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06.07.11 · 23:33 Uhr

Dort! Ein Terrorist! Schnell!

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 21

Woran erkennt man einen Terroristen? Die Bremer Polizei weiß es.

Das law blog weist auf die neue Image-Kampagne der Bremer Polizeigewerkschaft hin:
110705a.jpg
(Keine Satire, das Original ist hier. Wie einer der Kommentatoren beim 'law blog' treffend bemerkt: "Das ist ein ganz billiges Klischee, nicht mal die Attentäter vom 11. September sind so rumgelaufen".)

Wir hatten ja gestern darüber geschrieben, wie die dänische Polizei Verbrecher erkennt.
Während mathematische Methoden dort bisher keinen Eingang gefunden haben, gibt es schon seit 20 Jahren mathematische Arbeiten zur Terroristenerkennung, die inzwischen auch kommerziell vermarktet werden (aber offenbar bei der Bremer Polizei noch nicht angekommen sind):

brainfinger.png
www.brainwavescience.com/counterterrorism.php

Die Methode "Brain Fingerprinting" basiert auf fMRI (vgl. Die Hirntätigkeit des postmortalen atlantischen Lachses) und scheint (wenn man sich z.B. die Literaturliste des Wikipedia-Artikels anschaut) ein aktives Forschungsthema zu sein, daß auch in deutschen Qualitätsmedien wie Telepolis oder Gehirn & Geist immer wieder mal erwähnt wird (Gehirnscans mit dem fMRI zur Terroristenerkennung).

Seit 10 Jahren wird die Terroristenerkennung via "Brain Fingerprinting" auch kommerziell vermarktet.
Das klingt zwar zugegebenermaßen auch alles ziemlich bekloppt (eine kritische Auseinandersetzung mit 'Brain Fingerprinting' findet man in einer Arbeit von Rosenfeld), ist aber zumindest nicht so daneben wie das Plakat der Bremer Polizeigewerkschaft.

 

Autor: Thilo· 21 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (21)

Kommentar-Direktlink Odysseus· 07.07.11 · 03:31 Uhr

Lolz. Gut auch das Plakat zu "Auch Polizeibeamte haben das Recht auf Schutz ihrer Privatsphäre! Keine Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte!"

Mal ehrlich, wenn Zeit für solche unsagabr doofen PR-Aktionen bleibt, kann es um die Personaldecke so schlecht nicht bestellt sein. Bei allem Respekt vor der Arbeit der Polizei, sowas geht gar nicht.

Kommentar-Direktlink Statistiker· 07.07.11 · 08:58 Uhr

Meine Peristaltik hat grad äußerst falsch reagiert... *mundabwischt*

Kommentar-Direktlink windmacher· 07.07.11 · 09:09 Uhr

Ich kann die Botschaft der Jungen Polizisten gut nachvollziehen. Ich habe einen Bekannten, der regelmäßig auch nach Gorleben abkommandiert wurde/wird. Er hat für die Unterbringung vor Ort seine eigene Bettwäsche mitgenommen, da die gestellte nicht zumutbar war. Und er ist keine Mimose. Die Aufgaben nehmen zu aber die Beschäftigenzahlen und das Einkommen stagniert.
Eine "Übertreibung" tut manchmal Not, um auf Missstände hinzuweisen und eine Diskriminierung sehe ich nicht.

Kommentar-Direktlink miesepeter3· 07.07.11 · 09:11 Uhr

Wenn man als Terroristenjäger eingesetzt wird, möchte man ja auch gerne unter Beweis stellen, dass man sein Geld zu recht erhält. Und wenn denn mal gerade keine Terroristen zum Jagen da sind, dann bastelt man sich eben welche.
Ansonsten wäre es ja wie als Henker in einem Land zu arbeiten, in dem es keine Todesstrafe gibt. Mein Gott, wie langweilig.

Kommentar-Direktlink SonicBoom· 07.07.11 · 10:46 Uhr

"Keine Satire"? Also ich weiß nicht, das sieht schon ziemlich tongue-in-cheek aus.

Kommentar-Direktlink windmacher· 07.07.11 · 10:58 Uhr

Hat hier etwa jemand geglaubt, dass das nicht ironisch gemeint war? Nicht echt, oder?

