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Peter Artmann ist Biologe, promoviert an der Medizinischen Hochschule Hannover, arbeitet als Wissenschaftsjournalist und als Webdesigner.
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25.09.08 · 07:40 Uhr
Bronchitis: Herzgefahr durch Millionenseller
Kategorie: Medizin · Kommentare: 2
Chronischer Husten gehört wie Rückenschmerzen zu den besonders häufigen Dauerleiden in Deutschland. Immer mehr Ärzte verschreiben dagegen bronchial erweiternde Mittel, sogenannte inhalative Anticholinergika.
Einen besonderen Stellenwert hat dabei das Medikament Spiriva (Wirkstoff Tiotropiumbromid) von Boehringer Ingelheim - nicht zuletzt dank seiner Auszeichnung im Jahr 2005 mit dem Robert Koch Award (für besondere Innovation und Effizienz).
Doch jetzt brechen Kritiker dem Millionenseller erste Zacken aus der Krone.
Im amerikanischen Ärzteblatt JAMA berichten US-Forscher der Wake Forest University von schwerwiegenden Nebenwirkungen des Medikaments.
Sie berufen sich dafür auf Daten von insgesamt 14.783 Patienten.
Ihren Ergebnissen zufolge erhöhen, Spiriva und das seit längerer Zeit auf dem Markt befindliche Atrovent (Ipratropium) das durchschnittliche Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod durch Herz-Kreislauf-Versagen um 58 Prozent.
Etwas genauer aufgedröselt bewirkten die beiden Medikamente ein um:
- 53 Prozent erhöhtes Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden
- 80 Prozent erhöhtes Risiko an Herz-Kreislauf-Versagen zu sterben.
Die Studienautoren empfehlen Ärzten daher, ihren Patienten keine inhalativen Anticholinergika mehr zu verschreiben (es gibt genug Alternativen).
Bereits einige Wochen zuvor hatten US-Ärzte in den Annals of internal Medicine eine Studie veröffentlicht, in der nach Einsatz von inhalativen Anticholinergika die Sterblichkeit der Patienten um 11 Prozent gestiegen war.
Die Herstellerfirma Boehringer Ingelheim will indes nichts von den veröffentlichten Daten wissen und verweist auf derzeit noch unveröffentlichte Daten für Spiriva, die im Oktober vorgestellt werden sollen.
"Wir widersprechen entschieden der Schlussfolgerung von Singh, et al.", schreibt Boehringers Vize Andreas Barner auf der Unternehmenswebsite. "Die Patienten und Ärzte können weiterhin davon ausgehen, dass Spiriva ein sicheres und effizientes Medikament ist".
Autor: Peter Artmann· 2 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
Atrovent· Boehringer· Bronchitis· chronische· Husten· Singh· Spiriva· Tiotropiumbromid
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Kommentare (2)
Allgemeine Patientendaten: (Alter, Geschlecht, Grösse,
Gewicht)
64 J., Maennl. , 182 cm, 98kg,
Grunderkrankung(en): (aber auch Besonderheiten der
Vorgeschichte und Alkohol/Nikotin, Allergien,..)
Bluthochdruck, Raucher, leichte COPD
Medikamente: (Welche Medikamente verwenden Sie regelmässig?
(Name, Dosierung, Arzneiform,...)
frueh 04.30 Carvedilol 25mg
vormittag 09.30 Karvea 300mg
Mittags 12.30 Tarka 180/2 mg
Nachmittags 17.30 Loniten 10mg
Abends 21.00 Rasilez 300mg
Beobachtung/Erfahrung: (was ist wann geschehen und was haben
sie unternommen?)
habe damit bisher den Blutdruck soweit unter kontrolle.
Nun hat mir die Lungenfachaerztin im Juni 08 Spiriva 18
verschrieben, eine zeitlang ging alles soweit gut, ausser
das mein Blutdruck sehr unregelmaessig wurde, mal hoch (bis
190/115) dann wieder runter (auf 160/95) Im
November/Dezember war mein Blutdruck nur noch hoch, bis
220/130) nachdem er in der seit der 50 Woche auf 260/140
angestiegen war, sowie flimmern vor den Augen (Sternchen
etc.) hatte, habe teilweise gedacht, mir platzt der Schaedel
und ich nur mit Nifedipin 10mg Weichkapseln den Blutdruck
einigermassen runter bekam, habe ich Spiriva abgesetzt.
Siehe da innerhalb von 2 Tagen bewegte sich mein Blutdruck
zwischen 160/95 und 180/100.
Auch der starke Kopfdruck ist weg und habe auch kein
eingeschraenktes Blickfeld mehr.
Habe am Donnerstag, 18.12.08 die Firma Boehringer per Mail
angeschrieben und alles so wie hier geschildert, leider
bis Dato keine Antwort erhalten
MfG
Ulrich Unger
Bronchitis – ein guter Freund.
Von der Bronchitis kann man viel lernen.
Man braucht
1) Einen guten Arzt, der wie viele andere Ärzte die Rolle der Bewegung als Heilmittel bei der Krankheit schätzt.
2) Eine Akzeptanz der Atemlehre von Dr. N. Shioya (Die Kraft strahlender Gesundheit, Der Jungbrunnen des Dr. Shioya) und anderen japanischen Autoren, bei der die Atmung als mit der Beförderung von stagnierendem Blut aus dem Bauchraum als mit der Belüftung der Lunge gekoppelt angesehen wird.
Diese Erklärung der Atmung als Motor des Kreislaufs erscheint bei http://www.lrz-muenchen.de/~s3e0101/webserver/webdata/Respp.pdf als Teil von http://www.sh.lsuhsc.edu/intragrad/slides/212/alexander/L15_alex.ppt
Bei der „Respiratory Pump“ (Atmungspumpe) findet als integraler Teil der Einatmung ein Druckanstieg im Bauchraum statt. Fällt dieser Anstieg zu schwach aus, dann mangelt es an Saugkraft für die Beförderung der Atemluft in die Lunge. Eine allergiebedingte Verengung der Bronchien oder eine Verschleimung wird nicht überwunden. Deshalb wird in den genannten Büchern der Bauchdruck (Tanden-Atmung) betont, die als entspannend empfunden wird.
Also mindestens bei mir ist die Bronchitis eine nützliche Lehrkrankheit, deren Überwindung allgemein motiviert. RF.