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Marcus Anhäuser ist freier Wissenschaftsjournalist. Normalerweise betreibt er seinen Blog Plazeboalarm hier auf Scienceblogs. Im Labortagebuch beschreibt er vier Wochen lang das tägliche Leben in einem Labor am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden.
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26.10.09 · 11:00 Uhr
Diese winzigen Zellen: Und ich, fett und breit wie ein Gebirge
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 3
Kann man eigentlich vermitteln, wie klein diese Zellen sind, mit denen hier im Labor gearbeitet wird? Ich zoome sie mal gedanklich auf unsere Größe und mich zoome ich um den selben Faktor ...
Die Zellen der Spalthefen, mit denen hier alle arbeiten, sind so unglaublich klein. Die Einzeller sind etwa 10 Mikrometer lang (zwischen sieben und 14 Mikrometer), und drei bis vier Mikrometer breit.
Damit befinden sie sich etwa auf Augenhöhe mit einem roten Blutkörperchen. Darunter kann man sich nur bedingt etwas vorstellen. Also Umrechnen. Postdoc Nicola sagt: „Fünf Zellen der Länge nach nebeneinander gelegt brauchen so viel Platz wie ein Haar."
Okay. Das hilft schon. Wie verdammt klein die sind, verdeutlich vielleicht auch folgender Vergleich. Ich habe mal ein bisschen mit Zahlen herumgespielt...
Stellen wir uns eine Zelle vor, die wir auf unsere Größenverhältnisse hochzoomen.
Einen Meter lang, vierzig Zentimeter breit. Das Stäbchen liegt vor dem Kölner Dom. Wenn ich mich daneben läge (ebenfalls um den selben Faktor hochgezoomt) - Gulliver wäre ein Zwerg dagegen. Ich läge fett und breit wie ein Gebirge zwischen Köln und Frankfurt am Main.
Stellen wir den Zellenzylinder aufrecht, und ich mich daneben, befände sich mein Kopf in 200 Kilometer Höhe, fast auf Augenhöhe mit den ersten Satelliten. Ich könnte das Schwarz des Weltraums sehen ...
Schon mein Fuß ist aus Sicht der Pilzzelle gigantisch. Normalerweise etwa dreißig Zentimeter lang, reichte er von der Kölner in die Bonner Innstadt, zehn Kilometer hoch wäre er, höher als der Mount Everest und zehn Kilometer breit. Die kleine Zelle bräuchte zehn Stunden nur um von meiner Ferse bis zum großen Zeh zu wandern (angenommen sie ginge unsere Schrittgeschwindigkeit): d.h sie ginge morgens los, und wäre abends da.
Die Zellen sind einfach unvorstellbar klein ... und trotzdem wird hier damit gearbeitet, als wäre es das normalste von der Welt.
Nachtrag (30.11.):
Jörg von Diax's Rake weist auf eine schöne Seite der University of Utah hin, mit der man wunderbar durch die Größenordnungen zoomen kann. Da kann man sich ja die Finger fusselig schreiben, so was vereinfacht irgendwie alles, wenn man es sehen kann.
Hier ein Screenshot aus dem Größenbereich der Spalthefe:

Das große Rund oben ist eine menschliche Eizelle. S. pombe ist mit der Länge von 10 Mikrometer so groß wie die rote Blutzelle. "Baker's yeast" ist die Bäckerhefe Saccharomyces cervisiae.
Autor: Marcus Anhäuser· 3 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (3)
Ein schöner Vergleich - den werde ich einpacken für den Fall der Fälle :-)
Sehr schön Marcus.
Vor Jahren hatte doch Nikon so ein Java-Applet ins Netz gestellt, wo Grössenordnungen mit Beispielen dargestellt werden. Wo habe ich bloss den Link? Ach ja, hier
@Frenk
wie geil ist das denn ...danke für den Link.