Author Profile Page Thilo· 07.07.11 · 11:17 Uhr

http://dpolg-bremen.de/

Kommentar-Direktlink zwutz· 07.07.11 · 16:48 Uhr

keine kennzeichnungspflicht? Die sehe ich bei Polizisten als Grundvoraussetzung. Jeder muss der Polizei bei Aufforderung seine Ausweisdaten aushändigen, und die stören sich gleichzeitig dran, wenn sie im Gegenzug Name und Dienstnummer zeigen müssen?

Kommentar-Direktlink a+· 07.07.11 · 19:22 Uhr

Unglaublich. Das ist PR-Terrorismus, und definitiv transportiert das rassistische Stereotype.

Und die zugehörige Seite sieht aus, als hätte ich sie Ende der 90er zusammengeschustert... minimum effort, maximum trollfaktor, wie einer der wenigen verfünftigen Kommentare im lawblog meinte...

Author Profile Page Thilo· 10.07.11 · 11:44 Uhr

SZ: Beim Barte des Beamten

Kommentar-Direktlink Markus· 09.08.11 · 14:43 Uhr

Nur soviel zur Ironie- oder Satire-Spekulation:

"Liebe Besucher unserer Website,

in den letzten zwei Wochen haben Bilder aus einer Kamagne der Jungen Polizei für Diskussionsstoff gesorgt. Die Fotos wurden in zahlreichen Blogs und Foren diskutiert, und wir begrüßen ausdrücklich, dass diese Diskussion stattfindet. Trotzdem haben wir uns entschieden, aufgrund eines besonders stark kritisierten Fotos, auf dem eine Person abgebildet ist, die das Stereotyp des islamistischen Terroristen darstellt, aus dem Netz zu nehmen. (...) Wir verstehen, dass ein Bild polarisierende Wirkung haben kann. Wir wollen jedoch Missverständnisse vermeiden, da offenbar nicht jedem Betrachter bewusst geworden ist, was wir mit dem Bild darstellen wollten:
Die Ohnmacht einer personell immer schwächer werdenden Polizei, die längst nicht mehr alle ihre Aufgaben wahrnehmen kann.
" (http://dpolg-bremen.de)

Kommentar-Direktlink Martin· 18.08.11 · 16:53 Uhr

Dieses Plakat sagt für mich aus: Die jungen Polizeischüler wollen nur tun was sie selbst für richtig halten. Ein Zuruf von außen (sei er nun gerechtfertigt oder nicht) ist unerwünscht, Zivilcourage von anderen Menschen schafft Arbeit und gefährdet die Eigenständigkeit der Polizei. Wenn aufgrund begrenzter Kapazitäten (und diese sind ja immer begrenzt) Anzeigen von Jedermann entgegengenommen werden sollen, dann ist es ja nur eine Frage der Anzahl und Dichte um in den Zustand von Kapazitätsengpässen zu kommen.
Aus anderen Quellen ergänzend: Anzeigen werden z.B. von Arbeitslosen erst gar nicht entgegengenommen, weil sie keine Steuern zahlen (Wien, 2006).
Sowie: Die Polizeischüler wissen um die Budgetengpässe sehr genau Bescheid, ihre Forderung nach mehr Geld erscheint daher nur einen suggestiven Vorwand zu begründen. Wir machen was wir wollen (und arbeiten auch nur für unsere Privatinteressen) eben mit der Schusswaffe in der Hand (natürlich nur zur Selbstverteidigung).

Author Profile Page Thilo· 18.08.11 · 17:31 Uhr

Wien 2006?

Kommentar-Direktlink Entwickler· 23.09.11 · 00:05 Uhr

Toller Beitrag.
Ich habe auch Einen. Du musst ihn nur verstehen.Ich habe etwas Einmaliges entwickelt und hoffe, das der Markt es nicht ablehnt. Mein Name ist Programm.
Danke

Kommentar-Direktlink Entwickler· 23.09.11 · 10:41 Uhr

Tollert Beitrag.

Ich habe auch Einen... Du solltest Dich mit ihm einmal beschäftigen und das Potential erkennen, denn niemand muss sich auf sein Glück verlassen, wenn er doch eigene Fähigkeiten einsetzen kann.

Glück ist ein nicht zu berechnender Faktor. Mit dem Einbau eines Features ist es mir gelungen, den Faktor Glück in Geschwindigkeit umzuwandeln. Und somit in eine Fähigkeit.

