interaktiven prozess zwischen verschiedenen interessensgruppen v.a. inkl patient!!!!, sie sollten fundierte argumente bringen, nicht ich werter madalu, sie sind ein typischer spiegel unserer gesellschaft (mangelnder respekt und internet wissen). nicht mediziner haben keinen dunst bezüglich der einzigartigkeit des arztberufes und dem lebensgefühl das damit verbunden ist, also shut up auch bezüglich gehalt, gehen sie in sich und werden sie arzt dann können wir vielleicht von vorne die diskussion beginnen.
die einzige aufgabe des arztes nämlich zu heilen findet man fast nur noch bei den alten unabhängigen!! kämpfern, gstandene aussterbende profs und hausärzten, oder andere variante: beim homöopathen. (aufgrund obiger genannter strukturen),
als homöopath und ehem. schulmed. lass ich mir aber dennoch nicht meine lieben kollegen aus der schulmedizin madig machen (sic!), die meisten handeln nach besten wissen und gewissen, nur das simile prinzip wurde ihnen nie vermittelt in der ausbildung. (s.o. gesellschaft),
pers. engagement und heilungserfolg sollten das honorar bestimmen, deshalb müsste madalu aber eher gesellschaftskritik üben, ärztekritik/gehaltskritik stehen ihr so wie jedem nicht mediziner nicht zu. nur ein weiters opfer von bild, cash denken und leider noch manchem mehr....
@artmann bedenken Sie dass sich jeder Arzt entscheidet und viele jahre lang dazu Zeit hat, dem einen liegt die Sicherheit der Anstellung mehr dem anderen die Selbständigkeit, jeder weiss, was dass finanziell für Konsequenzen hat.