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Stefan Jacobasch arbeitet als freier Wissenschaftsjournalist in Berlin und betreibt u.a. Scienceticker.info
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14.03.08 · 21:45 Uhr
Essen global
Kategorie: Kultur · Kommentare: 2
In China gibt es - wenig überraschend - auch Fast Food. Neuerdings sogar hundertprozentig am chinesisches Geschmack orientiert. Aber weil es von einer US-amerikanischen Kette vertrieben wird, findet "Spiegel Online" das ganz schlimm.
Aus der jüngsten Kolumne von "Fichtners Tellergericht" auf SpOn werde ich nicht ganz schlau. Da berichtet der Autor, dass der US-amerikanische Fast Food-Konzern Yum den chinesischen Markt betritt. Ach was, er "überrennt China". Aber nicht mit Hamburgern und Pommes, sondern mit "Aal süß-sauer bis Entenfüße an schwarzer Bohnensoße".
Das ist schlau, würde ich sagen. Orientiert sich das Angebot doch offenbar an örtlichen Vorlieben. Aber Fichtner findet, das sei "ungefähr so, als würden die Chinesen fortan unser - bayerisches - Bier brauen, und die Thüringer Bratwurst käme aus Neuseeland."
Ich vermute, hier irrt der Mann. Denn wer sagt denn, dass die Entenfüße aus den USA nach China importiert werden? Die Ware dürfte viel eher vor Ort eingekauft und verarbeitet werden. Oder hat schon mal jemand was von einer US-amerikanischen Entenfuß-Produktion gehört?
"Aber, wer weiß, vielleicht steigt ja bald ein indischer Groß-Investor bei Löwenbräu ein?", orakelt Fichtner weiter; "Und Uli Hoeneß holt sich einen Partner aus Dubai in seine Wurstfabrik?"
Alles kein Problem, würde ich sagen. Wenn unsere örtliche "Berliner Zeitung" schon einem britischen Investor gehört, kann das "Berliner Pilsner" von mir aus auch gern mit Hilfe indischen Kapitals gestützt werden. Das nennt sich Globalisierung und hält uns nun schon gut zehn bis zwanzig Jahre in Atem. Kulinarisch läuft das in alle Himmelsrichtungen: Während wir Deutschen abends chinesisch, italienisch oder indisch essen gehen, kauft man im Silicon Valley beim deutsche Metzger und in Peking beim deutschen Bäcker.
Guten Appetit!
Autor: Stefan Jacobasch· 2 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (2)
Was soll so schlimm dran sein wenn eine amerikan. Kette fast food in China vertreibt.
Viel schlimmer ist daß es diesen "Spiegel" in Dtl gibt der dieses Land gleichgeschaltet
mit dem gesamten Linkskartell "nachhaltiger" schädigt als die NS Ideologie. Die waren
wenigstens nach 12 Jhr am Ende. Wer aber soll die linke " Unkultur" mit all ihren Folgen beseitigen! Dtl ist halt wieder einmal global gesehen auf der falschen Seite-
trotz aller so positiven Leistungen im Einzelnen. [...Gelöscht vom Autor dieses Blogs...] Diese Welt ist nach wie vor angloamerikan. geprägt- wer das nicht will lebt in einer miefig spießigen
Parallelwelt und nimmt die Errungenschaften der Moderne kostenlos in Anspruch.
Natürlich ist der Anlaß meiner Gegenkritik völlig nebensächlich, ich meine natürlich
diesen unerträglichen neurotischen deutschen Antiamerikanismus.
Nur wäre es halt auch für einfache Geister am Beispiel des so "schlechten amerikan. Essens" leicht den Nonsens der antiamerikan. Denkweise zu erkennen. Ich persönlich
kenne um bei der Nebensache Essen zu bleiben kein Land in dem man so gut und rel.
preiswert essen kann wie in den USA. Fast food habe ich selten auch schon mal ver
sucht- fand es eigentlich beser als fette dt Würste, Schnitzel oder 98% der dt Durch
schnittsgastronomie.
Jetzt will ich aber die nächsten 10 Jhr nicht mehr über Essen reden! Aber worüber
soll man sonst mit Antiamerikanern reden. Die kommen ja bei komplexeren Themen
doch nicht aus ihrer Spur.
Ich vermute, hier irrt der Mann. Denn wer sagt denn, dass die Entenfüße aus den USA nach China importiert werden? Die Ware dürfte viel eher vor Ort eingekauft und verarbeitet werden. Oder hat schon mal jemand was von einer US-amerikanischen Entenfuß-Produktion gehört?
Guten Appetit