So entstehen auf diesem Markt völlig neue Möglichkeiten, die einem grossen Anbierter bestimmt ein "Dorn im Auge" sein werden. Nimm Dir zwei Minuten Zeit, um es zu verstehen.

Mein Name ist Programm

Author Profile Page Thilo· 23.09.11 · 12:29 Uhr

@ Entwickler:
Nun lassen Sie's doch endlich gut sein. Glücksspielwerbung wird hier gelöscht, schon aus juristischen Gründen

Kommentar-Direktlink BreitSide· 25.09.11 · 14:54 Uhr

Eins steht fest: Polizisten sind arme Schweine. Jedenfalls die, die auf den Straßen im Einsatz sind.

Wer von uns schlauen Kommentaristen hätte schon gerne einen Job, bei dem die Gefährdung von Leib und Leben Programm ist?

Bei dem man nie auch nur einen Hauch von Lob bekommt?

Aber immer tonnenweise Kritik, wenn man einen Fehler gemacht hat (was uns Schlauen ja nie passiert).

Ja, auch ich bin genervt, wenn ich - natürlich immer unberechtigterweise! - kontrolliert werde. Aber zumindestens hier als sesselpupsende Kommentaristen sollten wir den Anstand haben, zu akzeptieren, dass nur diese ach so bösen Polizisten dafür sorgen, dass wir unsere zähnefletschenden Kommentare mit null Risiko von uns geben können.

Werner Finck hatte mal so schön gesagt (sinngemäß), dass er (nach dem Krieg) froh sei, nicht immer schnell prüfen zu müssen, ob sein Nachlass geregelt ist, wenn es an der Tür klopft.

Die Frage sei erlaubt, wie sich mp3 oder martin Terroristen- und Verbrechensbekämpfung denn vorstellen. Am besten wohl so, dass Jeder eine Waffe bekommt, der Bürger weiß ja eh besser Bescheid. Oder Waffen nur an SB-Blogger. Bzw. nur an die, die martin oder mp3 auswählen...

Kommentar-Direktlink BreitSide· 25.09.11 · 16:11 Uhr

Sendet SB jetzt keine MT-notifier-Mails mehr zur Bestätigung?

Kommentar-Direktlink Thilo· 25.09.11 · 17:57 Uhr

Sendet SB jetzt keine MT-notifier-Mails mehr zur Bestätigung?
Nach dem Server-Umzug von Donnerstag-nacht gibt es ein paar technische Probleme, die aber sicher bald behoben werden.

Kommentar-Direktlink Thilo· 25.09.11 · 18:02 Uhr

Zum Kommentar davor:
es geht ja nicht darum, daß wir nicht von Polizisten kontrolliert werden wollen, sondern es geht um die Naivität der im Plakat latent mitschwingenden Vorstellung, einen Terroristen an der Kleidung (Turban und Bart) erkennen zu können.

Kommentar-Direktlink Andrea N.D.· 26.09.11 · 13:39 Uhr

... oder dem Erwartungsdruck der Öffentlichkeit entsprechen und "erkennen zu müssen".

@Martin:
"Sowie: Die Polizeischüler wissen um die Budgetengpässe sehr genau Bescheid, ihre Forderung nach mehr Geld erscheint daher nur einen suggestiven Vorwand zu begründen. Wir machen was wir wollen (und arbeiten auch nur für unsere Privatinteressen) eben mit der Schusswaffe in der Hand (natürlich nur zur Selbstverteidigung)."

Ich habe selten einen größeren Quatsch gelesen. Die "Polizeischüler" mögen schon Bescheid wissen. Und? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Dass sie zwischen dem Erwartungsdruck der Öffentlichkeit und dem Personalengpass zerrieben werden. Und dann kommt so ein Schlaumeier wie Du und behauptet noch: Geldknappheit sei ein "suggestiver Vorwand" und eigentlich wollen wir nur herumballern. Geh Du einmal in einen normalen alle 4-Tage-Schichtdienst a 48 Stunden, nervigen, oftmals alkohollisierten Bürgern mit Problemchen und dann erzählst Du mir noch einmal etwas von einem angeglichen Terroristenstereotyp, der zudem so überzeichnet ist, dass wirklich jedem ins Auge fallen muss, dass damit kaum die Terroristenerkennung gemeint sein kann.

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