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Marcus Anhäuser ist freier Wissenschaftsjournalist. Normalerweise betreibt er seinen Blog Plazeboalarm hier auf Scienceblogs. Im Labortagebuch beschreibt er vier Wochen lang das tägliche Leben in einem Labor am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden.
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27.11.09 · 12:40 Uhr
Wissenschaftlersprech live
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 4
Wenn zwei Wissenschaftler sich über ein gemeinsames Projekt unterhalten, dann kann es sein, dass man nichts versteht. Mal zuhören, wie sich das anhört? Bitte schön, ich hab's aufgenommen.
Es gibt so Momente, von denen bin ich völlig fasziniert. Zum Beispiel, wenn sich zwei Wissenschaftler über ihre Forschung unterhalten, eine Idee entwickeln. Ich muss gar nicht verstehen, um was es im Detail geht.
Ich mag dieses Hin und Her der Argumente, das Abwägen, das Verteidigen, aber auch Kritisieren der eigene These, das Zuhören, das Fasziniert sein von den eigenen Ergebnissen, um im selben Moment zu versuchen, sich selbst auf den Boden zurück zu holen, das Stocken, das Nicht-Verstehen, das Brett-vor-dem-Kopf-haben, das Kämpfen für das Verständnis des Anderen, das verwegene Abheben, das über etwas Neues reden, das in diesem Moment vielleicht nur diese beiden teilen und sonst niemand auf der Welt.
Das kann man nur schlecht in schriftlicher Form widergeben. Deshalb habe ich gestern die Gelegenheit genutzt Sven (Biologe, Postdoc) und Falk (Physikstudent, Diplomand) bei einem solchen Gespräch zu belauschen und das aufzunehmen.
Das Gespräch hat mehr als eine Stunde gedauert, ich habe nur ein paar Minuten mitgeschnitten. Hier sind eineinhalb Minuten daraus (beide sind mit der Veröffentlichung einverstanden).
Aufgenommen habe ich das ganze mit meinem MacBook. Deshalb ist die Qualität nicht besonders (im Hintergrund rauscht hier die ganze Zeit die Lüftung), dafür authentisch.
Sie saßen vor dem Bildschirm und betrachteten eigenartig schöne Bilder, von dem ich hier einen Ausschnitt zeige (und von dem ich nicht wirklich weiß, was es ist). Sie saßen davor, redeten darüber. Ab und zu zeigte einer von beiden auf bestimmte Stellen im Bild oder sie wechselten zu einem ähnlichen Bild.

Hier das ganze Bild, das auf einem 24 Zoll Bildschirm etwas beeindruckender aussieht.

Irgendwie toll, oder? Ich hätte Stunden zuhören und zuschauen können - ohne ein Wort zu verstehen.
Autor: Marcus Anhäuser· 4 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (4)
Ich sehe es schon kommen: Du wirst Dich auch nach Ende Deines Stipendiums "heimlich" ins Labor schleichen, um den Kollegen beim Fachsimpeln zuzuhören. Weil's doch so schön entspannend ist. Vieleicht sollten die Eintritt verlangen? Ist das ein neuer Weg der Forschungsfinanzierung? ;-)
Schöner Text mal wieder!
Klingt lustig, auch wenn ich von der Menge an Füllwörtern überascht war. Was mir jetzt noch fehlt ist die Auflösung - um was ging es denn und was zeigt das Bild?
:o)
Ein paar grüne Streifen zwischen lauter nicht- grünen Streifen.
@Kaukomieli
ist geheim ;-)
@Marc
Offiziell war das mein letzter Tag, ich hätte echt noch Lust weiter zu machen. Aber alles hat ein Ende.
@Bundesratte
bitte präzise bleiben: ein grüner Streifen und viele rote und grüne Punkte ;-)