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Das 59. Lindauer Nobelpreis- trägertreffen steht ganz im Zeichen der Chemie.
Vom 28.6.-3.7.2009 treffen sich 23 Nobelpreisträger und 600 Nachwuchswissen- schaftler aus aller Welt zu Vorträgen und Diskussionen.
Im offiziellen Live-Blog berichtet ein Autorenteam über alle Veranstaltungen, führt Interviews und erzählt die Geschichte dieser traditionsreichen Tagung.
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30.06.09 · 08:45 Uhr
Chemiker verbessert Arbeitsbedingungen für Heldenratten
Kategorie: Deutsche Postings·Nobelpreisträgertreffen 2009·Politik·Randnotizen / Marginal Notes
Dr. Negussie Beyene sticht auf dem Nobelpreisträgertreffen in Lindau ein bisschen heraus. Sein Forschungsprojekt steht auf seinem T-Shirt: „Landmines stink - and rats smell really well!" Der Chemiker arbeitet für die Non-Profit-Organisation APOPO als Wissenschaftler an der Sokoine University of Agriculture in Tansania, wo afrikanische Hamsterratten zu Sprengstoffexperten ausgebildet werden. Die empfindlichen Nasen der Nagetiere sind genauso gut wie die von Hunden, ihre Haltung und das Training sind aber weitaus einfacher.
Beyene will die Arbeit der Minensucher leichter machen. Als Chemiker forscht er in Zusammenarbeit mit belgischen und deutschen Teams, wie sich verdünnte Sprengstoffkomponenten und ihre Abbauprodukte im Boden mit der Zeit bewegen. Denn bislang werden verdächtige Flächen sorgfältig abspaziert, wobei die Hamsterratten von Menschen an der Leine geführt werden müssen.
Sprengstoff-Spürnasen
Die Tiere kratzen, sobald sie den charakteristischen Geruch bemerken. Aber diese Arbeit im Freien ist mühsam und gefährlich, Hitze, Luftfeuchtigkeit, fremde Gerüche und andere Faktoren ermüden die Nager, so dass nie sicher ist, ab wann sie nicht mehr gut arbeiten - mit fatalen Folgen für die Tierführer.
Beyene vermutet, dass sich ganze Felder durch wenige Bodenproben im Labor bereits sicher als ungefährlich oder als verdächtig einstufen lassen. Denn die TNT-Moleküle und ihre Abbauprodukte wandern offenbar sehr weit und schnell durch den Boden und durchsetzen damit große Flächen. „Mein Projekt heißt REST, das steht für Remote Sensing Scent Tracing", erklärt er.
Im Labor ermüden die Ratten nicht so schnell und arbeiten konzentrierter und zuverlässiger (Bildquelle:/www.apopo.org):

Die Hamsterratten arbeiten im klimatisierten Labor weitaus konzentrierter. „Wenn in der Nähe der Bodenprobe eine Landmine liegt, dann riechen das die Tiere im Labor mit fast hundertprozentiger Sicherheit", erklärt Beyene. Sie geben eher zu oft Alarm, aber diese Flächen müssen dann eben besonders sorgfältig kontrolliert werden.
Wer die Arbeit von APOPO unterstützen will, kann eine Hamsterratte adoptieren. „Adopt a Herorat" heißt die Kampagne. Mehr dazu unter www.apopo.org und an dieser Stelle: www.herorat.org
Ein Blog-Beitrag von Dr. Antonia Rötger | Helmholtz Gemeinschaft
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 0 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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